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Langsam gewinne ich den Eindruck, die Arge will überhaupt nicht, dass ich irgend einer Beschäftigung nachgehe. Ich habe auf eigene Initiative hin einen Auftraggeber gefunden, für den ich Beiträge schreiben kann und monatlich rund 60,00 Euro verdiene. Natürlich habe ich das meiner Sachbearbeiterin mitgeteilt. Ich könnte noch einige Dinge mehr tun, würde man mich unterstützen, dass ich bspw. ein Minigewerbe als Freiberuflerin anmelde, weil das, was ich tue und gerne tun möchte, im kreativen Bereich angesiedelt ist. Eine Förderung wäre zudem, wenn die Arge sich darauf einließe, mir einen Fernlehrgang zu finanzieren, der würde etwas über 60 Euro monatlich kosten und ich könnte da sicher einiges ausbauen. Ich bin motiviert, aber habe u.a. hauptsächlich Probleme mit meiner sozialen Phobie, d.h. dass eine berufliche Tätigkeit außer Haus und unter Menschen quasi ausgeschlossen ist, was mir auch mein Thera attestiert hat. Aber dass es durchaus Tätigkeiten gibt, die man von Zuhause aus durchführen kann, liegt doch auf der Hand. Aber nein, alle Vorschläge und Bemühungen meinerseits werden regelrecht abgeblockt, anstatt froh darüber zu sein, dass ich mich trotz meiner Probleme bemühe und Eigeninitiative ergreife.

Nun muss ich am Montag zu der Ärztin, weil man meine Erwerbsfähigkeit prüfen will und zudem wird ein Gutachten meines Therapeuten sowie meiner Hausärztin eingefordert. Das ist ja alles gut und schön, zumal ich keine falschen Angaben gemacht habe. Aber ich sehe mich nicht als so krank oder verrückt an, auch wenn bei mir u.a. BPS diagnostiziert wurde, dass ich nicht arbeiten könnte. Ich strebe meinerseits keinesfalls eine Rente an, denn so bekloppt und alt bin ich nicht, es geht ausschließlich darum, dass ich nicht unter Menschen gehen bzw. arbeiten kann, das habe ich aber auch mehrfach betont.

Ich habe nun tierisch Schiss vor Montag, weil ich nicht weiß, wie das verläuft und was ich dort sagen soll.

Können die einen in Rente schicken, obwohl man sich selbst, eben nur mit Einschränkungen, als erwerbsfähig sieht und ja auch zudem schon auf eigene Initiative hin etwa erreichen konnte für den Anfang? Oder geht es denen darum, sich einen vom Hals zu schaffen? Langsam werde ich wieder mal paranoid

24.10.2008 12:21 • 28.10.2008 #1


7 Antworten ↓


Hallo liebes,

schön dass wir mal wieder was von Dir hören auch wenn es leider negatives ist

Die Einstellung eurer ARGE finde ich recht seltsam weil sie eigentlich darauf bedacht sind, die Leute bis zum bersten in die Arbeit zu schicken, jedenfalls bei uns.

Ich kann Dir nur raten mal mit einem Sozialarbeiter darüber zu sprechen.
Oder Deiner Ärztin/Therapeutin dies genauso sagen wie Du es hier im Forum beschreibst.
Dass Du zwar einschränkungen hast aber die wenige Arbeit die Du leisten kannst und auch gerne leistest ein guter Therapieerfolg für Dich sind.

Gib aber bitte nicht auf, es gibt da viele viele Möglichkeiten!


Alles Liebe,

sherlock

24.10.2008 12:46 • #2



Arge blockt alles u. nun noch Prüfung auf Erwerbsfähigkeit

x 3


Hallo Super !

Es ist schön, wieder einmal etwas von dir zu lesen.

Also, die Arge kann dich auf keinen Fall Zwangsfrühverrenten.

Du darfst auch in einem Minigewerbe oder Nebenjob bis zu etwa 160,-Euro dazuverdienen, ohne dies angerechnet zu bekommen. Dazu brauchst du die Einwilligung der Arge nicht unbedingt.

Die Amtsärztin von der Arge MUSS alle vorgelegten Gutachten berücksichtigen.

Mache dir also keine allzugrossen Sorgen wegen Montag, ich drücke dir auch die Daumen.

Liebe Grüsse,

Helpness

24.10.2008 13:15 • #3


He, danke Euch beiden und sorry, dass ich mal wieder eine Pause einlegte, aber ich habe in der letzten Zeit zum einen einiges getan und zwischendurch mal wieder eine Abtauchphase gehabt, aber auch diese Phasen will ich mir abgewöhnen.

Habe jetzt auch keine Angst mehr vor Montag, und die Aussage, dass die mich keinesfalls zwangsweise in Frührente schicken wollen, hilft mir schon enorm weiter.

Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, und einige davon habe ich ja bereits gefunden, ohne die Hlfe anderer bzw. der Arge. Ich WILL ja was tun, und das weiß auch mein Therapeut, der mir das attestiert hat, dass bei mir durchaus die Motivation vorliegt. Und ich glaube nicht, dass es keine Möglichkeiten geben sollte, auch von Zuhause aus etwas zu tun. Beziehungsweise würde ich mich noch auf einen Stundenjob einlassen, wo ich mit Toten zu tun habe. Denn die können mir nix mehr tun oder an die Wäsche gehen. Das wäre aber das einzige, was ich "außer Haus" tun würde

Ich denke auch, je nachdem, was nun Montag und durch die Gutachten der Ärzte zustande kommt, und die Sachbearbeiterin weiter blockt, werde ich ihren Vorgesetzten kontaktieren. Denn normalerweise sollten die doch froh sein, wenn jemand motiviert ist und sich trotz seiner Probleme erfolgreich wenigstens einen kleinen Anfang schaffen konnte und auf jeden Fall auch weiter machen will.

Nein, ich werde nicht aufgeben. Das habe ich viel zu oft getan. Diesbezüglich werde ich mich jetzt durchbeißen.

Danke Euch für die Antworten


edit: wenn ich offensichtlich NICHT würde arbeiten wollen, dann würde ich ja das Verhalten und Verfahren noch verstehen, aber die drehen den Spieß um. Ich will, und soll nicht. Ein Bekannter hat mit Bypässen und einer Wirbelsäulen-OP um seine Rente kämpfen müssen. Und mich würden sie, ohne dass ich jemals darauf hingearbeitet habe und das auch gar nicht will, problemlos in Rente schicken wollen. Ich bin vielleicht bekloppt, aber so nun auch wieder nicht, dass ich nicht im Stande wäre, etwas zu arbeiten, es bestehen lediglich einige Einschränkungen. Noch. Denn deswegen bin ich ja u.a. auch in Therapie.

25.10.2008 15:32 • #4


Die Arge macht die unglaublichsten Dinge Im Zweifel immer " in eigenem Ermessen".
Zu was sie mich nötigen und in welche Situation die mich bringen... Das würde ein Roman werden. Selbst nach studieren sämtlicher § und Gerichtsurteile...Null Chance, jedes Bundesland ist anders, meistens hilft nur der Weg übers Gericht. Wartezeiten bis 1.5 Jahre
Ich kämpfe seit 2.5 Jahren , bislang ohne Erfolg, echt unfassbar.

25.10.2008 15:39 • #5


Hallo !

Bei der Arge und auch auf anderen Ämtern, ist man immer der Willkür der Sachbearbeiter ausgeliefert.
Im TV werden manchmal die haarsträubendsten Fälle gezeigt. Trotz der eingeschalteten Medien, und des absolut klaren Sachverhaltes, bewegt sich dort aber oft nichts.
Bei den betroffenen Menschen geht es aber um das *beep* Überleben, es müsste für so etwas ein spezielles und schnelles Entscheidungs-Gericht geben.

Liebe Grüsse,

Helpness

25.10.2008 17:16 • #6


Hallo,

danke Euch allen vielmals für Eure Antworten, die beruhigenden Worte und Ratschläge. Natürlich - wie das bei Panikern schon fast normal ist , leider - schob ich Panik vor diesem Terrmin. Panik vor einem neuen Menschen, ein neues Zimmer, neue Umgebung, Angst davor, was mich erwartet, Angst davor, dass ich mich ausziehen müsse oder dass die Ärztin mich anfassen würde. Ich war dermaßen verzweifelt...

Gestern nun war am frühen Nachmittag der Termin. Ich fragte sie gleich besorgt und ängstlich, ob ich mich denn ausziehen müsse. Sie meinte, normalerweise schon aber fragte gleichzeitig, ob ich Probleme damit hätte und bemerkte wohl meine Angst diesbezüglich. Als ich das bejahte, sagte sie, dann sei es auch kein Problem, da sie ja ihre Rückschlüsse auch aus unserem Gespräch sowie den Unterlagen der Hausärztin und des Therapeuten ziehen könne.

