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Hallo,

ich bin fix und fertig mit den Nerven. ich habe viele psychische Probleme, unter anderem Angst, Hypochondrie und noch ein paar nicht näher diagnostizierte Sachen. Mein Leben wurde immer eingeschränkter, deswegen ging ich zum Hausarzt, um mir Hilfe in Sachen Psyche zu holen. Psychotherapeutenplätze gibt es hier in meiner Region keine. Mein Hausarzt überwies mich zum Psychiater und meinte, der könnte mir übergangsweise auch helfen und vor allem eine gescheite Diagnostik machen.

Also ging ich zum Psychiater, erzählte dem meine Krankheitsgeschichte, meine Ängste und der machte diverse Tests mit mir. Alles so Tests am PC, die der Einordnung meiner psychische Probleme dienen sollten. Dienstag war ich dann zur Besprechung wieder bei ihm. Und da dann der Schock:

Der Psychiater glaubt nicht, dass meine psychischen Probleme einfach so da sind. Er meint, ich hätte eine neurologische Grunderkrankung (was er damit meint, sagte er nicht) und er vermutet wohl auch einen Gehirntumor : . Zumindest steht das so auf der Überweisung zum MRT, die er mir in die Hand drückte. Bis das nicht alles abgeklärt ist, gibt es keine Behandlung meiner psychischen Probleme. Toll, diese Dinge einem Hypochonder zu sagen^^

Ich wurde die letzten Jahre ständig neurologisch auf den Kopf gestellt und es wurde NIE etwas gefunden. Er vermutet dennoch was Neurologisches, weil ich in unregelmäßigen Abständen (maximal alle drei Monate für rund 30 Minuten, manchmal auch etwas öfter, aber manchmal auch Monate nicht) Taubheit im Arm und Sehstörungen habe, von denen ich ihm leider auch berichtet habe, weil mir diese Anfälle so Angst machen, bzw. weil ich ständig drauf warte, dass es wieder losgeht. Wegen dieser Anfälle wurde ich ei letzten Jahre ständig untersucht, als Auslöser wurde dann schließlich die Halswirbelsäule gefunden, was ich mir auch gut vorstellen kann, da diese seit einem Unfall (Schleudertrauma) im Eimer ist.

Nie waren die neurotischen Untersuchungen auffällig. Ich hatte zwar 2015 eine Gesichtslähmung, doch auch da wurde nichts gefunden. Neurologisch alles in bester Ordnung. Der Psychiater meint jedoch, die HWS könnte solche Symptome nicht machen, er will weitersuchen, weil er meint, ich hätte eben doch was Neurologisches, was auch die psychischen Problem auslöst. Die psychischen Problem hab ich, nebenbei gesagt, aber schon seit 20 Jahren... Bin 23.

Der Psychiater hat sich dann noch die Bilder meines letzten MRTs angeschaut (2015 im Rahmen der Gesichtslähmung, Radiologe, Neurologe und Neurochirurg haben keine Auffälligkeiten gefunden, war aber ohne Kontrastmittel, da ich darauf allergisch reagiere) und hat da einige Narben im Gehirn gefunden, so drückte er es aus. Mehr sagte er wieder nicht, das will er dann beim nächsten Termin Ende Dezember besprechen. Was er jedoch noch sagte, das würde zu seinem Verdacht passen. Google sagt, er vermutet MS UND eben einen Hirntumor. Das muss man sich mal vorstellen, auf der Überweisung zum MRT steht bei Diagnose "Angststörung" und dann zwei Zeilen weiter "erbitte MRT, Verdacht auf Hirntumor"

Wie es mir die letzten Tage ging, könnt ihr euch ja vorstellen... Immerhin hatte ich Glück und fand eine nette MRT Praxis, die mich dazwischenschob. So war ich heute im MRT. Aber wieder ohne Kontrastmittel, vertrage ich wie gesagt, einfach nicht.

