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Hallo,

ich brauche mal euren Rat.

Meine große Tochter ist 15. Heute geworden. Sie ist seit ungefähr 1 1/2 Jahren in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Soweit so gut.

Ihre Freundin war schon knapp 8 Monate lang in einer Kinderpsychartie und ist auch in Behandlung. Sie verletzt sich selbst, fängt an zu Rauchen und hat eine Essstörung entwickelt. Meine Tochter und sie streiten viel und oft. Jetzt fängt sie auch noch mit Alk. an und übergibt sich danach.

Das Mädchen braucht Hilfe verweigert aber alles.

Das Problem ist, dass sie meine Tochter da mit rein zieht. Meine Tochter, raucht jetzt auch und wenn sie Streit haben, ritzt sie sich die Arme auf und schlägt sich mit aller Wut auf die Brust.

Letzes Jahr im Sommer hab ich das mitbekommen und wollte meine Tochter auch stationär aufnehmen lassen aber sie hat sich sooo sehr geweigert. Ich habe sogar eine Zwangseinweisung versucht. Diese Beziehung ist voller Hass und Wut.

Und ich muss als Mama mit ansehen was da passiert und kann nichts tun. Ich würde am liebsten ausziehen und ganz weit weg ziehen. Denn es macht mich fertig. Ich kann es nicht mit ansehen.

Bitte gebt mir einen Rat.

Clementine

20.09.2021 16:23 • x 1 #101


Zitat von Clementine:
Hallo, ich brauche mal euren Rat. Meine große Tochter ist 15. Heute geworden. Sie ist seit ungefähr 1 1/2 Jahren in einer gleichgeschlechtlichen ...

Puh, heftig ! Ich kann dir, so gern wie ich möchte, gar keinen Tip geben, aber ich möchte dir/euch wirklich wünschen, das ihr schnell einen Weg findet.
Wenn du einen guten Hausarzt hast, könntest du ihn vielleicht mit ins Boot nehmen, das er mal mit ihr redet, auch wenn er das geritzte sieht ?! Vielleicht wäre das eine Idee ?
Alles Gute euch !

20.09.2021 17:10 • x 2 #102



Wer hat es geschafft?

x 3


Ich war bei so vielen Ärzten mit ihr letztes Jahr.

Kinderarzt, Kinderpsychologe, Krankenhaus, Schulsozialer Dienst, Schulpsychologe, Klassenlehrer usw. Meine Tochter sollte stationär aufgenommen werden, hat aber alles verweigert. Ich hatte keine Chance. Jetzt leben wir mit dieser Situation.

Ursache ist diese Liebe mit dem anderen Mädchen. Mir ist das klar aber ihr nicht. Es ist die erste Liebe und da sieht man die Welt anders.

Das ist ein großer Punkt in meinem Leben, der Stress auslöst und den ich aber nicht ändern kann oder verändern kann. Ich hab schon so oft überlegt auszuziehen obwohl ich meinen Mann und meine Kinder sehr liebe aber ich muss mich selbst schützen. Ich brauche mich nicht wundern wenn die nächste PA bald kommt.

20.09.2021 17:20 • #103


portugal
Das tut mir sehr leid, sag mal, hast Du mit Deinem Hausarzt mal drüber geredet, was man noch unternehmen könnte?

15 ist echt ein schwieriges Alter. Ist ihre Freundin denn in psychologischer Behandlung?

20.09.2021 17:25 • x 1 #104


Zitat von Clementine:
Ich war bei so vielen Ärzten mit ihr letztes Jahr. Kinderarzt, Kinderpsychologe, Krankenhaus, Schulsozialer Dienst, Schulpsychologe, Klassenlehrer ...

