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Hallo liebe Foris,

mir gehts gerade total bescheiden und ich kann nur mit Mühe den ansteigenden Kloß im Hals vertreiben, der hochkommt. So schlecht ging es mir schon lange nicht mehr. Vor ungefähr 2 Monaten habe ich unter ärztlicher Aufsicht die Medis abgesetzt (20 mg Citalopram täglich), weil es mir gut ging, und das ist jetzt das 1. Mal, dass es mir wieder richtig schlecht geht. Bin stolz auf mich, dass ich ohne klar komme. Und dennoch leide ich wie ein Hund. Fühle mich einsam und alleine. Habe kaum mehr Freunde bzw. ganz miese. Mein bester Kumpel hat nie Zeit für mich, immer hat er was zu tun, Verpflichtungen. Er ruft mich mal an, fragt, wie es geht, aber er steigt nicht weiter ein, vertieft nicht, wenn ich sage, dass ich z.B. von einer Freundin enttäuscht wurde. Er hat kein Verständnis oder will sich nicht befassen. Ich rede mit ihm, er gelobt Besserung, will mich mehr treffen, aber das hält nie lang... er mag mich, aber er hat kaum Zeit für irgendwas.... meine ehemals beste Freundin zeigt nur Interesse, wenn sie selber gerade den Kopf frei hat - ansonsten ist sie sich selbst die Nähste. Sie wirft mir sogar noch vor, ich sei selbst schuld, wenn ich von mir aus nicht sagen würde, was mit mir los wäre. Sie würde nicht fragen, ich könnte ja auch von mir aus erzählen und sie anrufen... aber zum ausheulen bin ich ihr gut genug.
Die neue Bekannte missbraucht mich als seelischen Mülleimer, fragt kurz, wie es geht, dann erzählt sie stundenlang von ihrem banalen Mist, bis ins kleinste Detail, und erwartet hierbei meine volle Aufmerksamkeit. Dann die Kollegin, die ein Baby hat, und für alle möglichen Besucher Zeit findet - nur für mich nicht. Habe immer noch ihr Geburtstagsgeschenk von vor 2 Monaten stehen! All diese Leute rufen immer wieder an und ich fühle mich nur bedrängt. Sie können mich in Ruhe lassen, denn sie schaden mir nur. Ich kann und will mit denen nicht umgehen, ich weiß nicht warum, aber das macht mich echt krank... ich verstehe das nicht! Ich könnte doch mit ihnen reden, aber ich habe keine Lust/Kraft im Moment...
Auf der Arbeit auch nur Ärger. Mieses Betriebsklima, durchdrehende Vorgesetzte.
Einzig meine Eltern und die Tierliebe hält mich aufrecht. Aber auch da nur Ärger - im Tierschutzverein, wo ich ehrenatmlich helfe, sind sie blöd zu mir, und meine Eltern, die ich jahrelang versuchte von mir fernzuhalten, weil sie mir nicht gut taten, stehen mir als Einzige bei. Super toll, wo ich gelandet bin...
Ich habe Urlaub und einen neuen jungen für meinen älteren Kater geholt. Ich habe Erfahrung darin und es läuft ganz gut, aber ich bin total fertig. Mir ist einfach alles zuviel. Nach meinem Umzug suche ich neuen Anschluss in der Stadt, doch ich habe Angst vor noch mehr Bekloppten, von denen ich genug kenne... was mache ich nur falsch, ich will nicht noch so einen kennenlernen, der mich nur zumüllt mit seinem Kummer? Wer bin ich eigentlich, wie soll ich mich verhalten? Was macht mir Freude? Ich weiß es nicht... ich möchte singen, doch finde keinen geeigneten Ort hierfür. Auch habe ich Angst, mich vor anderen zu öffnen... ich muss oft weinen, wenn ich den Chor singen höre und schäme mich dafür ich habe so zugenommen wegen mehrerer Krankheiten dieses Jahr und weiß nicht, wie wieder abnehmen. Es ist alles wie zugeschnürrt in meinem Leben. Dann immer noch die Panik... und die Tatsache, dass ich bis Jahresende keine Therapie-Stunden mehr bezahlt kriege, weil ich schon 20 voll habe... ich weiß nicht, wie weiter! Ich hatte so viele Träume und Vorstellungen und ich fühle ich all dem so fern wie noch nie... weiß nicht, wer ich bin und was ich tun kann, um mich glücklich zu machen. Fahre viel Rad, weil ich weiß, es tut meinem operierten Knie gut, aber es bereitet mir keine Freude, ich fühle nichts. Warum fühle ich nichts? Ich bin doch keine Maschine!
Ich denke, dass ich möglicherweise mal wieder zu lange zu sehr das gemacht habe, was andere von mir erwarten, und zu wenig auf mich mich gehört habe. Das Schlimme ist, dass ich mir dessen gar nicht bewusst und völlig ahnungslos bin, ich vermute das einfach mal so. Aber auch wenn ich mich mich das nun frage, ich weiß nicht, was ich tun soll/will... und ich habe eine schei. deswegen, das ist mir unheimlich.