Ich hatte gehofft, dass ich danach kurz mit dem Radiologen sprechen könnte. Die Helferin meinte jedoch, das wäre nicht vorgesehen, das würden sei nur bei absoluten Notfällen machen. Der Befund geht dann direkt an den Psychiater, weil der mich überwiesen hat. Der hat aber erst mal Urlaub und mein nächster Termin ist Ende Dezember Jetzt hab ich natürlich auch voll viele Symptome, seit dem MRT kribbeln meine Finger Ich weiß nicht, wie ich diese Unsicherheit noch so lange ertragen soll.

Hattet ihr so eine lange Zeit der Unsicherheit auch schon mal? Da geht man nichtsahnend zum Psychiater, um seine Ängste behandeln zu lassen und dann endet das so.

Hat jemand ein paar tröstende Wort für mich?
Danke

Ach ja, und zu allem Überfluss hat mein Vater (59) eine Krebsdiagnose erhalten . Ich weiß nicht, was ich noch alles verkraften muss.

17.11.2016 14:52 • 23.11.2016 #1


36 Antworten ↓


Zitat von schnueppchen:
Immerhin hatte ich Glück und fand eine nette MRT Praxis, die mich dazwischenschob. So war ich heute im MRT.
Ich hatte gehofft, dass ich danach kurz mit dem Radiologen sprechen könnte. Die Helferin meinte jedoch, das wäre nicht vorgesehen, das würden sei nur bei absoluten Notfällen machen. Der Befund geht dann direkt an den Psychiater, weil der mich überwiesen hat. Der hat aber erst mal Urlaub und mein nächster Termin ist Ende Dezember Jetzt hab ich natürlich auch voll viele Symptome, seit dem MRT kribbeln meine Finger Ich weiß nicht, wie ich diese Unsicherheit noch so lange ertragen soll.





Liebes Schüppchen,
auch wenn ich sicher bin, dass das MRT in Ordnung, kann ich deine Unsicherheit sehr gut verstehen. Ich würde noch einmal in die Radiologiepraxis gehen und dort deine Ängste schildern. Bitte darum, dass der Radiologe sich kurz Zeit für ein Gespräch nimmt.
Eigentlich bin ich davon überzeugt, dass du schon längst Bescheid bekommen hättest, wenn tatsächlich ein ernster Befund vorläge.

17.11.2016 15:29 • x 1 #2



Psychiater vermutet neurologische Erkrankung

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Mein Orthopäde meinte nach meinen Schleudertrauma das es immer wieder vorkommen kann das "Trauma" aber die Symptome nicht ewig bleiben und die Abstände größer werden, bis es ersichtlich verschwindet...und Narben im Gehirn über ein MRT haben oft keine Bedeutung...Es wird alles gut sein...und sie hätten dir schon längst Bescheid gesagt wenn was wäre...

Grüßle
Melanie

17.11.2016 15:39 • #3


Die Untersuchung war heute direkt um 8h und zu den anderen Patienten haben die gesagt, dass der Befund spätestens mittags beim überweisenden Arzt ist. Zu mir nicht^^ Ich mache mir solche Gedanken. Noch mal in die Praxis gehen kann ich nicht, die ist ganz schön weit entfernt. Und ich hab heute echt geheult und die hatten kein Erbamen, Arztgespräch gibts nicht. Daher befürchte ich, selbst wenn ich da noch mal aufschlagen würde, würde das nichts bringen.

Oder ich fahre da noch mal hin und hole mir einfach den Befund raus? Aber wenn da dann was drin steht, was nicht gut klingt, werde ich noch panischer.

Danke erst mal für eure Beruhigungen. Das tut gut. Bis die blöde Psyche wieder die Macht übernimmt.

Mich ärgert auch die Art des Psychiaters so, man sollte doch annehmen, dass der etwas sensibler ist, gerade wenn er von der Hypochondrie und der Angststörung weiß!

17.11.2016 15:55 • #4


Auf meiner Überweisung zum MRT stand auch "Ausschluss Gehirntumor". Das ist völlig normal. Es muss ja ein Grund angegeben werden. Das heißt aber nicht, dass dein Arzt das auch wirklich vermutet! In der Radiologie schaut immer ein Arzt kurz über die Bilder. Sie hätten dich bereits informiert, wenn sie was ernstes gefunden hätten.

17.11.2016 16:07 • x 1 #5


Ich hoffe es so sehr!

