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Damazan
Hallo Forum,

ich habe es in meinem Vorstellungsthread bereits angekündigt: Ich würde das Thema Einsamkeit gerne etwas genauer besprechen.
Ich halte Einsamkeit als solche noch nicht für ein Problem- zumindest mich belastet meine Einsamkeit nur selten. Ich habe zwar eine Idee warum dies so sein könnte, befürchte aber, dass es die Diskussion gleich zu Beginn in eine Richtung drücken würde, die ich (noch) nicht einschlagen möchte.
Deshalb lasse ich es vorerst mit meiner Einleitung und komme zum Punkt:

Ich möchte euch dazu einladen zu folgenden Fragen eure Erfahrungen mitzuteilen:
- Wonach sehnt ihr euch, wenn ihr einsam seid?
- Welche Erlebnisse haben in eurer Vergangenheit dazu geführt, dass die Einsamkeit sich "aufgelöst" hat?

Bitte versucht eure Eindrücke und Erfahrungen möglichst konkret zu beschreiben. Schreibt zum Beispiel möglichst nicht "ich sehne mich nach einem Gespräch" sondern versucht die Sache bitte genauer zu beschreiben: Welcher Aspekt eines Gesprächs war es, den ihr vermisst habt? War es möglicherweise der Wunsch, in einem Gespräch mit einem anderen, eine neue Sichtweise auf ein Thema aufgezeigt zu bekommen?

Würde mich freuen wenn einige mitmachen

17.01.2019 19:50 • 24.05.2019 x 4 #1


21 Antworten ↓


Pseudonym 29
Ich mach hier jetzt einfach mit, da mich die Einsamkeit gerade erschlägt:

Ich vermisse die Gespräche mit meinem Freund, sei es einfach um sich über den Alltag auszutauschen, Ängste, Ärger oder wenn man sich besonders gefreut hat. Ich vermisse in der Einsamkeit den Menschen mit dem ich lachen und weinen kann, und er das auch mit mit tut. Ich vermisse die Gespräche auch weil er oft andere Sichtweisen hätte wie ich und ich diese sehr interessant fand. Einsam bin ich auch einfach weil ich weiß da ist niemand mehr der mich braucht, den ich brauche

22.01.2019 23:24 • x 2 #2



Was genau belastet euch, wenn ihr einsam seid?

x 3


Das klingt jetzt offensichtlich, aber wonach ich mich am meisten sehne ist einfach mein Leben mit einem anderen Menschen teilen zu können.
Alles was ich tue oder erlebe scheint mir bedeutungslos zu sein, wenn es niemanden gibt, der daran teilhaben kann. Wie es im FIlm "Into the wild" heißt: "Happiness only real when shared". Genauso empfinde ich, und das ist für mich vielleicht das Schwerste, weil ich mir so lange ich zurück denken kann nichts mehr gewünscht habe als eine Familie zu gründen, mit der ich mein Leben verbringen kann.

Auch der neurologische Input fehlt mir, wenn ich lange allein bin. Das lässt sich dann nur durch Selbstgespräche/vor sich hin singen oder Fernseher/Musik einschalten abmildern. Das lenkt dann vielleicht ein bisschen von der Einsamkeit ab - was gut ist, weil ich tief traurig werde wenn ich Anfange über mein Leben nachzudenken und mir meine Situation vor Augen zu führen.

Den zweiten Punkt deiner Frage verstehe ich noch nicht richtig. Einsamkeit ist für mich nicht etwas was sich auflöst, sondern nur etwas, was man zeitweise ignorieren bzw wovon man sich ablenken kann,

Das ist heute mein erster Post hier, Ich habe davor ein paar Beiträge von Leuten gesehen, die unter der Einsamkeit nicht so zu leiden scheinen und die sich selbst genügen können. So ein Mensch bin ich nicht .

23.01.2019 00:52 • x 2 #3


Ich sehne mich am meisten nach einem offenen Ohr. In guten wie in schlechten Zeiten. Irgendjemanden, mit dem man schöne Momente teilen kann, indem man über sie spricht oder sie auch einfach gemeinsam still genießt. Jemanden, der einem zuhört und einen in den Arm nimmt, wenn es schwierig wird. Und jemanden, dem man all die Liebe, die man in sich trägt, geben kann.

