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Ich bin Sebastian, 29 Jahre und muss hier etwas sehr schmerzhaftes loswerden und zwar, meine Oma ist am Donnerstag gestorben, sie hatte am Dienstag mehrere leichte Schlaganfälle und wurde darauf hin erstmal ins Krankenhaus gefahren, wir waren dann am Mittwoch im Krankenhaus zum besuchen, sie war zu der Zeit relativ stabil, als wir dann Abends wieder nach Hause gefahren sind dachten wir sie würde sich davon erholen. Am Donnerstag früh hat dann das Krankenhaus angerufen und gesagt sie sei durch die Schlaganfälle gestorben.
Es fühlt sich immer noch so surreal an, das ich niewieder mit meiner Oma reden kann. Dieser Schmerz lähmt mich sehr. Ich bin gedanklich komplett abwesend und bekomme die Realität nicht mehr wirklich mit.
Jetzt zu meiner Frage. Wie kann ich mit diesem Verlust am besten umgehen oder ihn besser verarbeiten? Hat jemand Tipps für mich? Wäre echt sehr hilfreich.
Ich bedanke mich schonmal im voraus bei jedem der mir helfen kann.
sie hatte am Dienstag mehrere leichte Schlaganfälle und wurde darauf hin erstmal ins Krankenhaus gefahren, wir waren dann am Mittwoch im Krankenhaus zum besuchen, sie war zu der Zeit relativ stabil, als wir dann Abends wieder nach Hause gefahren sind dachten wir sie würde sich davon erholen. Am Donnerstag früh hat dann das Krankenhaus angerufen und gesagt sie sei durch die Schlaganfälle gestorben.
Ganz ähnlich war es bei meiner Mutter vor genau 10 Jahren. Sie war 79. Wie alt war deine Oma? Für mich war es ein große Erleichterung, dass sie nicht pflegebedürftig wurde. Davor hatten wir beide große Angst. Dann lieber so. Da sie nur mich hatte (und ich auch nur noch sie), musste ich mich sofort um die Beerdigung und sonstige Formalitäten kümmern und das hat mich abgelenkt. Und ich bin auch gleich wieder arbeiten gegangen. Ich habe einfach akzeptiert, dass der Tod dazugehört und das Leben weitergeht. War schon bei meinem Vater so, der 1983 im Alter von nur 61 starb und bei meiner Oma, die 2002 im Alter von 82 starb.
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Meine Oma ist gestorben
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Abendschein Mitglied
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Mein Beileid ersteinmal. 🖤
Jeder trauert anders, da gibt es glaube ich, kein Muster zu, wie man es machen soll. Trauer geschieht. Hat viele Gesichter. Lass die Trauer zu, sie wird Dir zeigen, wie Du damit umgehst. Alles Liebe wünsche ich Dir.,
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Kruemel_68 Mitglied
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@DemonSlayer96 Erst einmal mein herzliches Beileid zu Deinem Verlust. Vielleicht hilft es Dir ja im ersten Schritt ein wenig, wenn Du hier in den nächsten Tagen über das schreibst, was Du fühlst und erlebst. Mir hat es in solchen Fällen am Anfang immer geholfen, mit meiner Familie zu sprechen. Einfach das ausdrücken zu können, was mich gerade bewegt.
Ansonsten ist Trauer höchst individuell und ein Prozess. Es gibt keine Tipps, Tricks und Tools, wie man mit sowas umgeht. Wichtig ist, nichts wegzudrücken. Ja, Trauer ist fürchterlich und ein sehr schlimmes Gefühl, aber es wichtig, dieses Gefühl zuzulassen, auch wenn es weh tut. Vielleicht kann es Dir am Ende auch ein Trost sein, dass Deine Oma nicht lange leiden musste. Ich kenne Personen, die nach einem Schlaganfall noch jahrelang schwer geschädigt im Pflegeheim leben mussten - dass ist doch auch nicht schön für diejenigen. Und wenn Sie bis jetzt gesund war und ihr Leben gelebt hat, kann Dir dieser Gedanke vielleicht auch helfen.
