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Hallo,

Es fällt mir schwer hier überhaupt zu schreiben, schwieriger als sich selbst alles aufzuschreiben und sich gedanken zu machen. Man selbst hat ja so ziemlich alle Informationen im Kopf.

Am besten fange ich mal ganz von vorne an, als kind hatte ich relativ wenige freunde und auch von denen wurde ich nicht wirklich ernst genommen. Fing schon in der Grundschule an. War damals ziemlich verhaltensauffällig, renitent und störte andere. Denke mal es lag einfach daran irgendwie dazu gehören zu wollen. Ging natürlich völlig in die Hose. Schulisch zog sich das dann weiter so hin, bis meine Mutter mich irgendwann einmal zu einer Therapiegruppe schleppte, wo dann festgestellt wurde, dass ich wohl hochbegabt sei. Seis drum. Hatte in der Schule auch nie wirklich Probleme mit dem Stoff, sondern eher mit der eingliederung in die Gesellschaft.

Mit den Jahren wurde es dann etwas besser, speziell in der Oberstufe. Es entwickelten sich irgendwann aus Kindern dann doch Persönlichkeiten und man hat es auch dann etwas einfacher, wenn man schon eine ist (soll nicht hochgestochen klingen, aber ich habe mich immer als persönlichkeit gesehen. Gerade in dieser Zeit nahm ich viele andere nur als einheitsbrei war). Fand also langsam anschluss, auch erste Freundinnen.
Entwickelte sich eigentlich alles hin zum besseren, wobei ich immernoch nicht wusste, was ich mit meinem Leben später mal anfangen sollte. Lernte ein Mädchen kennen, sie war 3,5 jahre jünger als ich und alle gaben diesem keine wirkliche chance. letztendlich hielt es fast ein jahr. Das Abitur war zuende und die freizeit verbrachte ich mit ihr, alles soweit noch in ordnung. Eine ziemlich glückliche zeit, mir wurde jedoch klar, dass sie auch nicht ohne Ballast in diese ihre erste richtige beziehung hineinging.

Irgendwann ging die Beziehung ziemlich heftig in die Brüche. Sie lenkte sich mit anderen kerlen ab. Kamen trotzdem nicht voneinander los und hatten eine kurze aber heftige beziehung. Ging auch relativ schnell wieder kaputt aufgrund mangelnden vertrauens meinerseits. Sie vertröstete sich mit meinem damals besten Freund. War der ziemlich heftigste schlag den man sich vorstellen kann.

Monate lang absolut depressiv und die Uni war ziemlich egal, hab irgendwann den entschluss gefasst meine sachen zu packen und laufen zu gehen, was schon immer geholfen hat. Kaufte mir ein Interrrail ticket und fuhr nach spanien auf den Jakobsweg. Völlig alleine. Die Glücklichste zeit meines Lebens. Ich wusste nicht, dass ich dazu fähig bin! Ausgegliechen wie ich war beging ich den gleichen Fehler noch ein weiteres mal und vertrug mich wieder mit meiner ex. Und wieder dasselbe problem. Derselbe ausgang und doch war es nicht das letzte mal.

Anfang Mai dieses Jahres kamen wir wieder zusammen und waren auch 7 monate lang glücklich. Zumindest von meiner Seite aus. Ich machte den Fehler ihr zu vertrauen und vergaß, dass sie letztendlich noch schlimmere psychische Probleme hat als ich. Wahrscheinlich Borderline. Nahm sie zu ernst und fiel ein weiteres mal auf die schnauze. (Auf details gehe ich mal nicht genauer ein)
Diesmal hat es sich nicht angekündigt, kam aus heiterem Himmel und verglichen mit vorherigen Phasen geht es mir wirklich garnicht mal so schlimm. Ich hatte gerade neuen mut gefasst, an der Uni anschluss gefunden und kam endlich voran. Ich weiß um meine Träume die ich in meinem Leben habe. Und dachte ich würde endlich relativ schmerzlos aus der Sache herauskommen. Nun bin ich seit einer Woche recht lustlos, muss mich zwingen aufzustehen in die uni zu gehen. Meine sachen zu machen und ähnliches.

Eine Psychologiestudentin riet mir ich solle anfangen mich auf das positive zu konzentrieren, meine erlebnisse aufzuschreiben und speziell was gut war an dem tag. Mache ich seit gestern und es funktioniert soweit ganz gut. Ich weiß von mir genau was in mir steckt und gerade das ist schwierig, denn dort will ich wieder hin. Nach oben. Ich habe hier gelesen, man solle sich selbst wie einen guten Freund behandeln. Also habe ich mir heute etwas gutes gekocht. Schönes gefühl.

