Zitat von fluchtfantasie:Hallo zusammen,
an Weihnachten wird einem die eigene Einsamkeit wohl am ehesten bewusst.
Keine Freunde, die man beschenken kann oder die an diesen Tagen zumindest für einen Moment mal an dich denken und dir eine Nachricht schreiben.
Kurz zu meiner Person - Ich bin 18 Jahre alt, sehr introvertiert und habe seit ich im Juni diesen Jahres mein Abitur gemacht habe keine Freunde mehr. Beziehungsweise ich hatte auch während der Schulzeit keine wirklichen, echten Freunde, geschweige denn eine beste Freundin, nach der ich mich bis heute noch sehne.
Ich war öfter Teil von kleinen Grüppchen, die sich in der Schule eben bilden, aber wurde von den anderen oft einfach nur ausgenutzt und wie es so schön heißt - Manchmal merkt man, dass man mit bestimmten Menschen nur 'befreundet' war, weil man sie 5 Tage die Woche und mehrere Stunden am Tag gesehen hat.
So ist der Mensch eben. Ein Rudeltier, was sich schnellstmöglich sein Rudel sucht, um nicht in der Wildnis allein gelassen zu werden.
Nun stehe ich seit gut einem halben Jahr wirklich komplett ohne Freunde oder sonstige Kontakte da. Hätte ich keinen festen Freund seit einigen Monaten, dann wäre ich bereits komplett abgeschottet von der Gesellschaft. Ich hätte wirklich niemanden mit dem ich etwas unternehmen könnte.
Sicher werden einige von euch sich nun denken, ich sei doch gar nicht einsam oder alleine, wenn ich doch einen Freund hab, der für mich da ist, aber so einfach ist das leider nicht.
Ich sehne mich so sehr nach ein paar Freunden, ein oder zwei echte Freunde reichen mir doch schon, ich bin nicht anspruchsvoll. ich sehne mich nach Leuten, die mich wertschätzen. Ich sehne mich danach, mal am Wochenende in einer Gruppe unterwegs zu sein und nicht immer zu zweit oder alleine daheim zu sitzen.
Versteht mich nicht falsch, ich liebe es, Zeit alleine mit meinem Freund zu verbringen, aber da fehlt einfach was.
Ich fühle mich nicht mehr als Teil dieser Gesellschaft.
Wenn ich mal auf Partys bin, dann als meist unerwünschte +1 meines Freundes.
Er wird oft zu Geburtstagen eingeladen, hat einige Freunde und nimmt mich ab und zu mal mit, damit ich auch mal was von der "Außenwelt" mitbekomme und nicht komplett abgekapselt bin.
Seine Freunde wirken meistens ja echt nett, aber hier kommt das größte Problem - Ich werde nicht wahrgenommen.
Ich werde vorgestellt, meistens wird dann kurz Hallo gesagt, doch dann, nach einsekündigem Blickkontakt, schweift der Blick auch schon wieder ab und ich werde den ganzen Abend lang von niemandem mehr angeschaut und ignoriert. In Gesprächen versuche ich mitzureden, doch niemand hört mir zu oder geht auf das ein, was ich gesagt habe. Oft werde ich einfach bewusst unterbrochen.
Es ist als würde ich nicht existieren.
Bei dem Geburtstag der besten Freundin meines Freundes (ich kenne sie schon länger) haben wir ihr gemeinsam etwas geschenkt. Dass das Geschenk von uns beiden kam, wusste sie zu diesem Zeitpunkt genau.
Wir überreichten ihr das Geschenk - kein Blickkontakt zu mir.
Sie packt Stück für Stück aus - Aufgeregte Blicke zu meinem Freund.
Sie freut sich, bedankt sich für das Geschenk - Umarmt meinen Freund zum Dank, wieder der typische einsekündige Blick zu mir, Blick zurück zu meinem Freund. Kein Dankeschön an mich.
Es ist immer so. Bin ich denn unsichtbar? Nehmen mich Menschen nicht als Teil der Gesellschaft wahr?
Es verletzt mich so sehr.
An Wochenenden muss ich öfter einfach stundenlang weinen und bin traurig, weil sonst niemand da ist, mit dem ich etwas unternehmen könnte, vor allem wenn mein Freund mal etwas anderes vor hat.
Ständig flüchte ich mich in meine Tagträume, in denen ich Freunde habe. Wahrscheinlich ist das so eine Art Schutzmechanismus meines Gehirns.
Ich fühle mich einfach unsichtbar. Ich kann so nicht mehr weitermachen.
Das tut mir sehr leid für Dich.
Vielleicht ist das nicht mal so weit hergeholt mit dem "unsichtbar".
Wenn man wie Du schreibst ... eher introvertiert ist und einem im Leben seltener "der Rücken gestärkt" wurde (wäre eine von vielen Gründen warum das so ist) ... dann kann ich mir gut vorstellen ... dass es Dir schwerfällt für Dich gut zu sorgen.
Soll heißen ... dass Du Dir das alles so gefallen lässt ... was in Deinem Leben so passiert in Punkto beispielsweise von Freunden Deines Freundes.
Hinzu kommt ... dass Dein Freund ... ob er noch zu jung ... charakterlich nicht dazu in der Lage ist oder er kein Interesse hat, dass es Dir gut geht sei dahingestellt - aber gewisse Dinge einfach "hinnimmt" die Dich ins "Aus" katapultieren.
Das finde ich überhaupt nicht schön und würde ich mir auch so nicht in einer Beziehung wünschen oder gefallen lassen.
Das Problem sind nicht die Freunde ... sondern Dein Freund. Klar haben die genauso viele Fehler wie wir alle ... vielleicht sind da auch ein Paar ganz "Faule" dabei ... aber mit Gleichgültigkeit oder NichtEinschreiten in gewisse Situationen gibt er Ihnen noch den Freibrief um sich so respektlos Dir gegenüber zu verhalten.
Was an Dir liegt - Du musst schnellstmöglich lernen ... für Dich zu sorgen ... Dinge zu ändern, die Dich sinnlos verletzten. Mit mehr Selbstsicherheit also auch Selbstvertrauen hast Du auch eine ganz andere Ausstrahlung um Freunde und sogar die Richtigen zu finden.
Lass Dich mal drücken und Kopf hoch

... und besinnliche Feiertage
