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RikeRike
Hallo liebe Leute,

ich wende mich heute mit einem für mich sehr ernsten Thema an euch.
Ich bin vor 7 Jahren an einer Psychose erkrankt. Viele Jahre habe ich mich nur mit Medikamenten behandeln lassen.
Geheilt wurde ich dadurch nicht, und die vielen Nebenwirkungen haben mich nachfragen lassen:
Gibt es einen anderen Weg aus der Psychose, als nur Medikamente?

Ich kam mit hundert Gedanken und Sorgen in die Psychiatrie, ich wollte Liebe und Geborgenheit.
Ich habe Medikamente bekommen, die meinen Kopf leer gefegt haben, und mich stumpf gemacht haben.
Ich bin nicht bereit mein Leben lang Medikamente zu nehmen, bei denen nicht klar ist ob und wie Sie helfen.
Medikamenten bedingter Hirnschwund, Spät Dyskinesien, Libidoverlust- für mich als junge Frau sind das Gruselgeschichten, ich möchte etwas gegen dieses Ohnmachtsgefühl tun, vllt. andere ermutigen zu hinterfragen, mich austauschen und stark machen.

Gibt es hier jemand mit einer Psychose, der auch an alternativen Ansätzen interessiert ist, um diese Erkrankung/ Herausforderung zu bewältigen?

Schreibt mir gern, auch per PN.
Gruss

28.10.2017 22:14 • 31.10.2017 #1


20 Antworten ↓


Zitat von RikeRike:
Gibt es einen anderen Weg aus der Psychose, als nur Medikamente?

Ich hätte noch nie gehört, dass es jemand ohne Antipsychotika geschafft hat - leider. Es ist eine sehr schwere Störung, die schwerer Geschütze bedarf. Darauf zu verzichten, kann echt gefährlich werden.

Zitat von RikeRike:
Ich kam mit hundert Gedanken und Sorgen in die Psychiatrie, ich wollte Liebe und Geborgenheit.
Ich habe Medikamente bekommen

Da hast du von der Psychiatrie zu viel erwartet. Die ist nicht dafür da, Liebe zu geben, sondern da geht es in der Tat ganz rational zu, geht es hauptsächlich ums Einstellen auf geeignete Medikamente. Das ist völlig normal.

29.10.2017 11:34 • #2



Antipsychiatrie und alternative Heilmethoden Psychose

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la2la2
Hey,
da ist natürlich die allererste Frage: Passt die Diagnose schizoaffektive Psychose?
Hast du sowohl Phasen mit Depressionen als auch Phasen mit ner Manie (also Stimmung viel zu gut)?
Leidest du unter Halluzinationen (Stimmen höhren,.....) und/oder Vervolgungswahn?

Ich habe es nicht und hatte es zwar nie, habe jedoch beiläufig einige interessante Dinge darüber gelesen. Wie du es selbst schreibst, wird in der Schulmedizin nur das Symptom angeschaut und dann versucht mit Chemiekram das Symptom zu beseitigen - vor allem bei psychischen Symptomen.
Hier mal einige mögliche Ursachen, die Symptome auslösen können, die wie eine Psychose aussehen können, sich jedoch teilweise ganz einfach behandeln lassen.
- B12, Folsäure,.... Mangel
- Schilddrüse (Hashimoto,.....)
- Autoimmunerkrankungen (z.B. Enzephalitis = Entzündung des Gehirns)
- Kryptopyrrolurie (KPU)
- ...........

Es gibt noch viel mehr mögliche Ursachen, die psychotische Symptome verursachen können. Das alles abzuklären ist eigentlich die Pflicht jedes Arztes, BEVOR er mit Neuroleptika versucht die Symptome zu unterdrücken. In der Praxis muss der Patient aber Druck machen und sich drum kümmern, dass alle möglichen Ursachen abgeklärt werden.....

Edit: Wenn seit 7 Jahren das Problem nicht im Griff ist, dann muss man neben den üblichen Standardursachen anfangen auch seltene Ursachen auszuschließen. Die Suche ist mühsam. Im schlimmsten Fall findet man nichts - im besten Falle findet man etwas, durch dessen Behandlung nach Wochen bis Monaten die Symptome komplett weg sind.

29.10.2017 11:41 • #3


Zitat von juwi:
Ich hätte noch nie gehört, dass es jemand ohne Antipsychotika geschafft hat - leider. Es ist eine sehr schwere Störung, die schwerer Geschütze bedarf. Darauf zu verzichten, kann echt gefährlich werden.



Selbstverständlich gibt es auch Fälle, die ohne Medikamente zu einer Heilung fanden.
Das ist nicht neu. Spätestens seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ist es bekannt.

Eine Psychose muss behandelt werden. Das ist richtig.
Was es mit den "schweren Geschützen" auf sich hat, weiß ich nicht.
Es gibt zahlreiche Fälle, die entweder "nur" mit einer Psychotherapie geheilt wurden oder in Kombination von beidem (Psychotherapie mit unterstützender Medikation).

Dass die Psychiatrie nich da sein soll, um -auch - Liebe zu geben, darf und ja, muss grundsätzlich hinterfragt werden, auch wenn es tatsächlich oft der Fall ist, dass sie mehr "verwaltet" und die Beziehung scheut (aus verschiedenen Gründen, u.a. Zeit/Ressourcen/Kosten, aber auch Überforderung menschlicher Art).

29.10.2017 14:55 • #4


RikeRike
@juwi

Hallo,

laut der Statistik schafft es 1/3 der Erkrankten nach einer Psychose ohne Medikamente zu leben. Die anderen 2/3 haben entweder weitere psychotische Schübe im Verlauf Ihres Lebens, oder es kommt zu einer chronifizierung der Symptome. Diese Informationen habe ich von meiner Therapeutin. Des Weiteren gibt es in der Literatur beschriebene Fälle von Heilungen (z.B.: Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen, Hannah Green). Die Forschung ist bislang meines Wissens, noch nicht an dem Punkt angelangt, zu sagen man hätte das Krankheitsbild vollkommen verstanden, und auch die Wirkweise der Neuroleptika wird noch untersucht.

Was meinst du genau, wenn Du sagst es sei gefährlich auf Medikamente zu verzichten?

Ich habe naiv geschrieben, dass ich während meiner Psychose ein liebendes Umfeld gesucht habe, um klar zu machen wie schlimm es ist, sich dann letztlich in einem Krankenhaus zu finden, wo man auf Grund der finanziellen und strukturellen Begrenzungen eben recht oberflächlich behandelt wird. Ich hatte nicht das Gefühl Hilfe zu bekommen, ich bin einfach durch das allgemeine Behandlungsraster durchgerutscht.

30.10.2017 14:36 • #5


Hallo RikeRike,

wir schreiben ja schon in einem anderen Thread, da antworte ich Dir noch.
Ich gehöre wohl zu diesen 2/3 die permanent Schube bekommen, wenn sie die Medis absetzten. habe ja ein paar mal versucht ohne Medis zu leben, und prompt wurde mein Leben wieder zu Hölle.
Ich werde Deinen Weg verfolgen und diesen Thread, ich wünsche Dir von ganzem Herzen es ohne Medikamenten zu schaffen..Was wäre ich froh, wenn ich das auch könnte. Das ganze Leben Chemie zu schlucken ist nicht lustig, aber man hat ja keine Wahl..

30.10.2017 14:47 • #6


RikeRike
@la2la2

Hallo, danke für deine Antwort.
Aus welcher Quelle beziehst du denn deine Informationen?

Ja, ich habe depressive/ hypomanische Symptome sowie auch paranoide Gedanken/ und Halluzinationen erlebt. Diese Symptome sind bislang weitestgehend mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht wurden. Ich hatte das missverständlich geschrieben. Ich meinte, dass meine Krankheit nicht geheilt wurde, sondern die Symptome nur mir Medikamenten unterdrückt werden. Ich vertraue soweit es geht auf meine Diagnose. Damals als meine Psychose im Krankenhaus behandelt wurde, hat man auch einige Untersuchungen gemacht um körperliche Symptome auszuschliessen.

Jedoch wurden bisher nicht deine angeführten Untersuchungen gemacht. Was aber schon klar war, eine Hashimoto Thyreoiditis habe ich seit meiner Jugend.

Gruss

30.10.2017 14:50 • #7


RikeRike
@abirel

Danke für deine Antwort!
Bist du selbst Betroffener oder Angehöriger?
Es klingt so, als würde dich dieses Thema jedenfalls interessieren.

