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Saina91
Also ich hatte immer beruflich stark meine Grenzen. Ich hatte mich nie gefunden, war planlos, habe alles vermieden, bin in die virtuelle Welt geflüchtet usw. Ich wusste nie, wer ich bin und mir fehlte immer so die richtige Berufung im Leben. Ich wollte am liebsten die Verantwortung dafür an andere abgeben, selbst keine übernehmen. Das zieht sich bis heute auch so hin, dass ich mich oft abhängig und hilflos fühle, oft die eigenen Grenzen und Unzulänglichkeiten erfahre. Ich mir auch oft denke, dass ich irgendwie ein Kind geblieben bin und mich einiges überfordert.
Aktuell versuche ich mich dahingehend weiterzuentwickeln und mich noch mal neu zu orientieren. Mir ging es definitiv immer besser mit Arbeit. Ich glaube, ich brauche das sehr, mal rauszukommen, etwas unter Menschen zu sein, ja eigenes Geld zu verdienen. Allerdings sind sehr viele Reize auf einmal schon eine Herausforderung für mich und durch meine soziale Phobie bin ich sehr empfindlich in sozialen Situationen. Ja das ist schon eine Grenze, die mich stört, weil ich auch soziale Berufe mag und es einfach belastend ist.

Privat habe ich durch Glück meine Erfüllung gefunden. Aber auch da ist nicht immer alles rosarot. Auch da komme ich oft an meine Grenzen oder wünsche mir manchmal mehr Flexibilität oder Zeit für mich selbst. Und oftmals weiß ich nicht wie ich die freie Zeit abends sinnvoll für mich nutzen soll und vergeude sie in social Media, was mich auch nicht weiterbringt.

x 2 #61


User_0815_4711
Zitat von RK1986:
nicht auf das schauen was fehlt. Nur auf das was geht.

Ist auch mein Weg.

Persönlich bin ich nicht durch Krankheiten eingeschränkt, aber immer mehr durch meine bisher 17 jährige Pflegetätigkeit.
Dennoch geht was nach meinem Kopf - erst gestern wieder, 4 Stunden ganz am morgen.
Teilweise habe ich auch neue Interessen, wie z.B. Gemüsegarten.
Wenn meine Mutter vor mir sterben sollte, fällt dieses Interesse aber sicher weg, dafür gibt es wieder mehr Zeit für die ureigensten Interessen. Vielleicht übersiedle ich auch, wenn ich genug Energie habe. Die kleine Existenzdepression ist ja sowieso immer da.

ABER: Immer nur, wenn ich selber einigermaßen gesund bleibe. Von einer Sekunde auf die andere kann alles anders sein. Pläne habe ich also keine, habe auch nie welche gehabt.

x 1 #62


A


Akzeptanz von Grenzen durch Krankheit

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User_0815_4711
Ich lese hier nur quer.

Für mich persönlich gilt:
- Kein Selbstmitleid! Das ist der Killer jedes Wohlbefindens.
- Kein Blick auf andere. Manchen geht es besser, manchen schlechter. Sinnlos, nur Quelle von Leid.

Je mehr man sich mit sich selber beschäftigt, desto mehr fließt das Leben an einem vorbei. Selbst dann, wenn das Leben nur ein schwaches Rinnsal ist. Oder gerade dann.

x 6 #63


User_0815_4711
Zitat von Dunkelbunte:
Es geht um das Innere.

- Blick auf das, was geht.
- Verabschieden von dem, was nicht geht.

Leicht gesagt, aber es ist auch sehr vom eigenen Charakter abhängig. Ich habe ja das Glück, dass ich nie Pläne hatte. Das Leben hat sich immer so ergeben. Es haben sich Interessen entwickelt, dafür bin ich sehr, sehr dankbar, denn diese Interessen sind semikreativ, schaffend. Nicht konsumierend. Quelle von Zufriedenheit.

Soweit ich sehe, bist du trotz deiner Einschränkungen auch sehr stark im Schaffen - gratuliere!

#64


User_0815_4711
Zitat von Dunkelbunte:
Gekämpft und dennoch verloren.

Das ist ok! Hättest du nicht gekämpft, würdest du hadern!

#65


User_0815_4711
Zitat von Dunkelbunte:
Aber ich kann nicht nicht traurig darüber sein, das ich mit 47 Jahren das Leben einer 65 jährigen lebe.

Warum diese Wertung? Wo kommt diese Wertung her? Warum muss wie wann ein Leben sein? So kann man sich nur unglücklich machen.

