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201804.03




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Niedersachsen
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@wagenburg
Ich kann es eben nicht ändern, ich kann nur schwer stolz auf das sein, was ich bisher geleistet habe. Außerdem kann ich nicht einfach meine Arbeitskollegen im Stich lassen und sagen, tschüss ich habe kein Bock mehr hier zu arbeiten, weil ich mich wertlos fühle. Ich denke schon, dass mein Chef und meine Kollegen mit meiner Arbeit zufrieden sind. Aber deswegen erfüllt es mich nicht total und ich könnte sagen, was für ein toller Job. Es kommt auch darauf an, was man in der Freizeit so macht. Wenn ich jetzt auch noch arbeitslos werden würde, hätte ich ja fast gar nichts mehr zu tun. Ich müsste meinen Tag völlig neu strukturieren. So habe ich von Montag bis Freitag meine Arbeit und kann mich dann am Wochenende ausruhen.

Auf das Thema antworten


56
Niedersachsen
27
  04.03.2018 20:27  
jh1d92 hat geschrieben:
@wagenburg
Ich kann es eben nicht ändern


mein post war scheinbar etwas forsch gewesen. entschuldige bitte.





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Niedersachsen
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  05.03.2018 00:15  
@wagenburg
Mit Leere meinte ich eigentlich nur das ich nicht ambitioniert und enthusiastisch bin, denke ich.
Das heisst dann nicht, das ich Teilnahmslos bin, das Schränkt mich nur soweit ein, das ich zB nicht wie andere einfach irgentwas sehe und dann total begeistert oder überrascht sein werde... jetzt wo ich darüber nachdenke, bin ich mir garnichtmehr so sicher ob Leere wirklich eine gute Wortwahl war. Aber ich hake das mit der Leere erstmal ab.


wagenburg hat geschrieben:
Die Tiefe eines Kontaktes ergibt sich bei mir aus der Interesse an dem Inhalt des Menschen. Äußerlichkeiten sind für mich Etiketten, die andere Menschen brauchen um Menschen zu kategorisieren. Der Mensch versucht generell alles in irgendwelche Kategorien zu stecken, zu systematisieren damit die Welt für ihn verständlich wird. So werden tausende von Leute einfach in das Label "hässlich" gestopft, nur damit sich der, der das macht, diesen Menschen entledigen kann, weil er sich nur mit "hübschen" Menschen umgeben will. Bei mir ist das etwas anders. Für mich sind Menschen Programme, deren Quelltext ich verstehen will. Das klingt jetzt technisch, ist aber für mich die beste Erklärung. Mich interessieren Menschen die vielschichtig, widersprüchlich sind. Die Reaktionen zeigen, die sonst niemand erwarten würde. Da beginne ich aufzuhorchen, denn da entsteht bei mir die Frage: "Warum reagiert er jetzt so und nicht anders?".

So interessieren mich auch Menschen die über Grenzen gehen, Gewaltverbrechen begehen, einen anderen Menschen das Leben nehmen. Das klingt jetzt ultra gruselig kann ich mir vorstellen, aber das was mich interessiert ist, was geht in den Menschen in diesem Moment vor, was sind die Einflüsse gewesen die er erfahren musste um an diesen Punkt zu kommen. Und wenn es die pure Mordlust war, was löste diese Lust aus, wie ist die Art der Befriedigung die er dadurch erfährt.

Was das angeht, mir macht es auch nichts aus wie jemand aussieht, war aber selber lange darüber besorgt das ich vielleicht doch hässlich sein könnte und negative Reaktionen ernten konnte.
Kategorien, das mache ich um ehrlich zu sein selber. Es gibt für mich z.B. Gruppenmenschen, laute Menschen, leise Menschen, die, die mir was böses wollen, die, die mir egal sind... ich weiss nicht ob du das so meinst.

Über Grenzen gehen, kam es vielleicht falsch rüber als ich Moral erwähnt habe? Gegen das gesetz gehe ich nicht einfach weil ich von naturaus eher meine Ruhe will, mich nicht "einmischen" will und es auch garkeinen Grund gibt, das zu tun, wenn man nicht gerade jemanden abgrundtief hasst.
Soetwas kann ich verstehen, würde ich selber denke ich nie machen. Ich habe auch das Gefühl das solche verbrechen in der Regel sehr einfach zu erklären sind. Die antworten was Leute dazu verleitet, sind im Endeffekt immer die selben, wie bei allen dingen die wir Menschen so tun

wagenburg hat geschrieben:
Veränderung von Aussen mag ich überhaupt nicht. Das ist die schizoide Seite, ich will nicht mein Ich verlieren, denn das ist das einzige was ich habe und wenn ich mich selbst verliere, dann wüsste ich nicht was ich hier noch soll.

Das geht mir -teilweise- genauso. Wenn ich jemanden sehr schätze, passe ich mich nicht ungern an, finde es manchmal auch etwas unverschämt was für belanglose Dinge Leute ab und zu mal von einem erwarten nur um nicht abgewertet zu werden... von anderen erwarte ich "ändern" nur dann, wenn man sich eng genug ist und es nicht anders geht und fair ist. Ansonsten bin ich eher die art Mensch die lieber Konflikte vermeidet und wenn es wirklich nicht anders geht, dann ist das eben so. Aber auch eine kurze warnung, ich kann schon denken das ich x oder y an einer Person nicht mag, bin da eher so, das ich versuchen würde damit zu Leben, diesen Personen aus dem Weg gehe oder einfach erstmal überrascht bin.
Naja dann gibt es noch Dinge, die ich wiederrum nur schwer akzeptieren könnte, wie eben auch Ideologien wie ich schon erwähnt habe.

wagenburg hat geschrieben:
Physische Treffen sind für mich überhaupt nicht notwendig. Ich diskutiere, unterhalte mich gerne auf Distanz. Dann muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen, dass mir jemand "zu nahe" kommt. Was ich überhaupt nicht ausstehen kann, ist wenn jemand unangemeldet vorbei kommt. Oder Telefonanrufe - ich finde einen Anruf eine Frechheit: Da erwartet nun jemand von mir, dass ich alles stehen und liegen lasse, nur um jetzt N Minuten meines Lebens seinem Gerede zu zuhören. Kann der nicht einfach eine Mail schicken? Dann kann ich das lesen wenn ich Lust dazu habe, oder nicht.

Das mit dem Telefonat würde mich erstmal etwas abschrecken um ehrlich zu sein, wenn es wirklich stört, kann man es vielleicht einfach so machen das nicht abgenommen wird eventuell zurückgerufen wird und das "gebimmel" bei 2 mal Klingeln lässt damit es nicht stört. Aber ok, andere Menschen haben da auch andere Grenzen, ich habe selber mal jeden Tag anrufe bekommen von der selben Person, da mussten wir auch etwas ausshandeln da ich auch oft aufgeweckt wurde.
Das ist aber so eh kein Problem, da ich starke schwierigkeiten habe mit Telefonaten, wenn ich die Person noch nicht richtig ausserhalb des Internets kenne und noch dazu selber lieber schreibe als rede.

wagenburg hat geschrieben:
Den Satz finde ich interessant, denn wie funktioniert das? Von "ich kann nur unter Dro. (Liebe ist auch nur ein Dro.) raus" zu "ich nehme dieses Jahr die öffentlichen Verkehrsmittel". Die Schlussfolgerung wäre, du nimmst einen Chemiecocktail um das zu schaffen?

