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hallo ihr!
hab jetzt schon viel gelesen in diesem forum und finde es erstaunlich wie viele menschen es gibt, die sich einsam fühlen. wenn ich andere leute sehe, denke ich immer "ach, haben die's gut, die sind zufrieden". sind sie aber anscheinend doch nicht immer...
ich konnte mich aber bisher noch mit niemandem hier im forum richtig identifizieren. denn mein problem ist, dass ich eigenltich immer mittendrin stehe und mich trotzdem einsam fühle. habe eigentlich weniger das gefühl, nicht gemocht zu werden, trotzdem fühle ich mich in der gruppe unwohl. kennt jemand das gefühl dass er eigentlich menschen um sich rum hat aber sich dennoch einsam fühlt? das geht mir mein ganzes leben lang schon so (bin 21). ich kann super small talk führen und neue kontakte knüpfen, habe auch viele kontakte aber wenn es um dickere freundschaften geht, bekomm ich das nicht gebacken. die kontakte sind meist eher oberflächlich. ich habe auch meine leute an der uni und bin nie alleine, trotzdem fühle ich mich einfach nicht wohl.
ich habe die vermutung, dass das eher was mit meinem selbstbewusstsein zu tun hat, denn ich habe schon oft gehört, dass man sich einsam fühlen kann, obwohl man es nicht wirklich ist und dass man sich nie richtig wohl fühlen kann bei anderen menschen, wenn man sich selbst nicht annimmt sich selbst nicht "ein freund" ist. aber wie kommt man da raus? hab schon so viele bücher gelesen... bringt irgendwie alles nichts... wer kennt das gefühl?

04.02.2009 20:50 • 22.02.2009 #1


12 Antworten ↓


also ich nicht. Sind das vielleicht die falschen Leute, die du da kennst. Oder liegt vielleicht sogar an dir? Wenn nicht musst du lernen dich selbst zu akzeptieren. Was für Bücher hast du denn schon gelesen?

04.02.2009 22:17 • #2



Einsamkeit trotz kontakten

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hm... aber meinst du echt, dass ich noch nie die richtigen leute getroffen habe?
zu meinen büchern gehören: gefühle verstehen - probleme bewältigen, der innere freund, soziale intelligenz, außerdem mache ich autogenes training...

04.02.2009 22:22 • #3


hallo betroffener!
also ich kenne das gefühl höchstens aus der situation heraus, wo ich unter menschen bin, die aber nicht meine freunde sind und wo ich weiss, die sehe ich nie wieder, bzw. wenn ich mir sicher bin, dass ich da eher keine chance habe, ein enges kontakt zu knüpfen.
also, konkretter fall: ich wurde von einer internet-bekannten zur party eingeladen mit ihrer clique. alle menschen waren super nett. und ich hab mich mit paar unterhalten und spass gehabt. aber ich hab mich natürlich einsam gefühlt, weil ich wusste, ich sehe die menschen das erste und letzte mal. und so war es auch. na ja, dass ich mich einsam fühlte liegt vielleicht auch daran, dass ich keine freunde und freundin habe, nur paar doofe bekannte, mit denen ich wenig anfangen kann.
und bei dir ist es vielleicht auch so, dass du keine richtige freunde hast, nur bekannte halt.

04.02.2009 22:43 • #4


naja, das ist es eben. ich habe nur bekannte. ich habe viele bekannte. aber irgendwie mag ich die menschen nicht. wenn ich kurz und oberflächlich mit ihnen zu tun habe, fühle ich mich richtig gut aber ich freue mich irgendwie immer wenn ich wieder für mich alleine bin. doch gerade das stört mich, dass ich einfach nicht mit anderen in engen kontakt treten kann. das führt zu einsamkeit, die natürlich nur an mir hängt aber ich kann nichts dagegen tun... auf der einen seite wünsche ich mir einfach nichts sehnlicher als ne richtig gute freundin oder ne tolle clique aber auf der anderen seite kann ich keine solch engen bindungen eingehen. woran liegt das bloß?

14.02.2009 04:41 • #5


Marvin Gainsborough
Zitat von gingi:
hallo ihr!
ich konnte mich aber bisher noch mit niemandem hier im forum richtig identifizieren. denn mein problem ist, dass ich eigenltich immer mittendrin stehe und mich trotzdem einsam fühle. habe eigentlich weniger das gefühl, nicht gemocht zu werden, trotzdem fühle ich mich in der gruppe unwohl. kennt jemand das gefühl dass er eigentlich menschen um sich rum hat aber sich dennoch einsam fühlt?


Einsamkeit - damit habe ich mich lange, lange rumgeschlagen. Meine Antwort ist einfach: Ja, wir SIND allein. Akzeptieren muss mans. Fühlen, spüren, wie das ist, einsam zu sein, und ...aushalten!
Meiner Ansicht nach ist dies eine menschliche Grundbedingung, die durch nichts zu umgehen ist. Einmal gewusst, macht es einem (mir jedenfalls) auch nichts mehr aus.
Kontakt ist natürlich dennoch lebenswichtig, denn er hält dich im Strom des Hier und jetzt, aber andere mildern so nur deine Einsamkeit, sie heben sie nie auf...
Lieben Gruß.