23.01.2019 01:09 • x 3 #4


Sara80
Die Tatsache das niemand da ist zum reden, gemeinsam lachen, Probleme teilen, mal einen Rat gibt.
Einsamkeit löst sich nicht auf. Sie lässt sich beenden wenn man den oder die richtigen Menschen kennengelernt. Beziehungsweise verstehe ich diesen Teil deiner Frage vielleicht auch nicht richtig.

23.01.2019 01:55 • x 3 #5


Mich belastet es, wenn ich einsam bin, niemanden an meiner Seite zu haben, mit dem ich meine Gedanken und Gefühle teilen kann.
Meine Einsmakeit hatte sich aufgelöst, als ich mich einer Gruppe angeschlossen hatte. LG

23.01.2019 03:41 • x 3 #6


Sells1234
Am schlimmsten ist die Einsamkeit die Gedanken einfach keine Hilfe zu bekommen.lg.

23.01.2019 06:34 • x 1 #7


Devin
Hallo Damazan,

finde ich eine tolle Idee, das Thema Einsamkeit näher zu beleuchten. Da mich die Einsamkeit gerade wieder besonders quält, möchte ich mitmachen (benutze der Einfachheit halber die männliche Form, gemeint sind natürlich beide Geschlechter ):

1. Wonach sehnt ihr euch, wenn ihr einsam seid?
- Nach Jemandem, der einfach wirklich interessiert an einem als Mensch ist und dem man wichtig ist, d.h. der z.B. die Floskel "Wie geht's" wirklich ernst meint und an einer ehrlichen Antwort interessiert ist. Interesse und Wichtigkeit aber nicht um seinem Ego etwas zu geben, also damit etwas für sich egomäßig erreichen/bezwecken zu wollen, denn dann ist es nicht von Dauer. Nein, um der anderen Person willen.
- Der da ist, um gegenseitig Anteil am Leben des Anderen zu nehmen, z.B. wenn man abends von der Arbeit heimkommt, d.h. mit dem ich mich austauschen kann über alles mögliche, einschließlich Sorgen/Nöte/Probleme. Es ist schlimm, zur Sprachlosigkeit verdammt zu sein, mit Niemandem zuhause reden zu können.
- Der einen so vorbehaltslos annimmt wie man ist, d.h der nicht oberflächlich über andere Menschen urteilt/bewertet und mich nicht mit seinen Erwartungen überhäuft wie man aus seiner Sicht zu sein hat (innerlich/äußerlich) und in eine bestimmte Rolle drängen will.
- Der einen auch mal umarmt und/oder drückt, Berührungen sind oft wichtiger als alle Worte zusammen.

Was mir wichtig ist, weil das bei manchen Einsamen zu kurz kommt:
All diese Dinge und noch viel mehr meine ich natürlich immer gegenseitig, denn wer "nimmt" der gibt es in gleicher Weise dem Anderen (Anteil am Leben ist für mich immer gegenseitig).

2. Welche Erlebnisse haben in eurer Vergangenheit dazu geführt, dass die Einsamkeit sich "aufgelöst" hat?
"Aufgelöst" in dem Sinn bisher nur in Phasen der Zweisamkeit mit einer Frau. "Vorübergehend verdrängt bzw. ruhig gestellt" nur, wenn ich mich mit meinem einzig verbliebenen Kumpel treffe, der jedoch leider nicht hier wohnt. In Gruppen hing es immer von den dort teilnehmenden Personen ab (Charaktere).