Würde ich wahrscheinlich wenn ich einen Grund hätte es von mir aus zu lernen, mich aber nicht dazu überwinden kann egal wie ich es drehe und Wende.
Ich bin in ambulanter Betreuung die mir mit Dingen geholfen hat, die ich alleine nie geschafft hätte, mein eigentliches Ziel ist schon erreicht (ausziehen) aber bin trotzdem noch dort weil ab und zu nochmal was anderes ansteht und da ist es einfach hilfreich, je nach Situation.
Ich finde den Teil meiner Nachricht nicht wo ich gesagt haben soll ich kann nur unter Dro. einfluss raus, habe ich das so geschrieben? Aus dem Haus und einkaufen schaffe ich meist doch recht locker weil ich es aus der Not heraus so oft gemacht habe, das ich mich daran gewohnt habe. Alles andere was man draussen machen kann, würde ähnliche endlose "versuche" brauchen bis es einigermaßen geht ohne das ich mich zu schlecht dabei fühle.
Probleme mit neuen Situationen, denke ich.

Mal um es deutlich zu machen, meine ersten paar einkaufsversuche waren nur Begleitungen mit meiner Betreuung und wir haben zb Kaffee für ihr Büro gekauft.
Ich hatte Angst, beurteilt zu werden aufgrund dem was ich kaufe, das gefühl das menschen mich jeden moment grundlos anspringen könnten oder realistischer, einfach doof anmachen,...
Die Verkehrstmittel, das möchte ich selber lernen nur damit es eine möglichkeit ist, sollte es mal gebraucht werden...vielleicht muss ich mal irgentwo hin, oder möchte es gar selber.
Wenn ich ausziehen würde, würde ich auch wieder Erfahrungen mit sowas brauchen und dann möchte ich nicht vollkommen überfordert damit sein.
wagenburg hat geschrieben:

Hm, wenn ich "unter Menschen" will, dann gehe ich in den Supermarkt, an einen belebten Ort. Da bin ich unter Menschen. Austausch, Gespräche erfordern keine Menschenmengen in die man sich stürzen und darin baden muss. Es reicht ein Internetzugang. Und damit hat man vor allem einen viel größeren Radius. Ich unterhalte mich auch gerne mit Menschen aus anderen Ecken der Erde. Die haben eine komplett andere Einstellung als Deutsche. Als Beispiel: Schreibst du in einem Forum einen Schreibfehler oder setzt ein Komma falsch, kommt von irgendwo her jemand, der dir niedrige Schulbildung, keine Rechtschreibkenntnisse und was weiss ich alles unterstellt. In anderen Teilen, z.B. die Englisch sprechen, ist das das genaue Gegenteil. Ja das Englisch ist kantig, hackelig und nicht alle Worte sind richtig, aber es wird verstanden, was man sagt. Und es wird auch toll gefunden, dass man eine andere Sprache spricht und sich die Mühe macht mit der Kultur auseinander zu setzen. In DE bekommt man sowas nie gesagt. Hier sind nur Miesepeter, die an anderen irgendwas rumnörgeln, um die eigenen Fehler zu überdecken.


Die meisten Menschen würden allerdings schon sagen, das es anders ist wenn man sich in echt unterhält oder über das Internet. Ich bin da so, etwas schreibkontakt sollte immer bestehen da man so wichtigere themen besser angehen kann als spontan...
Sehe aber auch das es mir schlechter geht wenn ich wochenlang mit nicht einer person in echt geredet habe. anderen geht es da schon nach einem tag schlecht, ohne sprechkontakt.

Ich war bissher übrigens auch eher in englischsprachigen internet-orten unterwegs, einfach mit der Begründung das man "international" mehr leute erreicht.
Ich meide Foren etc. allerdings auch von natur aus, da diese einfach nicht interessant für mich sind - wenn ich nicht gerade ein bestimmtes ziel habe, wie jetzt wo ich versuche meine einsamkeit etwas zu bekämpfen.

wagenburg hat geschrieben:
"Glaubhaft vermitteln" - Das ginge für mich nicht auf der rein verbalen Ebene.

War auch eher unterbewusst gemeint, es gibt eigenschaften und wortwahlen, die mir unterbewusst anzeigen das jemand nicht ehrlich ist und nur so tut um freundlich zu sein.
Ob meine "Kriterien" da so ganz korrekt sind, weiss ich allerdings nicht, so 100% darauf verlassen, mag ich mich nicht.

wagenburg hat geschrieben:
ALs Beispiel wäre hier: Jemand redet von sich aus wenig. Gut, dann ist das so. Daraus erwarte ich, dass ich bei Fragen oder Gesprächen eher kurze Antworten erhalte oder eben eine Frage mehr stellen müsste um den notwendigen Informationsgehalt, den ich suche, zu erhalten. Das ist dann so und Punkt. Situationen muss man differenzieren ob sie "von aussen" oder "von innen" kommen.

Dem kann ich jetzt erstmal nicht folgen aber ich nehme erstmal an das es ok is und nicht wichtig - wenn doch kannst du ja was sagen.

wagenburg hat geschrieben:
Über die Morallosigkeit und den Satz "Friede Freude Eierkuchen" stolpere ich ein wenig. Denn man wird zwangsläufig, wenn man sich mit anderen Menschen im Austausch befindet mit Moral konfrontiert. Wie gehst Du damit um? Lehnst du Moralvorstellungen ab oder entziehst Du dich ihnen?

Allgemein, sind meine groben vorstellungen doch recht kompatibel, wenn wir erstmal so tun als gäbe es nur eine einzige Kultur, die deutsche oder gar europäische, dann sehe ich das so, das "wir" eine liste haben mit zahllosen dingen die als gut und schlecht bewertet werden, ganz oben auf der liste sind so die dinge, wo viele leute akzeptanz haben oder entwickeln können und ganz unten sind die stärkeren dinge die nicht verhandelbar sind wie z.B. Mord ohne guten Grund, oder eben auch mit gutem Grund.
Jetzt ziehen wir irgentwo in dieser nicht vorhandenen liste einen Strich von links nach rechts und da endet die akzeptanz von den meisten Menschen.
Wenn ich meinen Strich aufzeichne, ist dieser eher weiter unten.
Ganz so einfach ist es in echt allerdings nicht weil jeder andere Prioritäten hat...
So.
Wie ich darauf reagiere - ich gehe solchen Menschen wie es geht aus dem weg aber es kommt wiedermal auf die Situation an.
Ich lehne Moral nicht Grundsätzlich ab, denke aber das es allgemein zu "steiff" ist.
Mal ein kleines Beispiel, meine Familie wurde vor vielen Jahren mal von jemanden terrorisiert, das ging so weit das unsere Garage angezündet wurde aber wir konnten nichts machen und die Polizei auch nicht, weil keine Beweise. Nun war das aber offensichtlich.
(letztendlich sind wir umgezogen)
Klar gibt es da noch andere dinge zu beachten, zb ob es noch jemanden gegeben haben kann der davon wusste und die feindseeligkeit ausnutzte um ohne verdacht davon kommen zu können aber... dieser "Terrorisierer", ich hätte es ok gefunden wenn "wir" den einfach abgemurkst hätten. Ich verstehe das man gewisse Dinge nicht tun sollte usw, das eigeninteresse hat für mich in der Regel -im geiste- vorrang. Hoffe das war verständlich so.
wagenburg hat geschrieben:
Noch dazu finde ich es mehr als gruselig, dass ich in eine Gesellschaft hineingesetzt werde, die diese Regeln aufgestellt hat und ich mich nun daran halten soll. Warum? Habe ich an den Regeln mitgewirkt, hat mich jemand gefragt was ich von den Regeln halte? Vor allem, was bildet sich "diese Gesellschaft" ein für sich in Anspruch zu nehmen, sie hätte das Recht dazu, diese Regeln aufzustellen.