Sicherlich ist es naiv im Krankenhaus Fürsorge und Liebe zu erwarten. Jedoch frage ich mich Jahre nach meiner Erkrankung, wie es mir denn ergangen wäre, wenn ich nicht entschieden hätte ins Krankenhaus zu gehen, sondern mir im familiären Umfeld die Chance gegeben hätte, mich auszuruhen. Vllt. hätte das nicht funktioniert, und meine Psychose wäre noch stärker geworden. Etwas dazwischen wäre doch vllt. aber einen Versuch wert gewesen. Soetwas wie eine Soteria, ein geschütztes Umfeld, für mündige Patienten, familiäre Strukturen, Schutz und Ruhe, und Medikamente nach dem Motto soviel wie nötig, und so wenig wie möglich.

Nun, ich möchte mit meinem Beitrag hier wirklich niemand ermutigen, einfach seine Medikamente abzusetzen. Ich empfehle all seine Zweifel zum behandelnden Psychiater zu tragen, und dort nach Lösungen zu suchen. Und ich empfehle sich Selbst weiterzubilden, über die Erkrankung und mögliche Behandlungen. Dabei stehe ich noch ganz am Anfang.

Gruss

30.10.2017 15:03 • #8


RikeRike
@JPreston

Auch Hallo an dieser Stelle,

Mir geht es ja scheinbar wie Dir. Auch ich habe meine Absetzversuche bislang nicht gut vertragen. Dennoch möchte ich weiter suchen, nach anderen Wegen, oder zusätzlichen Behandlungen. .. Wenn ich durch Meditation Gehirn Strukturen positiv verändern kann, dann ist es doch vllt. auch möglich in diesem Bereich postiv zu beeinflussen,- so spinne ich jetzt hier mal laut meine Gedanken.

Wie ist es denn bei Dir um den Antrieb bestellt? Ich habe nämlich das Problem, dass ich Schwierigkeiten habe meinen Alltag zu strukturieren, und dass ich schnell die Motivation verliere um ein Projekt weiterzuverfolgen. Ich hadere gerade sehr mit mir, ob es nicht nur Faulheit ist, oder ob meine Erkrankung da erheblich mit reinspielt.

Und wie ist es bei Dir mit Negativsymptomen? Nimmst du zusätzlich Antidepressiva? Und was spürst sonst womöglich für Einschränkungen im Alltag?

Gruß

30.10.2017 15:11 • #9


la2la2
Bin rätselhafter Patient für die Ärzte (fast ausschließlich körperliche Symptome) und habe viele Stunden in der Medizinabteilung der Unibibliothek verbracht und Dr. Google befragt.... leider auch nichts passendes dabei gefunden. Nur halt dabei sehr viel gelernt über medizinische Dinge.....

Hashimoto und Depression bis Hypomanie.... Ich wette da gibt es einen direkten Zusammenhang. Bist du wegen der Schilddrüse bei einem guten Endokrinologen in Behandlung? Nimmst du Thyroxin? Falls ja, verbessert eine Erhöhung der Dosis die Depressionssymptome (ist ein Versuch wert)? Auch ist es teilweise erforderlich zusätzlich FT3/FT4 (weiss grad nicht welches) zum Thyroxin zu nehmen oder auf andere Thyroxin Formen umzusteigen.
Ultraschall muss sowieso gemacht werden (falls noch nicht geschehen) und je nach befund Szintigraphie .....
Auch kann Selen (alle 2-3 Tage 300-400mcg) sehr gut bei Hashimoto helfen - einfach mal selbst für einige Monate ausprobieren, ob es was bringt....


Hattest du schonmal irgendwann eines der folgenden Symptome:
- epileptischen Anfall (damit ist nicht nur das ausm TV bekannte extreme verkrampfen gemeint)?
- Bewusstseinsstörungen/Koma/....?
- willkürliches Muskelzucken?
- neurologische "Defizite" (Sensibilitätsstörungen, Gangstörungen, Bewegungsstörungen, Ausfälle von Sinnesorganen,....)?

Wurden schon ein EEG und MRT vom Kopf gemacht?

30.10.2017 15:17 • #10


Zitat von RikeRike:
@JPreston

Auch Hallo an dieser Stelle,

Mir geht es ja scheinbar wie Dir. Auch ich habe meine Absetzversuche bislang nicht gut vertragen. Dennoch möchte ich weiter suchen, nach anderen Wegen, oder zusätzlichen Behandlungen. .. Wenn ich durch Meditation Gehirn Strukturen positiv verändern kann, dann ist es doch vllt. auch möglich in diesem Bereich postiv zu beeinflussen,- so spinne ich jetzt hier mal laut meine Gedanken.