So, belasse es mal dabei, obwohl ich noch viel mehr schreiben könnte. Aber für's Erste reicht es mal

28.01.2019 21:58 • x 2 #8


kira-kira
Mich belastet die Einsamkeit, dass ich auch irgendwie nicht zu der Gesellschaft gehöre. Das klingt vielleicht komisch. Aber ich komm mir echt seit langen dumm und blöd vor, keinen Partner zu haben. Ich komm mir blöd vor vor meinen Eltern, Freunden, Arbeitskollegen, Nachbarn. Alle im Umfeld sind in einer langjährigen Partnerschaft. Ich werde nächsten Monat 39 Jahre und kann von dieser Seite her absolut nichts berichten. Klar, ich hatte Partnerschaften. Die hielten max. 1 bis 2 Jahre. Aber gefühlt bin ich schon immer single. Das nagt ganz schön am Selbstbewusstsein. Überall sieht man Paare, mit Kinderwagen. Ich laufe alleine umher. Das zieht mich ziemlich runter. Ich fühle mich einfach, als ob ich nicht dazu gehöre.
Ich weiss, eigentlich könnte es mir egal sein, was andere denke. Wahrscheinlich denken sie auch gar nichts. Aber dennoch. Ich hätte gerne mehr eine "schei**egal" Einstellung.

29.01.2019 13:52 • x 3 #9


Hallo Finja,

was für eine Gruppe war das den ? Ich bin auch auf der Suche, finde aber nicht, was mich so richtig beflügelt und motiviert.
Einfach in´s Cafe´setzen , ein Buch mitnehmen habe ich schon oft probiert. Funktioniert bei mir irgendwie nicht.

LG

Twice

29.01.2019 14:10 • x 1 #10


Wonach sehne ich mich wenn ich mich einsam fühle?
Nach Nähe, nach Vertrauen, nach Liebe, nach Geborgenheit, nach authentischen,wundervollen, ehrlichen Menschen. Da ist diese Leere in mir. Ich bin jetzt mehr als zehn Jahre ohne Partner an meiner Seite. Anfangs war das nicht leicht, irgendwann kam ich an den Punkt wo ich mir genügte und das aussen nicht brauchte um mich glücklich zu fühlen. Es fehlt mir ein Mensch mit dem ich mich verbunden fühle ( was nicht zwangsläufig ein Partner sein muss).
Das Gefühl von Einsamkeit "auflösen"?
In den Momenten,wo das Gefühl aufkeimt hinterfrage ich es ( mich), was war der Auslöser? Was ist es gerade? Ist es denn wirklich so? Und überlege wie ich diese Lücke fülle mit dem was ich gerne tue und wenn das nicht hilft, nehme ich mich selbst in den Arm und Weine leise bis es okey ist. Es ist wie es ist.

29.01.2019 21:10 • x 3 #11


Meinst du wirklich "einsam" oder "allein"?

29.01.2019 21:45 • #12


Bellaina
Was mich belastet wenn ich einsam bin?
Die Tatsache, das ich ganz viele liebe Menschen um mich herum habe aber mich trotzdem Leer fühle.

29.01.2019 21:48 • x 1 #13


Zitat von Damazan:
Ich möchte euch dazu einladen zu folgenden Fragen eure Erfahrungen mitzuteilen:
- Wonach sehnt ihr euch, wenn ihr einsam seid?
- Welche Erlebnisse haben in eurer Vergangenheit dazu geführt, dass die Einsamkeit sich "aufgelöst" hat?


Vielen Dank für die Einladung.
Die Wahrheit über mich ist, dass ich eigentlich ein harmoniebetonter Langkuschler bin.
Ich sehne mich also nach Harmonie, kuscheln,
außerdem mag ich lustige Anekdoten und Scherze.

Ja, genau dann löst sich die Einsamkeit auf ... Harmonie, kuscheln, lachen und gemeinsam das Leben genießen.
Alles andere ist für mich meistens wie kalter Kaffee.

.....

29.01.2019 21:57 • x 1 #14


Wenn ich mich einsam fühle dann sehne ich mich nach Geborgenheit, einen Menschen den ich lieben kann, der für mich in allen Situationen da ist, für den ich da sein kann. In mir spüre ich dann eine innere Leere, das Gefühl nutzlos zu sein und nicht mehr "gebraucht" zu werden. Auch sehne ich mich nach einer starken Schulter an die ich mich lehnen kann und Verantwortung abgeben kann.

Einsamkeit hat sich in meinem Leben noch nicht "aufgelöst" ich verdränge oder überspiele sie.

