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Hallo Leute. Das hier ist mein erster Post ^^

Irgendwas muss mit mir ganz furchtbar falsch gelaufen sein. Ich hab in meinem Leben immer so Höhen und Tiefen und hab generell einen sehr großen Freundeskreis (und ich vertraue diesen Leuten auch also sie sind wirklich nicht nur Bekannte) aber ich hatte mit 21 Jahren gerade mal eine Freundin für einen Monat. Das hielt nicht lange und ihre letzten WOrte an mich waren, dass ich sowieso niemand war der ihr besonders wichtig war... zu mehr als nem Kuss kam es auch nie und wir haben uns vielleicht maximal einmal pro Woche gesehen. Aber ich war davor schon genauso einsam, weil ich einfach die Art Mann bin, mit dem man nur befreundet sein will und mehr nicht. Ich hatte die letzten drei Jahre 5 verschiedene beste Freundinnen, teilweise gleichzeitig, aber alles ging immer daran kaputt, dass ich was bedeutungsvolles wollte. Ich hab dadurch ein sehr geringes Selbstbewusstsein entwickelt und auch viel Selbsthass und Trauer aufgebaut. Aber am schlimmsten ist meine momentane "beste Freundin". Wir haben uns geküsst und uns auch gegenseitig unsere Liebe gestanden und alles, aber sie will absolut nicht mit mir zusammen sein. Wenn man uns irgendwo in der Öffentlichkeit zusammen sieht ist sie sofort extrem distanziert, während sie wenn wir allein sind immer ganz süß ist. Aber auch sie will sich nicht so oft mit mir treffen. Ebenfalls maximal einmal die Woche und ich hab halt Deja vus an meine letzte Freundin und wie das geendet ist. Ich tue wirklich sehr sehr viel für sie und bemühe mich auch wirklich drum, dass zwischen uns alles klappt. Mehr als ein "Du bist süß" krieg ich nicht und selbst das krieg ich nicht immer. Ich hab einfach das Gefühl für sie absolut unzureichend und überflüssig zu sein. Heute ist ihr Geburtstag und ich wollte bei ihr vorbeikommen, hab sie gefragt und sie meinte nein ihre Freundinnen kommen, das würde mir sowieso nicht bei den ganzen Mädels gefallen(obwohl auch die Freunde der Freundinnen kommen). Es wäre ja auch nicht tragisch wenn wir uns an ihrem Geburtstag nicht sehen und wir könnten ja telefonieren, was aber nie zustande kommt weil wenn ich sie dann anrufe sie schreibt dass sie grad keine Zeit für mich hat. (so war das die letzten paar Wochen). Ich fühle mich dadurch extrem unzulänglich für sie nicht nur als Mensch, sondern auch als Mann. Und sowas trifft mich extrem hart. Sie weiß auch wie empfindlich ich da bin und das mir das sehr wehtut. Aber damit nicht genug meine anderen Freundinnen haben sich komplett von mir abgewandt nachdem sie nen Lover gefunden haben, weswegen ich nicht einmal jemanden zum Reden hab.

Meine Probleme scheinen zwar genauso wie ich extrem unwichtig und sind wahrscheinlich ignorierenswert, aber mich macht das alles unendlich fertig. Ich will einfach nur eine einzige Person die immer bei mir ist und bei mir sein will. Jemanden der mich immer unterstützt (egal wie es mir geht) und mir auch gut zuspricht und nicht gleich Streit anfängt wenn es mir schlecht geht (ja ich darf meiner Freundin nichtmal sagen wenn mir was nicht gefällt, sonst fängt sie direkt streit an und schlägt vor den Kontakt abzubrechen, weil sie die Gefühle für mich ja auch nicht haben, sondern loswerden, will). Ich brauch einfach Bestätigung ... und das klingt einfach so armselig und erbärmlich.

10.03.2017 02:09 • 10.03.2017 #1


9 Antworten ↓


suekre
Ach man,

fühl’ dich mal gedrückt. Einfach mal so.

Vorneweg: Mit dir ist rein gar nichts schiefgelaufen, ganz sicher nicht. Du bist - wie so viele andere Menschen auch - auf der Suche nach Liebe und Wertschätzung, triffst aber offenbar konsequent die falschen Leute.

Das ist bitter, aber gar nicht ungewöhnlich bzw verwunderlich. Wenn man sich so einsam fühlt und daran verzweifelt, greift man gerne nach jedem Strohhalm.

Dass die Mädels, die du bisher kennengelernt hast, dich schlicht und ergreifend hinhalten, bzw hingehalten haben, muss ich dir glaub’ ich nicht sagen. Das weißt du sicher selbst, wenn auch nur unbewusst. Freunde wollen ihre Freunde auf Geburtstagsfeiern sehen, unabhängig davon, wer noch so da ist. Klar, bei nem reinen Mädelsabend bist du als Junge wohl wirklich fehl am Platz, aber wenn du sagst, dass die Freunde der anderen Mädels auch zu Besuch da sind, dann stellt sich mir die Frage, warum sie nicht einfach zu dir sagt: „Du, ich bin mir nicht sicher, ob du dich zwischen all den unbekannten Leuten so wohlfühlen wirst aber ich würde mich freuen, wenn du kommst!“

Das, was deine treulose Meute mit dir abzuziehen versucht, hast du wirklich nicht nötig. Das ist immer leicht gesagt, wenn man sich einsam fühlt und jedes bißchen Kontakt genießt, das weiß ich, aber es ist die Wahrheit. Niemand muss sich mit so einem - sorry - Bullsh*t zufriedengeben.

Du bist erst 21. Das ist so unendlich jung; du hast noch dein ganzes Leben Zeit, die Freunde zu finden, die es wirklich ernst mit dir meinen. Ich hab’ auch etwas länger gebraucht; meine jetzige beste Freundin hab’ ich mit 23 kennengelernt. Leute kommen und gehen. Die richtigen bleiben.

Das hilft dir alles jetzt im Augenblick nicht, klar, aber solche Dinge kann man eben nicht erzwingen. Das bringt nichts. Man strahlt dann diese Bedürftigkeit aus, die ganz salopp gesagt abstoßend wirkt. Hast du Dinge, die du gerne tust? Konzentrier dich für’s erste darauf. Jemand, der mit sich selbst zufrieden ist, strahlt das aus und zieht Leute an. "Wenn die Seele bereit ist, sind die Dinge es auch."... keine Ahnung, wer das gesagt hat aber manchmal hilft mir der Spruch.

Ich sehe absolut keinen Grund zur Sorge, dass du ein Leben lang allein bleiben könntest. Hab’ ein bißchen Geduld mit dir selbst!

10.03.2017 09:21 • x 3 #2



Einsamkeit trotz "geliebt werden"

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Hallo tobi,
ich kann mich Suekre nur anschliessen. Du bist noch so jung, gerade mal ein Jahr älter als meine jüngste Tochter. Wenn man Kinder in eurem Alter hat sieht man viele vermeintliche Freunde kommen und gehen. Im Moment hat meine älteste Tochter ein ähnliches "Problem" wie Du. Sie fühlt sich auch alleine und hat das Gefühl, sie würde nie mehr eine feste Freundin fürs leben finden, und Freunde schon gar nicht. Und wie Suekre schon schreibt, Du hast wirklich noch Dein ganzes Leben vor Dir.

Ich finde, Du solltest mal den Spiess umdrehen und versuchen etwas distanzierter zu reagieren. Das ist leicht gesagt und wird Dir auch wahrscheinlich nicht leicht fallen.
Aber je mehr man sich manchmal von gewissen Menschen diestanziert oder sie gar ignoriert desto mehr kommen sie auf einen zu. Aber das ist nur mein eigener Erfahrungswert.

