Pfeil rechts
1

Hallo zusammen,

ich bin 30 Jahre alt und bei mir wurde letztes Jahr eine Angststörung diagnostiziert. Angefangen hat es bei einer Aufführung, bei der ich plötzlich Herzrasen bekam und ins Krankenhaus kam. Ohne Befund. Danach bin ich von Arzt zu Arzt gegangen, niemand fand etwas. Jetzt bin ich bei einem Psychologen und wir versuchen über Tiefenpsychologie der Sache auf den Grund zu gehen. Ich nehme keine Medikamenten, habe mal Opipramol genommen, aber wieder abgesetzt. Zur zeit ist es so, dass ich mich scheinbar noch schwer damit tue, die Angststörung zu akzeptieren.
Mein Problem sind die täglichen Symptome. Benommenheit, Gefühl von Schwindel, Druck im Kopf, Angst umzufallen, Hitzewallungen, Würgereiz, Kreislauf...usw. Mein Alltag besteht fast nur daraus, mich mit meinen Symptomen zu beschäftigen. Das sollte ich eigentlich nicht tun, aber sie sind so real und akut da, dass ich nicht weiss, wie ich es abstellen kann. Man sagt die Angst tut einem nichts. In den Momenten kann ich mir das aber nicht klar machen. Ich bin meistens immer der Meinung, dass etwas passiert. Jedoch ist seit über einem Jahr nichts passiert...
Habe schon oft Beiträge hier gelesen und habe ich mich endlich entschlossen mich mal hier anzumelden. Ich hoffe wir können uns gegenseitig unterstützen.

Liebe Grüße

04.07.2014 10:43 • 08.07.2014 #1


18 Antworten ↓


Ihr werdet das alle kennen. Ich persönlich suche Tipps für Akutsituationen. In der Tiefenpsychologie wird nicht über Verhaltensweisen gesprochen. Was macht ihr, wenn ihr auf der Straße steht und das Gefühl überkommt einen umzufallen? Was macht ihr wenn ihr in der Wohnung steht und habt das Gefühl euch wird gleich schwarz vor Augen?

Liebe Grüße

04.07.2014 10:56 • #2



Sich gegenseitig helfen bei Angststörungen

x 3


Hallo Fearless44,

was ich tue wenn ich auf der Straße das Gefühl habe umzukippen?
Nichts, einfach weitergehen.
Ebenso zu Hause. Ich habe ziemlich schnell gemerkt das nicht, aber auch gar nichts passiert.
Das hat mir letzten Endes dazu verholfen wieder ein normales Leben zu führen.
Fast ohne Panikattacken.


Gruß
Mettwurst

04.07.2014 11:32 • #3


Hallo Mettwurst,

danke für deine Antwort. Lauf auch immer weiter, aber das Symptom oder die Gedanken verschwinden dadurch nicht. Ich spinne dann immer weiter, Katastrophengedanken nehmen ihren Lauf und das hält sich dann über Stunden an.

04.07.2014 12:02 • #4


ja,

das ist ein Lernprozess.
Du musst lernen deinem Körper wieder zu vertrauen.
Wie weit gehen deine Katastrophengedanken denn?

Was passiert denn wenn du umkippst? nichts, du wirst wieder wach , stehst auf und gehst nach hause. Oder dir hilft jemand.
Oder du kommst in ein Krankehaus und man hilft dir dort.
Aber all das wird nicht passieren.
Und je mehr du die Attacken zulässt desto besser wird es. Nur eben nicht von heute auf Morgen.

Gruß
Mettwurst

04.07.2014 12:33 • #5


Grüß dich Fearless, herzliches Willkommen

Stell dir mal vor du würdest morgen aufwachen und du hättest deine Angststörung akzeptiert.
Woran würdest du das erkennen?

LG

04.07.2014 12:37 • #6


Hallo skyskewz,

habe mir das ganze Wochenende Gedanken über deine Frage gemacht. Ich finde die Frage sehr interessant.
Woran kann man es denn erkennen? Kann man es überhaupt erkennen? Ich würde sagen, ich erkenne es daran, indem ich die Symptome der Angsterkrankung so annehme.

Lg

06.07.2014 10:12 • #7


Hallo fearless,

es ist eine sehr wichtige Frage, und dass du darüber nachgedacht hat freut mich sehr. Sie ist nämlich zielführend. Wenn du einmal bis weißt, wie es sich anfühlt deine Angsterkrankung zu akzeptieren, dann weißt du in welche Richtung du arbeiten willst.

Du schreibst "Indem ich die Symptome der Angsterkrankung *so* annehme.
Kannst du mir das "so" etwas näher erklären?