Ich habe nie altersgemäß gelebt (niemals Frau, Kind, Haus, Hund), fühle mich vielleicht daher immer noch wie ein Kind, obwohl ich seit 17 Jahren 24/7 Verpflichtung habe (mit wenigen Freistunden). Zur Zeit warte ich gerade wieder, bis meine Mutter aufstehen möchte, deshalb bin ich hier, oder in anderen Foren.

x 2 #66


User_0815_4711
Zitat von Dunkelbunte:
Und das, was ich mir hinzu erhofft hatte wie zb Reiten, mehr Spaziergänge in der Natur, Tagesausflüge und arbeiten gehen zu können

Obwohl ich einigermaßen gesund bin, sind bis auf gelegentliche "Spaziergänge" die angeführten Tätigkeiten für mich grundsätzlich auf Grund meiner Verpflichtungen theoretisch nicht möglich. Tagesausflüge gibt es seit 3 Jahren keine mehr und es gab auch zwischendurch immer wieder Jahre, wo sie nicht möglich gewesen sind (Vaterbetreuung). Nicht, weil ich nicht kann, sondern weil ich meine Mutter keinen ganzen Tag mehr alleine lassen kann.

#67


User_0815_4711
Zitat von Dunkelbunte:
Das ich in einem Trauerprozess bin...

Ich denke, du hast es gefunden 👍 .
Du wirst deinen Weg da durch finden 👍 .

x 2 #68


Schlaflose
Zitat von Dunkelbunte:
Ich wäre vor allem berufstätig.

Das ist schon lustig, ich hätte mir mein Leben lang gewünscht, nicht berufstätig zu sein 😄 Ja, man verdient sein Geld und ist unabhängig, aber man hat Stress ohne Ende und keine Zeit und keine Energie mehr, um all das zu machen, was man gerne würde und sich mit dem Geld leisten könnte.
Ich dachte auch, wenn ich Rente gehe, würden sich meine Schlafprobleme komplett auflösen, weil ich nicht mehr den Druck habe, funktionieren zu müssen. Ich hatte mir vorgestellt, wieder in Urlaub fahren zu können und mich viel öfter mit Leuten zu treffen und etwas zu unternehmen, auch abends mal weggehen, aber das funktioniert immer noch nicht. Ich muss weiterhin mein Medikament nehmen und mehr als eine Verabredung oder Unternehmung in der Woche ist nicht möglich. Schade, aber ist halt so.

x 3 #69


Dunkelbunte
Zitat von User_0815_4711:
Warum diese Wertung? Wo kommt diese Wertung her? Warum muss wie wann ein Leben sein? So kann man sich nur unglücklich machen.

Wie gesagt, hier kann jeder der es selbst erlebt (hat) aus der eigenen Erfahrung erzählen.

Aber in Anbetracht meiner sehr labilen seelischen Verfassung möchte und kann ich auch nicht in Frage gestellt werden.

Ich werde mich auch nicht rechtfertigen. Schon gar nicht für eine gesundheitlich desolate Verfassung, die man selbst über einen langen Zeitraum erlebt haben muss, um es nachzuempfinden "ohne" Kritik.

Der Grad ist sehr schmal zwischen Hilfe und nachsetzen.

x 2 #70


Dunkelbunte
Zitat von User_0815_4711:
Das ist ok! Hättest du nicht gekämpft, würdest du hadern!

Kämpfen ist bei mir oft keine bewusste Entscheidung.
Es ist wie ein Trieb über den ich keine Kontrolle habe.

x 1 #71


Dunkelbunte
Zitat von User_0815_4711:
Obwohl ich einigermaßen gesund bin, sind bis auf gelegentliche "Spaziergänge" die angeführten Tätigkeiten für mich grundsätzlich auf Grund meiner Verpflichtungen theoretisch nicht möglich. Tagesausflüge gibt es seit 3 Jahren

Leidest du darunter?

x 1 #72


Moonlight_74
Ich war schon immer ein Kämpfer. Egal wie schlecht es mir ging, ich hab mich immer wieder hochgezogen. Diese Erfahrung, es wirklich zu können, hat mich da hingebracht wo ich jetzt stehe.

#73


Saina91
@User_0815_4711

Ich finde es sehr beeindruckend, dass du deine Eltern 24/7 pflegst. Das erfordert ja auch einiges an Selbstaufopferung und ich glaube, die wenigsten heutzutage würden sich dieser Verantwortung stellen. Also meinen Respekt hast Du da!

Wie geht es Dir denn damit, dass Du dadurch nicht so viel für Dich selbst machen kannst?

x 2 #74


Dunkelbunte
Zitat von Moonlight_74:
Diese Erfahrung, es wirklich zu können, hat mich da hingebracht wo ich jetzt stehe.

Ins Forum 💪😎
Yeah.

x 3 #75


Saina91
Zitat von Schlaflose:
Ich dachte auch, wenn ich Rente gehe, würden sich meine Schlafprobleme komplett auflösen, weil ich nicht mehr den Druck habe, funktionieren zu müssen.

