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Hallo an alle im Forum,

ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob mein Beitrag hier reinpasst und ob mir überhaupt irgendwie geholfen werden kann, aber ich will zumindest einmal aufschreiben, was mir so durch den Kopf geht und wie mein Leben so verlaufen ist bzw. verläuft.
Mir fällt kein passender Ort oder eine passende Gelegenheit ein, wo ich das alles so schildern könnte und vielleicht gibt es hier ja Menschen, die diese Situation verstehen.

Ich habe sowohl massive Probleme freundschaftliche Kontakte zu finden und zu halten, als auch Beziehungen mit Frauen aufzubauen.
Hier ist erstmal die Geschichte zum Verlauf meiner freundschaftlichen Kontakte:
In meiner Kindheit und Jugend war ich immer ziemlich zurückhaltend und schüchtern gewesen, aber hatte trotzdem noch Freunde in der Schule gehabt. Nach meinem ersten Schulabschluss mit 17 war noch freundschaftlicher Kontakt da. Dafür hatte ich schwer damit zu kämpfen gehabt, einen Ausbildungsplatz zu finden und besuchte zur Überbrückung noch die Fachoberschule und nutzte den Zivildienst. 4 Jahre nach meinem ersten Schulabschluss hatte ich endlich einen Ausbildungsplatz ergattert und wollte mich so gut es ging darauf konzentrieren, da ich Angst hatte diesen zu verlieren und wieder auf der Straße zu landen. Dumm wie ich damals war, reduzierte ich den Kontakt zum letzten Freund, der mir noch aus der Schulzeit geblieben war und der Kontakt verkümmerte. Das war vor 9 Jahren gewesen.

In den Jahren der Ausbildung merkte ich dies noch nicht so, da ich mich, wie gesagt, sehr auf den Abschluss konzentrierte. In dieser Zeit kamen, außer ein paar Gespräche mit anderen Auszubildenden, keine Kontakte zustande.
Nachdem Ausbildungsende hatte ich mir vorgenommen studieren zu gehen und auch endlich mehr auf andere Menschen zu zugehen und Freunde zu finden.
Zu Beginn des Studiums lief es auch ganz gut und ich lernte einige neue Leute kennen, mit denen ich sogar etwas unternahm.
Doch es war nicht von Dauer gewesen. Mehr und mehr Leute gaben das Studium auf, zogen weg und ließen nichts mehr von sich hören. Zwar blieben noch ein paar Wenige, mit denen ich mich gut verstand, jedoch waren diese genervt, wenn ich nach Unternehmungen fragte und so verblieb es. Ich hatte trotzdem immer noch das Thema eingebracht, zumindest unsere Studienabschlüsse zu feiern, wenn es soweit ist.
Damals hatten alle zugestimmt und wollten sich melden, so bald sie den Abschluss haben und Zeit finden. Doch es kam nicht dazu, da sich niemand jemals wieder zurückgemeldet hatte.
Bei der Arbeit, die ich nach meinem Studium fand, lernte ich auch einen Kollegen kennen, mit dem ich mich gut verstand. Wir halfen uns privat bei Transporten und Aufbauten von Geräten und gingen auch mal ins Kino. Doch es kam, wie es kommen musste und er zog Ende letzten Jahres weg. Wir schreiben uns zwar ab und zu noch, aber ich habe nun niemanden mehr in der Umgebung .

Tja so sieht es bei den Freundschaften aus und bei Liebe und Beziehungen wird es noch schwieriger, da ich so etwas nie erfahren durfte oder zumindest nicht weiß wie es ist, wenn man gegenseitig etwas füreinander empfindet.
In meiner Schulzeit habe ich es nicht fertiggebracht mit einem Mädchen zusammen zu kommen, obwohl damals Interesse bei einigen vorhanden war. Doch ich war zu misstrauisch gewesen und ließ so etwas damals nicht an mich heran.
So startete ich meinen ersten Versuch mit 19 Jahren und gestand einer ehemaligen Klassenkameradin, dass ich gerne mit ihr zusammen sein würde. Unglücklicherweise war sie jedoch schon in einer Beziehung und was noch schlimmer war, sie und ihr Freund versuchten meine Zuneigung auszunutzen und wollten mir einen 3er aufschwatzen.
Ich lehnte das ab und stellte den Kontakt ein, da es mir nicht um so etwas ging.

Danach passierte beziehungstechnisch gar nichts, da ich auch gar nicht auf Frauen zu ging.
Im Studium wagte ich es dann wieder und tanzte in der Studentenclubs auch mal mit welchen. Doch das Problem ist, dass mir flirten nicht liegt und so verloren die Frauen schnell wieder das Interesse und ich blieb alleine an der Bar sitzen.
Dann probierte ich es mit Online-Dating-Portalen. Es kamen so einige Schreibkontakte zusammen und es fanden auch ein paar Treffen fanden statt, aber auch hier hieß es nach den Treffen immer, dass kein Interesse besteht.
Tja ich versuchte es über mehrere Jahre, besuchte auch mal eine Single Party und ich bin sogar soweit gegangen, dass ich dann auch mal Urlaub im Ausland gemacht und geschaut hatte, ob es dort anders laufen würde.
Aber das hat alles nichts gebracht.

Der allerletzte Kontakt, bei dem ich noch einen kleinen Tropfen Hoffnung hatte, war zu meiner ehemaligen Vermieterin gewesen.
Ich verstand mich immer ganz gut mit ihr. Wir konnten miteinander lachen, schrieben uns SMS und wenn offizielle Briefe kamen, malte sie sogar eine Sonne auf den Umschlag oder legte handgeschriebene Zettel bei mit Witzen und Smileys.
Durch die Rückzahlung einer ausstehenden Wohnungskaution kam ich wieder in Kontakt mit ihr und sie legte dort wieder einen eigenen Zettel bei. Ich bedankte mich per SMS und sie antwortete auch zurück und fing auf einmal an, über Wolke 7 und wie das Wetter und die Umgebung bei mir sei, zu schreiben.
Es kam mir alles komisch, die handgeschriebenen Zettel mit Smileys, immer wieder private SMS und nun schrieb Sie über Wolke 7 und wollte mehr über meine aktuelle Wohngegend erfahren. Ich dachte, dass sie vielleicht an mir ein Interesse haben könnte.
Aber nachdem ich vorsichtig zurück fragte, ob von ihrer Seite aus ein Interesse besteht, war schnell klar, dass dem nicht so war!
Sie antwortete daraufhin erst lange Zeit nicht und dann kam nur ein Spruch ala "Ich wünsche Ihnen noch weiterhin ein schönes Frühlingswetter und alles Gute.".
Sie wollte also nur zum Zeitvertreib ein bisschen schreiben und weil sie vermutlich gerade in jemanden verliebt ist, dies rumposaunen.
Entschuldigt jetzt, dass der Ton etwas rauer wird, aber ich kann so etwas nicht ausstehen!
Warum müssen einem die Leute unter die Nase reiben, wie glücklich sie mit ihren Beziehungen und Familien sind?
Es interessiert mich nicht und es ist für mich so, als ob auf einer offenen Wunde rumgetrampelt wird!
Ich bin sehr sauer gewesen, bzw. bin ich es immer noch und ich habe meiner Vermieterin nichts mehr zurückgeschrieben.
Jetzt zu Ostern kam diese Nachricht von ihr und es wird wohl auch unser letzter Schreibkontakt gewesen sein.

Tja es wäre ja alles nicht ganz so übel, wenn ich zumindest noch die Sportübungen machen könnte, mit denen ich im Januar begonnen hatte. Doch jetzt zu Ostern hatte ich auch noch meine Knie beim Sport überlastet und kann nun nur noch schlecht gehen und auch keine Übungen mehr machen.
Selbst falls das wieder verheilen sollte, hat mir mein Körper nun auch deutliche Grenzen aufgezeigt und der Sport ist damit im Prinzip für mich auch gestorben.

Nun bleibt nur noch die Arbeit. Ja zugegeben sie macht mir Spass, weil sie gleichzeitig auch mein Hobby ist (Software-Entwicklung). Und ich weiß, es gibt natürlich Schlimmeres und ich muss dadurch nicht am Hungertuch nagen.
Aber nur noch arbeiten und nichts anderes mehr im Leben haben?
So habe ich mir mein Leben nie vorgestellt. Aber was soll ich noch tun?
Ich bin mein ganzes Leben über ein Stehaufmännchen gewesen und habe immer irgendwie weitergemacht und noch eine Lösung gefunden.
Ich bin nun aber langsam aber sicher am Ende meiner Kräfte angekommen und ich weiß nicht mehr, was ich nun noch tun kann, wie ich irgendwie noch Freunde oder die Liebe finden kann.
Vielleicht hat hier ja jemand einen Rat oder steckt vielleicht in einer ähnlichen Lage. Meiner Erfahrung nach verstehen die Menschen, die nie in der Situation waren so lange alleine und ohne Kontakte zu sein, diese Situation nicht und bringen nur Sprüche ala "Ach einfach abwarten, dass wird schon."! Deshalb hoffe ich, dass es hier vielleicht Menschen gibt, die diese einsame Lage nachvollziehen können.

Danke an alle die es geschafft haben, sich dies alles durchzulesen.

21.04.2020 12:34 • 17.05.2020 x 1 #1


11 Antworten ↓


Odradek
Interessantes Hobby! Aber das ist nicht der Punkt.

Hier fehlt die Flirtschule. Wenn eine Frau nette Smileys schickt, kann das alles und nichts bedeuten. Nciht, dass ich das selbst gut hinkriegen würde, aber reduzieren wir die Erwartungen. Je mehr "Misserfolg" ich bei Frauen haben, desto panischer macht mich ein weiteres "Nein!" - doch der Knackpunkt ist, es TROTZDEM nicht zu persönlich zu nehmen.

Ich spreche Frauen häufiger im Zug an. Da geht es einigermaßen. Und wenn eine kein Interesse an einer Unterhaltung mit mir hat, denke ich mir, dass sie vermutlich gerade einen schlechten Tag oder schon zwanzig Freunde hat. Kann passieren. Das müssen wir locker wegstecken.

21.04.2020 14:03 • x 1 #2



Probleme freundschaftliche Kontakte zu finden / halten

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Hoffnungsblick
Hallo Inf90,

habe deinen Text hier gelesen und fühle mit dir.

Was du über dich schreibst hört sich eigentlich sympatisch an und man möchte tatsächlich sagen: Das wird schon.
Aber an abwarten glaube ich nicht. Da denke ich schon, dass du aktiv bleiben/werden musst.

Wahrscheinlich solltest du trotzdem auch entspannen, d.h. deine Wünsche zeitweise loslassen, -zu bestimmten Zeiten, die du mit dir vereinbarst-, damit du merkst, dass du dich auch mit dir alleine vollkommen wohlfühlen kannst. Diese Zeit könntest du bewusst ohne Wunschgedanken mit Dingen verbringen, die dir Freude machen. Vielleicht in der Natur? In dieser Zeit kannst du "rundum vollkommen" und zufrieden mit allem sein. Das ist deine Kraftquelle. Danach kannst du dich wieder der aktiven Lösung deiner Probleme widmen.
Freunde könntest du längerfristig vielleicht auch bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit finden, wenn du lange genug dran bleibst.
Es sollte aber etwas sein, das du nicht nur um Freunde zu finden tust, sondern gleichzeitig auch, um anderen wirklich zu helfen.
Es gibt einen Spruch, den ich mal gelesen habe, der dazu passt: "Geht es dir schlecht, tu etwas Gutes."
Wenn man viel alleine ist, dann drehen sich die Gedanken oft um sich selbst und man entwickelt eine Art Mangelbewusstsein.
Ein Ehernamt, das du liebst, könnte diesen Zustand ein Stück weit beenden. Du würdest anfangen, öfter an andere zu denken.

Du hast hier einen ersten Schritt getan, mit deinem Problem um Hilfe zu bitten, um weiterzukommen. Allerdings bin ich keine Psychologin, wenn ich auch auf Grund meines Alters Lebenserfahrung habe.
Vielleicht kann dir eine Therapie helfen? Dabei kannst du dir auch ein großes psychologisches Wissen aneignen, das auch in sozialen Kontakten nützlich ist. Du könntest es als Abenteuer mit dir selbst sehen.
Es ist gut und nicht selbstverständlich, wie du auch selber weißt, dass du einen Beruf hast, den du liebst.
Du könntest auch eine Liste von Aktivitäten aufschreiben, die dich begeistern. So erkennst du deine Stärken besser.
Alles Gute und liebe Grüße

21.04.2020 14:21 • x 3 #3


Zitat von Odradek:
Interessantes Hobby! Aber das ist nicht der Punkt. Hier fehlt die Flirtschule.


Auch wenn es nicht der Punkt ist, trotzdem danke für die positive Sicht auf mein Hobby. Das ist normalerweise etwas, was die Leute und insbesondere die Frauen nicht interessiert, was ich ja auch verstehen kann. Problem ist aber neben dem Mangel an Flirtwissen wohl auch, dass ich nicht so vieles zu erzählen habe, da ich alleine auch nicht groß herumkomme.
Es ist wie eine Art Henne-/Ei-Problem. Leute wollen unterhalten werden und hören z. B. gerne Anekdoten, aber ich habe so etwas nicht wirklich auf Lager, weil ich wiederum keine Leute habe, mit denen ich irgendwas unternehmen kann.
Ich versuche es ja, auch wenn ich alleine bin, mal eine Bar zu besuchen oder in die Stadt zu gehen, aber es ist hart, die Freundesgruppen und besonders die Paare zu sehen und selber immer alleine dazustehen.

21.04.2020 23:56 • #4


Darcyless
Tut mir sehr leid, dass es mit der Liebe bei dir noch nicht geklappt hat und du da noch keine oder wenige Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht machen durftest. Ich kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlst, weil ich auch ein Spätzünder war und die Gefühle aus der Zeit davor noch kenne. Ja, es tut verdammt weh und man fragt sich oft was falsch mit einem ist.
Die Antwort ist: NICHTS! ist mit dir falsch.
Du bist richtig, gut & attraktiv so wie du bist. Sobald du das kapiert hast, werden Frauen an dir Interesse haben. Es geht zu 80% um die Ausstrahlung und das eigene Selbstbewusstsein.
Wie wäre es wenn du mal bei Blind-Dates mitmachst?
Ansonsten kann ich dir nur raten: Lass dich nicht entmutigen. Versuche es weiter, auch über Online-Plattformen. Aber versuch es nicht zum Zentrum deines Lebens werden zu lassen. Es ist deine Wunde, aber es muss dich nicht definieren. Versuche, auch wenn es dich sehr runter zieht, trotzdem zu leben. Je besser du drauf bist, desto besser werden auch deine Flirtversuche und Treffen laufen.
Mit jedem Treffen lernst du dazu und kannst dein Auftreten und Ausstrahlung verbessern. Selbstsicherheit gewinnst du dadurch mit der Zeit automatisch und irgendwann wird einmal "mehr" daraus, ganz sicher!
Also nicht aufgeben!

22.04.2020 00:23 • x 1 #5


Zitat von Hoffnungsblick:
Wahrscheinlich solltest du trotzdem auch entspannen, d.h. deine Wünsche zeitweise loslassen, -zu bestimmten Zeiten, die du mit dir vereinbarst-, damit du merkst, dass du dich auch mit dir alleine vollkommen wohlfühlen kannst. Diese Zeit könntest du bewusst ohne Wunschgedanken mit Dingen verbringen, die dir Freude machen. Vielleicht in der Natur? In dieser Zeit kannst du "rundum vollkommen" und zufrieden mit allem sein. Das ist deine Kraftquelle. Danach kannst du dich wieder der aktiven Lösung deiner Probleme widmen.


Ich danke dir für deine Ratschläge und das entgegengebrachte Verständnis. Ich bin früher tatsächlich sehr gerne in der Natur wandern gegangen und sehe es auch so, dass man dort gut abschalten kann. Ich hatte es ja mit dem Sport verbunden und bin so auch teilweise auf Wanderwegen lang gelaufen.
Durch die Knieverletzung hat sich das zumindest fürs Erste leider erledigt. Wenn sich das gebessert hat, werde ich wohl gucken müssen, wie es damit weitergeht.

Zitat von Hoffnungsblick:
Freunde könntest du längerfristig vielleicht auch bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit finden, wenn du lange genug dran bleibst.
Es sollte aber etwas sein, das du nicht nur um Freunde zu finden tust, sondern gleichzeitig auch, um anderen wirklich zu helfen.
Es gibt einen Spruch, den ich mal gelesen habe, der dazu passt: "Geht es dir schlecht, tu etwas Gutes."
Wenn man viel alleine ist, dann drehen sich die Gedanken oft um sich selbst und man entwickelt eine Art Mangelbewusstsein.
Ein Ehernamt, das du liebst, könnte diesen Zustand ein Stück weit beenden. Du würdest anfangen, öfter an andere zu denken.


Ein Ehrenamt könnte etwas sein. Welches passen könnte, ist eine gute Frage. Da muss ich mir mal einen Überblick verschaffen.
Der Spruch hat jedenfalls etwas für sich.

Zitat von Hoffnungsblick:
Du hast hier einen ersten Schritt getan, mit deinem Problem um Hilfe zu bitten, um weiterzukommen. Allerdings bin ich keine Psychologin, wenn ich auch auf Grund meines Alters Lebenserfahrung habe.
Vielleicht kann dir eine Therapie helfen? Dabei kannst du dir auch ein großes psychologisches Wissen aneignen, das auch in sozialen Kontakten nützlich ist. Du könntest es als Abenteuer mit dir selbst sehen.


Ich habe noch nie eine Therapie in irgendeiner Form mitgemacht. Eventuell ist es eine Lösung.
Könntest du denn zu einer bestimmten Therapie raten?

22.04.2020 01:20 • x 1 #6


@Darcyless danke für die aufmunternden Worte. Der Hinweis zu den Blind-Dates ist gut. So etwas habe ich bisher noch nicht mitgemacht.
Was dort allerdings Probleme für mich bringen könnte, sind lange Schreibkontakte. Das ist schon beim normalen Online-Dating für mich nicht so einfach gewesen. Vielleicht bin ich auch falsch heran gegangen, aber manche Schreibkontakte liefen über mehrere Monate und mir gehen dann auch die Themen aus, über die ich schreiben oder später beim Treffen noch reden kann, weil ich ebend auch aufgrund des Alleinseins nicht so viel erlebe.
Weil ich bisher keine Liebe kennengelernt habe, kommt vielleicht auch noch hinzu, dass ich Interesse oder Gefühle nicht richtig vermitteln kann.
Dennoch hast du recht und das Lernen und Weitermachen ist hier wichtig, um selber auch sicherer zu werden. Ich werde mal schauen, wie es in meiner Region mit Blind-Dates aussieht.

22.04.2020 11:54 • x 1 #7


Darcyless
Gerne, ich verstehe deine Situation wirklich sehr gut.
Das Wichtigste ist dass du nicht aufgibst und daran glaubst dass sich die Dinge im Leben immer ändern.
Ja, mehrere Monate schreiben ohne wenigstens zu telefonieren, ist halt schon krass. Ic würde da in Zukunft mal wenigstens versuchen zu telefonieren, das nimmt die Hemmschwelle für ein Treffen und kann im besten Fall die Motivation beider Seiten steigern wenn es gut passt.
Man muss nicht immer über ein spezielles Thema reden. Manchmal ist auch schweigen schön oder einfach Smalltalk oder über das was man grade so macht zu reden. Wenn du immer ein Thema aufgreifst kann das schnell erzwungen wirken. Lass es einfach flowen. Rede worüber du Lust hast und versuch Spaß an dem Gespräch zu haben und dich wohl zu fühlen.
Dann kommt der Rest von ganz allein. Wenn du Schwierigkeiten hast Sympathie zu zeigen tust du es dennoch zwischen den Zeilen und den Rest kann dein Gegenüber erledigen.
Du brauchst ein bisschen mehr Gottvertrauen aber das ist natürlich schwierig wenn man noch keine Erfahrungen gemacht hat. Du musst dem Leben sozusagen einen Vertrauensvorschuss geben.
Musste ich auch und es hat funktioniert.
Hör auf dein Gefühl.

22.04.2020 17:26 • x 2 #8


Hoffnungsblick
Zitat von inf90:
Könntest du denn zu einer bestimmten Therapie raten?


Die Therapie, die ich mal gemacht habe, liegt schon länger zurück. Daher habe ich zur Zeit keinen Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten. Manchmal muss man erst suchen und sich die Therapeuten anschauen, um herauszufinden, ob die Chemie stimmt.
Aber was auch immer du für dich wählst, werde aktiv und fange an. Vieles funktioniert zunächst über "trail and error".

Zitat von Darcyless:
Das Wichtigste ist dass du nicht aufgibst und daran glaubst dass sich die Dinge im Leben immer ändern


Ja, das glaube ich auch. Das Leben fließt und ändert sich immer wieder.

22.04.2020 20:36 • x 2 #9


Nach einiger Zeit des Nachdenkens und Informieren über die verschiedenen Ratschläge, die mir hier gegeben wurden, möchte ich gerne mal eine Rückmeldung dazu geben, wie es mir damit ergangen ist.

@Hoffnungsblick
Ich habe mir mal so einige Informationen geholt und Kurzfilme zu einer Therapie angeguckt. Die Themen in den Videos bieten interessante Einblicke und ich kann mir gut vorstellen, dass gerade Menschen, die durch Trends der heutigen Zeit (höher, schneller, weiter) runtergezogen werden, eine gute Hilfe bekommen und wieder zu sich selbst finden können.
Für mich selber glaube ich allerdings leider nicht, dass solch eine Therapie helfen kann. Ich mag etwas zurückhaltend sein gegenüber den Menschen, aber das ist im Prinzip schon immer meine Art gewesen. Ich glaube nicht, dass da etwas grundlegend verändert werden kann.

Nach Ehrenämtern habe ich mich ebenfalls erkundigt. Ich glaube es gerne, dass man sich selber besser fühlt, wenn man anderen hilft. Ich kenne das Gefühl auch. Es gab schon Fälle, wo ich Leuten (auch Fremden) bei Problemen geholfen hatte, auch wenn es zugegebenermaßen natürlich sehr kleine Probleme waren. Da hatte ich z. B. mal Leuten vom Studentenclub geholfen gehabt, Tische und Stühle ins Lager zu bringen, wo ich auf dem Weg zur Hochschule zufällig vorbei kam. Oder für einen Gärtner, der nicht an weiter oben hängende Zweige von einem Baum kam, hatte ich mich lang bzw. einige Sprünge gemacht, um die Zweige zu schnappen und für ihn runterzuziehen. Meinem Arbeitskollegen, der noch ziemlich neu in der Programmierung ist, helfe ich regelmäßig.
Das sind alles so kleine Momente, wo ich auch kurz glücklich darüber bin, anderen eine Hilfe gewesen zu sein.
Aber trotz alledem kann ich mir nicht vorstellen, einen sozialen DIenst für die Gesellschaft zu leisten. Es tut mir Leid, aber es geht einfach nicht!
Ich war heute kurz einkaufen gewesen und bei strahlendem Sonnenschein liefen über den Parkplatz lauter Paare und Familien.
Die kurze Zeit hat schon gereicht, um mich wieder aufzuregen und zu fragen, ob ich ein Mensch 2. Klasse für diese Leute bin. Es regt mich einfach nur auf und ich will so etwas nicht auch noch bei einer ehrenamtlichen Arbeit sehen oder darüber hören.