Traurige Grüße von Cocoswan

09.09.2010 22:47 • 20.09.2010 #1


31 Antworten ↓


kannst du beim schreiben ein paar absätze mit leerzeilen reinmachen?
solche bandwurmtexte lesen viele einfach nicht, weil das zu mühsam ist. ich z.b.

10.09.2010 06:05 • #2



Angst . alles Mist und keine Lösung in Sicht

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Zitat von Isi:
Die neue Bekannte missbraucht mich als seelischen Mülleimer, fragt kurz, wie es geht, dann erzählt sie stundenlang von ihrem banalen Mist, bis ins kleinste Detail, und erwartet hierbei meine volle Aufmerksamkeit.

Genau das Gleiche machst du hier.

Zitat:
ich habe so zugenommen wegen mehrerer Krankheiten dieses Jahr und weiß nicht, wie wieder abnehmen

Weniger essen?
Wegen Krankheiten nimmt man jedenfalls nicht zu.

10.09.2010 06:25 • #3


Zitat von GastB:
kannst du beim schreiben ein paar absätze mit leerzeilen reinmachen?
solche bandwurmtexte lesen viele einfach nicht, weil das zu mühsam ist. ich z.b.


Tut mir leid, normalerweise setze ich Absätze rein Nu´ ist es leider zu spät, hätte gern noch das ein oder andere editiert, aber die Zeitspanne hierzu ist doch recht kurz, wie ich finde. Ich hoffe, es liest trotzdem noch der ein oder andere...

Zitat von vent:
Genau das Gleiche machst du hier.

Ähm, Vent, das ist ein Forum, in dem jeder seine Sorgen niederlegen soll und auch darf, oder? Das ist ein bisschen was anderes, würde ich meinen

10.09.2010 08:40 • #4


felice87
Hey
@Vent: sei bitte nicht so hart, immerhin steht es Dir frei, ob du den Eintrag lesen willst, oder nicht.
Und wozu ist dieses Forum denn da, wenn man sich hier nicht mal ordentlich Luft machen kann!

Außerdem gibt es sehr wohl Krankheiten, die dick machen! Ich hatte mal ne Freundin mit Epilepsie, die ist durch die ganzen Medikamente regelrecht aufgegangen....

@Isi: Hilft dir denn die Therapie? Hört sich für mich so an, als hätte sie für dich keinen so bedeutend, positiven Effekt....

Grüße,felice

10.09.2010 08:41 • #5


@ felice87: Nun ja, momentan stagniert es eher, würde ich sagen.