Ich hatte auch in meiner Jugend mal eine allerbeste Freundin, mit ich durch dick und dünn gegangen bin. Irgendwann hat sie sich dann von mir abgewandt. Ich habe damals aber keine anstalten gemacht, ihr hinterher zu laufen. Und irgendwann kam dann reumütig zu und hat sich entschuldigt für Ihr Verhalten.

Sieh es einfach mal etwas positiver. Das was zu einem gehört, kommt von alleine und bleibt, aber das was nicht zu einem gehört geht wieder. Und es gibt auch für Dich Menschen, die eines Tages in Dein Leben treten und zu Dir gehören werden. Hab einfach etwas Geduld.

Fühl Dich auch von mir ganz fest gedrückt.

Alles Liebe
Maja

10.03.2017 10:11 • x 2 #3


Natty
Hallo tobixyz,

Suekre und Maja haben dankenswerterweise mir aus dem Herzen gesprochen und schon das richtige geschrieben.

Meine Güte, was gibts denn für Menschen (in dem Fall Deine Freundin(nen)), die andere nur benutzen wie und wann es ihnen paßt und den anderen dann schon einfach mal aufs Abstellgleis schieben.

Du machst nichts falsch. Ich denke nur Deine Gutmütigkeit und Not wird ausgenutzt. Davor mußt Du Dich schützen. Viel leichter gesagt als getan, ich weiß. Und bescheuert: Das "Opfer" muß sich anstrengen, nicht die "Täter". Traurig. Aber bitte verzweifel nicht. Suche Dir jemanden, der Dir auf dem Weg hilft, damit Du Dich besser fühlst und in Deiner Nähe hauptsächlich Menschen hast, die Dich gut behandeln. Laß Dir notfalls eine Psychotherapie verschreiben und probiere einige Therapeuten durch, bis Du einen Dir sympathischen gefunden hast. Und sei es nur mit dem Ziel, jemanden zum vertraulich reden zu haben. Kurzfristig kannst Du auch die Telefonseelsorge anrufen oder mit dieser chatten.

Ich wünsche Dir, daß Du es schaffst Dich von Deiner vermeintlichen Freundin zu distanzieren.

Ich schicke Dir eine liebe Umarmung.

Liebe Grüße
Natty

10.03.2017 11:47 • x 2 #4


Erstmal danke für all die virtuellen Umarmungen und Ratschläge ^^

Ja ich hab auch bereits für April einen Termin für ne Psychotherapie, bzw erstmal ne Beratung. Und ihr habt natürlich Recht, dass ich mit 21 noch sehr jung bin und einfach Distanz zu denen suchen sollte, aber ich hab außer denen ja nichts und ich kann Menschen partout nicht ansprechen egal wie sehr ich es will und wie betrunken ich auch bin, weshalb ich immer darauf angewiesen bin angesprochen zu werden, wenn ich alleine weggehe. Und wer will schon nen Typen ansprechen der in der Bar alleine sitzt und schon so aussieht als würde er im Leben nix hinkriegen. Ich finde im Moment auch nicht wirklich Spaß an irgendwas in meinem Leben. Ich hab die letzten Jahre immer mehr und mehr Hobbys ausgelassen und mittlerweile zocke ich nur noch oder gucke Serien, obwohl ich da auch immer mehr Interesse und Freude verliere.

Noch schlimmer is, dass ich die Frau wirklich liebe. Jeder Tag ohne Kontakt zu ihr fühlt sich für mich halt richtig schlecht an. Sie meint zwar auch sie würde mich vermissen aber so viel kann es nicht sein, wenn sie immer zufällig dann krank ist oder am nächsten Tag ne HÜ schreibt, wenn ich Zeit hab. (Für andere Menschen hat sie dann natürlich trotzdem Zeit is ja klar) Und wie gesagt sie is auch an sich so süß zu mir ... sie hat mir ein Kissen handgestrickt und mir zum Valentinstag selbstgemachte Schokolade geschenkt, weswegen ich halt immer denke, dass ich das Problem bin und einfach nur überall zu viel reininterpretiere. Das sagt sie auch, aber halt ob ich mir das einbilde hin oder her, der Schmerz ist ja trotzdem da.

