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Sprotte
@Dunkelbunte Sag bitte, wenn es an deinem Thema vorbeigeht. 🙋‍♀

x 1 #21


Dunkelbunte
Zitat von fourofour:
In dem Du deinen persönlichen Rahmen, so weit wie irgend möglich ausschöpfst. Und dabei darfst Du creativ sein.

Indem ich den Rahmen ausschöpfe, was ich ja eh tue, bleibe nie unter meinen Möglichkeiten, findet aber auch immer die Konfrontation mit dem statt, was nicht geht.

Es geht mir nicht darum "wie kann ich aktiv mein Leben gestalten".

Ich bin im Fitnessstudio.
Gehe zu Handarbeitskreisen.
Mache Wassergymnastik.
Habe eine Gassi-Hündin.
Habe mittlerweile einige feste Freundschaften.
Bin in einer Freikirche und im Leitungsteam eines Hauskreises.
Nehme all meine Arzttermine gewissenhaft wahr.
Gehe in eine SHG für Autisten & ADHSler.

Ich glaube, ich bin sogar sehr aktiv.

Es geht um das Innere.

x 3 #22


A


Akzeptanz von Grenzen durch Krankheit

x 3


Dunkelbunte
Zitat von Schlaflose:
Du hast doch so viel abgenommen, dadurch kannst du jetzt wahrscheinlich viel mehr machen als vorher möglich war. Darüber solltest du dich freuen und stolz auf dich sein, dass du das geschafft hast.

Nein, es kam ja alles anders.
Ich habe viel abgenommen und gehalten.
Aber mein Körper und mein Rheuma sind andere Wege gegangen. Die Zeit und Gesundheit, die ich mir mit der OP erobern wollte, sind nicht eingetreten.
Gekämpft und dennoch verloren.

#23


Dunkelbunte
Zitat von hereingeschneit:
dass bei mir scheinbar sehr viel mit dem Nervensystem zusammen hängt. Meine Vorgehensweise hat sich dadurch nicht verändert,

Aber die gesundheitlichen Probleme, egal ob Psyche oder zb Autoimmunerkrankungen oder auch Schmerzen, sind ja untrennbar mit dem Nervensystem verbunden.

Meldet sich also eine der gesundheitlichen Probleme, und wenn auch nur ganz leise, heißt es, stopp. Zurück rudern. Langsam machen.

Wenn du sagst, dein Verhalten hat sich nicht geändert, dann bist du doch auch gar nicht achtsam mit dir? Richtig?

x 1 #24


Dunkelbunte
Achtsamkeit bedeutet, sich selbst fühlen und ohne negative Bewertung darauf reagieren. Maximal flexibel. Maximal frei von Bewertung.

Ich kann Rücksicht auf mich nehmen. Maximal flexibel. Aber ich kann nicht nicht traurig darüber sein, das ich mit 47 Jahren das Leben einer 65 jährigen lebe.

Und ich glaube hier niemandem, daß er es könne. Das Leben besteht aus Zukunft, aus Träumen aus Plänen, Hoffen. Immer. Das ist normal. Alles andere ist Selbstaufgabe.

x 5 #25


hereingeschneit
@Sprotte

Ich kann dir jetzt nur schreiben, wie es bei mir gerade ist und was ich mache. Ich setze mich oft einfach nur aufs Sofa (oder auch in der Früh, wenn ich aufwache auf die Bettkante), und konzentriere mich auf meinen Atem. Dann versuche ich wahrzunehmen und manchmal fällt mir das so schwer, dass ich einfach nur umfallen, also hinlegen möchte. Alles in mir ist schwer und meine Augen wollen sich nicht öffnen. Dann gönne ich mir dann Ruhe.

Manchmal zeigen sich aber auch andere Dinge und dann nehme ich mir Zeit das anzuschauen oder (und das ist noch selten) fühle ich mich so nach und nach fitter und das ist dann für mich ein Zeichen, dass ich aktiv werden darf.
Im Moment habe ich das Gefühl, dass das für mich ein guter Weg ist. Es ist was in Veränderung und ich gebe mir und meinem Körper dafür die nötige Zeit. Ich habe aber auch das Glück, dass ich das so machen kann.

x 1 #26


Sprotte
@hereingeschneit Cool, dass du das do kannst.

x 2 #27


hereingeschneit
Zitat von Dunkelbunte:
Wenn du sagst, dein Verhalten hat sich nicht geändert, dann bist du doch auch gar nicht achtsam mit dir? Richtig?