Ach so, okay. Es ist wirklich eine sehr sehr schwere Situation.
Bei einem Erwachsenen wäre mein Rat klar, nimm Abstand.
Aber bei deiner Minderjährigen Tochter ist das ja eine völlig andere Situation.
Keiner kann sie zu irgendwas zwingen, einfach nix tun geht auch nicht. Allein das nur drüber reden ist ja schon schwierig genug.
Hast du mal mit ihrer Freundin gesprochen ? Also wirklich eindringlich gesprochen, das sie deine Tochter mit da rein zieht usw ?!
Kennst du ihre Eltern ? Vielleicht wäre da ein Ansatz ?

20.09.2021 17:59 • x 2 #105


silverleaf
Hallo @Clementine,

es tut mir sehr leid, dass Du in dieser schwierigen Lage steckst und es Deiner Tochter (und Dir natürlich) so schlecht geht !

Mein erster Gedanke dazu:
Psychosomatische Klinik mit Jugendabteilung für Deine Tochter, keine Psychiatrie. Oder eine betreute Wohngruppe für Deine Tochter. Aber das ist auch nur ein erster Impuls aus meinem persönlichen Erfahrungsbereich heraus. Wie komme ich darauf:

Ich komme einfach nur auf den Gedanken, weil ich schon so einige Jugendliche in dieser Situation erlebt habe.
Es gibt ja stationären Kliniken (Psychosomatik), in denen auch Jugendliche mit SVV-Problemen behandelt werden (mit und ohne Borderline-Verdachts-Diagnose (kann ja erst ab 18 wirklich diagnostiziert werden)). Ich kann es natürlich nicht wissen, vermute aber, dass die Freundin Deiner Tochter wirklich dringend behandlungsbedürftig ist, bei Deiner Tochter steht es noch auf der Kippe, würde ich sagen. Offenbar scheint sie zur Zeit noch das Verhalten der Freundin zu "imitieren" (ohne das abfällig zu meinen), aber wenn man nicht aufpasst, können sich solche Verhaltensmuster sehr schnell vertiefen und verselbstständigen.

Was ich mitbekommen habe, ist, dass die betroffenen Jugendlichen ihren Eltern oftmals nicht mehr zuhören, aber durchaus noch offen sind, wenn Therapeuten mit ihnen sprechen. Viele dieser Jugendlichen wechseln von der Klinik direkt in eine betreute Wohngruppe und gehen nicht nach Hause zurück.
Es ist natürlich schade, dass Deine Tochter so gegen einen stationären Aufenthalt ist. Aber wahrscheinlich kommt das auch von der Erfahrungen ihrer Freundin, die ja wohl in einer KJP war.
Was ich da erlebt habe: Oftmals sind die Widerstände nur so groß, wenn es sich um KJPs handelt (also Kinder- und Jugendpsychiatrie). Es gibt aber auch psychosomatische Kliniken, die Jugendstationen haben, und viele der Jugendlichen, die ich erlebt habe, hatten einen echten Hass auf die KJP, fühlten sich aber in einer psychosomatischen Klinik recht wohl und gut aufgehoben. Vielleicht würde sich Deine Tochter ja davon überzeugen lassen, dass das etwas völlig anderes ist und mit den Erfahrungen ihrer Freundin nichts zu tun hat.
Ich habe natürlich keine Ahnung, ob irgendwas von dem für Dich hilfreich ist, ich kann auch wie gesagt nur beitragen, was ich mitbekommen und beobachtet habe. Wenn die Jugendlichen erstmal in der Klinik sind, verändert sich sehr schnell sehr viel. Und es ist durchaus möglich, den Jugendlichen einen solche Aufenthalt "schmackhaft" zu machen, positive Berichte auf YouTube z.B., wo Jugendliche selber von ihren Erfahrungen berichten.

Ich kann Dir nur raten, am Ball zu bleiben, was die therapeutische Hilfe für Deine Tochter angeht. Du hast ja schon so viel versucht, gab es denn irgendwo einen Ansatzpunkt, der zumindest etwas geholfen hat? Ein Therapeut für Jugendliche, ein Schulsozialarbeiter, gab es irgendwo jemanden, dem Deine Tochter sich zumindest ein kleines bisschen öffnen konnte?

Und was sagt Dein Mann überhaupt zu all dem? Wie ist seine Position?

Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Kraft und wünsche Dir wirklich alles Gute !

LG Silver

20.09.2021 18:29 • x 4 #106


DieSonne
@silverleaf sehr gut beobachtet. Ich war damals (mit 16) für 6 Monate in einer Kinder- und Jugendpsychatrie (habe damals die Angst und Panikattacken zum 1.x kennengelernt und war zu nichts mehr zu gebrauchen). Tatsächlich kann ich da nichts schlechtes von erzählen. Habe mich wohl gefühlt. Danach bin auch ich in eine Wohngruppe gezogen, deswegen gut beobachtet. Kann ich auch nichts negatives von erzählen. Es hat mir einfach gut getan.
Heute bin ich sogar dankbar, dass mir das passiert ist (steht auch nicht in meinem Lebenslauf, also auch später keine beruflichen Einschränkungen deswegen), weil mir dieser Weg das Leben gerettet hat.
Trigger

Ich habe mich selbst verletzt, habe Drog. konsumiert und hatte durchweg falsche Freunde


Ich muss aber dazu sagen, dass ich @Clementine nicht so einschätze, dass es ihrer Tochter von zu Hause aus schlecht geht. Somit glaube ich auch nicht, dass ihre Tochter danach in eine Wohngruppe muss. Das passiert eher bei Kindern aus schwierigen Wohnverhältnissen.
Eigentlich wollte ich nur sagen, dass deine Tochter Hilfe braucht oder zumindest ihre Freundin, ob sie wollen oder nicht.
Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass eine von Beiden einsichtig wird.

20.09.2021 19:29 • x 2 #107


Hallo,

ihr seid toll. Tausend Dank für eure Unterstützung.

Ich habe mich wieder gefangen. Hab mit meinem Mann gesprochen, der mir wirklich viel Kraft gibt. Er meinte: Anna ist in einem schwierigen Alter und in ihre 1. Liebesbeziehung, dass sie da Fehler macht ist doch vollkommen klar und sie darf diese auch tun. Wir sind immer für Sie da. Meine Tochter hat heute Geburtstag, sie ist 15 geworden und wir haben eben noch zusammen auf dem Balkon gesessen und über die Vergangenheit gesprochen. Als wir rein sind, hat sie sich bei mir bedankt für die Geschenke, hab eine Umarmung und einen Kuss bekommen und ich habe ihr gesagt, dass ich IMMER für sie da bin und das sie gut auf sich aufpassen soll.

Ich war vorhin so hilflos als ich den Streit mit ihrer Freundin mitgenommen hab und gemerkt habe das sie sich mit voller Kraft auf die Brust schlägt. Das tut mir auch weh. Das hab ich ihr gesagt. Sie ist voller Wut und kann ihrer Impulse nicht steuern.

Das Problem an der Klinik war, das sie ihr Handy abgeben musste und nur 1 Stunde am Tag Zugang dazu hatte. Das Handy ist ihr aber sehr wichtig. Das ging gar nicht. Sie hat sich auch vor dem Corona Test gewehrt. Den wollte sie damals auf keinen Fall. Stäbchen in die Nase geht überhaupt nicht. Ebenso ist das Problem an einer Klinik das sie ihre Freundin nicht sehen kann und mit fremden Menschen zurecht kommen muss.

Anna ist jetzt in ihrem Schulabschluss Jahr und ich habe ihr auch gesagt, dass es gut für sie ist früh ihre eigenen Wege zu gehen. Ich werde überlegen, ob sie spätestens nach der Schule in eine Wohngruppe kommt.

Aber dafür muss ich das Jugendamt einschalten, richtig?

Ich sehe ihre Hilflosigkeit, ich unterstütze sie wo ich kann, ich habe mit der Schule gesprochen, dass der Druck von dem Mädchen genommen wird, sie keine Noten mehr bekommt usw.