Das Problem ist, dass sich seit Therapiebeginn so vieles geändert hat - ich habe so vieles geändert in meinem Leben.... Und dennoch, viele Dinge sind gleich geblieben und belasten mich unendlich. Mein Therapeut ist Meister in Andeutungen und da leider wenig hilfreich, wenn ich nicht selbst drauf komme. Ich würde mir manchmal einfach wünschen, dass er mal etwas konkreter werden oder helfen könnte, wie das meine frühere Therapeutin (tiefenpsychologisch, und schon viel älter) getan hat.

Er fragte mich z.B., ob ich immer bestimmte Muster bei neuen Freunden entdecke oder wie ich z.B. die Panik während einer Attacke in Schach halten könnte.
Ein bisschen was bringt mir das schon. Es gibt halt immer noch (oder schon wieder?) viele Nebenbaustellen in meinem Leben, so dass mein eigentliches Problem - die Agoraphobie - irgendwie oft zu kurz kommt...
Aber er ist halt noch sehr jung und ich frage mich manchmal, ob ich nicht nach 1 Jahr Verhaltenstherapie schon viel weiter sein sollte...

LG, Isi

10.09.2010 09:02 • #6


Das Problem sehe ich hauptsächlich in der Sichtweise, dass für das eigene Wohlbefinden und Fortschritte Andere verantwortlich sein sollten, so nach dem Motto: Ich bin schwach - übernehmt ihr doch bitte schön die Verantwortung für mein Leben.

Hintenrum heißt es dann: Er ist halt so - sie ist halt so, darum bin ich so.
Der zu junge Therapeut und die rücksichtslose Kollegin. Ein Gespräch kann ich jederzeit abbrechen, genauso wie ich mir einen anderen Therapeuten konsultieren kann. Bei AD's sollte die Kalorienzufuhr bis auf 800 kcal täglich reduziert werden.

Wo liegt also das Problem?
Warum sollte alles Mist sein?

Ich habe z. B. nicht viel aus meiner antroposophischen Zeit mitgenommen, aber eins war für mich bezüglich des Frustabbaus hilfreich: Die Regel Nie schlecht über Andere zu reden. Du kannst sie direkt ansprechen, aber nicht hinten rum und nicht abwerten oder über sie urteilen. Wenn man sich nämlich genau das abgewöhnt hat, passt sich diesem Verhalten nach und nach auch die eigene Denkweise und ebenfalls die Einstellung zu sich selbst an.

Einfach mal unangenehme Gespräche meiden, in den gelben Seiten nachschauen - und nicht denken, dass Nicht-Forumsmitglieder weniger Rechte haben als Anwesende.

Zitat:
Ähm, Vent, das ist ein Forum, in dem jeder seine Sorgen niederlegen soll und auch darf, oder?

Immerhin heißt es hier... .... ähm... Keine Läster-, sondern Kummerecke.

10.09.2010 15:43 • #7


Christina
Zitat von vent:
Bei AD's sollte die Kalorienzufuhr bis auf 800 kcal täglich reduziert werden.
Bitte nur, wenn man bettlägerig ist oder ein Normalgewicht von 25 kg hat...

Liebe Grüße
Christina

10.09.2010 16:18 • #8


@ Christina: Danke!

@ Vent: Ich nehme keine AD´s mehr Und die Aussage, dass ich nur 800 kcal zu mir nehmen darf, halte ich für sehr pauschal und auch - da es ja nun vorbei ist mit den Medis - im Nachhinein auch für unangebracht.

Dann lästere ich hier nicht. Ich lasse meinem Unmut freien Lauf und führe ein paar Dinge an, die mich frustrieren. Hinter all dem steht vor allem die Überlegung, wie ich das ein oder andere Problem - entgegen des Titels - vielleicht doch lösen kann.