06.07.2014 11:55 • #8


Hallo skyskewz,

indem ich die Symptome wahrnehme wie sie sind und nicht bewerte als wäre es etwas lebensbedrohlich. Schwindel? Ja gut dann ist mir jetzt schwindelig aber ich falle davon nicht tot um. Kreislauf? Ja gut, dann hab ich jetzt Kreislauf, aber der stabilisiert sich gleich wieder. Herzstolpern? Ja hat jeder und es wird nicht besser indem ich ständig meinen Puls messe. Verspannten Kopf? Ja klar bei der Anspannung aber das verursacht keinen epileptischen Anfall.

06.07.2014 14:38 • #9


Das liest sich in meinen Augen schon sehr weit. Es gibt Menschen, bei denen löst schon allein der Fakt, dass sie wissen was sie tun müssen, die Fähigkeit aus zu tun was sie tun wollen.
Würdest du mir die Sätze die nach dem Fragezeichen kommen noch einmal positiv formulieren, quasi ohne "nicht"? Würde mich sehr interessieren wie sich das liest.

06.07.2014 15:27 • #10


Naja, das ist das Denken, das ich gerne erreichen möchte. Ich weiss, das es so ungefähr sein müsst, aber in Akutsituationen, in denen die Symptome sehr auf alles andere hindeuten nur nicht auf Angst, ist mir das leider NOCH nicht so bewusst.
Nun zu deiner Aufgabe: Ich habe Schwindel, aber ich lebe weiter. Mein Kreislauf ist etwas durcheinander, aber er stabilisiert sich wieder. Ich habe Herzstolpern, das ist völlig normal und zeigt mir, dass mein Herz weiterschlägt. Mein Kopf fühlt sich leicht verspannt an, eine Kopfmassage lindert die Verspannung.

So in etwa?

07.07.2014 09:24 • #11


Fee*72
huhu fearless ..willkommen hier im forum

ich find die frage auch interessant...meine thera hatte mal gesagt stellen sie sich vor morgen kommt eine fee und sie haben keine Angst mehr..was wäre anders?
kann man so einfach irgendwie nich beantworten..

07.07.2014 13:51 • #12


Ja, das ist doch schon super. Unser Gehirn hat Schwierigkeiten damit Negationen zu verarbeiten, aber das hast du sicher schon hundertmal gehört (von wegen "stell dir keinen blauen Elefanten vor"). Das macht es schon sinnvoll sich die Sätze so zurechtzulegen dass sie in die richtige Richtung zeigen.

Eine Methode die ich gerne benutze ist, jedesmal wenn meine Gedanken mal wieder anfangen kreuz und quer springen zu wollen ist innerlich laut zu lachen. Ich mach mich des öfteren lustig über meine eigenen Gedanken, sie sind manchmal so abstrus dass ich anfange zu grinsen.

Es ist unser Weg, den wir gehen, unserer ganz allein. Wir können, glaube ich (vielleicht, und manchmal hoffe ich das noch, täusche ich mich), nicht verändern aus was dieser Weg gemacht ist. Bei einigen ist er aus Sand, bei anderen aus Schiefer. Alles was wir tun können ist uns zu entscheiden, welche Schuhe wir anziehen und wie wir mit den Unvoraussehbarkeiten umgehen, die uns der Weg bereitet.

LG

07.07.2014 18:53 • #13


Fee*72
Hi..

ja das mit dem Elefanten ..

man soll sich ja auch immer fragen ,ob die Gedanken real sind..meistens sind die das ja nicht..und dann sind die Ängste auch nich real...das immer hinterfragen..
über was ich die letzten jahre nachdenke,kann ich gar nich so schreiben,es is nur komisch,das man da früher gar nich mal dran dachte sondern die Dinge,die normal sind" einfach tat,ohne nachzudenken und heute is das irgendwie anders,damit macht man sich selber das Leben oft schwer...
richtig Leben,was ist das?Geniessen,spass haben..alles irgendwie derzeit nich mehr so wie es mal war..

08.07.2014 11:08 • #14


Was mir heute wieder aufgefallen ist, ist dass ich Gedanken tendenziell sehr schnell bewerte. "Das war'n guter Gedanke, das war'n schlechter Gedanke".

Ein Freund hat mir gestern ein bisschen von Buddhismus erzählt, von einer Art, in der sich die Mönche einen Teil des Tages reservieren um zu meditieren, bzw. zu denken und den anderen Teil des Tages um all das zu unternehmen was sie halt so tun wollen/müssen. Während diesem Teil suchen sie so wenig zu denken wie möglich, sondern ihre volle Aufmerksamkeit auf ihre Wahrnehmung zu lenken. Was hören sie? Was sehen sie? Was fühlen sie? Was riechen sie? Was schmecken sie? All das aber ohne es zu bewerten! Nur wahrnehmen.