Allgmein würde ich sagen wir sind auf "derem" Grundstück und da spielt man einfach nach deren Regeln, ich habe da selber keine so starke abneigung zu, zumal die Leute hier auch nur durch Wertevorstellungen, abwertungen usw zu Skla. gemacht werden. Die, die wirklich nicht mitmachen können oder wollen, haben diese option auch, wie ich das sehe.
In der Regel ist es denke ich aber einfach sich an "unsere" Regeln zu halten, da gibt es weitaus schlimmeres.
Es gibt ja auch Menschen die scheinen ihre arbeit zu genießen und ich denke das ist gut so wenn es denn stimmt, für mich war sowas aber immer eine qual und ich kann mir nicht vorstellen sowas zu tun, ohne das ich suizidal werde.
Es gibt auch keine "bessere" Welt, einfach draus machen was man draus machen kann.
wagenburg hat geschrieben:
Über die Morallosigkeit und den Satz "Friede Freude Eierkuchen" stolpere ich ein wenig. Denn man wird zwangsläufig, wenn man sich mit anderen Menschen im Austausch befindet mit Moral konfrontiert. Wie gehst Du damit um? Lehnst du Moralvorstellungen ab oder entziehst Du dich ihnen?

Nochmal kurz hierzu: Es kommt wirklich darauf an von welcher Art von Moral du hier redest. Jemanden nicht ins Gesicht zu schlagen wenn er oder sie dir unsympathisch ist? Mit so einem Menschen könnte ich auch nichts anfangen.
Ich empfinde mich eher als Morallos im Sinne davon, das ich offener bin wenn es um kleinigkeiten geht, Dinge die niemanden interessieren sollten oder nichts angehen.

Mal als Beispiel es gibt haufenweise Leute, die würden dich total abwerten weil man seine Mütze nicht abnimmt. Das kann ich nicht nachvollziehen.
Es gibt Menschen die werten ab wenn man z.B. nicht arbeitet oder versucht sich anzupassen. Dieses Beispiel hatten wir glaube ich schon.
Dann gbit es Menschen die sind Morallos im Sinne von, die geben nicht einen Gedanken daran wie andere sich fühlen. Oder auch Kriminelle wie z.B. U-Bahn schläger, Räuber etc...
da habe ich eher kein Verständnis für und wenn ich wüsste so ein Mensch würde in meiner nähe leben, würde ich hoffen diese Person wird dauerhaft entfernt, da gefahr und niemand den ich kenne. Wenn ich sojemanden kennen würde, wäre das wieder etwas anders denn je mehr ich jemanden nahe komme, je mehr "negatives" kann ich akzeptieren.
Es ist immer eine frage ob die negativen Dinge, die Positiven in den Schatten stellen oder nicht.
Allgemein mag ich es aber friedlich, ich suche nicht nach "spannung" und "kicks", nur etwas gesellschaft und friedliches miteinander ohne sich dabei gegenseitig nicht ausstehen zu können aus sonstwas.
Darum ist "friede freude eierkuchen" mein ziel.
wagenburg hat geschrieben:
Arbeitslosigkeit, ist ein Etikett das von "Aussen" aufgestempelt wurde. Zur Zeit der Neandertaler hätte danach gar keiner gefragt, da würde man ein Mammut jagen, damit man abends was auf dem Teller hat.

Bin aber auch froh, das ich nicht Jagen muss...
wagenburg hat geschrieben:
Ob ich zu einer Erklärung fähig bin, kann ich nicht sicher versprechen, denn das würde bedeuten, ich muss meine Emotionen ausdrücken und anderen offenbaren.

Da stellt sich bei mir die frage, hast du nie das bedürfnis jemanden zu sagen wie es dir gerade geht auch wenn es nur ein kurzes "so, heute war alles nur mist"?
Was wenn dir jemand von eigenen gefühlen erzählt?
wagenburg hat geschrieben:
Wenn die Person vor der Tür stehen würde - keine Chance, Pech gehabt (ich mache gar nicht erst auf)

Mal davon abgesehen das ich unangekündigte Besuche für unrealistisch halte:
Hat das einen Grund, das du nicht anstatt dessen kurz bescheid sagst das du im moment keinen Besuch willst - nur um der anderen Person nicht vor den Kopf zu knallen?
Bei mir könnte ich mir das nur vorstellen wenn ich zb gerade einen Schweinestall zu hause habe, oder einer bin, schon allein damit ich niemanden einfach ignoriere denn das fühlt sich ja nicht so toll an. Ist aber auch nochmal eine andere Situation, wenn du von vorneherein ankündigst es ist absolut nicht ok unangekündigt vorbeizukommen.
wagenburg hat geschrieben:
die Reaktion in den Beiträgen hier - beginnend mit "die kalten Fakten" ist in den folgenden Beiträgen von dir der Versuch unternommen worden, das etwas auszubauen, was du auch selbst gemerkt hast ("Ich schreibe auch so schon zu viel im Moment.")

Ist mir wohl nicht so ganz gelungen es kurz zu halten. Dafür rede ich dafür in echt extrem wenig und finde es auch schwierig Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen.
Auch ohne Nervosität oder Ängsten, endlos viel erzählen kann ich nie.
wagenburg hat geschrieben:
Die Wortliste die ich verwendet habe, erinnert mit an das Wort "Erziehung". Wird ja bei Kindern unternommen. Wie ich das Wort verabscheue. Ein junges Wesen, noch rein von äußeren Eindrücken wird von den Erzeugern in eine, von ihnen gewünschte, Richtigung "gezogen". Viel besser finde ich da, das Wort "educare" (im Englischen education), was "Herausführen" bedeutet. Noch besser fände ich dabei, "Entfaltung"

Wortliste?
Bei uns damals, wurde im zusammenhang Erziehung oft das wort "Entfaltung" verwendet...
Hiess aber im Grunde Erziehung, wenn man sich nicht in "die eine" akzeptable richtung entfaltet hat, dann wurde das nicht akzeptiert.

@jh1d92
Was denkst du denn darüber, das wenn du gehst, einfach jemand anderes kommen wird und weitermachen wird?
Ich verstehe es insoweit schon, das es schwierig wäre von einer Bekannten und irgentwie funktionierenden Situation, in eine unbekannte zu hüpfen, bei sowas bin ich auch eher ängstlich. Das mit dem fehlen von beschäftigungen, ich glaube das ist bei jedem etwas anders?
Ich sehe es oft das leute es ohne arbeitsbeschäftigung nicht aushalten, für mich zb ist es da etwas anders und ich mag auch die friedlichen Zeiten wo ich wirklich garnichts zu tun habe, wenn es mir nicht gerade schlecht geht. Oder einfach in ruhe nachdenken oder etwas zum naschen haben und mich mit jemanden unterhalten kann (online) oder... und so weiter



56
Niedersachsen
27
  05.03.2018 20:06  
Moonlight91 hat geschrieben:
@wagenburg
Mit Leere meinte ich eigentlich nur das ich nicht ambitioniert und enthusiastisch bin, denke ich.
Das heisst dann nicht, das ich Teilnahmslos bin, das Schränkt mich nur soweit ein, das ich zB nicht wie andere einfach irgentwas sehe und dann total begeistert oder überrascht sein werde... jetzt wo ich darüber nachdenke, bin ich mir garnichtmehr so sicher ob Leere wirklich eine gute Wortwahl war. Aber ich hake das mit der Leere erstmal ab.


Gut, dann haken wir das Thema jetzt aber mal ab ;) Mittlerweile ist angekommen was die Leere bedeutet hat.

Moonlight91 hat geschrieben:
Was das angeht, mir macht es auch nichts aus wie jemand aussieht, war aber selber lange darüber besorgt das ich vielleicht doch hässlich sein könnte und negative Reaktionen ernten konnte.
Kategorien, das mache ich um ehrlich zu sein selber. Es gibt für mich z.B. Gruppenmenschen, laute Menschen, leise Menschen, die, die mir was böses wollen, die, die mir egal sind... ich weiss nicht ob du das so meinst.


Das du "kategorisierst" finde ich nicht schlimm. Scheinbar ist das in meinem Post etwas negativ rüber gekommen, ich wollte damit eher verdeutlichen, dass ich so nicht "funktioniere". Deswegen habe ich z.B. auch Probleme damit mich mit mehreren Menschen auf einmal einzulassen, weil ich eben nicht schematisiseren / filtern kann, sondern alle Eindrücke mitnehme, was zur Folge hat, dass mich viel Menschenkontakt kraftlos macht und ich dann meine Auszeit brauche im die Akkus wieder aufzuladen.

