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Ich leide seit Jahrzehnten immer wieder unter Ängsten, eine generalisierte Angststörung wurde erst vor relativ kurzer Zeit festgestellt und ich bin in Therapie (kognitive Verhaltenstherapie, vorher war ich schon in anderen Therapieformen).

Zur Zeit geht es mir wieder viel schlechter, und ich bin nahe an der Hoffnungslosigkeit, deshalb suche ich hier Positivbeispiele und würde mich über Antworten sehr freuen.

10.05.2014 11:32 • 23.05.2014 #1


11 Antworten ↓


mauque
Ohje, keiner ?

13.05.2014 18:06 • #2



Wer konnte generalisierte Angst hinter sich lassen?

x 3


Hinter mir gelassen nicht, daß wird mir sicher nie gelingen. Aber gelernt, sie zu akzeptieren, damit zu leben...Die angstarmen oder fast angstfreien Phasen genießen....

13.05.2014 18:09 • #3


Doch hier.

Ich bin jetzt schon einige Jahre symptomfrei und nehme keine Medikamente (mehr).

13.05.2014 18:14 • #4


mauque
Die generalisierte Angst ?
Panikattacken, Ängste kann ich auch Zeitweise hinter mir lassen.
Die generalisierte Angst ist bei mir relativ neu und extrem schrecklich, ich würde mich auch echt an jede Hoffnung klammern.

13.05.2014 18:25 • #5


Ja, generalisierte Angst ist sehr schwer zu therapieren, wem sagst Du dass ?

Was hast Du denn bisher unternommen ?

13.05.2014 18:29 • #6


Zitat von mauque:
Die generalisierte Angst ?
Panikattacken, Ängste kann ich auch Zeitweise hinter mir lassen.
Die generalisierte Angst ist bei mir relativ neu und extrem schrecklich, ich würde mich auch echt an jede Hoffnung klammern.



Ja, ich hatte eine generalisierte Angststörung.
Hoffnung gibt es immer, diesbezüglich. Lass den Kopf nicht hängen!

13.05.2014 18:35 • x 1 #7


mauque
Ach meine Geschichte ist ewig lang, obwohl ich noch recht jung bin.
Befinde mich zur Zeit in Psyschologischer und Psychiatrischer behandelung, nehme auch Medikamte, demnachst steht ein Klinikaufenthalt an. Mit den Panikattacken und der Agoraphobie komme ich gut klar.
Die generalisierte Angst, Zwangsgedanken und die aufkommende Hypochrondie macht mir sehr zu schaffen. Es macht mir sehr viel Hoffnung, soetwas zu hören, da die generalisierte Angst doch das belastenste ist.

13.05.2014 18:53 • #8


@ AJPsychic:

Darf ich fragen, ob du eine Therapie gemacht hast und wenn ja, welche Art von Therapie? Und hattest Du das Gefühl, dass Dir bestimmte Dinge (Entspannungsverfahren z.B.) besonders geholfen haben? Ich leide ebenfalls seit ein paar Monaten unter generalisierten Ängste, habe jedoch gerade eine gute, nahezu angstfreie Phase, kann aber nicht so richtig festmachen, wodurch die Besserung hervorgerufen wurde.

Liebe Grüße

13.05.2014 19:09 • #9


Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht und parallel dazu viel Sport, Yoga, Meditation/Achtsamkeit und weniger gearbeitet. Später habe ich dann erneut eine Psychoanalyse begonnen - das hatte ich schon mal mit Anfang Zwanzig versucht, aber nur ein halbes Jahr durchgehalten und auch aus finanziellen Gründen wieder abgebrochen.
Aber die zweite Analyse habe ich dann fast fünf Jahre lang gemacht - das tat mir sehr gut.

Ich glaube, rückblickend betrachtet, dass mir die Kombination aus allem geholfen hat, aber ich hab auch wirklich mein Leben komplett hinterfragt, auf den Kopf gestellt, mich neu orientiert. Ich wollte unbedingt wieder normal leben. Ich mochte mich selbst nicht und das wollte ich unbedingt ändern, muss ich doch den Rest meines Lebens in erster Linie mit mir verbringen.

Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich mich als gefestigt sehe, aber ich sehr genau weiß, dass dieser Zustand zerbrechlich ist. Ich muss immer mit mir in Kontakt bleiben, mir Zeit für mich nehmen, mich hinterfragen - mehr wahrscheinlich als andere Menschen dies nötig haben, weil ich anfällig bin. Für Ängste, Depressionen, etc.

Mein Sport, meine Meditation, mein Yoga, meine Zeit - das kommt alles zuerst. Und erst danach der Rest.

