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Hallo,

als ich hier einige Beiträge gelesen habe, dachte ich mir, ich melde mich hier an, vielleicht passe ich ganz gut her mit meinem Problem.

Zu mir: Ich bin Anfang 40 und mit meinem Mann vor ein paar Jahren in den Hamburger Norden gezogen (berufliche Gründe, aber auch, weil wir das Meer lieben).

Wir sind seit über 12 Jahren verheiratet, und ich muß sagen, unsere Ehe ist wirklich in Ordnung.

Allerdings habe ich Probleme mit mir selbst. Generell bin ich introvertiert und tue mich schwer, Kontakte zu knüpfen. Ich habe, seit wir hier in Norddeutschland wohnen, einen Home-Job (nur stundenweise), mein Mann ist den ganzen Tag auf Arbeit, und ich fühle mich sehr allein. Ich kenne hier niemanden, und all meine Versuche, Kontakte zu meiner Umwelt herzustellen, sind gescheitert: VHS-Kurse, Vereinswesen, Hobby-Gruppen, Freundschaftsanzeigen geschaltet oder auf welche reagiert. Alles ist im Sand verlaufen. Und nach dem Kurs ist jeder seiner Wege gegangen, jeder zurück in seine Welt - nur dass meine sehr einsam ist. Wenn ich vor die Tür gehe (einkaufen oder Erledigungen machen), dann komme ich mir mittlerweile vor wie ein Alien, ich scheine in einer Art Parallelwelt zu leben, neben den anderen, nicht mit ihnen.

Vor 5 Jahren hatte ich einen Zusammenbruch, weil ich in den 20 Berufsjahren immer dünnhäutiger geworden bin, irgendwann hatte ich dem zwischenmenschlichen Stress nichts mehr entgegenzusetzen. Zwei Therapien haben daran nicht wirklich etwas ändern können, ich kenne die Ursachen, aber beheben konnte ich es nicht.

Ich war schon als Kind eine Einzelgängerin, habe, so sagte man mir, fast immer allein gespielt. In Gruppen war ich immer außen vor, introvertiert, schnell überfordert, nicht in der Lage, mich abzugrenzen bzw mich zu behaupten.
Trotz massiver Angst fange ich derzeit wieder an, mich auf Teilzeitstellen zu bewerben. Ich hab so Angst, dass ich wieder abbreche, weil das Problem (ein Muster, das sich immer wiederholt) ja nicht gelöst ist sondern nur "schlummert". Aber nur zu Hause zu sitzen und mich mit dem Kaffeeautomaten zu unterhalten.... ich fühle mich perspektivlos. Früh bin ich munter, mittags werde ich schon müde, wahrscheinlich weil mir Reize und Impulse fehlen, abends fühle ich mich völlig nutzlos und nachts wache ich auf und frage mich, wie es weitergehen soll.

Wie komme ich aus dieser Sackgasse wieder heraus? Wie fasse ich Fuß? Ich habe den Eindruck, die Leute hier wollen nichts mit Zugezogenen zu tun haben, sie haben ihre Freunde schon vom Sandkasten oder der Schule an, und wer dazukommt, hat Pech. Dazu kommt, dass wir keine Kinder haben können, wir besitzen auch kein Haus mit Garten, ein Ferienhaus oder ein großes Auto, ich habe auch nur diesen Minijob- somit fallen Gespräche über diese Themen schon mal weg.

Ich möchte so gerne endlich etwas wie Heimat haben. Anschluss finden, Fuß fassen.... und sei es nur jemand zum Quatschen bei einer Tasse Kaffee. Aber das glückt mir seit über 3 Jahren nicht. Und von Monat zu Monat geht es mir damit schlechter....

Wer kennt das - und hat jemand einen Ausweg aus dieser Sackgasse gefunden?


Sayonara

25.04.2013 15:36 • 02.05.2013 #1


28 Antworten ↓


Kaffee trinken ist gut,würde sofort einen mit dir trinken nur leider wohne ich zuweit weg,aber ich glaub dir das es schwierig ist,wie sieht es denn mit deinem Mann aus,hat er denn auf der Arbeit noch niemanden kennengelernt mit dem ihr euch mal privat treffen könntet ?