Was ich mir von euch erhoffe sind antworten und tips, wie ich es hinbekommen kann mich auf das positive zu konzentrieren, mir selbst zu einem gewissen punkt genüge zu sein. Und ich weiß, dass es geht. Ich war schließlich in meiner Glücklichsten Zeit auch alleine und zwar in einem Fremden land. Und dann ist man auch nicht mehr alleine und fühlt sich einsam.
Wie entkomme ich diesem Teufelskreis mit meiner Ex? (Der Traum letzte nacht machte mir klar, dass ich dort unbedingt raus muss)
Ist autosuggestion möglicherweise ratsam?
Irgendwelche Tips hierfür?


Grüße
Melmac

15.11.2012 23:30 • 16.11.2012 #1


15 Antworten ↓


Gesetzt dem Fall, dass du bereits meine Leidensgeschichte gelesen hast, so weißt du, dass ich nicht wahrscheinlich nicht der beste Wegweiser zum Glück bin. Diesen Anspruch erhebe ich auch gar nicht. Bei der Lektüre meines Beitrags wird dir aber auch aufgefallen sein, dass ich eine Sache habe, die mir mehr bedeutet als alles andere, die mich erfüllt und die mich über Wasser hält. Ist es möglich, dass auch in deinem Leben etwas in dieser Art existiert? Fall du das nicht mit Gewissheit sagen kannst, mach dich auf die Suche, und zwar, bis du etwas findest. Und wenn du es gefunden hast, widme dich dem. Suche und finde Erfüllung darin. Generell gilt, dass du dein Leben so ausgestalten solltest, dass du auch ohne Partner glücklich und zufrieden bist. Denn nur dann wirst du erkennen, dass du eine Frau, die dir ganz offensichtlich mehr schadet als nützt, nicht brauchst. Solltest du alsdann immer noch das Bedürfnis nach Zuneigung und Nähe vespüren, dann sei dir sicher, dass es dabei nicht lange bleiben wird. Denn glückliche und emotional gesunde Menschen ziehen einander an (was leider auch umgekehrt gilt).

Kopf hoch, Mann! Du bist mit der ganzen schei. nicht allein.

15.11.2012 23:59 • #2



Meine Story, Tips gefragt.

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Danke. Ja ich habe solche Dinge. Ganz so ein workaholic wie du bin ich nicht.
Das mit dieser Frau, ja sie schadet mir mehr als sie mir gut getan hat und ich habe auch immer mehr gegeben als ich selbst verkraften kann. Das muss ein ende haben.

Ich habe bereits ein paar dinge gefunden die mir halt geben, wie ich schrieb. Das studium gab mir tatsächlich selbst nach der Trennung noch gewissen halt, bis sich lustlosigkeit dazugesellt hat und ich mich zwingen muss. Aber wenn man dann etwas geschafft hat, so ist es doch eine genugtuung.

Meinen großen Traum, ähnlich Paradox wie deine Geschichte. Muss ich leider noch aufschieben, weil ich zuerst eine gute ausbildung haben will und auch genug Geld. Ich weiß dass es mir hilft komplett für mich alleine zu sein, ohne rückzugsmöglichkeit, dass ich mich dann komplett ausleben kann. Mein Rucksack ist immer gepackt, meine Schuhe stehen bereit.
Wenn ich könnte würde ich alle Zelte abbrechen und um die Ecke laufen woimmer ich auch bleibe, es wird gut.
Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, dass ich mich einfach gefangen fühle. Ich fühle mich hier nicht wirklich zuhause.

16.11.2012 00:06 • #3


Du hast doch alles in dir, was du brauchst, um dir selbst zu genügen. Hast ein gesundes Selbstbewusstsein und hattest schon immer eine Persönlichkeit. Da muss man sich doch als Hauptperson des Lebens feiern geht doch gar nicht anders. Aus genau deinen Augen schaust du in die Welt. Was kann es grandioseres geben?!

Mädels gibt es viele. Und dieses, das dir immer wieder so wehgetan hat, schmeiß' es raus aus deinem Leben. Dazu ist aber nötig, wie Joshua so ähnlich auch sagt, dass du deine Gedanken woanders bündelst, dass sie nicht mehr ziellos durch den Äther schweifen und dann, wenn du wieder aus dieses Mädchen triffst, sich wieder an sie heften. Suche dir also eine andere Leidenschaft. Hobby, Weltanschauung, neue Liebe, vieles taugt dazu. Auch dein Studienfach bestimmt.