Als das Gespräch auf meine Mutter kam, den Missbrauch meines Bruders, worauf sie mich ganz offen und direkt ansprach, den offiziellen Suzidversuch 2002 mit anschließender zweimonatiger Psychiatrie und den daraus enstandenen Folgen, ist es wieder aus mir herausgebrochen, verlor die Kontrolle über mich. Und das hasse ich dermaßen, weil ich wengstens das früher noch im Griff hatte. Mir liefén die Tränen und ich konnte nicht aufhören. Sie meinte dann, dass es genug sei mit diesen Themen, wenn sie mir derart zu schaffen machten. Als ich mich beruhigt hatte, sagte ich ihr klipp und klar, dass ich arbeiten will, unbedingt, und keinesfalls irgend eine Rente anstrebe. Ich erzählte ihr, wass sie aus meinen Unterlagen auch bereits wusste, dass ich auf meine eigene Initiative hin schon was kleines, aber sicheres und regelmäßiges im Bereich Schreiben, der mir anscheinend, nach den Aussagen und Feedback anderer, zu liegen scheint, gefunden habe. Dass ich dazu eben nicht das Haus verlassen, nicht unter Menschen, nicht in eine neue Umgebung oder vielleicht in einen geschlossenen Raum muss und dass ich auf dieser Ebene gerne versuchen würde, weiterzukommen. Sie will mit der Sachbearbeiterin auch abklären, ob die Arge mich unterstützen könnte zum einen mit einem Fernlerngang, der gezielt das Schreiben fördert und etwa 60 Euro monatlich kostet (also weitaus weniger, als würde ich einen regionalen Computerlehrgang in Anspruch nehmen, der, mal abgesehen von allem anderen, bei mir Unfug wäre, ich beschäftige mich seit knapp 20 Jahren mit Computern und Textprogrammen). Zudem will sie mit ihr sprechen, ob ich nicht auch Unterstützung mit Eröffnung eines Kleinstgewerbes für Freiberufler (das ist ausschließlich im kreativen Bereich möglich, also würde vollstens auf mich passen) bekäme, denn beispielsweise bei My Hammer hätte ich neulich einen Auftrag erhalten und etwa 125 Euro verdienen können. Selbstverständlich mache ich das alles mit Meldung, ich will ja niemanden betrügen. Ich denke, dass dieses durchaus möglich wäre, zumal der Arge hierdurch ja keinerlei Kosten entstünden, im Gegenteil. Es muss bei dieser Art "Gewerbe" auch nichts gefördert werden, Mehrwertsteuer wird auch keine ausgewiesen. Ein anderes, vollumfängliches Gewerbe, kommt für mich derzeit und von vorneherein nicht in Frage.

So bliebe ich zwar der Arge erhalten, aber im Laufe der Zeit, da bin ich sicher, könnte ich einiges an Aufträgen erhalten und die Arge öfter die Leistungen anrechnen bzw. Geld einsparen. Genau das ist doch Sinn und Zweck der Sache, und darum bemühe ich mich nun weiß Gott mehr als manch anderer.

Die Ärztin meinte auch, dass sie mich nicht als erwerbsunfähig einstufen werde, sondern dass lediglich meine bekannten Einschränkungen bestehen, die nun einmal nicht von heute auf morgen zu beseitigen sind. Ich will arbeiten und manches kann ich auch ganz gut und wie ich nun selbst feststellen durfte, gibt es duchaus Tätigkeiten, die man von zu Hause aus durchführen kann. Es ist ja nicht unmöglich, dass ich vielleicht in absehbarer Zeit einmal ein oder zwei feste kleine Anstellungen für Telearbeit bekomme, eben in dem Bereich, wo ich auch was bringen kann.

So. Wollte Euch nur, weil Ihr Euch die Mühe gegeben und mir geantwortet habt auf mein Problem, auf dem Laufenden halten und danke nochmals.

Liebe Grüße an Euch alle

supergau

28.10.2008 14:15 • #7


Hallo Super !

Ich freue mich sehr für dich !

Die amtsärztliche Untersuchung bei der Arge ist doch sehr gut gelaufen.
Bei deinen schriftstellerischen Fähigkeiten, schaffst du es mit Sicherheit, dir etwas beruflich (von Zuhause aus) aufzubauen.

Liebe Grüsse,

Helpness

28.10.2008 14:35 • #8




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