Aber ihre Liebe kann ich nicht beeinflussen. Ihre Freundin ist oft bei uns, war am WE erst wieder hier. Sie ist nett, lieb und schüchtern zu uns. Mit der Mutter bin ich im Kontakt, wir kennen uns persönlich, schreiben regelmäßig usw.

Wenn Anna dieses Mädchen nicht kennen gelernt hätte, wären wir jetzt nicht an diesem Punkt. Ich habe alles versucht, sogar eine Zwangseinweisung bei einer Psychologin aber solange sie sich" nur" ritzt ist das kein Grund, leider.

Mein Mann meint, wir können ihr nur immer wieder zeigen, das wir für sie da sind. Aber ihre Fehler im Leben darf sie machen.

Mein Mann ist komischer Weise sehr entspannt in diesen Situationen. Er bezieht es nicht auf sich. Annas Probleme sind ihre und nicht seine. Manchmal hat mich das wütend gemacht aber irgendwie hat er Recht, ich kann ihr nicht alles abnehmen, sondern ich kann nur für sie da sein. Vielleicht liegt das Problem auch bei mir, dass ich mir so große Sorgen mache. Ich habe halt Angst um sie.

Ich danke euch von ganzem Herzen....

20.09.2021 20:53 • x 3 #108


Zitat von Clementine:
Hallo, ihr seid toll. Tausend Dank für eure Unterstützung. Ich habe mich wieder gefangen. Hab mit meinem Mann gesprochen, der mir wirklich viel ...

Du hast einen tollen Mann, und ihr seid alle eine Klasse Team.
Er hat recht, das wichtigste ist das ihr da seid, ihr immer das Gefühl gebt das sie mit allem zu euch kommen kann, und das macht ihr super !
Ihr schafft das

20.09.2021 21:06 • x 2 #109


Danke, ja ich bin froh ihn an meiner Seite zu haben. Er hilft mir sehr.

Ich bin selbst psychisch so instabil und ich möchte eigentlich nur das meine Kinder dieses Leid erspart bleibt. Deswegen sehe ich sofort ROT, wenn sie sich selbst verletzt. Es schreit dann innerlich in mir ganz laut STOPP und HILFE.

Ich kann ihre Beziehung nicht verbieten oder verhindern. Es ist ihre 1. Liebe, wenn auch keine gesunde.

Es gibt viele Stressfaktoren die ich beeinflussen kann. Aber für meine Tochter brauche ich 2 Stressfässer.

Ich muss versuchen zu schlafen. Muss morgen 5:45 Uhr aufstehen und arbeiten.

Gute Nacht euch allen... Clementine

20.09.2021 21:15 • x 2 #110


zukunft-2021
Hallo Clementine

Das hört sich richtig schlimm an. Wie tief geht denn die Beziehung zwischen den beiden Mädels? Ich bin fast sicher, deine Tochter hat auch Verlustängste, ihre erste Liebe zu verlieren, deshalb will sie ihr vielleicht gefallen und macht ihr vieles nach, um ihre Bewunderung zu ernten, und damit auch ihre Liebe.

Rat zu geben ist schwer, vielleicht musst du ihr behutsam erklären, wenn sie dich wirklich liebt und gern mit dir zusammen ist, dann nimmt sie dich so wie du bist

21.09.2021 15:01 • x 1 #111


Hallo @zukunft-2021,

die beiden Mädels sind knapp 1 1/2 Jahre zusammen. Sie führen eine Fernbeziehung, Hessen BW.

Das Mädchen ist oft bei uns. Meine Tochter fühlt sich dort, bei denen nicht wohl. Die Mutter hat eine sehr hohe Erwartungshaltung. Anna spürt ständig den Druck so und so sein zu müssen.

Es ist besser wenn ihre Freundin zu uns kommt. Meine Tochter ist sehr eifersüchtig, weil sie wenig Selbstbewusstsein hat und am Anfang wollte sie, dass ihre Freundin mit dem ritzen aufgehört, dann hat sie es bei sich selbst gemacht um Druck ausüben. Total falsch und unvernünftig.