Und mach dir viele kleine und größere Freunden jeden Tag. - Ich z. B. könnte gar nicht ohne das.

16.11.2012 00:22 • #4


Plane doch schon während des Semesters deine Wandertour für die Semesterferien. Das macht glücklich und gibt Kraft. Mach das am besten in einer dir gemäßen Regelmäßigkeit in deinem Alltag.

Oder nimm dir geplant vielleicht ein Sommersemester Auszeit und geh auf Tippelei in die Welt.

Ich kann sooo gut mit dir fühlen!

16.11.2012 00:28 • #5


Zitat von Sommerbluete:
Mädels gibt es viele.


Merk dir das, Melmac. Es gibt viele Frauen - zumindest so viele, dass du nicht gezwungen bist, dich wieder und wieder einer Frau zuwenden zu müssen, die dich vermutlich bereits vergessen hat lassen, was es heißt, wirklich glücklich zu sein. Im Leben werden dir auch so genug Hindernisse bereitet - schaff dir nicht unnötig auch noch selber welche.

16.11.2012 00:35 • #6


Tut auch mal gut, solche aufbauenden Worte zu hören. Danke. Ja ich kann unglaublich selbstbewusst und stark sein. Jedoch auch genau das Gegenteil. Für nächste Semesterferien ist ein Flug in die Ukraine mit einem Kumpel geplant (in 2 wochen werden wir das planen). Da freue ich mich schon riesig drauf. Ich wollte schon seit langem Tschernobyl und umgebung erkunden. Da wird ein Traum war.
Aber vllt hast du recht, etwas planung dafür. Die Reise selbst muss jedoch ungeplant sein. Ich liebe die kleinen Wendungen die es dann jeden Tag gibt. Man bleibt mal einen Tag länger, oder dieser Ort gefällt einem nicht. Man trifft eine nette person und nimmt dafür auch einen Umweg in Kauf.
Ich erstaune eigentlich immer wieder darüber was eigentlich in einem steckt und wie wenig wir/ich daraus mache/n.

Das ist eben der Grund warum ich hier schrieb. Wenn du das schon seit längerem so machst, so kann es mir ein Ansporn sein. Jeden Tag sich selbst eine freude machen.
Ja, ich muss weiter auf die Suche gehen, habe einige interessen, das ist mir klar. Bis jetzt nur nie sehr pfleglich mit mir umgegangen.
Wäre sehr froh wenn du mir noch ein paar mehr tips geben kannst, wie man sich selbst dort hält. Was man tun kann um nicht wieder in alte schemata zurückzufallen.

Was das Mädel angeht, ja. Es wäre besser so. Irgendwie habe ich dennoch irgendwie Vatergefühle für sie entwickelt. Warum auch immer. Sie meinte zu mir auch, sie würde mich auch als vaterfigur ansehen.
Was etwas komisch ist. Aber weitergehen kann es so nicht. Sie macht mich da kaputt und das sehe ich. Will sie eigentlich nicht alleine lassen, da sie eigentlich sehr zerbrechlich ist. Aber das bin ich auch. Vertrackt unsinnig. Noch dazu kommt, dass ich sie immer als das gesehen habe um nicht alleine sein zu müssen. das ist so ziemlich der springende punkt an der sache gewesen.

16.11.2012 00:41 • #7


Zitat:
Merk dir das, Melmac. Es gibt viele Frauen - zumindest so viele, dass du nicht gezwungen bist, dich wieder und wieder einer Frau zuwenden zu müssen, die dich vermutlich bereits vergessen hat lassen, was es heißt, wirklich glücklich zu sein. Im Leben werden dir auch so genug Hindernisse bereitet - schaff dir nicht unnötig auch noch selber welche.


Ja, ich weiß dass du recht hast. Ob sie mich vergessen hat wage ich zu bezweifeln. dass es nicht mehr weitergehen kann und darf ist ja offensichtlich. Letzte nacht davon geträumt und schweißgebadet aufgewacht. das darf nicht mehr passieren. Das stimmt ich darf mir keine Hindernisse schaffen und muss mir zunächst der nächste selbst sein. Was Frauen angeht so geht es mir genauso. Es gibt zeiten in denen ich ausgelassen, glücklich bin und es mir überhaupt nicht schwerfällt neue kontakte zu knüpfen, der extrovertierte mensch zu sein. aber eben auch das gegenteil. Deswegen hauptbaustelle bin ich selbst.

Naja und nicht zuletzt aufgrund des megageilen sex kamen wir immer wieder zusammen. Auch ne Sache die fehlt was als Mann ziemlich nervig ist. Sie hat es gut verstanden mich dabei auszulasten und dann sieht man in Frauen nicht nur eine wandelnde *beep*. Grässlich, wirklich grässlich. Dorthin will ich auch nicht wieder zurück, ekelt mich schon an, wenn ich meine mitmenschen bei diesem Verhalten erwische.

16.11.2012 00:48 • #8


Ja, du scheinst du zu den besonderen Menschen zu gehören, die im Leben dann aber auch ganz besonders gefordert werden. Die zeitweilige Schwäche gibt uns die Möglichkeit, an ihr zu reifen, nicht abzuheben.

Ich brauchte mir nie vornehmen, mir etwas Gutes zu tun, sondern ich mache das eigentlich unentwegt. Dabei hilft wohl, dass ich ein bisschen in mich verliebt bin und mich als meinen Lebenszweck, etwas überhöht gesagt meinen Lebenspartner sehe. So weit muss man es ja nicht kommen lassen, aber dennoch solltest du nicht außer Acht lassen, das du von einem Sonnenaufgang bis zum nächsten und weiter fort mit dir zusammen bist und somit die wichtigste Person deines Lebens, die alles Tolle kriegen sollte, was du ihr, Dir, beschaffen kannst.
Ich kann dir da nur den einen Tipp geben, dir oberste Priorität einzuräumen. Die anderen darüberhin aber auch nicht zu vernachlässigen. Gemeinsames Erleben stärkt, formt und macht am allerglücklichsten. Und Glück ist ein guter Treibstoff auf unserem Lebensweg.

Mit Planung meinte ich auch nicht, dass du einen Zeitplan erstellen solltest, was du in deinem Urlaub wann wo wie machen willst, sondern einfach, dich so genau und gut wie es geht über das Gebiet, die Leute, die Möglichkeiten dort zu informieren. Das ist schon wie ein kleiner Urlaub innerhalb deines Alltags.

Du bist aber nun mal nicht ihr Vater. Und sie ist auch ohne dich nicht alleine auf der Welt, das solltest du einsehen. Es gibt so viele Leute, für sie, aber noch wichtiger für dich auch. Dein Leben fordert dich, ihres fordert sie, aber das, was ihr hattet, war keine kraftspendende Schicksalsgemeinschaft, sondern das Gegenteil: kräftezehrend und zerstörerisch. Die wird schon ihren Weg machen; dafür bist du nicht verantwortlich. Dein Leben ist da wichtiger.

16.11.2012 01:07 • #9


Wie meinst du das mit
Zitat:
du scheinst du zu den besonderen Menschen zu gehören, die im Leben dann aber auch ganz besonders gefordert werden.
?

Ich sehe mich mittlerweile schon in einem bisschen anderen lichte, danke. Zumindest hilft es als erster Schritt zu wissen nicht alleine mit diesen Problemen zu sein. Hatte ne zeit gedacht ob ich nicht irgendwie ne bipolare störung hätte, bei meinem alternierenden Selbstbewusstsein. Aber letztendlich wars immer fremdinduziert. Zeit für Selbstinduktion! Werde am besten auch mal autosuggestion probieren. Schaden kanns ja nicht.

Das mit dem Treibstoff ist gut gesagt, sehe ich auch so. In glücklichen Phasen erlebe ich mich als sehr produktiv und gesellschaftsfähig. aber genauso ist in depressiven Phasen das gegenteil der Fall.
Was den Urlaub angeht, sollte ich mich wirklich mal damit mehr auseinandersetzen, super idee!

Ja, sie muss aus meinem Leben raus, das geht nur wenn ich selbst diesen weg schaffe und dafür nicht mehr empfänglich bin. Und das schaffe ich seit 2 jahren nicht.