Moonlight91 hat geschrieben:
Über Grenzen gehen, kam es vielleicht falsch rüber als ich Moral erwähnt habe? Gegen das gesetz gehe ich nicht einfach weil ich von naturaus eher meine Ruhe will, mich nicht "einmischen" will und es auch garkeinen Grund gibt, das zu tun, wenn man nicht gerade jemanden abgrundtief hasst.
Soetwas kann ich verstehen, würde ich selber denke ich nie machen. Ich habe auch das Gefühl das solche verbrechen in der Regel sehr einfach zu erklären sind. Die antworten was Leute dazu verleitet, sind im Endeffekt immer die selben, wie bei allen dingen die wir Menschen so tun


Ok. Ist soweit nun auch angekommen, ist das Moralthema das ich für abgehakt sehe.

Moonlight91 hat geschrieben:
Das geht mir -teilweise- genauso. Wenn ich jemanden sehr schätze, passe ich mich nicht ungern an, finde es manchmal auch etwas unverschämt was für belanglose Dinge Leute ab und zu mal von einem erwarten nur um nicht abgewertet zu werden... von anderen erwarte ich "ändern" nur dann, wenn man sich eng genug ist und es nicht anders geht und fair ist. Ansonsten bin ich eher die art Mensch die lieber Konflikte vermeidet und wenn es wirklich nicht anders geht, dann ist das eben so. Aber auch eine kurze warnung, ich kann schon denken das ich x oder y an einer Person nicht mag, bin da eher so, das ich versuchen würde damit zu Leben, diesen Personen aus dem Weg gehe oder einfach erstmal überrascht bin.
Naja dann gibt es noch Dinge, die ich wiederrum nur schwer akzeptieren könnte, wie eben auch Ideologien wie ich schon erwähnt habe.


Mit Konflikten habe ich keine Probleme sondern meistens eher die, die sie mit mir austragen (müssen). In Konflikten reagiere ich sehr stark emotionslos, sachlich, kalt und scheue mich da dann nicht davor mit gängigen Konventionen zu brechen. Leider lasse ich dabei die Gefühlswelt anderer aus den Augen und argumentiere bis zu Ende durch, wenn ich weiss das meine Argumentationskette die richtige und vor allem logische Entscheidung ist. Ich gebe also meine Argumentation nicht wegen der Gefühle anderer auf.

Moonlight91 hat geschrieben:
Das mit dem Telefonat würde mich erstmal etwas abschrecken um ehrlich zu sein, wenn es wirklich stört, kann man es vielleicht einfach so machen das nicht abgenommen wird eventuell zurückgerufen wird und das "gebimmel" bei 2 mal Klingeln lässt damit es nicht stört. Aber ok, andere Menschen haben da auch andere Grenzen, ich habe selber mal jeden Tag anrufe bekommen von der selben Person, da mussten wir auch etwas ausshandeln da ich auch oft aufgeweckt wurde.
Das ist aber so eh kein Problem, da ich starke schwierigkeiten habe mit Telefonaten, wenn ich die Person noch nicht richtig ausserhalb des Internets kenne und noch dazu selber lieber schreibe als rede.


Wie Du vielleicht in meinem Post erkannt hast, reagiere ich in Abwehrhaltung. Gerade Telefonate empfinde ich als Eingriff in meine Autonomie, denn der Anrufer erwartet jetzt meine volle ungeteilte Aufmerksamkeit. Dabei rede ich nicht von Telefonaten die ich erwarte, weil sich jemand melden will.

Moonlight91 hat geschrieben:
Würde ich wahrscheinlich wenn ich einen Grund hätte es von mir aus zu lernen, mich aber nicht dazu überwinden kann egal wie ich es drehe und Wende.
Ich bin in ambulanter Betreuung die mir mit Dingen geholfen hat, die ich alleine nie geschafft hätte, mein eigentliches Ziel ist schon erreicht (ausziehen) aber bin trotzdem noch dort weil ab und zu nochmal was anderes ansteht und da ist es einfach hilfreich, je nach Situation.

Moonlight91 hat geschrieben:
Ich finde den Teil meiner Nachricht nicht wo ich gesagt haben soll ich kann nur unter Dro. einfluss raus, habe ich das so geschrieben?


Ist richtig, mein Fehler. Ich habe beim Beantworten übersehen, dass das nur auf Treffen bezogen war und nicht generell. Es war ein Versehen und sollte keine Unterstellung sein.

Moonlight91 hat geschrieben:

Die meisten Menschen würden allerdings schon sagen, das es anders ist wenn man sich in echt unterhält oder über das Internet. Ich bin da so, etwas schreibkontakt sollte immer bestehen da man so wichtigere themen besser angehen kann als spontan...
Sehe aber auch das es mir schlechter geht wenn ich wochenlang mit nicht einer person in echt geredet habe. anderen geht es da schon nach einem tag schlecht, ohne sprechkontakt.


Das die meisten Menschen das so sehen würden, stimme ich zu. Mir selbst fehlt im Geschrieben nur Gestik und Mimik um die gesprochenen Worte besser einschätzen zu können. Bei rein schriftlichem Verkehr ist das schwieriger zu erkennen, da dieser Part fehlt. Daher nehme ich in Gesprächen auch oft Worte zu wörtlich und nach dem ganz genauen Sinn ohne eine Unschärfe zuzulassen.


Moonlight91 hat geschrieben:
War auch eher unterbewusst gemeint, es gibt eigenschaften und wortwahlen, die mir unterbewusst anzeigen das jemand nicht ehrlich ist und nur so tut um freundlich zu sein.
Ob meine "Kriterien" da so ganz korrekt sind, weiss ich allerdings nicht, so 100% darauf verlassen, mag ich mich nicht.


Da es deine Kriterien sind, sehe ich nicht warum diese korrekt sein müssen. Von dem her habe ich ebenfalls gewisse Kriterien auf die ich mich vollkommen verlasse, bis das Gegenteil bewiesen ist, dass sie nicht gut sind/waren.


Moonlight91 hat geschrieben:
Allgemein, sind meine groben vorstellungen doch recht kompatibel, wenn wir erstmal so tun als gäbe es nur eine einzige Kultur, die deutsche oder gar europäische, dann sehe ich das so, das "wir" eine liste haben mit zahllosen dingen die als gut und schlecht bewertet werden, ganz oben auf der liste sind so die dinge, wo viele leute akzeptanz haben oder entwickeln können und ganz unten sind die stärkeren dinge die nicht verhandelbar sind wie z.B. Mord ohne guten Grund, oder eben auch mit gutem Grund.
Jetzt ziehen wir irgentwo in dieser nicht vorhandenen liste einen Strich von links nach rechts und da endet die akzeptanz von den meisten Menschen.
Wenn ich meinen Strich aufzeichne, ist dieser eher weiter unten.
Ganz so einfach ist es in echt allerdings nicht weil jeder andere Prioritäten hat...
So.
Wie ich darauf reagiere - ich gehe solchen Menschen wie es geht aus dem weg aber es kommt wiedermal auf die Situation an.
Ich lehne Moral nicht Grundsätzlich ab, denke aber das es allgemein zu "steiff" ist.
Mal ein kleines Beispiel, meine Familie wurde vor vielen Jahren mal von jemanden terrorisiert, das ging so weit das unsere Garage angezündet wurde aber wir konnten nichts machen und die Polizei auch nicht, weil keine Beweise. Nun war das aber offensichtlich.
(letztendlich sind wir umgezogen)
Klar gibt es da noch andere dinge zu beachten, zb ob es noch jemanden gegeben haben kann der davon wusste und die feindseeligkeit ausnutzte um ohne verdacht davon kommen zu können aber... dieser "Terrorisierer", ich hätte es ok gefunden wenn "wir" den einfach abgemurkst hätten. Ich verstehe das man gewisse Dinge nicht tun sollte usw, das eigeninteresse hat für mich in der Regel -im geiste- vorrang. Hoffe das war verständlich so.