Wäre es verboten oder zumindest zweckentfremdet, hier über Probleme mit seinen Mitmenschen zu schreiben, hätten wir abrupt wesentlich weniger Threadersteller. Ob das gut ist oder schlecht, steht auf einem anderen Blatt, aber: Die meisten Probleme entstehen i.d.R. im Umgang mit seinen Mitmenschen

LG, Isi

10.09.2010 16:33 • #9


Was ich noch nachschieben wollte @ vent: Meinst Du damit, dass ich nichts von anderen Menschen erwarten darf? Gar nichts? Ich bin in einer Gemeinschaft aufgewachsen, in der ich gelernt habe, dass ich sehrwohl von bestimmten Menschen etwas erwarten darf

10.09.2010 16:47 • #10


Hallo Isi,

lass dich hier bloß nicht anpöbeln! Auf blöde Antworten wie: weniger essen können wir hier alle gut verzichten

@ vent: wenn du schon keine Hilfe anzubieten hast, dann halt dich doch einfach geschlossen!

Dir alles gute Isi und schreib dir hier ruhig alles von der Seele, dafür ist das Forum da.

Liebe Grüße, mad angi

10.09.2010 18:54 • #11


Christina
Hi Isi,

ich finde, du klingst ganz schön depressiv - ich meine richtig depressiv, nicht nur ein frustriert oder deprimiert. Alles und alle sind dir zuviel, du fühlst dich bedrängt, missverstanden, ausgeschlossen, überfordert und verärgert. Wahrscheinlich wäre objektiv einiges davon nicht angebracht, aber wer kann schon objektiv sein? Ich finde es legitim, wenn dein bester Kumpel seine Verpflichtungen wahrnimmt, er hat schließlich ein eigenes Leben, dem er gerecht werden muss. Es ist zwar nicht schön für dich, zurückzustehen, aber anscheinend siehst du trotzdem, dass es seinerseits keine faulen Ausreden sind. Und auch deine Freundin, die nur für dich da ist, wenn sie den Kopf dafür frei hat: Dann ist sie für dich da. Ich finde auch, dass sie Recht damit hat, wenn sie von dir verlangt, dich selbst zu äußern und ggf. ein Gespräch oder Hilfe einzufordern. Hellsehen wäre zuviel verlangt. Sicher kann man von guten Freunden erwarten, dass sie in Notsituationen mal alles fallen lassen, um zu helfen. Aber davon ab bist du für dein Befinden hauptamtlich selbst verantwortlich (soll heißen: du bist dafür zuständig, stimmungsmäßig wieder auf einen grünen Zweig zu kommen, nicht etwa selbst schuld...) und ich glaube, du überforderst deine Freunde bzw. diese Freundschaften, wenn du darin - vielleicht unbewusst - den Ausweg aus der Depression suchst. Jedenfalls liegt dem Ärger über andere meist die Vorstellung zugrunde, dass diese anders sein sollten als sie sind. Und wenn die Wahrnehmung auch noch depressiv eingetrübt ist, wird's nicht besser. Wenn diese Phase (und es dürfte höchstwahrscheinlich eine Phase sein) überstanden ist, wirst du deine bewährten Freundschaften sicher wieder positiver und realistischer sehen. Und eine Bekanntschaft, in der du dich nur als seelischer Mülleimer empfindest, musst du ja nicht pflegen.

Auch beruflich und beim Tierschutz bist du vermutlich gerade sehr dünnhäutig und hast entsprechend viele Schwierigkeiten mit Dingen, die vielleicht nicht so ungewöhnlich sind und die du normalerweise ganz normal wegstecken könntest. Versuch dir klarzumachen, dass deine Wahrnehmung und dein Empfinden zur Zeit in eine negative Richtung verzerrt sind. Das heißt nicht, dass du total falsch liegst und eigentlich alles eitel Sonnenschein ist, aber in Normalform würden dich diese Widrigkeiten weitaus weniger belasten. Ich glaube, diese Dinge musst du quasi aussitzen, da kannst du nicht mehr machen, als dich um eine gesunde innere Distanz zu bemühen.

Anscheinend hast du das Gefühl, nichts von dem erreicht zu haben, was du wolltest, und stattdessen genau da zu sein, wo du niemals (mehr) hinwolltest. Auch das ist erstmal nur ein Gefühl. Du bist gerade erst umgezogen, deine Trennung von deinem Freund ist auch noch nicht so wahnsinnig lange her und war eine schwierige Sache. Vor kurzem hast du das AD abgesetzt, warst ein paarmal krank und ach ja, eine Agoraphobie hast du auch noch. Zum Ausgleich musst du die Therapie für den Rest des Jahres selbst finanzieren... Ich finde es normal, dass es dir im Moment bescheiden geht. Nur mach nicht den Fehler, das jetzt alles so in die Zukunft zu projizieren.

Normalerweise gilt Aktivität als eine wichtige Maßnahme bei Depressionen. Dass du Fahrrad fährst, obwohl du gerade keine besondere Freude daran hast, ist schon mal gut - für die Struktur in deinem Alltag, für dein Knie, für deine Figur, fürs Körpergefühl. Jetzt müsstest du dir noch anerkennen, dass du etwas für dich tust. Aaron Beck, der Erfinder der modernen verhaltenstherapeutischen Depressionstherapie, hat seine Patienten übrigens ins Museum geschickt - allein. Es ist wichtig, Dinge zu tun, Anregungen zu bekommen und sich dabei nicht übermäßig davon abhängig zu machen, dass andere die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Das Buch Schritte aus der Depression von Antoinette Borri wäre vielleicht etwas für dich. Wenn Singen dein Hobby ist, fang wieder damit an - notfalls allein oder auf einer Internet-Karaoke-Seite. Das wäre ein Anfang und muss ja nicht so bleiben. Wichtig ist, dass du wieder Dinge in deinen Alltag einbaust, die dir Spaß machen oder Spaß machen könnten. Und dann hast du ja noch zwei hochwirksame Antidepressiva auf jeweils vier Pfoten. Ist vielleicht gerade stressig mit den beiden, aber du schreibst, es läuft ganz gut. Da kannst du die Sorge, es würde nicht klappen, allmählich wohl loslassen und dich mehr darauf konzentrieren, wie schön es ist, zwei Kater um sich zu haben.

Liebe Grüße
Christina

10.09.2010 20:10 • #12


Zitat von Isi:
@ Vent: Ich nehme keine AD´s mehr Und die Aussage, dass ich nur 800 kcal zu mir nehmen darf, halte ich für sehr pauschal und auch - da es ja nun vorbei ist mit den Medis - im Nachhinein auch für unangebracht.

Bis zu 800. Das ist natürlich eine pauschale Aussage. Wenn du fragst, wie du abnehmen kannst, kann ich dir nur empfehlen die Kalorieneinnahme zu reduzieren und Kalorienausgabe zu erhöhen. Einen anderen Weg außer deinen Körper durch chemische Stoffe mit einem Rattenschwanz von Nebenwirkungen zu belasten, sehe ich nicht.

Zitat:
Dann lästere ich hier nicht. Ich lasse meinem Unmut freien Lauf und führe ein paar Dinge an, die mich frustrieren. Hinter all dem steht vor allem die Überlegung, wie ich das ein oder andere Problem - entgegen des Titels - vielleicht doch lösen kann.

Du möchtest also deine Probleme - wie lösen? Indem du darauf wartest, dass sich deine alten und neuen Freunde so verhalten, wie du das gerne hättest, dass die Menschen, die von dir als Bekloppt bezeichnet werden damit aufhören Bekloppt zu sein...?

Zitat:
Wäre es verboten oder zumindest zweckentfremdet, hier über Probleme mit seinen Mitmenschen zu schreiben, hätten wir abrupt wesentlich weniger Threadersteller.