15.02.2009 17:32 • #6


Hallo Marvin, das hast Du sehr schön geschrieben. Bin neu hier im Forum und Deine Worte haben mir sehr gut getan. Ich habe ebenfalls trotz genügend Kontakte schon immer viel mit Einsamkeitsgefühlen zu kämpfen. Gingi, ich bin um einiges älter als Du und leider habe ich diese Gefühle nie in den Griff bekommen. Es kann passieren, dass ich mich über Wochen wohl fühle und dann auf einmal, manchmal, wenn ich zu Hause, manchmal wenn ich unter Leuten bin, überkommt "ES" mich wieder und mich friert und ich fühle mich nur noch schlecht. Ich denke dann immer, dass ich der einige Mensch bin, der sich damit rumschlagen muß und vergesse, dass es wirklich ein uraltes Gefühl ist, dass soviele Leute kennen. Dieses Einsamkeitsgefühl zu akzeptieren, fiel mir bisher sehr schwer. Aber Marvin, Du hast Recht, es ist vielleicht der einzige Weg, um aus dieser Einsamkeitsfalle herauszukommen. Ich werde darüber nachdenken.
Ganz liebe Grüsse und euch allen noch einen schönen Sonntag
Sophie

15.02.2009 18:15 • #7


Hallo gingi,

mein Problem ist deinem nicht unähnlich. Ich glaube, daskönnte daran liegen, dass man nicht immer wirklich echt, authentisch ist im Kreise anderer Menschen, weder seine Bedürftigkeit ehrlich zeigt noch sich erlaubt, sich auch mal unbeliebt zu machen. Könnte das sein?

15.02.2009 20:20 • #8


Das Einsamkeitsgefühl trotz Gesellschaft kommt mir bekannt vor.

Mögliche Gründe, die mir gerade einfallen:

-- zu verschiedene Interessen oder Ansichten (man fühlt sich ausgeschlossen)

--Mangelndes Vertrauen in andere (man verschließt sich vor anderen, da man aus Erfahrungsgründen gelernt hat, dass zu viel gegebenes Vertrauen ausgenutzt werden kann)

16.02.2009 01:42 • #9


Um mal prophylaktisch den Vorwurf auszuhebeln:
Man lässt vieleicht keinen an sich ran lässt,
muss es erstmal einen geben, der einen Schritt auf einen zu macht.

16.02.2009 01:52 • #10


hallo mal wieder!
nicht-authentisches auftreten, bedürftigkeiten unterdrücken um dazu zu gehören, immer perfekt sein wollen, nicht zu wissen wer man selbst ist, niemanden verletzen wollen und bestimmt auch zu verschiedene interessen und mangelndes vertrauen in andere (und in sich selbst)... ich glaube ihr wisst was ich meine.
aber meint ihr echt man sollte sich damit abfinden? der gedanke daran dass ich mich mein ganzes leben lang so fühlen könnte tut sehr weh.
kann sich einer erklären woher das kommt, dass man sich immer "verstellt" oder zumindest nicht weiß wer man ist? mache mir da sehr oft gedanken drüber.

alles in allem bin ich mir sicher dass man da irgendwie raus kommt. letzte adresse wird für mich ein therapeut sein bevor ich aufgebe.

19.02.2009 02:10 • #11


Marvin Gainsborough
Zitat von Sophie1961:
Aber Marvin, Du hast Recht, es ist vielleicht der einzige Weg, um aus dieser Einsamkeitsfalle herauszukommen. Sophie


Früher habe ich mich immer unwohl gefühlt in Gesellschaft, wohingegen andere sagten: "Uns hats doch gut gefallen". Wenn ich selbst also nicht in mir ankern kann, mag mein Verhalten sehr normal aussehen - ich bin jedoch dann emotional nicht zu erreichen.
Und umgekehrt: Wenn ich zwar in mir ruhe, aber keine Verbindung zu den anderen finde, werde ich immer lebensunfähiger.

Ich glaube, man muss zuerst die Verbindung zu sich selbst gefunden haben und VON DA AUSgehend die Kraft aufbringen, auf andere zuzugehen. Es ist Kraft nötig! Weil andere eben immer einen Tick anders sind und Kontakt immer das Risiko des Unterwerfens in sich birgt, wenn man eben sich selbst vergisst.

Aber wenn ich bei mir bin, dann bringe ich diese Kraft auch gerne auf. Diese Anstrengung ist glaube ich der Preis, den das Leben erfordert. Das geht jedem so, auch wenn es nicht jeder so bewusst wahrnehmen mag.

22.02.2009 16:24 • #12


Marvin Gainsborough
Zitat von gingi:
kann sich einer erklären woher das kommt, dass man sich immer "verstellt" oder zumindest nicht weiß wer man ist? mache mir da sehr oft gedanken drüber. alles in allem bin ich mir sicher dass man da irgendwie raus kommt. letzte adresse wird für mich ein therapeut sein bevor ich aufgebe.


Bei mir wars so, dass ich befürchten musste, wenn ich "ich" bin, gebe ich anderen die Gewalt über mich. Und da ich das natürlich nicht wollte, blieb nichts als die Maske. Raus? Kommt man, wenn man in sich die Kraft einer Persönlichkeit entwickelt hat. Die kann dann machen, was sie will, sie wird auch bei Ablehnung nie in Gefahr geraten, wertlos zu sein.

Das alles ist eine lange Entwicklung, möcht ich mal sagen. Mit vielen Turbulenzen. Aber sie setzt ein, ... weil sie einfach wahr ist.

Übrigens: Wer ich BIN? Einen Kern gibts da bestimmt nicht, eher eine Übereinstimmung mit der jeweils vorgefundenen Umwelt und meiner Reaktion darauf.

22.02.2009 16:35 • #13



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