@Darcyless
Nach Möglichkeiten für Blind Dates habe ich gesucht, aber habe dazu mehr oder weniger nur Vorschläge für die bekannten Partnerbörsen gefunden (Parship, Elitepartner, usw.). Ich war schon über mehrere Jahre bei diesen Partnerbörsen gemeldet und sehe leider nicht, dass diese etwas für mich bringen. Es ist vielleicht auch ein regionales Problem, aber für meine nähere Umgebung sind dort kaum bis gar keine Frauen in meinem Altersbereich angemeldet. Es sind größtenteils nur Ältere, die kein Interesse haben, wenn sie von einem jüngeren Mann angeschrieben werden. Und das Problem geht aber weiter...
Wenn ich jüngere oder gleichaltrige Frauen anschreibe, die weiter wegwohnen, heißt es oftmals, dass die Entfernung zu groß ist und dadurch auch kein Interesse vorhanden ist. Und es zählt leider auch nicht, wenn ich sage, dass ich Fahrten für Treffen auf mich nehme. Also wie Mann es macht, ist es verkehrt ...

Entschuldigt ist jetzt alles ziemlich negativ, aber ich sehe einfach nicht, dass sich jemals irgendwas ändern kann, wenn ich so auf dem bisherigen Pfad bleibe und mir nur hier und da ein paar Nachrichten über das Internet austausche und dann war es das.

Gibt es denn hier über das Forum irgendwie eine Chance für reale Treffen, wo man vielleicht einen freundschaftlichen Kontakt aufbauen kann?
Ggf. ist das auch eine Frage für ein neues Thema ...

10.05.2020 00:04 • #10


Calima
Eine ganz pragmatische Idee: Wenn du ein Computer-Nerd bist - und das meine ich absolut nicht abwertend, sondern eher als Sammelbegriff für computerbezogene Interessen - warum suchst du nicht gezielt nach einer Nerdin? Die meisten Paare finden sich über ihre gemeinsame Arbeit, und das macht auch Sinn, weil es da eben Berührungspunkte gibt.

Mag sein, dass das eine männerdominierte Domäne ist - aber eben nicht völlig. Und anstatt dich für Dinge interessieren zu müssen, die dich eigentlich gar nicht interessieren, wäre eine Frau, die in den gleichen Bahnen denkt und ihre Erfüllung findet, in meinen Augen die geschicktere Wahl.

Ich denke, dass euch dann auch die Themen nicht so leicht ausgingen .

10.05.2020 13:33 • x 1 #11


Zitat von Calima:
Eine ganz pragmatische Idee: Wenn du ein Computer-Nerd bist - und das meine ich absolut nicht abwertend, sondern eher als Sammelbegriff für computerbezogene Interessen - warum suchst du nicht gezielt nach einer Nerdin? Die meisten Paare finden sich über ihre gemeinsame Arbeit, und das macht auch Sinn, weil es da eben Berührungspunkte gibt.Mag sein, dass das eine männerdominierte Domäne ist - aber eben nicht völlig.


Der Rat ist nicht abwegig und ich dachte auch, dass es so klappen könnte. Aber ich habe das schon 2 mal probiert und muss leider sagen, dass es bei den beiden Versuchen nicht geklappt hat.
Beide Frauen waren Online-Kontakte gewesen, wobei eine der beiden trotzdem sehr nahe an meinem Wohnort gelebt hatte (wenige Fahrtminuten).
Trotzdem war es nie möglich gewesen sich mit einer der beiden zu treffen, weil immer die Arbeit oder die Hobbys wichtiger waren für die beiden. Und ich habe da wirklich schon einiges an Zeit gegeben gehabt (4 Monate bei der Ersten und 18 Monate bei der Zweiten). Aber es hat am Ende nichts genützt.
Evtl. bin ich widerum nicht nerdig genug gewesen. Jedenfalls musste ich so aber auch lernen, dass gemeinsames Computerinteresse leider nichts nützt, wenn gar nicht der Wille da ist, um sich etwas mit jemand anderem aufzubauen.

Ob es bei einem 3. Versuch anders laufen würde, bezweifle ich ehrlich gesagt. Einmal ist es natürlich so, wie du es auch richtig sagst, dass es sehr mau mit Frauen in meinem Arbeitsumfeld aussieht. Und dann ist es ebend leider so, dass man die ganz, wenigen technikinteressierten Frauen vergessen kann, da sie sich ebend sehr auf ihre Arbeit versteifen und über E-Mails und Chats hinaus niemals richtige Treffen stattfinden werden.

17.05.2020 17:07 • #12



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Dr. Reinhard Pichler