16.11.2012 01:21 • #10


Viele denken ja gar nicht über all das nach, was dich anscheinend so beschäftigt und nehmen Konventionen einfach so als gegeben hin. Wenn man seiner selbst bewusst ist, konstruiert man sich ja auch ein eigenes kleines Weltbild und stößt an die Grenzen der Konventionen anderer. Und gerade wenn man spontanes und individuelles Reisen kennt und liebt, hat man ja weit über den Tellerrand geblickt und eine ganz andere Weltsicht, nimmt vieles nicht als selbstverständlich gegeben hin, und stößt dadurch aber auch oft auf die Grenzen der bornierten Gesellschaft, die nicht offen ist, weil sie diese Erfahrungen nicht kennt und die eigene Lebenswirklichkeit all naturnotwendig und allgemeingültig erlebt. Das macht es manchmal schwer, und darum fühlst du und ich auch uns wohl hier nicht heimisch.

16.11.2012 01:34 • #11


Wow, knallharte analyse.
Ja, trifft wirklich komplett zu. Bin zwar nicht ganz so wie du, dass alles was ich tue einen Sinn haben muss. Aber dass mich die Gesellschaft und ihre konventionen schon lange stören ist eigentlich klar. Hat schon in der Schule angefangen. Hatte schon immer unorthodoxe gedankengänge und selbst in meinem sonst so eher mittelmäßigen studium äussert sich das dann doch ab und an in komplett anderen lösungsansätzen.

Erinnere mich gerade an einen Praktikumsversuch, der seit 20 jahren an der uni gemacht wird und ich der erste war der einen alternativen ansatz hatte, welcher sogar noch plausible ergebnisse lieferte. Sorry, macht mich grade stolz.

Ich habe auf dieser Reise meinen eigenen Horizont wirklich sehr erweitert und ziemlich viele meiner eigenen denkweisen infrage gestellt. War zum Beispiel vor der Reise ein harter Atheist, mit ziemlicher abneigung der Kirche gegenüber. Trotzdem lief ich auf dem Jakobsweg, unterhielt mich mit religiösen menschen und besichtigte wochen später sogar den Vatikan. Du hast in der Hinsicht recht, es sind nicht viele menschen dazu in der Lage. Selbst in meinem Studienfach begegne ich immerwieder leuten von denen ich nur denke, dass ich dachte deren (mir fällt nur das englische wort kind ein) schon hinter mir gelassen zu haben. Menschen mit denen ich nichts anfangen kann, die mir schrecklich auf die nerven gehen, immerwieder auch menschen die absolut in ihrer weltsicht gefangen sind.

Vllt fühle ich mich wirklich deshalb hier auch nicht zuhause und habe keinen wirklichen halt. Möglicherweise ist der Traum der Weltenbummelei ohne Ziel eben gerade, dass ich versuche mich irgendwo heimisch zu fühlen. (Was komischerweise tatsächlich der fall war, ich war auf dem Weg zuhause).

16.11.2012 01:47 • #12


Auf etwas stolz zu sein ist doch keine Schande. Im Gegenteil das allein ist eine gesunde Haltung.

Diese ganzen Floskeln und die Wattebäuschen um jede Spitze, die die Luftblasenillusionen der anderen zertören könnten, finde ich sowieso seltsam. Wahrheit und Realitätssinn sind nicht so anstrengend durchzuziehen wie das ewige Drumrumgeeiere, dass die meisten Menschen an den Tag legen. Wahrheiten tun manchmal weh, aber man lernt etwas über sich. Und stolz ist eine tolle Sache und die Sachen auf de man Stolz ist ja auch.

Ja, du scheinst auch so jemand zu sein, der es genießt Lösungsansätze zu finden, Entscheidungen zu treffen. Durch solche unplanbaren Erlebnisse wird man zum Boten der Freiheit und braucht aber auch ähnlich freie Geister um sich und fühlt sich wie du schon sagst, schnell genervt von Engstirnigkeiten.

Kannst du das vielleicht in deiner Berufstätigkeit anstreben, dort eigenmächtig, eigenverantwortlich handeln zu können und neue Probleme mit unkonventionellen Lösungen krönen?

16.11.2012 02:24 • #13


Ja, ich denke es ließe sich mit meinem Beruf dann vereinen, Studiere Physik und habe eigentlich spaß an Mathematik gefunden. Man hat alles zur freien verfügung und dort ist gestochen scharfe sprache und verschiedene ansätze ja sogar erwünscht.

Nein, stolz sein ist keine schande. Aber es fällt durchaus schwer sich das mal einzugestehen, ich bin wie gesagt noch ziemlich am anfang und muss anfangen irgendwie selbst zurechtzukommen. Bis vor 2 Jahren und auch zum Teil jetzt noch wurden mir viele entscheidungen abgenommen oder man musste keine treffen. Es fällt schwer sich neu einzuleben wenn man aus bestehenden strukturen gerissen wird, auch wenn diese nicht wirklich ausgeprägt waren.