Wie ist es denn bei Dir um den Antrieb bestellt? Ich habe nämlich das Problem, dass ich Schwierigkeiten habe meinen Alltag zu strukturieren, und dass ich schnell die Motivation verliere um ein Projekt weiterzuverfolgen. Ich hadere gerade sehr mit mir, ob es nicht nur Faulheit ist, oder ob meine Erkrankung da erheblich mit reinspielt.

Und wie ist es bei Dir mit Negativsymptomen? Nimmst du zusätzlich Antidepressiva? Und was spürst sonst womöglich für Einschränkungen im Alltag?

Gruß


Klar, kann ich sehr gut verstehen, dass Du nach anderen Möglichkeiten suchst außer Medikamente zu schlucken. Ich, persönlich, hab viel zu viel Angst inzwischen die abzusetzten.
Was meinen Alltag und meinen Antrieb angeht, so ist es jetzt wie bei "Normalos", manchmal kann ich die Bäume rausreißen, schaffe viel, manchmal habe ich zu nichts Lust. Aber bei mir ist es sehr Alk. . Trinke ich, bin ich am nächsten Tag ängstlich, depressiv, erlebe meistens sogar kleinen Schub während des Trinkens, von daher ist Trinkerei eigentlich tabu für mich..Das ich dies endlich kapiere.. Sonst schaffe ich einiges, wie heute: war beim Zahnarzt, habe wichtigen Anruf erledigt, war einkaufen, Wohnung sieht gut aus und sonst fühl ich mich gerade zum Glück prima.

Ich habe nie ganz verstanden, obwohl ich darüber viel gelesen habe, was diese Negativsymptome im Grunde sind?
Ich nehme Escitalopram und er bewirkt bei mir Wunder Punkto Ängste und Antrieb. Also mir bekommt das Medikament sehr gut.

30.10.2017 17:31 • #11


RikeRike
@JPreston
Das macht mir Mut, zu lesen, dass Du sonst so gut klar kommst im Alltag. Ich habe in den 7 Jahren nur ein halbes Jahr mal ein AD, Fluoxetin, eingenommen. Ich habe meist Probleme mit meinem Antrieb und Durchhaltevermoegen. Negativ Symptome beschreiben eben das was zu wenig da ist,- Freude, Antrieb, Konzentration, affektive Schwingungskraft, Denkkraft etc. ..

Vllt. sollte ich mal ein Ad ausprobieren. Oder ich habe ein grundlegendes Problem mit Faulheit :-/

30.10.2017 20:57 • #12


Zum Glück habe ich diese Negativsymptome jetzt mit der richtigen Medikation nicht. Empfinde Freude, kann lachen, kann mich konzentrieren, habe Energieschub. Aber dafür muss ich eben Alkabstinent bleiben.
Wenn ich trinke fühle ich mich kurzfristig gut und danach bloß nur noch elend und brauche ein paar Tage wieder auf die Beine zu kommen.

30.10.2017 22:04 • #13


Zitat von RikeRike:
Bist du selbst Betroffener oder Angehöriger?
Es klingt so, als würde dich dieses Thema jedenfalls interessieren.



Ich hatte einige Bekannte, auch recht nah stehende, die betroffen waren.
Ja, es interessiert mich schon.

Zitat von RikeRike:
Sicherlich ist es naiv im Krankenhaus Fürsorge und Liebe zu erwarten.


Naiv, vielleicht. Angesichts der Realitäten. Aber normal wäre es schon und eigentlich ein Muss. Dass es meistens nicht so ist, hat Gründe. Aber das ist hier nicht das Thema.

Allgemein noch ein Wort zu Medikamenten.
Man sollte sie niemals abrupt absetzen, sondern nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt/Psychiater und wenn, dann sehr langsam ausschleichend, sonst ist die Gefahr groß, dass es zu psychotischen Schüben kommen kann.

Psychosen sind etwas Dramatisches, aber letztendlich oft auch durch eine gute Psychotherapie behandelbar.
Leider wird das zu wenig in Anspruch genommen oder auch "angeboten".