Also bei dem Psychiater hatte ich leider schon das Gefühl, dass er das wirklich glaubt Und selbst wenn nicht, dann müsste er doch sagen, ich schreib das jetzt auf die Überweisung, aber ich gaukeln nicht, dass Sie das haben. Gerade bei Angstpatienten.

17.11.2016 16:11 • #6


Gefühle können täuschen Wie gesagt, er muss einen Grund für eine MRT-Untersuchung angeben.

Ich würde an deiner Stelle in der Radiologie anrufen und dein Problem schildern... vielleicht können sie dich beruhigen?

17.11.2016 16:19 • #7


Hoffentlich täuschen mich meine Gefühle!

Ja, ich rufe jetzt noch mal beim Radiologen an, anders lässt mir das doch eh keine Ruhe. Ist mir zwar peinlich, aber was solls.

17.11.2016 16:22 • #8


Braucht dir doch nicht peinlich sein. Ich sag immer ganz offen, dass ich ein totaler Angsthase bin und sie zu mir immer ganz besonders lieb sein müssen

17.11.2016 16:27 • #9


Hallo,
frag doch mal ob du nicht alle Unterlagen für deinen Artzt kriegen könntest.
In der Zwischenzeit wendest du dich einen Sozialpädagogen wie Caritas oder AWO.
Die haben ein Ohr für dich. Und du bittest diesen Psychologen von Caritas oder AWO einen Kollegen zu kontaktieren der dir in den nächsten paar Tagen erklären kann ob was mit den MRT nicht stimmt.
Meistens kennen die sich und haben Kontakte. So kann man teilweise auch schneller Termine bei Fachärtzten bekommen.
Im Notfall, sofern du die Bilder kriegen solltest in die Notaufnahme mit Verdacht auf Panikattacke. Die gucken sich die Bilder dann innerhalb weniger Stunden an und sagen dir was los ist.

17.11.2016 16:44 • #10


Wow also für mich klingt das wie ein schlechter Scherz. Kann es sein, dass dich dieser Psychiater auf eine Probe stellen will?
Das kann doch alles nicht sein Ernst sein.

17.11.2016 16:54 • #11


So, hab da jetzt angerufen und die Dame war total nett und lieb und hatte vollstes Verständnis. Sie wollte mich auch zum Arzt durchstellen, aber der hat schon Feierabend und ist erst Montag wieder im Haus.

Wir haben dann hin und her überlegt, weil das alles schwierig war. Jetzt bin ich auf dem Weg zu der Praxis und kann mir den Bericht abholen.

In 30 Minuten weiß ich Bescheid. Hoffentlich breche ich nicht völlig zusammen, wenn ich den befund lese.

Ich bin im Zug (so schon schwer für mich) und dann noch in dieser Situation. Ich hab das Gefühl, das nicht mehr lange aushalten zu können.

17.11.2016 17:16 • #12


Aaaalso, dann sag halt bescheid wenn der Befund da ist. Ich bin Arzthelferin und verstehe vieles, evtl kann ich dir helfen wenn du den Befund hat.

Normal ist es so: Wenn "Verdacht auf (V.a.)", dann gibt es da auch einen Verdacht, dem einfach nur mal nachgegangen wird, auch wenn nichts ist, sicher ist sicher.
Steht da " Ausschluss", ist das auch meist zum Ausschluss damit der Arzt nichts übersieht, ist dann aber sehr, sehr unwahrscheinlich.

Übrigens heisst Tumor nicht gleich Krebs und sterben. Ein Tumor bedeutet erstmal einen Zell-Haufen der da nicht hingehört. Deswegen hat man aber nicht gleich KRebst, der Tumor kann auch schließlich gutartig sein. Es gibt gutartige tumore die Hormone ausschütten und psychische Probleme verursachen, diese sind dann meist auch super einfach zu entfernen weil sie sich deutlich von normalem Gewebe abgrenzen, was bösartige tumore nicht tun, die sind wie verbacken, oder auch "eins geworden" mit gesundem Gewebe. Theoretisch ist sogar eine verstopfte Talgdrüse, also überdimensional großer Pickel, ein Tumor. Also auch wenn da Tumor steht, mal keine Panik.