Mein Vater war, ich weiß nicht genau aber ich würde sagen ein Narzisst. Die Beziehung mit meiner Mutter die Hölle auf Erden und ich mitten drin. Meine Mutter ist in einer geschlossenen Abteilung untergebracht in einem Heim, sie hat die ganzen Erlebnisse nicht verkraftet. Ich bin seit 7 Jahren ungefähr psychisch sehr instabil geworden und seit dem Tod von meinem Vater letztes Jahr im Oktober bin ich komplett zusammen gebrochen. Mit PAs.

Ich bin knapp 1000km von meinen Eltern weg gezogen. Kontakt auf ein Minimum beschränkt.

Da hatte ich die Wahl. Meine Tochter ist genau wie mein Vater, ich weiß nicht, ob sie eine Form von Autismus hat oder doch eine Borderline Störung oder auch Narzisstische Züge. In der Kinder und Jugend Psychosomatik wäre sie diagnostiziert worden aber sie hat alles verweigert.

In meiner Kindheit war ich dieser Beziehung Mutter und Vater ausgesetzt und jetzt erlebe ich wieder so eine ungesunde Beziehung zwischen meiner Tochter und ihrer Freundin. Als ob sich alles wiederholt und ich diesmal wieder nichts tun kann. Wieder hilflos bin wie damals als Kind.

Ich hoffe euch geht es gut.

Clementine

21.09.2021 19:17 • x 1 #112


Hey,

ich habe gerade auf YouTube nochmal was gefunden was ich euch empfehlen kann.

Therapy in a Nutshell

Die Videos sind zwar auf Englisch aber viele Videos haben einen sehr guten deutschen Untertitel.

Liebe Grüße Clementine

22.09.2021 17:26 • #113


Hallo,

wie geht es euch?

Ich hatte gestern auf der Arbeit einen heftigen Rückfall. Ich habe eine PA gehabt mit allem was dazu gehört. Gut 1 Stunde danach war mir noch sehr schwindlig.

Heute bin ich auch sehr instabil. Werd früh schlafen gehen.

Es war klar, dass nach dieser stressigen Woche mein Körper wieder so reagiert. Es ist einfach alles zu viel. Nur weiß ich nicht wie ich den Stresspegel senken kann.

Soll ich aufhören zu arbeiten?

Liebe Grüße Clementine

25.09.2021 16:38 • x 1 #114


LillyDream
Zitat von Clementine:
Hallo, wie geht es euch? Ich hatte gestern auf der Arbeit einen heftigen Rückfall. Ich habe eine PA gehabt mit allem was dazu gehört. Gut 1 Stunde ...


Hallo,

die Rückfälle sind leider "normal". Machst du aktiv etwas um deinen Stresslevel zu senken?

Ich schreibe mir für mich belastende Situationen nach wie vor in mein Tagebuch, mache Sport und Entspannungsübungen, auch an Tagen an denen es mir gut geht.

Wenn du deine Arbeit gerne machst und sie dir Spaß macht, wäre es glaub ich schade nicht mehr zu arbeiten. Eventuell könntest du dich vorerst einmal krankmelden?

Bist du in Therapie?

Liebe Grüße

26.09.2021 20:45 • x 1 #115


@LillyDream

Danke für deine Antwort.

Neue Woche, neues Glück.

Ich habe in meinem Tagesablauf einige Dinge verändert um meinen Stresspegel zu senken. Es gibt aber Faktoren die ich nicht bzw. kaum beeinflussen kann und deren Stress ich ausgesetzt bin ohne Einfluß zu haben. Zumindest habe ich das Gefühl, nichts ändern zu können.

Ich habe mehrfach versucht einen Therapeuten zu finden, leider mit Wartezeiten bis zu einem Jahr. Ich werde es aber erneut in Angriff nehmen und diese Woche nochmal Therapeuten anrufen.

Ich habe auch überlegt, ob ich mich krank schreiben lasse oder ob ich versuchen kann eine REHA zu beantragen. Aber geht das einfach so?