Die Psychotherapie von Menschen mit einer Psychose stellt besondere Anforderungen an den Therapeuten (menschliche Qualitäten), die man nicht bei einer Ausbildung erwerben kann, die muss man schon mitbringen und das haben bekanntlich viele nicht, auch viele Psychotherapeuten nicht und dann greift man eben allzu schnell zu Medikamenten.

Es ist auch eine Kostenfrage, denn die Psychotherapie kann recht lange dauern und eine Heilung ist nicht 100% sicher.
Aber das ist sie auch bei kaum einer anderen psychischen Erkrankung, nicht einmal bei mittelschweren Neurosen oder Depressionen.

Man kann davon ausgehen - bis auf sehr wenige Ausnahmen -, dass die Psychose eine Art "Sprache" ist, wenn auch sehr verschlüsselt (ähnlich wie bei manchen Träumen) und oft versteht man eben nicht, was damit "zur Sprache" gebracht wird.

Es ist aber oft möglich, wenn man die Fähigkeiten dazu hat, diese Sprache allmählich zu verstehen.
Das erfordert aber, dass man sich darauf einlässt, dass man in eine Beziehung zu dem Menschen tritt, der diese Sprache spricht. Auch deswegen kann eine Psychotherapie (sehr) lange dauern.
Es gibt manchmal Phasen in der Psychotherapie, wo ein Betroffener monatelang kein einziges Wort spricht. Damit muss man umgehen können und das kann eben nicht jeder.

31.10.2017 10:16 • #14


RikeRike
@JPreston

Ist das ein Medikament, was man über lange Zeit guten Gewissens einnehmen kann? Ich habe bei Ad's Sorgen, dass meine Libido, wenn ich mal so offen sprechen darf, darunter zu sehr leidet. Bzw., dass Sie irreparabel vermindert wird. Bin doch noch so jung, da macht mir das schon etwas aus.

Ich werde mal meine Psychiaterin befragen, ob Sie mir zu einem AD rät. Alk. habe ich in den letzten Monaten kaum getrunken, weil sich das mit meinem Neurol. schlecht gemacht hätte. Ich habe vor ein paar Jahren aber auch Mal eher zu Wein statt Wahrheit geneigt. Mittlerweile trinke ich ab und an und geniesse die entspannende Wirkung, da ich mich täglich angespannt fühle. Ich denke ich habe das aber ganz gut unter Kontrolle. Ich drück Dir die Daumen, dass Du stark bleibst.

Ich frage mich ob eine Beziehung mit jemand mit der gleichen Diagnose erfüllender wäre. Denn jemand ohne solch eine Erkrankung hat meist Schwierigkeiten einen dann zu verstehen, wenn man es dringend nötig hätte.
Mein Partner will jedenfalls mit meiner Erkrankung nichts am Hut haben. Ich weiß nicht inwieweit da Selbstschutz mit reinspielt, oder ob es Desinteresse ist.

Kennst du zufällig Langzeitstudien zu verschiedenen Neuroleptikas? Hab beim googlen bislang nichts brauchbares gefunden. Gruss

31.10.2017 20:05 • #15


la2la2
Ist mein Beitrag auf der letzten Seite ganz unten durch den Seitenwechsel untergegangen oder hast du ihn bewusst ignoriert?

31.10.2017 20:07 • #16


RikeRike
Ich frage mich auch inwiefern eine Psychose innerhalb einer Therapie aufgelöst werden kann, wenn der Patient mit Medikamenten die Symptome doch unterdrückt. Wie kommt man denn dann an den Kern ran.
Und vllt. ist die Annahme, dass die Psychose einen Sinn hat, und quasi Ausdruck von persönlichen Problemen ist falsch. Für mich hat es sich jedenfalls, damals im Krankenhaus, falsch angefühlt, all meine Sorgen udn Gedanken, so mit Medikamenten wegzuwischen. Ich habe mich wirklich bestohlen gefühlt, einfach stumm geschalten. Ich hatte dann keinen Kontakt mehr. Daher frage ich mich schon ob es nicht Sinn macht eine Psychose mal betreut ohne Medikamente zu durchleben.

Jedoch sagt meine Psychiaterin, dass eine erneute Psychose dazuführen könnte, dass sich manche Symptome chronifizieren. Und dieses Risiko möchte ich ungern blind eingehen.

In Dresden findet nächsten Monat so ein Trialog statt. Da kommen Psychiater, Psychoseerfahrene und so weiter ins Gespräch. Ist denke ich ganz interessant.