Danke für die Ausführungen. Damit ist auch das Moralthema für mich soweit geklärt. Die Morallosigkeit ist dann, so habe ich es verstanden, eher als niedrigere / tiefere oder sehr tiefe Moralschwelle zu verstehen, eine vollkommene Morallosigkeit ist aber nicht vorhanden und dann auch situationsbedingt.

Moonlight91 hat geschrieben:
Nochmal kurz hierzu: Es kommt wirklich darauf an von welcher Art von Moral du hier redest. Jemanden nicht ins Gesicht zu schlagen wenn er oder sie dir unsympathisch ist? Mit so einem Menschen könnte ich auch nichts anfangen.
Ich empfinde mich eher als Morallos im Sinne davon, das ich offener bin wenn es um kleinigkeiten geht, Dinge die niemanden interessieren sollten oder nichts angehen.


Zum ins Gesicht schlagen: Das würde ich nicht tun, weil das eine Körperverletzung wäre. Und das nicht nur, weil es strafrechtlich relevant ist, sondern weil ich das Verhältnis zwischen der Gewalt und der Empfindung nicht sehe. Noch dazu verabscheue ich jede Form von körperlicher Gewalt. Mir ist bekannt, dass es auch emotionale Gewalt, wie Beleidigungen und Äußerungen gibt. Von Beleidigungen nehme ich Abstand.
Moonlight91 hat geschrieben:
Mal als Beispiel es gibt haufenweise Leute, die würden dich total abwerten weil man seine Mütze nicht abnimmt. Das kann ich nicht nachvollziehen.
Es gibt Menschen die werten ab wenn man z.B. nicht arbeitet oder versucht sich anzupassen. Dieses Beispiel hatten wir glaube ich schon.
Dann gbit es Menschen die sind Morallos im Sinne von, die geben nicht einen Gedanken daran wie andere sich fühlen. Oder auch Kriminelle wie z.B. U-Bahn schläger, Räuber etc...
da habe ich eher kein Verständnis für und wenn ich wüsste so ein Mensch würde in meiner nähe leben, würde ich hoffen diese Person wird dauerhaft entfernt, da gefahr und niemand den ich kenne. Wenn ich sojemanden kennen würde, wäre das wieder etwas anders denn je mehr ich jemanden nahe komme, je mehr "negatives" kann ich akzeptieren.
Es ist immer eine frage ob die negativen Dinge, die Positiven in den Schatten stellen oder nicht.
Allgemein mag ich es aber friedlich, ich suche nicht nach "spannung" und "kicks", nur etwas gesellschaft und friedliches miteinander ohne sich dabei gegenseitig nicht ausstehen zu können aus sonstwas.
Darum ist "friede freude eierkuchen" mein ziel.


Hm, damit hast du mich nun ebenfalls als "morallos" eingeordnet, da ich in Situationen der Abwehrreaktion in der Tat keinen Gedanken daran verschwende wie sich das gegenüber fühlt. Denn in erster Linie sehe ich die Bedrohung meines Ichs die ich verteidigen muss. Ich entziehe mich aber dessen, dass ich in diesem Moment morallos handle, denn ich handle aus einer Abwehrreaktion heraus. Wenn ich tätlich angegriffen werde, mir jemand das Messer an die Kehle hält, dann werde ich auch gewalttätig und wehre mich. Dabei schlage ich den Angreifer zwar nicht zu Muß oder nehme das Leben, aber ich mache mir jetzt keine Gedanken ob er eine blutige Nase oder sonst welche Verletzungen hat.

Moonlight91 hat geschrieben:
Da stellt sich bei mir die frage, hast du nie das bedürfnis jemanden zu sagen wie es dir gerade geht auch wenn es nur ein kurzes "so, heute war alles nur mist"?


Mhm ich bringe mal ein besseres Beispiel:
Dass an einem schlechten Tag alles Mist war würde ich schon sagen, aber auf den Sachverhalt bezogen. Nen Kunde hat mich genervt oder ich sitze an einem Thema auf Arbeit das blöd ist. Das ist für mich aber eine Aussage ohne, dass ich Emotionen preis gebe die mich, für mich gefühlt, angreifbar machen.

Was ich nicht sagen würde:
Ich fühle mich einsam und/oder allein. Ich fühle mich hilflos und ängstlich. Oder wenn mich jemand forsch anschnautzt, dann würde ich nie sagen, dass mich das getroffen oder verletzt hat. Ich ziehe mich dann in mich zurück und verschließe mich.

Zum Bedürfnis der Mitteilung:
Ich habe ein Gefühlsleben, das mitunter sehr heftig ist und auch sehr heftig reagiert. Ich reagiere dabei auch hypersensibel. Ein Wort falsch betont, ich vermute etwas negatives und es reicht, dass ich mein Ich verteidigen muss. Meine Gefühle sind Teil meines Ichs. Ich versuche diese grundsätzlich von mir abzuspalten und in eine Ecke zustellen, damit durch die Gefühle mein Ich nicht angreifbar ist. Ich will nämlich nicht, dass es angeriffen wird. Deswegen verberge ich das hinter Mauern und schütze es. Wenn es "Kratzer" abbekommt dann mache ich einen abprupten Rückzug. Breche Verbindungen über Tage und Wochen ab, bis ich dann in mir alles wieder gerichtet habe, die Kratzer auspoliert sind und die Gefühle wieder in die Ecke verbannt. Das schlimme ist nämlich, dass die immer wieder aus der Ecke an mich heranrücken und wenn ich Gefühle an mich heranlasse werde ich wieder angreifbar. Gefühle sind generell etwas die mich angreifbar machen und damit verletzbar. Ich bin auch zu oft, zu tief von zu nahe stehenden Personen (Partner, Familie) verletzt worden. In der Familie habe ich Urvertrauen nicht mitbekommen. Meine Erzeuger waren nicht in der Lage mir Zuneigung in einer Form zu vermitteln die es mir ermöglicht hat eben nicht so zu reagieren. Entweder war es zu viel Zuneigung die mich erdrückt hat oder zu wenig bis gar keine die mich verhungern hat lassen.

Falls Du dich wunderst warum ich hier das nun so schreiben kann? Das bringt die Anonymität mit sich. Ich weiss dass ich nicht angegriffen werden kann, da man die direkte Person nicht kennt. Im realen Leben hätte ich nicht eine Zeile von dem gesagt was hier steht.

Moonlight91 hat geschrieben:
Was wenn dir jemand von eigenen gefühlen erzählt?

Die höre ich mir an und nehme diese auch wahr, aber ich kann darauf nicht emotional reagieren, sondern reagiere dann sachlich. Deswegen werde ich von den wenigen Personen die ich zu meinem sozialen Kreis zähle, also Problemlöser, Ratspendender geschätzt. Zum Ausheulen und einfach mal in den Arm nehmen kommt zu mir keiner, da sie wissen, das ich das nicht leisten kann. Auf Arbeit ist es das selbe. Ich bekomme fälle wo Kunden mit den Nerven durch sind, nur den sachlichen Part, das Kunden"streicheln" das eben Kunden in dem Fall wollen, übernimmt jemand anderes, da ich das nicht leisten kann. Denn dazu müsste ich ja eben Emtionen zulassen und teilen.