Ich versuche mehr Sport zu machen, Fahrrad fahren. Bei mir ist Schwindel ein großes Problem, dass mich sehr einschränkt. Mein Alltag ist oft so voll, arbeiten, Haushalt, 2 Kinder, Einkaufen, Kochen usw. Schlechte Nächte, Müdigkeit so dass ich wenn ich Zu Hause bin, eigentlich nur entspannen will und mich hinlegen möchte.

Mein Nervensystem ist so überlastetes und überfordert das Kleinigkeiten mir schon zu viel sind. Der kleinste zusätzliche Stressfaktor reicht aus und mein Körper reagiert mit Symptomen.

Ich fange an Situationen zu meiden, die mir sonst Freude bereitet haben. Meine Arbeitskollegen sind alle Essen gegangen letzte Woche Freitag, nach meiner heftigen PA am Freitag bin ich nur noch ins Bett. Ich bin nicht mitgegangen.

Meine Tochter sucht zur Zeit einen Praktikumsplatz und ist überfordert mit der Situation. Weiß nicht wie man eine Bewerbung schreibt usw. will es aber auch nicht lernen. Am Ende schreibe ich ihr die und überlaste mich mit ihren Problemen. Aber ich kann eigentlich keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen.

Meine Arbeit macht mir Spaß. Ist aber natürlich auch stressig. Ständig Überstunden, Zeitstress, von einem Kunden zum anderen zu fahren. Ich habe eine Weiterbildung machen können und habe jetzt sogar eine Gruppenleitung übernommen. Tolle Arbeit, aber natürlich auch Stress.

Ich versuche zu Meditieren aber meine Gedanken schweifen oft ab.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche.

Clementine

27.09.2021 05:42 • #116


LillyDream
@Clementine

Guten Morgen

Ja es gibt Stress an dem wir nichts ändern können, das müssen wir leider so hinnehmen, das einzige was wir da ändern können ist unserer Sichtweise dazu. Da wäre eine Therapie ganz toll. Aber die Wartezeiten bei euch, sind ja ein Wahnsinn. Eventuell kann dir da dein Hausarzt weiterhelfen? Die haben oft gute Kontakte.

Natürlich kannst du dich krankschreiben lassen. Wie das mit einer Reha abläuft weiß ich leider nicht, aber da wird die sicher auch sein Arzt weiterhelfen können.

Mit Schwindel hatte ich auch zu kämpfen, da geht dann wirklich gar nichts mehr. Deine Psyche zeigt dir da ganz klar auf, dass du eine Pause brauchst.

Mir wurde von meinem Psychiater folgendes Buch empfohlen :
Dr Doris Wolf- Ängste verstehen und überwinden. Eventuell ist das auch etwas für dich, bis du einen Therapieplatz hast.

Liebe Grüße

27.09.2021 06:31 • x 2 #117

Sponsor-Mitgliedschaft

Nora5
Erinnerung an ein gutes, super wichtiges, wertvolles Thema! Das werde ich irgendwann auch von mir sagen können

28.10.2021 16:01 • #118


NIEaufgeben
Es kommt darauf an was man geschafft haben soll!?
Ist das eine ganz generelle Frage oder geht es nur gezielt um Angst und Panik?

28.10.2021 16:04 • #119


Hallo NIEaufgeben,

mir ging es darum, eine Frage an alle zu stellen, die es geschafft haben ihre Panikattaken und Ängste zu überwinden. Ich wollte wissen WIE sie es geschafft haben. Genaue Tipps und Tricks und Verhaltensweisen.

Ich habe seit der letzten großen PA keine mehr gehabt aber habe immer wieder in unterschiedlichen Situationen so einen diffusen Schwindel bzw. das Gefühl der Depersonaltion (hoffentlich richtig geschrieben). Ich komme zur Zeit aber gut damit zurecht. Die Symptome sind zwar ab und an da, machen mir aber keine Angst.

Wie geht es euch so? Freue mich auf Rückmeldung.

Liebe Grüße Clementine

29.10.2021 15:40 • x 1 #120



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