25.04.2013 16:07 • #2



In einer Sackgasse gelandet

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Zitat von schneebiene2005:
Kaffee trinken ist gut,würde sofort einen mit dir trinken nur leider wohne ich zuweit weg,aber ich glaub dir das es schwierig ist,wie sieht es denn mit deinem Mann aus,hat er denn auf der Arbeit noch niemanden kennengelernt mit dem ihr euch mal privat treffen könntet ?


Mein Mann ist froh, wenn er nach der Arbeit wieder zu Hause ist. Er ist so eher der häusliche Typ, und interessanterweise braucht er keine Freunde. Ihm fehlt nichts, solange ich da bin, unglaublich, aber wahr. Ich muß wohl unglaublich erfüllend sein

Letztens rief ihn ein Kollege von einer früheren Arbeitsstelle an und hat ihm zum Geburtstag gratuliert, was ich total nett fand, ich hab sofort gesagt, lad ihn doch mal ein. Nun ja, das hat er wohl bis heute nicht getan - irgendwie sind ihm Freundschaften wirklich nicht wichtig. Kontakte zu seinen Kollegen (auch früher) waren immer recht lose, und ich ermuntere ihn schon, wo es geht, weil ich eben auch mal raus will ^^. Aber da tut sich nicht wirklich was, und wenn ich ehrlich bin, seine Kollegen sind ja nun auch nicht dazu da, mich zu entertainen, das ist ja eigentlich meine eigene Baustelle. Nur weiß ich langsam nicht mehr, was ich noch tun soll. Weil ich viele schöne Hobbys habe, hab ich auch schon inseriert, von wegen, wer hat Lust mit mir ab und zu mal zu malen, oder im Winter hab ich inseriert: Wer hat Lust, bei Tee oder Kaffee gelegentlich zusammen zu stricken? - Aber es kam Null Resonanz, ich weiß echt nicht, woran das liegt.

25.04.2013 16:27 • #3


Ich beneide solche Leute auch, die gut allein sein können. Ich kann es auch nicht. Es zieht mich ebenfalls total runter. Vielleicht findest du ja hier eine liebe Freundin. Hier sind doch so viele Leute aktiv. Bestimmt auch in deiner Region.
Ich habe es in den letzten Jahren auch immer viel mit Kontakten versucht. Leute zum Kaffee eingeladen usw. (Alles keine Leute, die was von meiner Krankheit wüssten). Aber es hat sich nie ergeben, dass eine Freundschaft daraus wurde. Ich gehe auch schon etwas länger nicht arbeiten. Und manche Freundinnen von früher antworten noch nicht einmal mehr auf SMS. Oder mit dem patzigen Hinweis, dass sie arbeiten und viel zu tun haben. Ich habe auch 10 Jahre am Stück gearbeitet. Aber ich hatte denoch Zeit für Freunde.
Ich habe auch das Gefühl, dass man ein Niemand ist, wenn man momentan nicht arbeitet. Und das ist bei mir ja noch nicht soooo lange her und aktuell finde ich einfach nichts, was zu meiner Situation passen würde.
Es ist verdammt schwer, einen wahren Freund zu finden. Ich bin auch immer froh, wenn mein Mann zu Hause ist. Aber er ist halt auch oft lange arbeiten. Bei mir ist es übrigens umgedreht. Mir geht es morgens schlecht und abendes gut. Ich nehme seit ein paar Monaten Laif 900. Seither ist es morgens besser geworden.
Ich hatte früher übrigens viel Kontakt zu Familienmitgliedern. Ich war immer der Typ, der eher mit älteren Leuten konnte als mit jüngeren. Problem dabei ist: Die sterben halt alle nach und nach.
Ich bin immer richtig traurig, wenn wieder alte Herrschaften aus unserem Ort sterben. Übrigens wohne ich schon immer hier und habe trotzdem nicht viele Freunde.
Mein Mann hat auch nur einen wirklichen Freund, zu dem er Kontakt hat. Als ich noch arbeiten ging, hatte ich ja Kolleginnen. Oder auch Mitschülerinnen.
Aber das Leben wandelt sich. Eine ehemalige Freundin von mir ist alleinerziehend mit Kind und darüber sehr deprimiert, eine andere ist mit einem reichen Mann zusammen. Da können wir nicht mithalten. Wieder eine andere denkt, dass sie die tollste Sekretärin der ganzen Welt ist und hat kein anderes Thema als ihren Job und wieder eine andere hat so eine große Familie, dass sie auf andere Leute "nicht angewiesen" ist.
Nicht jeder hat das Glück, einen Freund zu haben . Leider.