Nach einiger Zeit hier in diesem Forum, habe ich aber gelernt, mich mit allzu positiven Meldungen zurückzuhalten. Einem wird schnell unterstellt, man wäre ja gar nicht so krank gewesen, weil man es da raus geschafft hat. Oder es wird einem gesagt, man solle sich doch mit guten Tips zurückhalten, denn das alles hilft ja sowieso nicht.

Grundsätzlich denke ich, dass es immer möglich ist, einen Weg zu finden mit der Angst zu leben, um am Ende ohne sie zu sein.

Ich wünsche dir, dass deine angstfreie Phase anhält und achte gut auf dich!
Liebe Grüße!

13.05.2014 21:42 • #10


Danke für die ausführliche Antwort, AJPsychic! Ich finde es immer schön, positive Berichte zu lesen, da sie mir Mut machen und mich motivieren. Daher habe ich mich über deinen Beitrag besonders gefreut

Deine Strategie hört sich für mich sehr gut an, insbesondere die Bewegung/der Sport und die Meditation bzw. die Tatsache, dass Du Dir Zeit für Dich selbst nimmst und auf Dich achtest. Der letzte Punkt ist sicherlich (mit) am wichtigsten, aber für mich auch am schwersten umzusetzen.

Meine gute Phase hält zur Zeit zwar noch überwiegend an, aber die Angst, dass es wieder bergab gehen könnte, ist oft in meinem Hinterkopf. Mein Problem ist, dass ich gerade in einer stressigen Lebensphase stecke, da ich meine Abschlussarbeit von der Uni endlich zuende schreiben muss (sitze schon viel zu lange daran) und parallel dazu angefangen habe, halbtags zu arbeiten. Ich habe zwar das Gefühl, dass mir das halbtags arbeiten gut tut und ein guter Ausgleich zu den Uni-Sachen ist, aber gleichzeitig habe ich wenig Zeit für mich selbst, d.h. um Dinge zu tun, die mir einfach gut tun. Ich denke mir immer, dass der Stress ja in ein paar Wochen vorbei ist und ich dann genug Zeit für mich habe, aber andererseits fürchte ich, dass sich die stressige Zeit doch nochmal rächen wird. Oft setze ich mich auch selbst so unter Stress damit, dass ich endlich fertig werden möchte, dass ich den ganzen Tag vor der Abschlussarbeit sitze, aber nichts schaffe, nicht produktiv bin.
Schaffst Du es, auch in stressigen Lebensphasen genug auf Dich selbst zu achten und Dir immer genug Zeit für die Dinge zu nehmen, Die Dir gut tun?

Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin alles Gute

Liebe Grüße!

23.05.2014 11:12 • #11


Ja, auch Dinge, die einem guttun, wie bei dir der Halbtagsjob können in Stress ausarten. Ich weiß wie schwer es ist, eine Balance einzuhalten. Und nein, ich schaffe das auch nicht immer ganz, in stressigen Zeiten. Bin auch nur ein ein Mensch.

Ich hab viele Jahre nur Teilzeit gearbeitet und nein, nicht der Kinder wegen, die ich nicht habe, sondern für mich. Meine Zeit war und ist mir wichtiger als das Geld, das ich hätte verdienen können. Jetzt bin ich selbstständig und versuche mir meine Zeit so gut es geht einzuteilen. Das klappt auch gerade und ich hoffe, die Auftragslage bleibt, wie sie ist. Mehr muss nicht sein, weniger wäre aber auch nicht gut.

Ich mache immer Termine aus - mit mir selbst, die die selbe Priorität haben, wie berufliche Termine. Morgens nehme ich mir die Zeit für mich, gehe joggen oder schwimmen, danach meditiere ich, vier mal die Woche gehe ich mittags zum Pilates oder Yoga. Abends, bevor ich ins Bett gehe, nehme ich mir noch einmal eine halbe Stunde für mich. Horche, was ich brauche, schaue, wie der nächste Tag wird, wo ich kleine Pausen für mich einplane. Diese kleinen Pausen müssen auch, je nach Stresspegel gar nicht lang sein, aber ich muss sie mir einplanen, sonst lass ich es schleifen, ich kenne mich.

Als ich promoviert habe, ich kann mich gut erinnern, schöne, aber sehr stressige Zeit, habe ich konsequent zwei Stunden gearbeitet, mit Wecker. Danach eine halbe Stunde Pause. Essen oder einfach in die Gegend starren, meditieren oder Sport. So klappte das ganz gut. Es bringt nichts, sich stundenlang festzubeissen - irgendwann kommt nichts mehr rum.

Aber ich bin sicher, du findest da den Rhythmus, den du brauchst, wenn du auf dich hörst.

Dir auch alles Gute!

23.05.2014 12:59 • #12



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