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Hallo Ihr,
ich habe ein Angstproblem und bekomme es nicht so recht unter Kontrolle - grade habe ich auch damit zu kämpfen. Ein paar hilfreiche und Angstüberwindende Gedanken würden mir jetzt helfen.
Mein Problem ist folgendes: Ich lebe seit ca. 5 Jahren in einer Partnerschaft, wir passen richtig gut zusammen und verstehen und sehr gut. Wir haben beide angefangen zu studieren - da haben wir uns kennen gelernt. Ich bin nun fast fertig, aber mein Freund wird länger brauchen als ich, da er eine Zeit lang an Depression erkrankt war. Seit seiner Krankheit, hat er Mühe gehabt wieder auf die Beine zu kommen- nun klappt es ganz gut. Ich habe aber panische Angst um sein Studium. Er muss demnächst eine Prüfung machen, sein letzter Prüfungsversuch, wenn er den nicht packt, wars das mit dem Studium.... ständig verfolgt mich der Gedanke. Er kommt mir einfach so hoch, mein Puls wird schneller, ich bekomm Wallungen und werde tendenziell panisch. Es führt soweit, dass ich Angst vor meinem eigenen Studium habe, nicht mehr auf die Uniwebseite gehen kann teilweise oder mich nicht traue E-Mails abzurufen vor Angst vor einer schlechten Nachricht. Ich kann mich in meinem Studium nicht richtig konzentrieren - und das grade in einer sehr arbeitsintensiven Endphase. Ich habe Angst, dass er das nicht packt., und alles umsonst war. MIt 30 bekommt er auch keinen Job oder Ausbildung und ich will auch keinen Versager zum Freund, der darüber nochmal depressiv wird....Ich denke, dass würde ihn vermutlich wieder völlig aus der Bahn werfen. Fast jedes mal mit seinen Prüfungen ist alles so knapp und ich halte das einfach nicht mehr aus un ertrage das nicht mehr.... bitte helft mir, was soll ich tun?

08.01.2011 15:09 • 09.01.2011 #1


4 Antworten ↓


bitte helft mir ...!

08.01.2011 15:20 • #2



Angst unter Kontrolle bekommen

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Hallo Marina,

Du machst dir Gedanken und Stress über Etwas das a) nicht in deiner Macht steht zu ändern oder zu beeinflussen, b) dich auch nichts angeht weil es dich nicht direkt betrifft und c) sogar deine Beziehung gefährden könnte, denn Männer können es normalerweise überhaupt nicht leiden wenn ihre Freundin und Sexualpartnerin zur übervorsichtigen ewig bemutternden Glucke mutiert und beginnt sich in SEINE Dinge einzumischen.
Du gibst ihm dadurch das Gefühl dass er das nicht alleine packt, auch gar nicht packen kann, dem nicht gewachsen ist - und das ist für die meisten Männer ein ganz schreckliches Gefühl.
Noch dazu ist es wirklich nicht deine Sache und auch nicht deine Aufgabe darüber nachzudenken. Er muss lernen und die Prüfung schreiben und sein Studium abschließen, dabei kannst du ihn, wenn überhaupt, nur minimal unterstützen.
Mein Freund promoviert, ich studiere. Er muss auch im März eine echt schwere und wichtige Prüfung ablegen für dein Graduiertenprogramm. Meine einzige "Hilfe" in dem Sinne besteht darin ihn zu nichts zu drängen, gemeinsame Unternehmungen zu minimieren, mich nicht aufzudrängen, und ihm alle zwei Stunden stillschweigend eine heiße Tasse Tee auf den Schreibtisch zu stellen bzw. dafür zu sorgen dass er wenigstens einigermaßen regelmäßig isst
Den Rest muss er allein schaffen.
Als ich mein Abi geschrieben hab hat er es für mich ebenso gemacht, und ich war damals sehr froh darüber, denn ich hab meine Konzentration und Kraft zum Lernen gebraucht.

Versuch dir klar zu machen dass du nichts daran ändern kannst ob er es schafft oder nicht und dass es auch nicht dein Problem ist falls er versagt, sondern eben sein eigenes. Und dass du ihm am meisten hilfst indem du dich nur, und ausschließlich nur, um dein eigenes Studium kümmerst und dieses erfolgreich meisterst und ihm die Ruhe, Freiheit, Anerkennung gibst die er braucht. Und vor Allem das Gefühl dass er stark genug ist das zu schaffen, indem du ihm zeigst dass du an ihn glaubst anstatt dir andauernd darüber Gedanken machst.


Liebe Grüße,
Bianca

08.01.2011 16:57 • #3


Noch was fällt mir ein: Wenn man große Angst vor Etwas hat und die Gedanken sich im Kreis drehen und einen selbst behindern kann es helfen sich das Angstereignis wirklich einmal ganz real auszumalen, und dann zu überlegen: Was würde passieren wenn es wirklich passiert? Meistens findet man dann nämlich raus dass es nicht nur eine Lösung sondern gleich mehrere gibt, und mit dem Weiterspinnen dieser Lösungen verliert die Angst immer mehr an Macht. Jedenfalls hilft mir das sehr.
Ich hab z.B. im Moment Probleme mit dem Bafög, und war zeitenweise fast gelähmt vor panischer Angst um Geldsorgen. Dann hab ich mir ausgemalt was passieren wäre wenn ich gar kein Bafög mehr bekäme und heraus gefunden dass das trotzdem reichen und schon irgendwie gehen würde. Das fand ich total beruhigend, und seitdem ich weiß dass es, egal was passiert, mehr als nur eine Lösung gibt damit zurecht zu kommen hab ich keine Angst mehr davor.
Ich meine, selbst wenn er die Prüfung nicht packt - dann müsste er eben eine Ausbildung beginnen, oder ein anderes Studium, oder er würde arbeiten gehen, oder whatever. Es gibt immer irgend eine Lösung. Vielleicht gäbe es sogar eine Ausnahmeregelung damit er doch noch einen zweiten Versuch bekommt, das weiß ich nicht.
Auf jede Fall, egal was passiert: Es gibt immer einen Weg!

08.01.2011 21:37 • #4


Hallo Marina,

ich finde, auf keinen Fall wäre Dein Freund, selbst wenn er die Prüfung nicht bestehen sollte, ein Versager und schon gar nicht, da er ja aufgrund einer psychischen Erkrankung etwas im Rückstand ist.
Ich finde, Dein Freund hat Enormes geleistet. Er hat seine Depressionen in den Griff bekommen, sich aufgerappelt und widmet sich jetzt wieder seinem Studium. Er kann stolz auf sich sein und Du auch auf ihn. Seine bisherigen Prüfungen hat er zudem auch, wie Du schreibst, alle geschafft.

Eine nicht bestandene Prüfung wäre auch keine "Katastrophe". Es gibt immer noch jede Menge Möglichkeiten, berufliche Abschlüsse nachzuholen, z.B. durch Fernstudium, Fernlehrgänge etc., etc., bestimmt auch auf seinem Gebiet. Er müßte sich dann halt beraten lassen.

Ich weiß natürlich auch, daß man zwanghaft auftretende Ängste nicht einfach mit Hilfe der Vernunft bewußt ausschalten kann.
Ich wünsche Dir aber, daß Du Dich doch wieder etwas beruhigen und mit etwas mehr Vertrauen in die Zukunft blicken kannst.

Liebe Grüße

09.01.2011 01:02 • #5




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