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Peekay Mitglied
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Mein aufrichtiges Beileid. Wenn man so einen Verlust erleidet scheint die eigene Welt sich nicht mehr zu drehen, während draußen das Leben weiter geht. Nimm dir Zeit für dich, deine Gedanken und deine Gefühle. Weine wenn du weinen musst. Jeder geht anders mit der Trauer um und egal wie du das machst, es ist richtig. Bedenke dabei aber das es so wie es gekommen ist gut war, denn deine Oma hat nicht leiden müssen. Ich wünsche dir viel Kraft.
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Elly79 Mitglied
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Erstmal wünsche ich dir viel Kraft für die nächste Zeit. Ich fühle mit dir.
Meine Oma ist vor 10 Jahren gestorben und es hat mir damals den Boden weggezogen. Auch meine Angststörung begann dann.
Trauer ist ganz individuell, bei meiner Oma damals habe ich ganz anders getraut, als bei meinem Papa, der im April verstorben ist. Beide Tode sehr sehr schmerzhaft, aber z.b. bei Papa war es eine Erlösung da er sehr krank war und Oma ist plötzlich gestorben wie bei dir. Das Gefühl, dass man noch soviel hätte sagen wollen kann einen schon sehr belasten.
Ich bin immer viel spazieren/wandern gewesen in der Trauerzeit und habe monologe mit den Verstorbenen geführt und alles gesagt was noch gesagt werden musste, hört einen ja keiner im Wald. Das hilft etwas. Und weinen, ich habe viel geweint.
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Lina60 Mitglied
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Lieber @DemonSlayer96, mein ganz herzliches Beileid zum Tod Deiner Oma.
Ich denke Du stehst jetzt erstmal unter Schock, weil der Tod so plötzlich und völlig unerwartet kam. Noch nicht wirklich fassbar ist. Lass diesen Zustand zu , und sprich mit Deinen anderen Verwandten, denn Ihr sitzt im selben Boot.
Wie meine Vorschreiben schrieben, ist Trauern individuell . Jeder tut das auf seine Art. Die Beziehung zur verstorbenen Person, sowie die Todesart spielen dabei auch eine Rolle. Bei meinem Vater wusste man zwar, dass er schwach war, aber mit seinem plötzlichen Ableben (Herzinfarkt) hatte niemand gerechnet. Ich hatte in der ersten Zeit das Gefühl, die Welt sei leerer geworden ohne meinen Vater...
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Mupfl Gast
Lieber @DemonSlayer96
es tut mir leid zu lesen, was du gerade erlebst. Dieses Gefühl von Unwirklichkeit und innerer Leere nach einem plötzlichen Verlust kenne ich gut. Zunächst mal mein Beileid.
Ich möchte dir nichts erklären oder vorgeben. Ich kann nur teilen, was mir selbst geholfen hat. Ich habe in diesem Jahr beide Eltern verloren – meinen Vater im April und meine Mutter im September. Meine Mutter habe ich über mehrere Jahre gepflegt. Und trotzdem war ich auf das Danach nicht vorbereitet.
Was ich gelernt habe: Trauer folgt keinem Plan. Sie braucht keine Form, kein Tempo und keine Erwartungen von außen. Bei mir war vieles zunächst wie gedämpft, manches kam später, anderes nur in kleinen Momenten. Ich habe aufgehört, nach einem „richtigen Umgang“ zu suchen.
Hilfreich war für mich vor allem, mir selbst nichts abzuverlangen. Tage zuzulassen, an denen wenig ging. Und auch die, an denen es überraschend ruhig war – ohne schlechtes Gewissen.
Vielleicht ist das im Moment alles, was man tun kann: nichts festhalten müssen und nichts wegdrücken. Einfach da sein, so gut es eben geht.
Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit. Alles Gute Mupfl
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Windy Mitglied
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Herzliches Beileid und viel Kraft für die kommende Trauerzeit.
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Elisabeth71 Mitglied
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Herzliches Beileid auch von mir. Es ist schlimm , dass du dich nicht von ihr verabschieden konntest , weil ihr mit ihrem Ableben nicht gerechnet habt. Es gibt Trauergruppen. In der Gruppe kannst du versuchen , den Schmerz gemeinsam zu bewältigen.