Du schreibst aber nicht über deine Probleme, sondern beschuldigst Andere für dein psychisches Wohlbefinden verantwortlich zu sein, du zählst ihre Fehler auf und schreibst mit Verachtung über sie. Wer aber andere verachtet, führt einen Krieg gegen sich selbst, weil er sich sich damit selbst in die Isolation treibt.

Zitat:
Ob das gut ist oder schlecht, steht auf einem anderen Blatt, aber: Die meisten Probleme entstehen i.d.R. im Umgang mit seinen Mitmenschen

Nein, das denke ich nicht. Wir unterliegen nur der falsche Annahme ein Riesenproblem mit uns selbst zu haben.

Zitat:
@ vent: Meinst Du damit, dass ich nichts von anderen Menschen erwarten darf? Gar nichts? Ich bin in einer Gemeinschaft aufgewachsen, in der ich gelernt habe, dass ich sehrwohl von bestimmten Menschen etwas erwarten darf

Wie meinst du das? Welche Gemeinschaft ist es gewesen und woher nimmst du die Sicherheit ein Recht darauf zu haben von Menschen etwas zu erwarten - und was genau soll das sein?

Nebenbei: Was meinst du, von dir selbst erwarten zu dürfen?

10.09.2010 20:13 • #13


Hallo,

es stimmt... wenn ich jetzt den Ausgangs-Thread durchlese, bin ich über mich selbst überrascht, dass ich so negativ schreibe Es erschrickt mich sogar, ehrlich gesagt… aber wie Christina schon sagte, die äußeren Bedingungen sind nicht gerade toll, also darf ich auch mal schlecht drauf sein.
Ich hoffe, es ist nur eine Phase, aber ich finde sie echt schlimm… ich gehe dagegen an, gehe raus und unternehme was. Und ein bisschen besser fühlt es sich schon an, wenn ich es denn schaffe, mich gedanklich abzulenken.

Ich denke, was ich noch nicht verinnerlicht habe, ist die Tatsache, dass ich mich um mich selbst kümmern und mich auch selbst glücklich machen muss

Ich hatte ein paar Freunde und meine Eltern, die immer gefragt haben, wie es mir geht, und die mich aufgebaut haben mit Zuspruch oder indem man was Schönes gemeinsam unternommen hat. Das ist für mich „normal“ und deshalb erwarte ich das vermutlich auch von ihnen. Nun ja, jedenfalls erwarte ich ehrliches Interesse. Und das bedeutet, dass man mal fragt, wie es geht. Und auch mal zuhört.
Das sind Dinge, die gebe ich gern, aber erwarte sie auch umgekehrt von gewissen – engen – Leuten/Freunden, weil ich es eben nicht anders kenne.

Mag sein, dass das nicht richtig ist…. Es fällt mir schwer, allein glücklich zu sein. Das heißt nicht, dass ich nicht allein sein kann - das schon! Sehr gern sogar manchmal.

Aber, hey, ich finde den Gedanken einfach unglaublich traurig, dass ich von niemandem Interesse, Zuspruch oder Hilfe erwarten darf, weil ich allein dafür verantwortlich bin… wir sind doch nun mal Herdentiere, oder etwa nicht?! Und in was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn jeder sich selbst nur der nächste sein soll?

Und, Christina, vielen Dank für den Buch-Tipp, ist schon bestellt! Ich habe übrigens vor einigen Wochen begonnen „Aussöhnung mit dem inneren Kind“ von Erika J. Chopich und Margaret Paul zu lesen, aber nach einiger Zeit aus der Hand gelegt, obgleich es einfach sehr sehr gut ist. Gestern abend habe ich die Lektüre wieder aufgenommen und finde vieles bestätigt, was meine „falschen“ Wunschvorstellungen angeht. Dennoch komme ich momentan nicht klar damit, alles im Alleingang machen zu müssen. Das widerspricht einfach so vielen meiner Werte.

Liebe Grüße von Isi

11.09.2010 22:01 • #14


Zitat:
aber wie Christina schon sagte, die äußeren Bedingungen sind nicht gerade toll, also darf ich auch mal schlecht drauf sein.

