@engeline1705
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade die Mitarbeiter, die für die Altenpflege absolut nicht geeignet sind - in der Öffentlichkeit,
unkontrolliert und niveaulos die Zustände kritisieren. Mitarbeiter mit entsprechender Qualifikation, die das entsprechende Know-how für diesen Beruf mitbringen und Empathie besitzen sind eigentlich die "Macher" - halten die Pflegequalität, wie sie momentan besteht, noch halbwegs konstant.
Durch den absoluten Personalmangel, der auch auf die schlechte Bezahlung zurückzuführen ist - werden sehr gern Auszubildende eingestellt, selbst wenn eine adequate Betreuung um einen qualitativ guten Lernstand zu erreichen - gar nicht mehr möglich ist. Heißt auf gut deutsch - Auszubildende arbeiten zu 100 % mit in der Pflege, haben oftmals einen Praxisanleiter nur auf dem Papier. Einerseits verfälscht das den Personalschlüssel und das Gravierende ist, dass Auszubildende nicht am Ende der Ausbildung das Wissen und die Fähig- und Fertigkeiten besitzen um ihren Beruf im vollen Umfang qualitativ gut ausüben zu können. Folge? Nach der Ausbildung gibt es einen hohen Prozentsatz von Pflegefachkräften, die erst gar nicht in diesem Beruf arbeiten, sondern die sich dann noch einmal neu orientieren und der Rest geht teilweise in die Praxis mit weniger Wissen und Praxiserfahrungen (ohne oder wenig Erfahrungen von fachlich qualifizierten Arbeitstechniken oder qualifizierter Behandlungspflege - Verbände, Infusionen etc).
Hinzu kommen ältere sogenannte "examinierte Pflegekräfte" - mit einer Ausbildung von bedeutend weniger als drei Jahren, die der Meinung sind - sich nicht weiter qualifizieren zu müssen und mit ihren Aussagen, ihrem Verhalten und ihrer Arbeitsweise nicht dazu beitragen - Pflege und Betreuung älterer Menschen auf hohem Niveau zu gewährleisten - und - zwischen diesen Mitarbeitern dann noch Hilfskräfte deutscher und nichtdeutscher Herkunft mit weniger Fachwissen und teilweisen großen Defiziten in der sprachlichen Verständigung.
Ja *engeline* - ich habe jetzt die Wahl gehabt. Ich habe mich in diesem Beruf ausgepowert bis zur Depression und Burnout. Mir tut es in der Seele leid für die alten Menschen, aber ich kann a) nicht die ganze Welt retten und b) habe ich noch eine Verpflichtung für meine Familie und meine Kinder - aber was das Wichtigste ist - ich habe eine Verpflichtung mir selbst gegenüber oder besser, ich habe auch nur ein Leben! Ich bin einfach nach der Arbeit heimgefahren und habe mir dann klar und deutlich gesagt: "So heute ist Tag X und jetzt kommt meine Entscheidung!"
Ich fange NEU an, ich trage die Konsequenzen für meine Entscheidung und jetzt zeig ich mir mal selber, dass es die richtige Entscheidung war und gebe Gas!" - und ich bin schon voll dabei
Wenn man seine Eltern sehr lieb hat und es sich irgendwie leisten kann - sollte man wirklich so lange es geht eine andere Option als die Unterbringung in einem Seniorenheim wählen. Meine Eltern sind leider schon verstorben.
Viele Frauen arbeiten nur auf Halbtagsbasis oder für 450 Euro. Zu überlegen ist dann wirklich - wenn es den Eltern mit ihrer Rente möglich ist - ihrem Kind die finanzielle Unterstützung zu geben und dafür vom eigenen Kind betreut zu werden. Aber meistens ist diese Option nicht machbar, weil mit zunehmenden Alter auch Kosten für Medikamente, Behandlungen und z. b. Inkontinenzmaterial anfallen.
Es gibt aber zum Glück noch gravierende Unterschiede in der Pflegequalität der Seniorenheime - die man mit geschultem Blick und einigen Fragen schnell feststellen kann.
Bei einem Einzug in ein Seniorenheim ist es immer gut, wenn Verwandte oft, regelmäßig aber zu unterschiedlichen Zeiten "auftauchen"

das garantiert zumindest eine erzwungene höhere Pflegequalität.