LG Betty

15.02.2019 22:28 • x 1 #15

Sponsor-Mitgliedschaft

Ich sehne mich nach einer Umarmung, einfach nur nach einer Umarmung...

22.05.2019 21:02 • x 2 #16


Gaulin
Einsamkeit? Hilflosigkeit...
Nie genug zu sein, genug zu tun...
Das Gefühl von Verurteilung, Bewertung
Das Gefühl von: Keiner versteht mich, ich passe nirgends hin oder gehöre nicht dazu, Allein mit mir selbst alles ausmachen zu müssen, weil zwar einige zuhören, aber nicht richtig hinhören, keine Anerkennung, Respekt, Akzeptanz...
Eigene Grenzen werden nicht geduldet, dieser großen Erwartungshaltung anderer gerecht zu werden
Einsamkeit gefühlt von einem Selbst durch negative Bewertung der Handlungen, Worte Anderer.
Auflösung: Gedanken hinterfragen und andere Meinungen, Bewertungen akzeptieren, aber nicht negativ annehmen. Jeder Mensch sagt und handelt aus seinen gewissen Gründen, die rein gar nix mit mir selbst zu tun haben, sondern mit denen selbst (Erfahrungen, Vergangenheit usw). Weil sie es selbst nicht anders gelernt haben. Das zu verinnerlichen bringt schon Erlösung und ein ganzes Stück Freiheit.

22.05.2019 22:27 • #17


ray_of_Hope
Zitat:
Ich möchte euch dazu einladen zu folgenden Fragen eure Erfahrungen mitzuteilen:
- Wonach sehnt ihr euch, wenn ihr einsam seid?
- Welche Erlebnisse haben in eurer Vergangenheit dazu geführt, dass die Einsamkeit sich "aufgelöst" hat?


Wenn allein schon die Berührung der Fingerspitzte elektrische Stöße in einem auslöst. Wenn man sich unter die Decke verkriecht weil es kalt ist und die Partnerin grinsend ihre Kalten Hände gegen mich drückt. Das stundenlange erzählen während man im Dunkeln nebeneinander liegt. Meine Arme beim Schlafen schützend um sie Legen und spüren das sie es genießt, in jeder Situation zusammen Lachen können. Nicht immer einer Meinung sein aber wissen das sie trotz allem respektiert wird.
Das Gefühl, egal wie schlimm der Tag war, zu wissen zuhause ist jemand. Vorallem auch mal und wenn es nur kurz ist, gehalten zu werden.

Ich hatte mal solch eine Beiziehung sie war leider nur kurz. Wir haben uns kein einziges mal gestritten zwar das eine und andere Hitzige Gespräch aber danach haben wir uns geeinigt das wir uns nicht einig sind, dann meistens angefangen zu lachen. Sie war nicht Perfekt also die Beziehung aber sie war gut. Sie fühlte sich an wie warmer Sonnenschein auf der Haut. Ich kann mich nicht erinnern ob es während dieser Zeit jemals geregnet hat . Sie war schwer Krank und der Tod war es der uns getrennt hat. Seit damals erdrückt mich die Einsamkeit.
Für Jemanden der das Licht gesehen hat ist die Finsternis umso so finsterer



Liebe Grüße


Ich neige immer zu viel Text sry...

23.05.2019 10:20 • x 1 #18


boomerine
Ich wünschte mir, ich möchte, ich hätte, ich sehne.................mich nach
einen Menschen : der mich versteht
mit dem ich reden kann über ................
der mich auffängt wenn ich falle............
der mich liebt und ehrlich ist
und der am Montag bei mir ist.
LG

23.05.2019 18:52 • x 3 #19


Schöne Ereignisse niemandem mitteilen zu können, tut mir fast mehr leid, als bei Schwierigkeiten keinen Beistand zu haben. Probleme mache ich so oder so lieber mit mir selbst aus. Aber dass sich keiner dafür interessiert und sich mitfreut, wenn es gut läuft bei mir, das belastet mich echt.

24.05.2019 08:30 • x 1 #20



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