Wie bitte? Wo habt ihr denn diesen Unsinn her?

12.09.2010 08:21 • #15


Von wem holt man sich in dem Fall die Erlaubnis schlecht drauf zu sein?

12.09.2010 08:45 • #16


Braucht man die denn?

Die frage ist doch eher, ob es einem was bringt, oder nicht?

12.09.2010 08:53 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo Isi,

Nur weil andere Menschen dir nicht so viel Aufmerksamkeit zukommen lassen wie du es gewohnt bist oder von früher kennst heißt das nicht automatisch dass sie dich weniger lieben. Menschen haben aber Prioritäten und das Recht diese nach ihrem eigenen Gutdünken einzuteilen. Und manchmal sind andere Dinge einfach wichtiger, dann rutscht man in der Liste eben ein Stückchen weiter nach unten. Das mit Nichtliebe und Desinteresse gleich zu setzen ist finde ich nicht richtig. Das machst du wahrscheinlich selber ebenso.
Ich würg z.B. unseren Nachbarn auch ab wenn ich meinen Bus erwischen muss und er mir Frühmorgens noch erzählen will dass seine Katze krank und beim Tierarzt ist. Klar tut mir das Leid für die Katze - aber mein Bus wartet nicht auf mich. Da setz ich Prioritäten.
Das macht jeder Mensch, vermute ich, ganz automatisch und sogar mehrmals am Tag.
Du selber bestimmt auch, wenn du mal genauer darüber nachdenkst.

Und die Anderen hören irgendwann auf sich für dich verantwortlich zu fühlen. Seit meine Mom ihren neuen Freund hat weiß ich oft gar nicht wo sie gerade ist oder wann sie wieder Heim kommt, vor 3 Monaten noch hat sie mich über Alles informiert was passiert, jetzt reden wir oftmals Tagelang nicht miteinander, einfach weil wir uns nicht sehen.
Am anfang war ich da auch ein bisschen enttäuscht. Aber mei, sie hat ihr eigenes Leben, und sie hat im Moment andere Prioritäten als mich, ihre im Grunde bereits erwachsene Tochter, zu betüdeln. Inzwischen versteh ich das, und weiß auch dass sich das mit den Prioritäten ständig ändert.

Etwas was einmal so war für die Zukunft immer so voraus zu setzen - so klappt das Leben nicht.

Dass andere nicht immer gleich viel Zeit und gleich viel Interesse an dir haben hat nichts mit schwindender Liebe oder Boshaftigkeit zu tun - es ist schlicht und ergreifend menschlich.


Liebe Grüße,
Bianca

12.09.2010 09:30 • #18


Christina
Zitat von vent:
Von wem holt man sich in dem Fall die Erlaubnis schlecht drauf zu sein?
Es geht nicht um Erlaubnis, sondern ums Akzeptieren der vorhandenen Gefühle, darum, sich nicht auch noch dafür niederzumachen, dass man in einer durch innere und äußere Umstände misslichen Lage nicht jubelnd durch die Gegend zieht. Und um es vorweg zu nehmen: Das hat nichts damit zu tun, sich nun passiv in sein Schicksal zu ergeben oder irgendeine Schuldfrage vermeintlich zu klären.