Moonlight91 hat geschrieben:
Mal davon abgesehen das ich unangekündigte Besuche für unrealistisch halte:
Hat das einen Grund, das du nicht anstatt dessen kurz bescheid sagst das du im moment keinen Besuch willst - nur um der anderen Person nicht vor den Kopf zu knallen?
Bei mir könnte ich mir das nur vorstellen wenn ich zb gerade einen Schweinestall zu hause habe, oder einer bin, schon allein damit ich niemanden einfach ignoriere denn das fühlt sich ja nicht so toll an.
Ist aber auch nochmal eine andere Situation, wenn du von vorneherein ankündigst es ist absolut nicht ok unangekündigt vorbeizukommen.


Siehe Angriff und Verteidigung im Thema "Telefonanruf".

Ich habe aber auch Probleme mit Verabredungen. Menschen kosten mich Kraft. Und ich stelle mir jedes Mal die Frage ob ich diese Kraft aufbringen kann um danach nicht wieder 2 Tage zu brauchen um die Akkus aufzuladen. Ich habe bei Verabredungen je nach aktueller Gemütslage immer das Gefühl als wird mir etwas weggenommen das ich hinterher wieder auffüllen muss.

Wahrscheinlich bin ich einfach zu verkorkst für diese welt...





15
1
Niedersachsen
4
  05.03.2018 23:17  
Erstmal vorweg, versuche die Nachricht jetzt wirklich etwas kürzer zu halten, da ich merke, es wird schon etwas anstrengend. Hoffe es ist ok wenn ich erstmal erwähne ich habe alles gelesen und das ich auch interesse daran hatte. Übrigens, ich hoffe du erwartest auch nicht das ich mir alles so genau merken kann, mein Gedächtnis ist gerne wählerisch mit dem, was sich gemerkt wird.
Gleichfalls ist es auch für mich ok wenn so details vergessen werden - mir persöhnlich ist es dann eher wichtig das man miteinander klarkommt ohne das sich dabei jemand schlecht fühlt.


Zitat:
Hm, damit hast du mich nun ebenfalls als "morallos" eingeordnet, da ich in Situationen der Abwehrreaktion in der Tat keinen Gedanken daran verschwende wie sich das gegenüber fühlt. Denn in erster Linie sehe ich die Bedrohung meines Ichs die ich verteidigen muss. Ich entziehe mich aber dessen, dass ich in diesem Moment morallos handle, denn ich handle aus einer Abwehrreaktion heraus. Wenn ich tätlich angegriffen werde, mir jemand das Messer an die Kehle hält, dann werde ich auch gewalttätig und wehre mich. Dabei schlage ich den Angreifer zwar nicht zu Muß oder nehme das Leben, aber ich mache mir jetzt keine Gedanken ob er eine blutige Nase oder sonst welche Verletzungen hat.


Habe ich nicht gewollt, wäre aber nicht abwertend gemeint da. So wie du das erklärst, hört es mich schon "etwas" morallos an, da du eher logisch-orientierst rüber kommst, gewertet habe ich in diesem fall nicht, habe mich aber gefragt ob es eine tendenz zu "verbrechen" gab, oder ob das alles eher auf logischer ebene war. Mein gedanke jetzt - es ist alles eher auf logischer ebene und da habe ich kein problem mit da ich selber auch mal in einer ähnlichen phase war.
Nehme allerdigns an das es eher teil deiner persöhnlichkeit ist da du irgentwo schizoide persöhnlichkeit stehen hast oder erwähnt hast und es allgemein irgentwie so wirkt. Bei mir war dieses übermässig logisches denken und verhalten eher eine art abwehrmechanismus. Wobei ich auch nicht ausschliessen kann das du in ähnlicher situation bist...warst...
Nehme aber erstmal an das du.

Zitat:
Ich fühle mich hilflos und ängstlich.

Da hast du jetzt aber doch "angreifbare emotionen" preisgegeben


Zitat:
würde ich nie sagen, dass mich das getroffen oder verletzt hat.

Nochmal um sicher zu gehen, das würdest du dann -niemanden- erzählen? Oder nur nicht Leuten, die mit dieser Situation zu tun haben?

Zitat:
Falls Du dich wunderst warum ich hier das nun so schreiben kann? Das bringt die Anonymität mit sich.

Dachte ich mir schon, geht mir da ähnlich...

Zitat:
Die höre ich mir an und nehme diese auch wahr, aber ich kann darauf nicht emotional reagieren, sondern reagiere dann sachlich. Deswegen werde ich von den wenigen Personen die ich zu meinem sozialen Kreis zähle, also Problemlöser, Ratspendender geschätzt. Zum Ausheulen und einfach mal in den Arm nehmen kommt zu mir keiner, da sie wissen, das ich das nicht leisten kann.


Verständlich, mir selber reicht es, wenn ich einfach mal "venting" machen darf, also... wenn irgentwas *** gelaufen ist, sage ich auch gerne einfach mal das etwas *** gelaufen ist, dabei brauche ich dann keine wichtige rückmeldung - was da aber dann nicht geht ist wenn mir ins gesicht geklatscht wird, von wegen "ja jeder hat probleme ist halt so", das hätte dann so etwas passiv aggressives, abwertung etc... habe nicht den eindruck, wollte es doch mal erwähnen da ich neulich erfahrungen damit gemacht habe. Auch scheine ich ab und zu mal erwähnen zu müssen das ich eben keine grosse rückmeldung brauche, in richtung ratschlag oder sonstwas. Wenn doch, sage ich es auch wenn ich es merke...in sofern sehe ich da kein Problem.
Mit typischen mitleidssprüchen kann ich auch nicht viel anfangen... ich glaube diese oberflächlichkeiten kommen aber eher in Foren vor, nicht in privatkontakten. beispiel: "mensch das tut mir leid, hoffe das wird wieder :(" sowas wirkt auf mich eher künstlich, kommt aber natürlich auch wieder auf die person drauf an und in wie fern es besprochen wurde. Kann mir schon vorstellen das manche leute einfach nicht wissen was sie sagen sollen, gefühle zu dem thema haben und einfach das "gelernte" wiederholen... naja ok. details. nachricht kurz fassen.

Zitat:
Und ich stelle mir jedes Mal die Frage ob ich diese Kraft aufbringen kann um danach nicht wieder 2 Tage zu brauchen um die Akkus aufzuladen.

Ach, da wo du 2 Tage brauchst, brauche ich 1-2 Wochen.
Bei mir ist es aber auch etwas willkürlich, von der genauen Situation abhängig und vorallem auch gewöhnungssache.
Optimal ist es für mich schon täglichen wenn nicht 24-Stunden Kontakt zu haben um erreichbar zu sein und auch erreichen zu können, je nachdem wie ich mich fühle, es kommt aber auch wieder auf die details drauf an...wie immer.
Hatte freunde (online), da war es ok sich alle paar tage mal zu sprechen und mal mehr oder weniger eng zu sein. Dann hatte ich kontakte mit denen ich mich so oft unterhalten habe das ich meinen schlafrhythmus anpassen wollte.

Nochmal: wenn verabredungen usw für dich nicht wichtig sind, spielt mir das nur selber in die Karten, darauf könnte ich mich auch wie gesagt nur schwer einlassen da dort eine sehr starke barriere bei mir vorhanden ist und ich auch eher unsicher wäre da ich durch text ganz anders rüberkomme als mit gesprochenen worten. also schönmal schön zu wissen das ich hier mit jemanden rede der nicht die anforderung hat das ich gesprächig mit worten bin, wortgewand bin oder gar kontaktfreudig.

Zitat:
Wahrscheinlich bin ich einfach zu verkorkst für diese welt...

Ich habe eher das gefühl das die meisten anderen Menschen zu verkorkst sind... muss aber auch zugeben das ich meine eigene weltanschauung als "besser" empfinde, ohne dabei arrogant wirken zu wollen, was es vielleicht trotzdem tut weil die masse ja immer "das richtige" ist und blabla.
Also eine verkorkste welt und da muss man verkorkst sein um dazu zu gehören... wenn man dies überhaupt wünscht, da dazu zu gehören viel negatives bedeutet. in der regel. zumindest habe ich so das gefühl.
verkorkst ist ein genauso ungenauer begriff wie "normal".

so, ok. nachrichtenende. hoffe durch meinen versuch es etwas kürzer zu halten wurde ich weder zu kurz, noch zu "ignorierend".