@la2la2

Ich antworte Dir dann noch, bin der Zeit etas abgelenkt. Tut mir Leid, dass ich noch nicht dazu gekommen bin. Gruß

31.10.2017 20:17 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

RikeRike
@la2la2

Das klingt ja Nervenzehrend bei Dir. Sehr unangenehm, wenn selbst die Ärzte im Dunkeln tappen. Ich wünsche Dir alles Gute!

Meine Schilddrüse wurde schon per Szinthigrafie (?) und Ultraschall untersucht.
Ich nehme seit vielen Jahren L-Thyroxin ein. Damals hatte ich, wohl typisch für Hashimoto, eine Überfunktion, und nun eine Unterfunktion. Von einem Endokrinologen werde ich nicht behandelt. Mein Hausarzt untersucht ab und an mein Blutbild und schaut sich den TSH Wert an. Ich muss zugeben, dass ich meiner Schilddrüse bislang recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe, ich bin mir manchmal leider Selbst viel zu sehr egal, oder zu träge.
Aber ich werde zumindest mal deinen Rat wahrnehmen, und mich mehr dazu belesen. Meinen Hausarzt werde ich auch mal konsultieren, ob er eine Dosiserhöhung emfehlen würde.

Dr. Google ist seit längerem auch mein treuer Begleiter, der mich mal beruhigt und mal sinnlos in die Angst treibt. Ich versuche mich da nun mehr zu beschränken. Schließlich kann wie ich hier, jeder Schreiben und sein Halbwissen anderen Menschen zugänglich machen. Das sollte man schon kritisch sehen, weshalb ich mich letzten Endes doch immer der Meinung meines Arztes verpflichte, oder nur nachweislich seriösen Quellen mein Vertrauen schenke.

Ich selbst neige nämich gern mal zur Hypochondrie. Da kann schonmal ein unbekanntes Pochen oder ein Fleck zu der unausweichlichen Diagnose eines garantiert schlimmen Tumors, Herzfehler etc. führen Ich sage nur Heilamputation!

31.10.2017 21:05 • #18


la2la2
Zitat von RikeRike:
Mein Hausarzt untersucht ab und an mein Blutbild und schaut sich den TSH Wert an.

Dann mindestens alle 1-2 Jahre auch FT3 und FT4 mitbestimmen. Wenns auffällig ist, auch öfter.
Wie ist denn dein TSH so? Schwankt der stark? Ziel sollte es sein Thyroxin so hoch zu dosieren, dass er bei 1-1,5 liegt.
Wurden die Antikörper schonmal bestimmt? Wie hoch sind die? (gibt auch Hashimoto bei dem die normal sind).....


Die folgenden Fragen hatte ich aus gutem Grund noch gepostet. Geht darum, ob eine seltene Ursache für deine psychotischen Symptome vorliegen könnte, auf die normale Ärzte nicht so schnell kommen, wenn sie ihre Scheuklappen nicht ausziehen (Symptome: Psychiarter; Auslöser der Symptome: Neurologe und Ursache: Endokrinologe):
Zitat:
Hattest du schonmal irgendwann eines der folgenden Symptome:
- epileptischen Anfall (damit ist nicht nur das ausm TV bekannte extreme verkrampfen gemeint)?
- Bewusstseinsstörungen/Koma/....?
- willkürliches Muskelzucken?
- neurologische "Defizite" (Sensibilitätsstörungen, Gangstörungen, Bewegungsstörungen, Ausfälle von Sinnesorganen,....)?

Wurden schon ein EEG und MRT vom Kopf gemacht?

31.10.2017 21:25 • #19


RikeRike
Also ich hatte schonmal kurz so einen Sprachausfall, also ich meine dass war wie ein kurzer Anfall, ich wollte sprechen aber es ging nicht.

Ich erinnere mich nicht genau, aber ich glaube im Krankenhaus damals wurden solche Ekektroden an meinem Kopf zur Ubtersuchung befaestigt, also ein EEG gemacht .. das war wohl unauffaellig.


Mein TSH Wert ist wohl gut. Die anderen Werte habe ich nicht auf dem Schirm. Und wegen den Antikörpern werde ich auch erdtmal nachfragen muessen, du siehst ich bin bislang schlecht informiert :/
Danke fuer deinen Einsatz hier

31.10.2017 22:09 • #20



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