25.04.2013 16:38 • #4


Hallo Sayonara,
was waren das denn für Therapien? Vielleicht waren noch nicht die richtigen dabei...

Woran sind denn die Vereins- und Hobby-Versuche gescheitert?
Und im Inserat solltest Du Klartext benutzen: Es kommt Dir doch nicht aufs Stricken an, oder...? Du suchst Gesprächspartner! Ich lese immer wieder solche Anzeigen wie "Leute gesucht für Kino, Kaffee und gute Gespräche", sowas wäre doch genau richtig für Dich? Nicht aufgeben!

Hast Du Kontakt zu alten Freunden? (Von vor dem Umzug?)
Ich hatte das auch mal, regionale Veränderung aus beruflichen Gründen... mittlerweile bin ich wieder bei meinen Freunden (so halbwegs, 60km weit weg).

Hm, so ganz normal finde ich das auch von Seiten Deines Mannes nicht, muss ich ehrlich sagen... dass ihr so gar keine Kontakte habt... wie ist es denn mit klassischen Paar-Aktivitäten, Tanzen, Theater... da gibt's ja auch Clubs für und so...

25.04.2013 16:44 • #5


Zitat:
Ich habe es in den letzten Jahren auch immer viel mit Kontakten versucht. Leute zum Kaffee eingeladen usw. (Alles keine Leute, die was von meiner Krankheit wüssten). Aber es hat sich nie ergeben, dass eine Freundschaft daraus wurde. Ich gehe auch schon etwas länger nicht arbeiten. Und manche Freundinnen von früher antworten noch nicht einmal mehr auf SMS. Oder mit dem patzigen Hinweis, dass sie arbeiten und viel zu tun haben. Ich habe auch 10 Jahre am Stück gearbeitet. Aber ich hatte denoch Zeit für Freunde.


Wie gesagt, ich habe 20 Jahre voll gearbeitet, dann ging nichts mehr, jetzt versuche ich noch mal was in TZ zu bekommen, was aber irre schwer ist. Dass Leute, die in TZ oder VZ arbeiten gehen, häufig keine Zeit haben, ist mir auch aufgefallen, aber mir ging es genau wie Dir: Trotz VZ-Tätigkeit damals hatte ich immer Zeit für eine Freundin (wo ich früher gewohnt hab, hatte ich eine, zumindest für einige Zeit).

Zitat:
Ich habe auch das Gefühl, dass man ein Niemand ist, wenn man momentan nicht arbeitet. Und das ist bei mir ja noch nicht soooo lange her und aktuell finde ich einfach nichts, was zu meiner Situation passen würde.


Ich fühle mich nicht selbst als Niemand. Ich habe Köpfchen, das Herz am rechten Fleck, ich bin unternehmungslustig, eine gute Gesprächspartnerin mit vielen Themen, habe Humor und tolle Hobbys. Aber irgendwie scheint das nicht die „Währung“ zu sein, die zählt. Was ich irgendwie nicht verstehe. Klar ist Haus und Garten schön, klar sind Kinder was unglaublich tolles, aber es kann doch nicht sein, dass sich alles nur darum dreht?

Zitat:
Es ist verdammt schwer, einen wahren Freund zu finden. Ich bin auch immer froh, wenn mein Mann zu Hause ist.


Geht mir auch so, und das macht mir Angst. Nicht, dass er nach Hause kommt sondern wie sehr ich mich darüber inzwischen freue. Es ist schon schwer genug, dass ich kaum noch was zum Haushaltsbudget beitragen kann (ich hab früher mehr verdient als er), aber wenn ich dann abends sehnsüchtig warte, bis er endlich heimkommt, das macht mir wirklich Sorgen.

Zitat:
Bei mir ist es übrigens umgedreht. Mir geht es morgens schlecht und abendes gut.


So soll es bei Depressionen sein. Bei mir ist es wirklich umgedreht, morgens bin ich gut drauf, und je mehr es gen Abend geht, desto schwermütiger werde ich, weil wieder ein Tag rum ist und ich nicht wirklich was bewegen konnte (ich bin ein Mensch, der Dinge anpackt und mit Stagnation nicht zurechtkommt). Wenn mein Mann heimkommt, ist es wieder etwas einfacher, weil ich dann Gesellschaft habe, aber wenn ich nachts aufwache und ins Grübeln komme – davon kriegt er Gottseidank nichts mit.

25.04.2013 16:54 • #6


Okay,dann ist es natürlich alles schwieriger wenn dein Mann auch noch eher der häussliche Typ ist.
Also ich habe auch nicht mehr so einen riesen Bekanntenkreis und mein Mann auch nicht da er auch mit mir scheinbar genug hat
Allerdings habe ich eine super tolle Freundin die immer für mich da ist,sie ist zwar auch viel arbeiten aber immer wenn sie Zeit hat treffen wir uns. Mein Mann kommt auch immer spät von der Arbeit und ich bin überwiegend alleine,klar habe ich die Kinder zuhause ab Mittags aber das ist ja was anderes wie Freunde.

25.04.2013 17:04 • #7


Was ist denn wenn du so mal in der Wohngegend rumläufst oder hast du dich schonmal bei euren neuen Nachbarn vorgestellt ?

25.04.2013 17:05 • #8


Zitat:
was waren das denn für Therapien? Vielleicht waren noch nicht die richtigen dabei...


Tiefenpsychologisch. Meine damalige Therapeutin meinte, VT würde bei mir nicht viel bringen. Seit ich hier wohne, habe ich 2x einen Versuch gestartet, noch mal eine Therapie anzufangen, um mich vielleicht doch noch stabil genug für den Arbeitsmarkt draußen zu bekommen. Ich habe jeweils 4 – 8 Therapeuten kontaktiert, die mich alle weitergeschickt haben, weil sie meinten, ich bräuchte mehr als 25h und das bieten sie nicht an. Der Knaller von allem war die Empfehlung, doch mal Rente zu beantragen, ich wäre mit 42 ja auch nicht mehr die jüngste…. Daher habe ich vor ein paar Monaten für mich entschieden, das Thema Therapie abzuhaken, weil mich das tierisch runtergezogen hat, und genau das kann ich nicht gebrauchen.

Zitat:
Woran sind denn die Vereins- und Hobby-Versuche gescheitert?


Im Verein (aufgrund des Hobbys eher eine Männerdomaine) bin ich vom stellvertretendem Leiter angepöbelt worden und der Leiter selbst hat nur gegrinst und auch später völlig bekloppte Bemerkungen gemacht – da habe ich mich zunehmend unwohl gefühlt und bin gegangen. Bei den Hobby-Aktivitäten habe ich Kurse besucht, was auch gut ging, aber dort blieb auch jeder für sich, die „Eingeborenen“ und ich. Außerdem waren viele älter, und die Themen waren häufig Kinder (und Enkel), Reisen (wir können, seit ich nicht mehr richtig arbeiten gehen kann, uns kaum noch Reisen leisten, was mir wehtut), Haus und Garten.... alles Themen, wo ich mich total fehl am Platz fühle.

Zitat:
Und im Inserat solltest Du Klartext benutzen: Es kommt Dir doch nicht aufs Stricken an, oder...? Du suchst Gesprächspartner! Ich lese immer wieder solche Anzeigen wie "Leute gesucht für Kino, Kaffee und gute Gespräche", sowas wäre doch genau richtig für Dich? Nicht aufgeben!


Ich habe auch schon „Klartext-Angebote“ formuliert, da kamen ein paar Treffen zustande, wovon ein Teil eine Katastrophe war und der andere Teil nach ein oder zweimal Treffen im Sand verlief, weil es einfach nicht genug Gemeinsamkeiten gab.

Zitat:
Hast Du Kontakt zu alten Freunden? (Von vor dem Umzug?)


Nicht wirklich. Ich hatte auch dort nur wenige Kontakte, aber immerhin zwei, und eine Nachbarin, wo ich auch ab und an mal einen Kaffee mit getrunken und geklönt habe.ö

Zitat:
Ich hatte das auch mal, regionale Veränderung aus beruflichen Gründen... mittlerweile bin ich wieder bei meinen Freunden (so halbwegs, 60km weit weg).


In meinem Fall sind es über 400km. Eine Bekannte hatte mich letztens auf FB gefunden, allerdings habe ich nicht reagiert, weil ich weiß, dass sie mit Hinz und Kunz über FB verbandelt ist, und teilweise auch mit Leuten, die mir nicht ganz geheuer sind. Daher zögere ich noch immer.

Zitat:
Hm, so ganz normal finde ich das auch von Seiten Deines Mannes nicht, muss ich ehrlich sagen... dass ihr so gar keine Kontakte habt... wie ist es denn mit klassischen Paar-Aktivitäten, Tanzen, Theater... da gibt's ja auch Clubs für und so...


Meinem Mann geht es damit durchaus gut, ihm fehlt ehrlich nichts, was mich immer wieder erstaunt, aber es liegt wohl am stressigen Job. Er war früher auch mehr für sich und ist auch ruhiger als ich. Ich dagegen fühle mich zunehmen unter Druck, will ausbrechen – das hat nichts mit ihm zu tun sondern einfach, dass mir die Decke auf den Kopf fällt und meine ganze positive Energie vor die Wand läuft.

Ich denke, ich werde ihm vorschlagen, dass wir mal am WE Billiard spielen gehen, das kann ich noch nicht. Allerdings ist der klassische Verlauf (wenn wir wohin gehen), dass wir zwar etwas unternehmen, aber für uns bleiben. Ich hatte mal geschaut, wegen Freizeitgruppen, aber das sind, scheint mir, vor allem etwas für Singles zu sein, und wenn möchte ich schon auf der Paarebene etwas unternehmen, natürlich ohne das, was viele darunter noch verstehen.

25.04.2013 17:13 • #9


Zitat von schneebiene2005:
Was ist denn wenn du so mal in der Wohngegend rumläufst oder hast du dich schonmal bei euren neuen Nachbarn vorgestellt ?


Als mein Mann (wegen dem Job als erster, ich habe den Umzug hinterher organisiert) hier eingezogen ist, hab ich ihm gesagt, er soll sich vorstellen, vielleicht gibt es ja paar nette Leute. Allerdings hat er das wohl nicht gemacht, naja, und als ich hinterhergekommen bin, hab ich mich nicht so getraut. Die meisten sind auch viel älter. Und überhaupt sind die Leute hier überwiegend jeder für sich, jeder macht sein Ding, und viele kennen und grüßen sich nicht mal. Als wir letztens ein anderes Auto gekauft und mal an der Seite vom Parkplatz (etwas auf der Rasenkante) gestellt haben - am nächsten Tag wurde unser altes Auto abgeholt, so dass unser Anwohnerparkplatz wieder frei war - steckte am nächsten Morgen ein Zettel unterm Scheibenwischer mit Meckerei, natürlich anonym. Dabei haben wir niemanden zugeparkt und sogar mit der Nachbarin von gegenüber gesprochen, die als einzige im Haus mit dem Fahrrad dort vorbei muss, dass das Auto nur eine Nacht dort steht. Nun, sie hatte sich nicht beschwert, aber wer anders schon....

25.04.2013 17:19 • #10


Schade mit den Nachbarn,aber manchmal hat man auch ein falsches Bild.Vielleicht warten die dadrauf das ihr euch mal vorstellt Aber das mit dem Billard spielen ist doch eine tolle Idee und vielleicht sind ja welche da die in eurem Alter sind dann quatscht die doch einfach mal an und fragt was man noch so in der Gegend machen könnte,ihr würdet noch nicht lange da wohnen etc.

25.04.2013 17:29 • #11


Zitat von schneebiene2005:
Schade mit den Nachbarn,aber manchmal hat man auch ein falsches Bild.Vielleicht warten die dadrauf das ihr euch mal vorstellt Aber das mit dem Billard spielen ist doch eine tolle Idee und vielleicht sind ja welche da die in eurem Alter sind dann quatscht die doch einfach mal an und fragt was man noch so in der Gegend machen könnte,ihr würdet noch nicht lange da wohnen etc.


Das mit den Nachbarn finden wir auch schade, aber so ist es leider.... ich selbst bin in einer Gegend aufgewachsen, wo man mit den Nachbarn noch abends im Garten gesessen hat bei Kaffee, Kuchen oder Bowle. Oder mit dem Nachbarsjungen zusammen gefrühstückt, wenn der Langeweile hatte und man selbst hatte Zeit, meine Güte, was haben wir manchmal rumgeulkt und gelacht. Damals wurden teils sogar Geburtstage zusammengefeiert, mit allem Drum und Dran, auch wenn man am nächsten Tag einen Brummschädel hatte .
Aber hier ist das anders, und die Zeiten haben sich wohl auch geändert. Hier bin ich mittlerweile froh, wenn ich möglichst niemandem im Haus begegne....