Ja und nein. Ich bin am Lernen immer achtsamer zu sein, aber dadurch wird dann oft etwas in Gang gesetzt, was mir wiederum zu viel wird und ich mich gehen lasse. Aber das ist für mich ok, weil ich fest der Überzeugung bin, dass ich insgesamt auf einem gutem Weg bin und ich mir einfach auch die Zeit der Heilung gebe (ist oft ein auf und ab und keine gerade Linie).


Zitat von Dunkelbunte:
Und ich glaube hier niemandem, daß er es könne. Das Leben besteht aus Zukunft, aus Träumen aus Plänen, Hoffen. Immer. Das ist normal. Alles andere ist Selbstaufgabe.

Wie würdest du es benennen, wenn man jahrelang das Gefühl in sich trägt, dass man nicht leben möchte? Dass man sehr oft betet, dass man bitte einschlafen und nicht mehr aufwachen möchte?

Fällt das unter Selbstaufgabe?

x 1 #28


Icefalki
Zitat von Dunkelbunte:
47 Jahren das Leben einer 65 jährigen lebe.


Meine Liebe, jede Behinderung oder Krankheit ist Mist, denn keiner hat Bock auf Einschränkungen. Und ja, es braucht einfach Zeit, sich mit dem Käse zu arrangieren.

Und dazu gehört auch, dass man darauf emotional reagiert und logo- da ist vieles zum K. Otzen.

Ich kann dir nur sagen, was mir hilft: Ich weiss einfach, dass das, was ich mir wünsche oder gerne hätte, sich nicht immer verwirklichen lässt. Da kann ich innerlich anrennen und Amok laufen wollen - nützt einfach nix.
Hab den Mist an der Backe und muss nun schauen, wie ich mir das Leben damit irgendwie lebenswert machen kann.

Einfach ist das nicht, aber eine vernünftige Alternative haben wir doch gar nicht.

x 5 #29


Dunkelbunte
Zitat von hereingeschneit:
Wie würdest du es benennen, wenn man jahrelang das Gefühl in sich trägt, dass man nicht leben möchte? Dass man sehr oft betet, dass man bitte einschlafen und nicht mehr aufwachen möchte?

Fällt das unter Selbstaufgabe?

Ich kenne es und kann dir nur sagen, wie ich es bei mir bewerte. Ich bewerte es nicht beim Anderen. Das steht mir nicht zu.

Es ist bei mir ein Maximum an Erschöpfung. Wenn das Wasser im Flusslauf versiegt ist, dann ist es versiegt.

Es ist das, was Jesaja und Elia hatten.

Ich werde aber nicht erklären was ich damit meine. Sprengt den Rahmen in diesem Thema....

x 2 #30


Dunkelbunte
Zitat von hereingeschneit:
und ich mich gehen lasse

ADHS und sich gehen lassen schließen sich leider aus 😆

x 1 #31


hereingeschneit
Zitat von Dunkelbunte:
Maximal frei von Bewertung.


Zitat von Dunkelbunte:
Aber ich kann nicht nicht traurig darüber sein, das ich mit 47 Jahren das Leben einer 65 jährigen lebe.

So rein ohne Bewertung: Du bist traurig, na und? Was ist an diesem Gefühl verkehrt? Darfst du nicht traurig darüber sein? Darfst du kein Selbstmitleid haben?


Zitat von Dunkelbunte:
Es ist bei mir ein Maximum an Erschöpfung

Erschöpfung tritt ein, wenn man zu viel Energie in eine Sache steckt, weil man etwas erreichen möchte. Vielleicht das:

Zitat von Dunkelbunte:
aus Zukunft, aus Träumen aus Plänen, Hoffen.

Es geht nicht ums Bewerten. Es gibt kein richtig oder falsch. Nur ein Erkennen.