Nun - und da kommt Freud ins Spiel - kann man sich das Bewusstsein als Wahrnehmungsorgan vorstellen. Ständig fließt in uns ein dauerhafter Strom von Gedanken und Vorstellungen, jedoch nur wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf sie lenken nehmen wir sie bewusst war. Genau so wie ständig ein dauerhafter Strom von Bildern, Tönen, Gefühlen, Gerüchen und Geschmäckern um uns fließt, wir sie jedoch nur wahrnehmen wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf fokussieren.

Kontrolle über meine Aufmerksamkeit, ist mir heute aufgefallen (Ich habe mich darum bemüht ständig meine Aufmerksamkeit bewusst herumzushiften. Vom Geräusch der Autos auf das Geräusch meiner Füße beim gehen, auf das Gesicht der Person die mir entgegenkommt, auf das Gefühl meiner Tasche auf meiner Schulter), lässt mich Dinge viel weniger wertend, und viel stärker "existierend" wahrnehmen.

Wie das auf deinen Kommentar passt fee*: Ich bin so sehr damit beschäftigt Dinge als "das macht Spass", "das da ist kein Spass", "das ist die Wahrheit", "das ist schlecht" zu bewerten, dass ich zwar massig Spaß in Situationen habe, andere Situationen mir aber tendenziell sehr viele Sorgen bereiten. Ich bin so sehr auf der Jagd nach den "guten Gefühlen" dass ich vergessen habe es zu genießen auch mal einfach keine Gefühle zu haben.

Was ich auch sehr interessant finde sind die Freudschen Abwehrmechanismen. Ich mag nicht viel auf andere Theorien Freuds geben, aber diese Abwehrmechanismen find ich wirklich sehr spannend.

http://de.wikipedia.org/wiki/Abwehrmechanismus

Hier ein Link dazu.

Ganz unten findet sich eine hierarschiche Gliederung, wobei die "reife" Struktur, die angestrebte "sein sollte".
Sehr spannend ist: Ungeschehenmachen ist keine "reife" Strategie. D.h. sich zu entschuldigen um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen ist nach Freud keine optimale Spannungslösung.

LG

08.07.2014 14:16 • x 1 #15


Fee*72
danke für deinen Text werde es mir später mal ansehen..und du hast recht damit..
ich sollte auch mehr Achtsam sein bei allem was man tut..wenn man abwäscht z.b wie fühlt sich das wasser an,wie das geschirr,welche farbe hat es,wie is der schaum etc..das sind dinge da achtet man sonst nich drauf,da man es einfach tut,normal..

Wie das auf deinen Kommentar passt fee*: Ich bin so sehr damit beschäftigt Dinge als "das macht Spass", "das da ist kein Spass", "das ist die Wahrheit", "das ist schlecht" zu bewerten, dass ich zwar massig Spaß in Situationen habe, andere Situationen mir aber tendenziell sehr viele Sorgen bereiten. Ich bin so sehr auf der Jagd nach den "guten Gefühlen" dass ich vergessen habe es zu genießen auch mal einfach keine Gefühle zu haben.

genau so is es..ich hab es auch vergessen oder verlernt man zu geniessen,abzuschalten,runter zu kommen,einfach entspannen..man meint immer man muss Gefühle haben ,die richtigen..die richtigen worte fassen oder lieber gar keine und schweigen..
Das Leben ist der zeit weniger schön sondern nur noch anstrengend..aber da müssen wir durch ..vlt kommen nochmal schönere zeiten?obwohl ich da wenig Hoffnung hab.

08.07.2014 14:49 • #16


Fühl dich ganz fest gedrückt von mir Fee.
Auch wenn man es nicht glaubt, ja selbst wenn man sich nachts dagegen wehrt dass am nächsten Tag die Sonne aufgeht, passieren wird es.

08.07.2014 14:53 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Fee*72
danke fürs drücken tut gut im moment..geht eher die sonne dauernd unter..
naja heute wirds nich richtig hell ..doofer regen..
ja die sonne geht auf täglich..aber derzeit is alles einfach nur blöd..

08.07.2014 14:54 • #18


Hi an alle, bin neu hier und versuche meine Schei.... Angst in den Griff zu kriegen. Ok, wie sieht sie aus ... Sobald ich auf Arbeit bin geht es los, kann keine Arbeit normal verrichten, sofort wie unter Strom, Puls, Herzschlag, Blutdruck ,.. und kann den ganzen Tag (Arbeitstag nicht mehr runterfahren) Höre nur in mich rein. Würde am liebsten wegrennen. Blutdruck zu hoch na über Puls reden wir nicht. Wem gehts genau so? Danke

08.07.2014 21:01 • #19



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag