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Hallyxx

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Hallo zusammen,
ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Ich weiß gar nicht genau wann es angefangen hat, aber ich habe seit Jahren diese Angst von Freunden, Familie, Arbeitskollegen, etc. abgelehnt zu werden. Wenn es irgendein kleines Indiz gibt, dass wahrscheinlich keines ist, steigere ich mich darein, überlege mir irgendeine Geschichte und denke am Ende dass man mich nicht dabei haben möchte, dass man mich los werden möchte, etc.
Ich nenne mal zwei aktuelle Beispiele:
1. Wir treffen uns alle paar Monate mit ein paar Arbeitskollegen privat zum Essen. Das letzte Treffen ist ausgefallen und sollte nach geholt werden. Ich bilde mir ohne Grund ein, dass die dieses Treffen ohne mich nachholen werden, weil ich nur aus Höflichkeit in die Gruppe aufgenommen worden bin und man jetzt heimlich eine Gruppe macht ohne mich. Einen Grund für meine Annahme gibt es nicht außer, dass ich mich selbst nicht für gut genug halte.
2. Meine beste Freundin fährt zu ihrer Schwester zum Spieleabend (War schön ein paar mal mit bei ihr), ich glaube gleich, dass sie mich bewusst nicht gefragt hat ob ich mitkommen möchte, weil sie mich nicht dabei haben wollte. Auch dafür gibt es keinen Grund, sie muss mich ja nicht immer fragen, mache ich auch nicht und ich finde es auch nicht schlimm, nur die Angst, dass sie mich bewusst nicht dabei haben möchte stört mich.

Das Problem habe ich schon so lange, war deswegen schon in Behandlung und sogar 4 Wochen in einer Klinik, weil durch die Ängste Depressionen entstanden sind.

Ich hätte 3,5 Jahre eine Freundin mit der ich sehe eng war, wir sind mehrmals zusammen in den Urlaub gefahren, haben uns ständig gesehen. Ich hing total an ihr und hatte dementsprechend die stärksten Verlustängste bei ihr, die ich je hatte. Ich habe ihr das auch mal gesagt , weil ich hoffte, dass mir das die Angst nehmen könnte. Die hat mit Verständnis reagiert, hat mich so genommen wie ich bin aber es ging nicht weg bei mir. Die Freundin war nicht die sensibelste, was einerseits gut war, weil sie es sich nicht so zu Herzen genommen hat, wenn ich komisch zu ihr war, weil ich wieder wegen irgendetwas Angst hatte. Andererseits hat sie unbewusst Dinge gemacht , die mir wehtaten, die sie garnicht so gemerkt hat. Bis auf ein paar Situationen haben wir uns trotzdem gut verstanden bis sie selbst starke Probleme bekam und sich aufgrund einiger schicksalsschläge sehr veränderte. Sie wollte sich irgendwie nicht mehr wirklich mit mir treffen, es war ihr auch plötzlich egal ob sie mich verletzt. Sie wollte auch nicht reden. Aus Selbstschutz brach ich den Kontakt nach 3 Monaten in denen ich sehe gelitten hatte aber, da ich nicht mehr an sie rankam. Sie hat definitv Sachen gemacht , die nicht in Ordnung waren aber ich glaube, dass meine Verlustängste auch dazu beigetragen haben, dass ihr das irgendwann alles zu viel war. Da sie mir reden wollte kann ich das nur vermuten aber es macht schon Sinn. Das ist jetzt 4 Monate her und ich vermisse sie immer noch sehr. Aber eine Kontaktaufnahme wäre einfach nicht gut. Selbst wenn sie positiv reagiert, Fakt ist, dass mir die Freundschaft mehr bedeutet hat als ihr und ich deswegen auch in unseren guten Zeiten immer gelitten habe, weil ich das irgendwie immer wusste.

Das Problem ist aber, dass ich diese Angst vor Ablehnung bei fast jedem habe und ständig angst habe was falsch zu machen. Die Trennung von meiner guten Freundin hat das alles noch verschlimmert, da ich jetzt weiß was passieren kann. Es nervt so nach jedem treffen mit Freunden zu überlegen ob man was falsch gemacht haben könnte, ob man nichts mehr mit mir zu tun haben möchte, etc.

Da es schwierig ist Psychologen zu finden , gehe ich jetzt zur Hypnose aber irgendwie geht das nicht weg man hat mir da gesagt, dass ich wohl hochsensibel bin, das würde auch passen.

Hat jemand vielleicht Tipps wie man diese Angst ablegen kann?

Ich möchte mir nicht mehr so viele Gedanken machen bzw. auch nicht noch bei Freunde verlieren. Zwischen mir und meinen anderen Freunden ist das Verhältnis generell zwar entspannter (die war echt mein ein und alles als Freundin) und ich komme mit "Ablehnung" besser klar als bei meiner alten Freundin aber trotzdem belastet es mich zumal ich immer wieder an die Situation mit der alten Freundin erinnert werde und dann geht es mir erst recht schlecht.

18.08.2019 08:00 • 18.08.2019 #1


2 Antworten ↓


juwi

juwi


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Kenne ich sehr gut! Bei mir helfen nur bestimmte Medikamente (Neuroleptika) etwas dagegen.

18.08.2019 11:45 • #2


Odd_Thomas


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Hi,

was du da beschreibst, sind doch ganz klar die Symptome einer sozialen Phobie?!

Bist du nicht schon lange dabei? Und warst doch auch schon in therapeutischer Behandlung?

Ich finde es echt erschreckend, wie oft man falsche Diagnosen und dementsprechend die Therapiemöglichkeiten erhält.
Da wird man dann, am besten für Jahre, aufs Glatteis geführt und vollkommen unpassend behandelt.
Vielleicht ist es in deinem Fall ja nicht ganz so krass, aber mir ist das schon oft aufgefallen. Auch bei mir selbst.
Da wird man einfach irgendwo eingeschleust und nach einem Standard behandelt, in den man womöglich passen könnte, anstatt direkt mal richtig zu diagnostizieren.
Da weiß, glaube ich, der eine oft nicht, was der andere tut und ist nur in seinem Bereich (wenn überhaupt) aktiv.

Schubladen im Bereich der individuellen psychischen Leiden sind als erste Orientierungshilfe ja vielleicht ganz hilfreich (für den Laien jedenfalls...), aber von den Fachkräften würde ich mir doch mehr erwarten, oder?!

Gruß,
Odd

18.08.2019 13:27 • x 2 #3