Das mit dem Billard werden wir wohl machen, weil ich auch neugierig bin, das zu lernen. Allerdings wird das direkt in Hamburg sein, und ich habe auch festgestellt, dass viele Leute (gerade auch in den Freundschaftsanzeigen) am liebsten und ausschließlich Kontakt zu Leuten suchen, die möglichst noch im selben Viertel wohnen, und wir wohnen etwas außerhalb von HH. Ich hab das nie verstanden, klar, das ist schön, wenn wer gleich nebenan wohnt, da kann man sich spontan auf einen Kaffee treffen, aber mal ehrlich, selbst wenn ich eine halbe oder dreiviertel Stunde fahren muß - das wäre es mir absolut wert! Allerdings sieht das halt nicht jeder so, und dann klappt das auch nicht.

25.04.2013 17:39 • #12


Da hast du Recht.Ich finde auch das wenn man sich gut versteht auch mal ne halbe Stunde oder länger Fahrt in Kauf nehmen kann.Es kann ja nicht jeder gleich nebenan wohnen.Ja die Zeiten haben sich auch geändert,heute kennen die wenigsten noch Zusammenhalt und beeinander sitzen.Bei uns hier in der Nachbarschaft guckt auch jeder nur was der andere macht und was man wieder eingekauft hat Die gegenüber hängen schon immer an der Scheibe wenn ich die Tür aufmache

25.04.2013 17:43 • #13


Zitat von schneebiene2005:
Da hast du Recht.Ich finde auch das wenn man sich gut versteht auch mal ne halbe Stunde oder länger Fahrt in Kauf nehmen kann.Es kann ja nicht jeder gleich nebenan wohnen.Ja die Zeiten haben sich auch geändert,heute kennen die wenigsten noch Zusammenhalt und beeinander sitzen.Bei uns hier in der Nachbarschaft guckt auch jeder nur was der andere macht und was man wieder eingekauft hat Die gegenüber hängen schon immer an der Scheibe wenn ich die Tür aufmache


*g* Dann kannst Du ihnen ja demnächst paar Saugnäpfe in den Briefkasten werfen, dann wird's noch einfacher (ich stell mir das gerade bildhaft vor)

25.04.2013 18:14 • #14


oh ja die sind echt ganz schlimm und so wie du es dir bildlich vorstellst sieht es auch aus

25.04.2013 19:17 • #15


In zwei Wochen könnte ich eine Malgruppe "probieren". Hatte sie im Internet gefunden und dort die Leiterin angerufen. Allerdings habe ich seitdem meine Zweifel, ob es überhaupt Sinn macht, dorthinzugehen. Natürlich sagt man, auf jeden Fall mal anschauen, sich ein Bild machen. Andererseits, wenn man schon so vieles probiert hat (und danach natürlich auch jedes Mal etwas enttäuscht ist), dann möchte man nicht unendlich negative Erfahrungen auf dem Erlebnis-Konto ansammeln....

Die Dame am Telefon war nett, aber es schaut aus, als ob die Gruppe (die seit über 24 Jahren besteht) sich aus zwei Sorten von Leuten zusammensetzt: Die einen, die schon in Rente sind, die anderen, die selbständig sind. Was ich ihr durchaus glaube, da der Kurs an einem Wochentag von vormittags bis nachmittags geht.

Die Idee, mit Leuten zusammenzusein, die so ganz andere Lebensumstände habe als ich, macht mich schon wieder kopfscheu. Das hatte ich bei einer Handarbeitsgruppe auch schon.... alle aus gutsituierten Verhältnissen, Wohneigentum, Haus und Garten.... teures Hobby-Equipment.... und überhaupt ihre Schäfchen im Trockenen, und dann komm ich daher, immer noch auf der Suche nach einer TZ-Stelle und gleichzeitiger Angst, ob ich eine TZ-Stelle überhaupt bewältige.... Ich komm mir da nicht nur deplatziert vor sondern auch minderwertig, es führt einem ja vor Augen, was man alles geschafft haben könnte, wenn man es nur richtig anstellen würde. Das ist KEIN Neid. Sondern Selbstzweifel. Und wenn dann noch jemand so einen Spruch ablässt wie damals die Leiterin der Handarbeitstgruppe: "400Euro-Job? Naja, wenn Sie sich von Ihrem Mann so durchschleifen lassen, geht es ja...." Ich hätte kotzen können.... Gerade, weil ich es gewohnt war, voll arbeiten zu gehen und ordentlich Kohle heimzubringen...