Ich kenne es nur zu gut, denn meine Oma (mütterlicherseits) habe ich über alles geliebt. Ich erinnere mich sogar noch daran, wie ich als Kleinkind (1 oder 2 Jahre?), als der Wohnungsbau noch nicht so fortgeschritten war, dort wohnte, und gegenüber ihr fühlte sich meine Mutter eher wie eine Stiefmutter an. Nie hatte sie mit mir gemeckert, und bei ihr war ich auch immer sehr lieb und anständig. Meine Großeltern gaben mir vor allem ein warmherziges Zuhausegefühl. Sie starb 2008 im Altersheim mit 92, und ich war vor allem auch die letzten Tage immer bei ihr. Als ich das Heim dann Stunden vor ihrem Tod verließ, rief ich ihr noch zu "Und grüße mir den Opa". Als ich merkte, dass sie jetzt stirbt und zuhause ankam, weinte ich wie ein Schlosshund. Meine Mutter rief mich in der Nacht dann an, dass sie nun die Reise ins Jenseits angetreten hätte. Ich glaube ja an ein Leben nach dem Tod, so dass ich weiß, dass sie nicht wirklich tot ist und wir uns wiedersehen werden.
Ich denke jeden Tag an sie und meinen Großvater, denn sie sind beide immer in meinem Herzen. Die Sehnsucht oder Erinnerung ist aber immer umso intensiver und schmerzhafter, je alleiniger (bin ja eigentlich weniger einsam, da ich mich ja habe und mich mit dem Weltengeist ganz gut verbunden fühle) ich mich fühle. Die Gedanken und Erinnerungen kann mir keiner nehmen, und in ihnen ist alles noch lebendig. Ich fühle sie immer noch in mir.
Loslassen war damals ein großes Problem für mich. Das lernte ich vor allem durch das Erkennen von Illusionen und zunehmenden Selbstwertgefühls, das mich unabhängiger von der Außenwelt gemacht hat. Z.B. habe ich mich geweigert, meinen sterbenden Vater noch einmal zu besuchen, und den Kontakt zu meiner Schwester und Mutter habe ich vor Jahren endgültig abgebrochen, weil sie mir nicht guttun. Das trenne ich von mir konsequent ab, weil das eine andere, realitätsverweigernde Bewusstseinsebene ist, in der ich längst nicht mehr spiele.
Ich gehe oft nochmals die ganzen gemeinsamen Etappen mit meinen Großeltern durch, visualisiere sie, halte hier und dort kurz ein, um dies Revue passieren zu lassen, und ich sonne mich in diesen schönen Erinnerungen. Und ich sende auch immer noch liebevolle, wertschätzende und dankbare Gedanken zu ihnen.
Zeit heilt tatsächlich alle Wunden, aber schaue auch nach, ob da irgendwo auch Abhängigkeiten mitspielen, die das Trauern umso schwieriger machen. Diese loszuwerden, das wäre eine Lernaufgabe, um den Mangel auzugleichen. Es gibt ja viele Leute, die ziehen vor negativer Sehnsucht die Verstorbenen zurück ins Erdfeld, was gar nicht sinnvoll ist. Deswegen ohne Mangelsehnsucht liebend erinnern und auch wieder loslassen. Mit Mangelsehnsucht meine ich sowas wie jemanden an der Jacke zu ziehen. Das tut den Verstorbenen nicht gut. Liebende Gedanken werden ihnen aber gutttun.
Die Omas sind die Besten, ich weiß. Mir kommen auch immer wieder die Tränen, weil sie mich mit ihrer Anwesenheit so bereichert hat. Sie war es auch, die mein Leben dadurch rettete, dass sie mich mit jemanden zur Klinik fuhr, sonst hätte ich alleine wohl nicht den Schritt gemacht. Von allen Menschen habe ich sie am meisten geliebt.
Durch die Trauer musst Du alleine durch. Aber wir fühlen mit Dir, weil Omas wirklich etwas Besonderes sind. Und diese Erkenntnis wird sich tiefer in Dein Herz eingraben. Das nennt man auch Bewahrung eines Heiligtums, das das Leben doch erst richtig wertvoll macht.