Wenn ich meinen Träumen, Plänen nachjage, sie unbedingt in die Tat umsetzen möchte, sie erleben möchte, dann investiere ich Energie um etwas zu erreichen. Dann investiere ich Energie für die Zukunft. Je nach Dauer, kommt dann irgendwann die Erschöpfung, entweder, weil es erreicht wurde (dann empfindet man die Erschöpfung positiv) oder weil wir den Kampf dafür aufgeben und akzeptieren, dass es nicht erreichbar ist. (dann empfindet man die Erschöpfung negativ. Für was habe ich mich so angestrengt? Alles umsonst und jetzt habe ich keine Kraft mehr.... es macht keinen Sinn mehr, für was lebe ich überhaupt....)

Wir können diesen Kreislauf erkennen (wenn man hinsieht). Welche Entscheidung wir dann für uns treffen, ist eine andere Sache. Wir können daran festhalten, weil wir unsere Zukunft selbst gestalten wollen, oder wir lassen uns auf ein neues Experiment ein und versuchen mehr im Hier und Jetzt zu leben und beobachten, was die Zukunft für uns bringt.

x 2 #32


Dunkelbunte
Ich finde es gut, wenn wir einander nicht bewerten.
Jeder, der es geschafft hat trotz Einschränkungen, Krankheit und depressiven Episoden mehr zufrieden als unzufrieden zu sein, mag gerne von sich erzählen 😌

x 3 #33


Dunkelbunte
Zitat von hereingeschneit:
So rein ohne Bewertung: Du bist traurig, na und? Was ist an diesem Gefühl verkehrt? Darfst du nicht traurig darüber sein? Darfst du kein Selbstmitleid haben?

Ich würde gerne immer öfter abdanken. DAS ist ein himmelweiter Unterschied.

x 2 #34


Islandfan
Bei mir war es so, dass ich nie akzeptieren konnte (und immer noch schlecht kann), wenn etwas nicht geht. Motiviert haben mich immer die, die nicht an mich geglaubt haben und das waren die meisten. Selbst die Ärzte haben mich damals in Watte gepackt, aber ich habe immer versucht, dass mich die Erkrankung nicht von meinen Plänen abhält, war besonders schwer in der Zeit mit meinen Migräneattacken während des Studiums. Ich bin zu oft über meine Grenzen gegangen, weil ich mich selbst und meinen Körper verdrängt habe. Rückblickend habe ich zu oft Vollgas gegeben mit zwischendrin lethargischen Phasen. Ich habe viel über Menschen gelesen, die mit starken Einschränkungen weiter gemacht haben, das mache ich auch heute noch und das inspiriert mich.
Ich weiß, dass ich nicht alles schaffen kann, was ich will, aber will es immer wieder versuchen. Zumindest mit dem Vorhaben es zu schaffen versuchen dranzugehen. Scheitern ist nichts negatives, das sollte man verinnerlichen. Dann öffnen sich wieder neue Türen. Ich glaube nicht an Stillstand, bei niemandem auf Dauer.
Aber es ist insgesamt alles nicht leicht mit Krankheiten umzugehen und vor allem sie zu akzeptieren.

x 2 #35


hereingeschneit
Zitat von Dunkelbunte:
Ich würde gerne immer öfter abdanken. DAS ist ein himmelweiter Unterschied.

Ich kann dir mal meine Geschichte erzählen. Mit abdanken meinst du den Wunsch, nicht am Leben zu sein?

Dieses Gefühl hatte ich sehr viele Jahre. Ich schätze mal von Jugend (oder noch früher? Kann ich mich nicht erinnern) bis ca. Mitte 30. Dann wurde es immer seltener.
Weil meine Gebete nicht erhört wurden, verlor ich auch meinen Glauben an einen Gott, der die Fäden in der Hand hat. Und weil sie nicht erhört wurden, habe ich mich dafür entschieden, dass ich das dann eben akzeptiere und dafür keine weitere Energie mehr aufwende (also nicht mehr dafür bete, mich nicht damit beschäftige mit dem Gedanken, wie schön es wäre, nicht fühlen zu müssen....) sondern einfach ja zum Leben sage. Ich traf die Entscheidung leben zu wollen. Wenn ich schon nicht sterben darf, dann kann ich ja versuchen mich mit dem Leben anzufreunden.