43
3
Niedersachsen
10
  06.03.2018 00:36  
@Moonlight91 @wagenburg
Meine Güte ihr habt aber lange Texte, trotzdem interessant zu lesen. Du scheinst aber auch ein sensibler Mensch zu sein. Das finde ich gut, man muss auch dazu in der Lage gut in sich hineinzuhorchen so wie du. Bei mir ist es so, dass ich manchmal komplett mein Gefühl für mich selber verliere. Auch wenn ich innerhalb der Woche arbeite, komme ich manchmal abends nach Hause und denke, was hast du eigentlich heute gemacht? Und es ist für mich auch schwierig auf der Arbeit immer so eine Maske aufzusetzen und so zu tun als ob alles bei mir läuft. Nur leider ist es heutzutage so, dass du in der Öffentlichkeit keine Schwäche zeigen darfst, das habe zumindest ich so erfahren. Wie die sich immer alle so abhetzen und dann noch dieses gekünstelte Lächeln, ich kann das nicht verstehen. Ich meine, ich funktioniere dort auch und setze mein freundliches Gesicht auf, aber das raubt auch viel Energie. Trotzdem wüsste ich nicht, was ich ohne die Arbeit anfangen sollte. Immerhin kann ich hier auch mal nette unverfängliche Gespräche führen. :) Das alles ändert aber nichts daran, dass ich mich auch sehr einsam fühle. Wenn die auf der Arbeit wüssten, dass ich zu Hause nur allein bin, die könnten das nicht glauben.

Gruß
jh1d92



56
Niedersachsen
27
  06.03.2018 16:41  
Moonlight91 hat geschrieben:
Erstmal vorweg, versuche die Nachricht jetzt wirklich etwas kürzer zu halten, da ich merke, es wird schon etwas anstrengend. Hoffe es ist ok wenn ich erstmal erwähne ich habe alles gelesen und das ich auch interesse daran hatte. Übrigens, ich hoffe du erwartest auch nicht das ich mir alles so genau merken kann, mein Gedächtnis ist gerne wählerisch mit dem, was sich gemerkt wird.
Gleichfalls ist es auch für mich ok wenn so details vergessen werden - mir persöhnlich ist es dann eher wichtig das man miteinander klarkommt ohne das sich dabei jemand schlecht fühlt.


Das wir die Länge der Beiträge etwas reduzieren stört mich gar nicht, ich wollte eigentlich auch nie so viel schreiben. Ich bin da über mich selbst verwundert, was da passiert ist. Ansonsten stimme ich dem was Du geschrieben hast zu.

Moonlight91 hat geschrieben:
Habe ich nicht gewollt, wäre aber nicht abwertend gemeint da. So wie du das erklärst, hört es mich schon "etwas" morallos an, da du eher logisch-orientierst rüber kommst, gewertet habe ich in diesem fall nicht, habe mich aber gefragt ob es eine tendenz zu "verbrechen" gab, oder ob das alles eher auf logischer ebene war. Mein gedanke jetzt - es ist alles eher auf logischer ebene und da habe ich kein problem mit da ich selber auch mal in einer ähnlichen phase war.
Nehme allerdigns an das es eher teil deiner persöhnlichkeit ist da du irgentwo schizoide persöhnlichkeit stehen hast oder erwähnt hast und es allgemein irgentwie so wirkt. Bei mir war dieses übermässig logisches denken und verhalten eher eine art abwehrmechanismus. Wobei ich auch nicht ausschliessen kann das du in ähnlicher situation bist...warst...
Nehme aber erstmal an das du.


Tendenzen zu Verbrechen sind mir fremd, dazu habe ich ja schon was geschrieben. Meine objektbezogene-sachliche Ebene ist für mich in der Tat ein Selbstschutz. Ich spalte Gefühle ab, da mich diese in meinen Augen verwund- und angreifbar machen. Das ist also mein Abwehrmechanismus.

Moonlight91 hat geschrieben:
Da hast du jetzt aber doch "angreifbare emotionen" preisgegeben


Ja und was da mit mir passiert ist, schockiert mich immer noch. Ich habe lange überlegt ob ich das wieder lösche. Das Problem ist, es war ja schon geschrieben und damit könnte es auch bereits gelesen sein. Als ich die Notify bekommen habe, dass jemand in dem Thema hier geantwortet war, war mein erster Gedanke: Jetzt kommen die Anfeindungen, die Herabwürdigungen. Die ganzen negativen Gedanken waren mit einem Ruck präsent. Gleichzeitig gehe ich mit mir selbst ins Gericht, weil ich die Kontrolle über die Gefühle verloren habe. Ich habe es nicht geschafft, sie in der Ecke zu lassen, sondern damit mein Ich jetzt verwundbar gemacht. Ich kriege mich da wieder in den Griff, nur das bedeutet jetzt eben wieder Arbeit. Gefühle aus meiner "Ich-Festung" in die Abstellkammer zu räumen, sie wieder abzuspalten. Dennoch bleibt die Befürchtung, dass ich irgendwann genau diese Gefühle vorgehalten bekomme: "Damals warst ein schwacher feiger hilfloser Hund der sich in einem Forum ausgeheult hat". Diese Texte schreiben sich in der momentanen Phase fast von selbst, teilweise schlimmer und abwertender. Aber nur gegen mich selbst gerichtet, andere bekommen das nicht mit.
Am liebsten würde ich jetzt genau das tun, was ich immer tue in solchen Situationen: Verschwinden. Nur kollidiert das Vorhaben mit dem Wunsch Kontakte zu haben.
Das ist genau der Konflikt der eben das schizoide ausmacht. Das ist jedes Mal ein Krieg. Solange die Gefühle weg sind geht es mir gut und ich will nichts an meiner Situation ändern. Kommen die Gefühle hervor, dann beginnt der Kampf. Ich bin aber nicht willens das zu ändern, also mich meinen Gefühlen auseinanderzusetzen und das schizoide abzulegen, weil ich dann befürchte, dass Ich nicht mehr Ich bin.

Moonlight91 hat geschrieben:
Nochmal um sicher zu gehen, das würdest du dann -niemanden- erzählen? Oder nur nicht Leuten, die mit dieser Situation zu tun haben?


Im realen Leben: nein, ich würde das niemandem erzählen. Ich würde es niemandem schreiben der mich kennt, weiss wie ich aussehe, und von dem ich weiss wie er aussieht, heißt und so. Hier geht es weil ich anonym bin. Ich projeziere mich also auf den Avatar und kann mich dahinter verbergen. Würde das entblöst werden, also meine Identität bekannt, würde ich verschwinden und diesen Bereich des Internets nicht mehr betreten.
Bei Leuten die mit der Situation nichts zu tun habe, würde ich eher in abstrakter Form von der Verletzung, die mir zugefügt worden ist, reden. Das bedeutet, ich würde das so umbauen, dass nicht bekannt wird, dass das mit mir passiert ist. Das würde ich aber _nur_ dann tun, wenn ich die Situation die mir widerfahren ist, verstehen will und dazu auf Rat von aussen angewiesen bin. Auch hier bemerke ich, dass es die Anonymität einfacher oder besser - diese Hürde nimmt.