Ja, die Freiheit ist für mich ein Grundbedürfnis. Ich habe einen Drang danach, aber fühle mich immer wieder gefangen, sei es durch den Ort oder durch meine Gesellschaft oder generell einfach nur durch mangelnde finanzielle mittel. Habe schon sehr oft mit dem Gedanken gespielt einfach los zu gehen. Aber letztendlich aufgrund von rationalen (finanziellen) Gedankengängen nicht getan.

16.11.2012 03:22 • #14


Zitat von Melmac:
Ja, ich denke es ließe sich mit meinem Beruf dann vereinen, Studiere Physik und habe eigentlich spaß an Mathematik gefunden. Man hat alles zur freien verfügung und dort ist gestochen scharfe sprache und verschiedene ansätze ja sogar erwünscht.

Nein, stolz sein ist keine schande. Aber es fällt durchaus schwer sich das mal einzugestehen, ich bin wie gesagt noch ziemlich am anfang und muss anfangen irgendwie selbst zurechtzukommen. Bis vor 2 Jahren und auch zum Teil jetzt noch wurden mir viele entscheidungen abgenommen oder man musste keine treffen. Es fällt schwer sich neu einzuleben wenn man aus bestehenden strukturen gerissen wird, auch wenn diese nicht wirklich ausgeprägt waren.

Ja, die Freiheit ist für mich ein Grundbedürfnis. Ich habe einen Drang danach, aber fühle mich immer wieder gefangen, sei es durch den Ort oder durch meine Gesellschaft oder generell einfach nur durch mangelnde finanzielle mittel. Habe schon sehr oft mit dem Gedanken gespielt einfach los zu gehen. Aber letztendlich aufgrund von rationalen (finanziellen) Gedankengängen nicht getan.


Wer hat dir diese Entscheidungen abgenommen? Deine seltsame Freundin da, deine Eltern, die Schule/Uni? Denn dann muss die Emanzipation davon ja jeweils anders verlaufen.

Dafür, einfach loszugehen, hast du doch viel zu gute Möglichkeiten, es geplant zu tun, die du auf jeden Fall nutzen solltest. Schließe erst einen Bereich ab, dann hast du keinen Zeitverlust, dadurch, dass du es wiederholen müsstest. Und bedenke sowieso die Jahreszeit. Wo außer vielleicht auf den Kanaren ist es denn warm genug? Bald beginnt die unangenehme Jahreshälfte, die bei uns ein Jahresdreiviertel ist, auch in Südeuropa. Ansonsten müsstest du es als Fernreise anlegen, was ja doch sehr teuer würde.

16.11.2012 05:21 • #15


Naja, meine Entscheidungen wurden zumindest bis vor ein paar Jahren noch von meinen Eltern getroffen und musste nie wirklich selbstständig sein. War zuerst schewer für mich das erst mal hinzubekommen, mittlerweile gehts. (Bin vor 1,5 Jahren ausgezogen) und wohne weit genug weg um nicht jeden Tag bei meinen Eltern aufschlagen zu können.

Naja, diese Freundin hat nicht wirklich mir entscheidungen abgenommen, sondern selbst einfach keine getroffen. Dementsprechend durfte ich immer entscheiden, was ihr aber auch oft genug nicht gepasst hat. Wie ich schon andeutete, ich denke sie ist deutlich schlimmer dran als ich, kann sich nur nach aussen besser verstellen. Meine enschätzung ist, dass sie selbst nicht genau weiß was sie eigentlich tut. Sie meint auch immernoch, dass ich die Person bin die sie am besten versteht. Seis drum. Ich bin mir da erst mal selbst der nächste, will meinen Ersatzschlüssel wieder und dann ist die sache fürs erste gegessen.

Schule auf Uni war nen schwieriger Transitionsprozess, den ich immernoch nicht komplett abgeschlossen habe. Fällt immernoch schwer alles aus eigenem Antrieb und ohne zwang zu machen.

Naja ich glaube du hast nicht ganz verstanden, es soll keine Reise mit einem festgelegten ende sein. Einfach hier um die Ecke und irgendwo werde ich schon bleiben. Erklärtermaßen ist der Weg das ziel und ich habe es von anfang an als weltreise im kopf.

16.11.2012 14:07 • #16



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Dr. Reinhard Pichler