Zitat von Isi:
Ich hatte ein paar Freunde und meine Eltern, die immer gefragt haben, wie es mir geht, und die mich aufgebaut haben mit Zuspruch oder indem man was Schönes gemeinsam unternommen hat. Das ist für mich „normal“ und deshalb erwarte ich das vermutlich auch von ihnen. Nun ja, jedenfalls erwarte ich ehrliches Interesse. Und das bedeutet, dass man mal fragt, wie es geht. Und auch mal zuhört.
Das sind Dinge, die gebe ich gern, aber erwarte sie auch umgekehrt von gewissen – engen – Leuten/Freunden, weil ich es eben nicht anders kenne.
Ich sehe es wie Pilongo. Du musst im Moment bei deinen Leuten vielleicht etwas lauter hier schreien, als du es aus der Vergangenheit kennst. Vielleicht kommt aber auch zusammen, dass du alles negativer siehst und dich gleichzeitig schwerer tust, von dir aus um Hilfe zu bitten. Ich finde es normal, dass du ehrliches Interesse erwartest. Ich finde aber nicht, dass sich das darin äußern würde, dass die anderen - womöglich ständig - fragen, wie es dir geht, oder dauerend das Gefühl haben, sich um dich kümmern zu müssen. Mein bester Kumpel hält solche Fragen nach dem Befinden übrigens für oberflächliche Floskeln und hasst sie daher. Umgekehrt erwarte ich als beste Freundin eine klare Ansage, wenn er Hilfe braucht - sei es praktisch oder nur als Zuhörerin.

Zitat von Isi:
Mag sein, dass das nicht richtig ist…. Es fällt mir schwer, allein glücklich zu sein. Das heißt nicht, dass ich nicht allein sein kann - das schon! Sehr gern sogar manchmal.

Aber, hey, ich finde den Gedanken einfach unglaublich traurig, dass ich von niemandem Interesse, Zuspruch oder Hilfe erwarten darf, weil ich allein dafür verantwortlich bin… wir sind doch nun mal Herdentiere, oder etwa nicht?! Und in was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn jeder sich selbst nur der nächste sein soll?
Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Kaum jemand kann allein glücklich sein. Menschen, die wirklich keine anderen brauchen, gelten sogar als persönlichkeitsgestört (schizoid). Es ist völlig legitim, andere Menschen zu brauchen, sich allein dauerhaft nicht gut zu fühlen und die Hilfe und auch Zuwendung anderer anzunehmen. Deine Verantwortung liegt aber darin, dies gesund, erwachsen und sozialverträglich zu managen. Dazu gehört, dass du dir selbst sagen kannst, dass eine Absage aus Zeitmangel eben eine Absage aus Zeitmangel ist und keine Absage an deine Person aus Mangel an Interesse. Dazu gehört auch, dass du keine Mutter mehr brauchst, die dich bearbeitet. Die Erwartung, dass andere dich anschauen und merken, es geht dir nicht so gut, und dann anfangen, sich intensiv um dich zu bemühen, ist eine kindliche Erwartung. Sie ist verständlich, verursacht im Erwachsenenleben aber leider eine Menge unnötiger Probleme. Das andere Extrem, alles im Alleingang, dürfte entsprechendes Leid verursachen und wäre auch für mich eine schreckliche Vorstellung. Aber selbstverantwortlich heißt nicht allein.

Liebe Grüße
Christina

12.09.2010 11:26 • #19


Zitat von Christina:
Zitat von vent:
Von wem holt man sich in dem Fall die Erlaubnis schlecht drauf zu sein?
Es geht nicht um Erlaubnis, sondern ums Akzeptieren der vorhandenen Gefühle, darum, sich nicht auch noch dafür niederzumachen, dass man in einer durch innere und äußere Umstände misslichen Lage nicht jubelnd durch die Gegend zieht. Und um es vorweg zu nehmen: Das hat nichts damit zu tun, sich nun passiv in sein Schicksal zu ergeben oder irgendeine Schuldfrage vermeintlich zu klären.

Klar, nur gibt es da eine kleine Differenz.
Traurigkeit - gehört dazu, ist ein legitimes Gefühl.

Sich schlecht fühlen ist aber etwas ganz anderes, das ist Versinken im Negativ-Suff und sich das als Belohnung für den Ärger mit den Freunden einfach so zu schenken ist nicht von Vorteil.

Zitat:
Ich darf mich schlecht fühlen

Gut! ..... Wenn jemand drauf steht, nur zu.

12.09.2010 16:26 • #20



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