Na ja, dass das nicht von heute auf morgen geht, wenn man jahrelang an der gegenteiligen Version gearbeitet hat, ist ja wohl klar. Das ist dann ein Prozeß. Der Gedanke, dass man es notfalls doch irgendwie beenden könnte, ist hilfreich, dass man das Leben im Jetzt versucht zu akzeptieren. Irgendwann kam dann der Punkt, dass ich soweit war und sagen konnte: Es ist ok zu leben. Vieles könnte schöner sein, aber letztendlich geht es mir soweit gut, weil.....

Den Wunsch zu sterben habe ich inzwischen tatsächlich überhaupt nicht mehr. Es gab dann auch schon schönere Zeiten, wo ich eigentlich ganz froh war, dass ich lebe, aber ich hätte immer noch kein Problem, wenn es vorbei wäre (natürlich auf eine sanfte Art). Es gibt nicht wirklich etwas, was ich unbedingt noch erleben möchte.

Im Moment bin ich wieder in einer größeren Veränderung, weil ich einen jahrelangen Kampf beendet habe (nicht erreichbar). Keine Ahnung, wie lang dieser Prozess dauern wird und wohin meine Reise dann geht. Ich lasse mich überraschen. Ich plane noch nichts, weil ich nicht weiß, wie sich mein Körper verändert und was mir dann irgendwann wieder möglich ist. Das einzige wobei ich mir sicher bin, ist, dass ich nicht bis ans Lebensende hier wohnen werde. Ich werde irgendwann, irgendwo neu anfangen. Aber das alles wird die Zeit dann zeigen.

#36


Islandfan
Zitat von hereingeschneit:
Der Gedanke, dass man es notfalls doch irgendwie beenden könnte, ist hilfreich, dass man das Leben im Jetzt versucht zu akzeptieren

Den Gedanken habe ich auch manchmal. Ich ziehe dann immer Bilanz und schaue, warum es mir in dem Moment so geht. Es ist ja noch mal ein Unterschied, diesen Gedanken zu haben ( ich kenne einige, die schon solche Gedanke hatten) und oder es zu vollziehen. Mir hilft oft die Phantasie um dann wieder herunterzukommen.
Solche Gedanken sind erst mal nur ein Hilferuf, dass man nicht mehr kann und die muss man natürlich immer auch ernst nehmen.

x 1 #37

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Dickinson
Gutes Thema. Ich bin ja durch meine Rückenbeschwerden und Schmerzen kaum belastbar und komme schnell an meine Grenzen. Ich hab es eigentlich immer akzeptiert, wenn etwas nicht ging. Manchmal nervt es aber ich kann es ja nicht ändern.
Mich ärgert es viel mehr, dass man bei Ämtern oder Ärzten oft nicht ernst genommen wird aber das ist ein anderes Thema.

x 2 #38


Schlaflose
Das tut mir Leid.

Zitat von Dunkelbunte:
Ich bin im Fitnessstudio.
Gehe zu Handarbeitskreisen.
Mache Wassergymnastik.
Habe eine Gassi-Hündin.
Habe mittlerweile einige feste Freundschaften.
Bin in einer Freikirche und im Leitungsteam eines Hauskreises.
Nehme all meine Arzttermine gewissenhaft wahr.
Gehe in eine SHG für Autisten & ADHSler.

Aber du machst damit aber doch sehr viel mehr als vor der OP.
Und es gibt jede Menge Menschen, die keine Einschränkungen haben und all das nicht machen und auch sonst nichts. Die hängen vor dem Fernseher oder machen den ganzen Tag Computerspiele oder treiben sich in Kneipen herum.
Wie würde dein Leben konkret anders aussehen, wenn du keine Einschränkungen hättest?

#39


Dunkelbunte
Zitat von Schlaflose:
Aber du machst damit aber doch sehr viel mehr als vor der OP.

Nein. Ich mache genauso das selbe. Und das, was ich mir hinzu erhofft hatte wie zb Reiten, mehr Spaziergänge in der Natur, Tagesausflüge und arbeiten gehen zu können, klappt gar nicht gesundheitlich.

Ich hatte sogar noch mehr vor der OP wie zb die ältere Dame mit ihrem Hund Benny...

#40


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