Moonlight91 hat geschrieben:
Verständlich, mir selber reicht es, wenn ich einfach mal "venting" machen darf, also... wenn irgentwas *** gelaufen ist, sage ich auch gerne einfach mal das etwas *** gelaufen ist, dabei brauche ich dann keine wichtige rückmeldung - was da aber dann nicht geht ist wenn mir ins gesicht geklatscht wird, von wegen "ja jeder hat probleme ist halt so", das hätte dann so etwas passiv aggressives, abwertung etc... habe nicht den eindruck, wollte es doch mal erwähnen da ich neulich erfahrungen damit gemacht habe. Auch scheine ich ab und zu mal erwähnen zu müssen das ich eben keine grosse rückmeldung brauche, in richtung ratschlag oder sonstwas. Wenn doch, sage ich es auch wenn ich es merke...in sofern sehe ich da kein Problem.
Mit typischen mitleidssprüchen kann ich auch nicht viel anfangen... ich glaube diese oberflächlichkeiten kommen aber eher in Foren vor, nicht in privatkontakten. beispiel: "mensch das tut mir leid, hoffe das wird wieder :(" sowas wirkt auf mich eher künstlich, kommt aber natürlich auch wieder auf die person drauf an und in wie fern es besprochen wurde. Kann mir schon vorstellen das manche leute einfach nicht wissen was sie sagen sollen, gefühle zu dem thema haben und einfach das "gelernte" wiederholen... naja ok. details. nachricht kurz fassen.


Venting ist kein Problem für mich. Wenn Du mir sagen würdest, "Ich muss heute mal was loswerden, ...." dann höre ich zu. Du hast ja nicht gesagt, dass Du einen Rat willst. Kommt die Frage: "Was meinst du / Wie siehst Du das?" dann käme eben eher eine sachliche Antwort. Ich will aber auch nicht abstreiten, dass da Emotionen dabei sind, weil ich die hier jetzt schon gesagt habe und anonym bin. Würdest Du das aber (die von mir gegebenen Emotionen) gegen mich richten - je nach dem wie intensiv - würde ich mich in diesem Punkt verschließen und nur noch sachlich antworten.

Sätze wie: "Jeder hat Probleme, blabla" finde ich oberflächlich und negativ. Verallgemeinerungen nützen nichts vor allem noch dazu wenn sie einen negativen Unterton haben. Ich würde sowas nie sagen, weil ich in jeden erst mal soviel Intelligenz setze, dass er das sowieso weiß. Und ich sehe nicht wie das jemandem helfen soll.

Mitleid, da tue ich mich ebenfalls schwer. Wenn es jemanden schlecht geht, weil er gemobbt, herabgewürdigt oder psychisch fertig gemacht wurde oder ist - wie kann ich da von "Mitleid" reden. Mein gegenüber hat das Leid, ich kann nur erahnen, und auch nur dann wenn ich ähnliches oder gleiches erlebt habe, wie es ihm geht. Und wenn dann sind die Empfindungen der Menschen selbst in den selben Situationen doch anders und sie fühlen sich anders. Nein, sowas bringt nichts. Wenn jemand von mir Unterstützung fordert, dann ist mein Ziel für die Person, dass er danach sagen kann: Danke, das hat mir geholfen, tat gut. Er kann aber auch sagen, das hat mir nicht geholfen, weil... dann würde ich mir das gerne anhören um das nächste Mal, wenn ich die Chance erhalte, eben besser sein zu können. Das betrifft aber eben Menschen zu denen ich eine Verbindung habe oder aufbauen will - das gilt nicht uni sono für alle gleichermaßen.

Moonlight91 hat geschrieben:
Nochmal: wenn verabredungen usw für dich nicht wichtig sind, spielt mir das nur selber in die Karten, darauf könnte ich mich auch wie gesagt nur schwer einlassen da dort eine sehr starke barriere bei mir vorhanden ist und ich auch eher unsicher wäre da ich durch text ganz anders rüberkomme als mit gesprochenen worten.


Verabredungen sind für mich nicht wichtig und ich würde das auch nie forcieren. Es kommt aber nun ein anderer Punkt dazu, der eine Verabredung enorm erschwert. Durch meine Entgleisung mit den Gefühlen würde ich ein reales Treffen immer wieder absagen und verschieben, bis ich innerlich so gefestigt bin, dass ich das Treffen überstehen würde. Dabei spielt die Befürchtung eine große Rolle, dass beim ersten Blickkontakt ich ein "ach das ist der der im Forum da rumgeheult hat..." reininterprätieren würde, würde ich einfach umdrehen und das Weite suchen. Zudem wäre das Kontakt dann hart und unkontrolliert abgebrochen. Damit es zu einem realen Treffen kommen könnte, müsste ich erst den langen Weg gehen, das Vertrauen zu haben, dass genau das _nicht_ passiert - immer mit dem Hintergedanken, dass Reaktionen und Blicke von Menschen unbewusst erfolgen (können) und nicht bewusst gesteuert sein müssen. Allein bei diesem Gedanken schnürts mir grade alles zusammen. (Jetzt rede ich schon wieder über Gefühle argh)

Moonlight91 hat geschrieben:
also schönmal schön zu wissen das ich hier mit jemanden rede der nicht die anforderung hat das ich gesprächig mit worten bin, wortgewand bin oder gar kontaktfreudig.


Das habe ich von anfang an versucht klar zu machen und ist zum glück angekommen. wenn du reden willst, redest du, wenn nicht dann nicht. Und wenn Du mit mir weiter Kontakt haben willst, was mich freuen würde, dann hast Du den und wenn Du sagt, "ne der redet mir zu krasses zeug oder zu ausschweifend", dann würde ich es schätzen wenn du mir das sagst, es aber dir auch nicht nachtragen, wenn es nicht so ist. Was mich eher abschrecken würde wäre, wenn du dich nicht natürlich geben würdest also Schauspielern - mit sowas kann ich nichts anfangen.

Moonlight91 hat geschrieben:
verkorkst ist ein genauso ungenauer begriff wie "normal".


Stimmt.

Ich habe es versucht kurz zu halten und versuche es weiter, nicht mehr so extrem ausschweifend zu schreiben.





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1
Niedersachsen
4
  07.03.2018 00:47  
Heute war etwas stressig, 2 Termine. Dann kam ich nach haus und habe recht viel echtzeit-kontakt (chat) gehabt, was mich etwas abgelenkt hat und jetzt bin ich nicht so in der lage mich zu konzentrieren.
Werde dann morgen oder nachher nochmal richtig lesen und antworten



56
Niedersachsen
27
  07.03.2018 01:01  
Moonlight91 hat geschrieben:
Heute war etwas stressig, 2 Termine. Dann kam ich nach haus und habe recht viel echtzeit-kontakt (chat) gehabt, was mich etwas abgelenkt hat und jetzt bin ich nicht so in der lage mich zu konzentrieren.
Werde dann morgen oder nachher nochmal richtig lesen und antworten


mach dir keinen stress :) das reicht morgen oder übermorgen auch noch. ich laufe ja nicht davon ^^



56
Niedersachsen
27
  07.03.2018 18:39  
jh1d92 hat geschrieben:
@Moonlight91 @wagenburg
Nur leider ist es heutzutage so, dass du in der Öffentlichkeit keine Schwäche zeigen darfst, das habe zumindest ich so erfahren. Wie die sich immer alle so abhetzen und dann noch dieses gekünstelte Lächeln, ich kann das nicht verstehen.


Ich kann dir in dem Punkt nur zustimmen. Meines Erachtens hat das aber in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Vielleicht liegt es daran, dass der Druck auf die Menschen (Stress, Leistungsforderung etc.) immer mehr zugenommen hat. Da wird dann irgendwann jedes Mittel recht um den anderen zu schwächen, nur damit die eigene Position (Arbeitsplatz, Macht etc.) gestärkt bleibt. Manchmal wird das "Jeder gegen Jeden" schon sehr deutlich. Aber auf der anderen Seite auch dank der Medien noch verstärkt. Diese ganzen TV Sendungen, die Menschengruppen (Übergewichtige, Abhängige, Psychisch Kranke) einfach mal so direkt abwertend darstellen und dem Zuschauervolk als Amüsement zum Abendbrot als Beilage servieren finde ich nicht nur menschenverachtend.


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