Dramatischer wäre die Bezeichnung/Diagnose Karzinom, das wäre ein bösartiger Tumor, also Krebs, nur zur Info

LG Mimose

17.11.2016 17:31 • #13


Alles in Ordnung! Ä

Der Radiologe hatte keine Ahnung, was der Psychiater meinte, zu sehen. Mein Gehirn ist wunderschön und in bester Ordnung!

17.11.2016 21:27 • x 1 #14


Das freut mich sehr für dich!
Ich glaube nach wie vor, dass das eine Art "Probe" war. Aber falls das so ist Wechsel bitte deinen Psychiater

17.11.2016 21:30 • #15


Vielleicht wollte der 150 % Prozent sicher gehen..bin auch neulich an so einen geraten.

Es war traumatisch für mich.

17.11.2016 21:42 • #16


Es ist doch ganz normal, daß ein Facharzt bestimmte Bewertungen vornehmen läßt, um eine Behandlung zu beginnen. Und ich finde gut, daß hier offenbar ein Psychiater sicher stellt, daß kein Organbefund vorliegt. Es ist oft in der Praxis so, daß solche Untersuchungen sogar vernächlässigt werden.
Ich kann daran nichts zum Aussetzen finden! Natürlich ist das für den Patienten zunächst auch Aufwand und FA-Termine gibt es meist nicht auf die Schnelle, doch ein Ausschluß neurologischer Störungen sichert auch qualitativ eine optimale psychiatrische Behandlung.

17.11.2016 23:05 • #17

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IchWillPositiv
Hallo,ich möchte dir einen Tipp zu deinem Schleudertrauma geben. Ich hatte das auch. Ein Arzt wollte sogar operieren! Dann hab ich mir mal einen Wolf zu meinen Symptomen gegooglet. Hatte das Schleudertrauma gar nicht mehr auf dem Schirm. Dann bin ich auf eine Schiefstellung des Atlas-Wirbels gestossen. Dieser oberste Wirbel, wo der Kopf quasi drauf hängt kann sich durch vieles verschieben. U.A. durch Schleudertrauma.

Ich war dann einmal bei einem Atlastherapeuten (kostet so 150-200€) mit Kontrolle nach 6 Monaten.

Für mich war es gut investiertes Geld.

18.11.2016 08:19 • #18


Es muß kein Schleudertrauma vorliegen, denn es genügt schon die Abnutzung des unteren Halswirbels, die jeder Mensch im Laufe des Lebens durchmacht. Ich hatte den ersten Ärger damit, als ich 30 war und das ist bis heute nicht mehr weggegangen. Irgendwann, wenn es gar nicht mehr geht, wird der C5 eingesteift werden müssen. Bei mir äußert sich das mit Sehbeeinträchtigung durch Aura-Migräne, kraftloser linker Arm und Taubheit im linken Ring- und Kleinfinger, sowie Schultermuskelverspannung bis in den Rückenstreckermuskel und gelegentliche Kopfschmerzen durch Haltungsschaden. Es geht ein Nerv in Höhe des C5 bis in die linke (oder rechte) Handspitze und dieser wird durch die Abnutzung fortwährend gereizt. U.a. hat die Erscheinung den Namen Schulter-Arm-Syndrom. Ein Hauptmerkmal der in vielen Varianten vorkommenden Beeinträchtigung ist, daß der Arm meist nicht mehr ausgestreckt nach oben gehoben werden kann, kraftlos und schlimmstenfalls taub ist.

Ich hatte vor einigen Jahren eine Intensivbehandlung mit Physiotherapie, PRT-Nervenwurzelbehandlung und Sport-Reha, die es nochmal gebessert hat. Aber bei Überanstrengung und Fehlhaltung sind die Beeinträchtigungen eben immer da.

Die beste Krankheit taugt eben einfach nichts.

18.11.2016 08:44 • #19


Zitat von schnueppchen:
Alles in Ordnung! Ä

Der Radiologe hatte keine Ahnung, was der Psychiater meinte, zu sehen. Mein Gehirn ist wunderschön und in bester Ordnung!



Das freut mich für dich!

18.11.2016 14:45 • #20



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Dr. Matthias Nagel