Ich weiß ehrlich nicht, ob ich da hingehen sollte....

26.04.2013 09:53 • #16


Veritas
"400Euro-Job? Naja, wenn Sie sich von Ihrem Mann so durchschleifen lassen, geht es ja...."

Unmöglich. Saugnapf auf den Mund.

26.04.2013 11:54 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Mein Mann, der damals zufällig mit dabeistand (weil er was abholen wollte), fand den Spruch noch nicht mal schlimm. Ich schon, mir hat das richtig eine reingewürgt.

26.04.2013 12:03 • #18


Dubist
Das ist ja megafrech. Könnte auch dahinterstecken, das sie neidisch auf deinen mann war.
Oder reich war und arme Menschen hasst ingeheim.
Ich hab das problem auch, in den Mutterkindtreffen früher, und heute noch, wenn mir mal eine zufällig über den Weg läuft: Ich wär ja daheim?
Und dann ihr würde ja die Decke auf den Kopf fallen.
Zuerst hab ich auch gedacht, die sind alle mehr, man spürt förmlich auch die fehlende wärme und Ablehnung dort.
Mittlerweile steh ich dahinter.
Nächstes mal wenn du wegen deinem vierhunderteuro job mal mit jemanden redest, erzähl demjenigen doch dann einfach mal, das dies super ist, weil du dann den ganzen mittag dich um dich und deine Kinder kümmern kannst.
Oder das so ne stelle einfach perfekt ist.
Du mußt dahinter stehen, denn die Leute merken das, ob du dich minderwertig fühlst oder nicht.
Eine Frau die daheim ist, egal wegen was und ihre Arbeit oder Dienste erfüllt.
Und vollkommen dahintersteh, hinter ihrer Sache, strahlt das aus.
Sie fühlt sich auch nicht minderwertig, nur weil sie nicht bei den wohlhabenden mitsprechen kann.
Vielleicht ein wenig, aber sie schaut dann auf das was sie alles geschafft hat.
lg Dubi

26.04.2013 12:08 • #19


Zitat:
Das ist ja megafrech. Könnte auch dahinterstecken, das sie neidisch auf deinen mann war.


Du, das hab ich mir später auch überlegt, zumindest neidisch, dass ich mir nicht so einen Streß machen muß wie sie wahrscheinlich, hatte wohl eine Halbtagsstelle, ein Ehrenamt und noch die Handarbeitsgruppe, Haus und Garten. Andererseits machte sie den Eindruck, als würde sie in alldem, was sie tut, aufgehen, schien so eine von den Frauen zu sein, die ihre Finger überall mit drin haben und das auch zeigen müssen.

Wir können keine Kinder haben, daher kann ich mich auch nicht auf eine Mutterrolle beziehen. Die beste Hausfrau bin ich auch nicht, eigentlich bin ich keine, zumindest nicht die klassische, die darin aufgeht, alles schön zu putzen, dass es nur so blitzt. Hier ist eine solide Grundordnung drin, dass man sich wohlfühlt, aber eine Erfüllung finde ich darin nicht.

Eigentlich bin ich auch sehr froh und dankbar über den 400Euro-Job, um dieses kleine, gut eingespielte Homeoffice dürften mich einige Leute beneiden, die für dasselbe Geld doppelt so lange an einer Supermarktkasse schuften müssen (ich weiß wie das ist, hab das mal paar Monate gemacht). Aber ich zahle nichts ein, seit Jahren nicht, und ich würde halt wirklich gerne mehr arbeiten/verdienen.

Ich trau mich gar nicht zu erwähnen, dass ich viel mehr Zeit habe als mir guttut - das wäre ein riesiger Fauxpas - gerade in der heutigen Zeit, wo die Menschen immer mehr in immer kürzerer Zeit schaffen müssen. Da kann es ein normaler Mensch kaum verstehen, dass zu viel Freizeit auch nicht wirklich erholsam ist sondern eine Form von Stress.

26.04.2013 12:25 • #20



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