Das ist ja interessant. Konntest Du immer besser schlafen, wenn du wenig zu tun hattest am Tag? Bei mir ist es eher andersrum, wenn ich tagsüber nur faulenze, keine Verpflichtungen usw habe, dann schlafe ich bis mittags oder so und schlafe dann schlechter ein. Habe ich frühmorgens den Druck aufzustehen und Verpflichtungen und generell viel zu tun tagsüber, dann schlafe ich abends viel besser ein.
Stelle mir das als Rentner so schwierig vor. Da fehlt halt diese Struktur und man neigt dann dazu, bis in die Puppen zu schlafen oder nicht zu tun. Also so stelle ich es mir vor. Mir helfen immer feste Strukturen am Tag.

#76


User_0815_4711
Zitat von Dunkelbunte:
Leidest du darunter?

Nein.
Ich in ein Akzeptierer und Dulder.
Meine Situation wäre für ausreichend Leiden aber ausreichend, Stichwort "Gefängnis".

Im Jänner hatte ich eine kurze Phase, wo ich nicht mehr wusste, wie ich alles auf die Reihe bringen soll, da habe ich tatsächlich mal gelitten. Hat sich aber glücklicherweise wieder gelegt.

x 3 #77

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User_0815_4711
Zitat von Dunkelbunte:
Kämpfen ist bei mir oft keine bewusste Entscheidung.
Es ist wie ein Trieb über den ich keine Kontrolle habe.

Habe ich nie gemacht, kann ich gar nicht, bin das genaue Gegenteil.
Akzeptierer, Dulder und Gelegenheiten beim Schopf Ergreifer.

x 1 #78


User_0815_4711
Zitat von Saina91:
Wie geht es Dir denn damit, dass Du dadurch nicht so viel für Dich selbst machen kannst?

Ich brauche nicht viel Zeit für mich, Reisen etc. brauche ich sowieso nicht. Ich habe immer noch meine Nischen. Die Menge an Zeit ist nicht so wichtig, wichtig ist, was ich daraus mache - nicht konsumieren, sondern semikreativ arbeiten. Oder aber auch in Foren schreiben, wenn ich nichts arbeiten möchte.

Wenn irgendwas wegfällt, wie z.B. Tagesausflüge, ist es schon zuerst mal ein hadern.
Aber ich suche keine Lösung, wie ich ev. doch Tagesausflüge machen könnte (also eindeutig kein Kampf mit den Umständen).
Sondern ich akzeptiere es einfach und lebe die kleine Lösung - Kurzausflüge ganz am morgen.

Ich bin bei etwa 98 % Auslastung. Wenn dann so wie im Jänner ein weiteres Prozent dazukommt oder vielleicht sogar 1.5 Prozent, wird es tatsächlich knapp. Jede kleine Mehrbelastung wirkt also wie eine große neue Last, weil man schon ziemlich am Limit ist. Im Jänner dachte ich, dass Kurzausflüge nicht mehr möglich sind - hat sich aber wieder gebessert, sind möglich.

Sorry, @Dunkelbunte, wenn ich dein Thema gekapert habe.

x 1 #79


hereingeschneit
Zitat von Dunkelbunte:
Der Grad ist sehr schmal zwischen Hilfe und nachsetzen.


Zitat von Dunkelbunte:
auch nicht in Frage gestellt werden.

Das stimmt, der Grad ist sehr schmal. Ich z. B. habe die Fragen null Komma null als in Frage gestellt werden gesehen. Eher wie ein Hinweis, den man selbst vielleicht übersehen hat.

Wir versuchen ja uns möglichst wertfrei zu betrachten/beobachten, aber ich selbst stelle immer wieder fest, wie viel wir eigentlich immer bewerten. So viel, dass mir da oft einige Bewertungen gar nicht auffallen und ich mich frage: Was ist da los?

Als ich die Fragen gelesen habe, da dachte ich mir: Ach ja, stimmt ja, warum stellen wir das Alter in Verbindung, wie es uns zu gehen hat? Warum bewerten wir Krankheit im jungen Alter schlimmer, als im hohen? Vielleicht machen wir es einfach nur anders, als normal üblich? Vielleicht gehen wir jetzt durch das Leid, was andere normal im hohen Alter haben und wir genesen wieder und können dann das Alter genießen? Vielleicht ist dieser Weg sogar besser, weil unser Körper sich noch eher regeneriert, wie später. Vielleicht wurde für uns noch was vorgesehen, das wir nicht ahnen, aber wir nur da hin kommen können, indem wir jetzt durch Krankheit durch müssen?......

x 2 #80


A


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