Liebe Grüße
Tobi

10.03.2017 12:26 • #5


suekre
Zitat von tobixyz:
Sie meint zwar auch sie würde mich vermissen aber so viel kann es nicht sein, wenn sie immer zufällig dann krank ist oder am nächsten Tag ne HÜ schreibt, wenn ich Zeit hab. (Für andere Menschen hat sie dann natürlich trotzdem Zeit is ja klar) Und wie gesagt sie is auch an sich so süß zu mir ... sie hat mir ein Kissen handgestrickt und mir zum Valentinstag selbstgemachte Schokolade geschenkt, weswegen ich halt immer denke, dass ich das Problem bin und einfach nur überall zu viel reininterpretiere. Das sagt sie auch, aber halt ob ich mir das einbilde hin oder her, der Schmerz ist ja trotzdem da.


Nee. Soviel kann es nicht sein. Ich muss da jetzt einfach mal so direkt sein, denn ich hab' selber knapp zweieinhalb Jahre an jemanden verschwendet, der auch immer behauptet hat, dass er mich vermissen würde, es aber im Endeffekt nie getan hat. Warum ich das weiß? Weil er nie auch nur die kleinste Anstrengung unternommen hat, mich mal "außer der Reihe" zu sehen. Und wenn ich dann mal Versuche gestartet habe - ich wäre sogar zu IHM gefahren - hagelte es auch Ausreden. Oder es kam sowas wie "Ja, du kannst ja gerne herkommen, aber mit mir ist heute echt nix anzufangen..." ... und "heute" war eigentlich jedes Mal, wenn ich in der Richtung was erwähnt habe. Da hast du irgendwann keinen Bock mehr, ehrlich.

Ich weiß aber auch, wie's ist, wenn man so sehr liebt und einfach nicht aufgeben will. Man sucht - genau wie du - Ausflüchte a la "Aber er/sie ist ja immer so süß zu mir, wenn ich da bin!" ... klar. Kenn ich alles.

Es mag natürlich auch typabhängig sein (einige Leute vermissen anders als andere) aber ich persönlich finde: Wenn man jemanden vermisst, nimmt man sich Zeit für denjenigen. Selbst wenn man sich wirklich mal nicht sehen kann, aus welchen Gründen auch immer, kann man telefonieren, ohne immer wieder doof abgespeist zu werden. Sich vielleicht für einen anderen Tag fix verabreden, wo dann auch nicht wie durch ein Wunder wieder irgendwas zwischenkommt. Man kann der Person auch einfach zwischendurch mal sagen, dass man sie gern hat und dass sie einem fehlt. Es gibt soviele Möglichkeiten, Wertschätzung auszudrücken.

Valentinstag-Geschenke sind da ein Witz, sorry. Selbstgemacht hin oder her - für mich stinkt das gewaltig nach "So, jetzt hat er was in der Hand, das muss jetzt auch erst mal wieder an Aufmerksamkeit reichen."

Vielleicht ist das auch so ein Wert, der heutzutage mehr und mehr verlorengeht, aber wenn mir jemand wirklich fehlt, dann setze ich alles daran, die Person zu sehen, bzw mit ihr in Kontakt zu kommen. Ich rede nicht vom üblichen "Ja, wir müssten uns mal wieder auf 'nen Kaffee treffen..." ... das ist 'ne dumme Floskel und kein Vermissen. Klar hat man manchmal viel zu tun, klar klappt es nicht immer auf Anhieb sich zu sehen, gerade wenn man älter ist und jeder seinen Lebensunterhalt bestreiten muss... aber grundsätzlich kann jeder spüren, ob da wirklich gegenseitiges Interesse ist oder nicht.

Du merkst selber, dass deine Geschichte sehr einseitig ist. Es tut mir weh das zu lesen, eben weil ich selber erfahren habe, wie bitter das ist. Tu' dir das bitte nicht weiter an. Es mag anfangs manchmal wirklich noch vieles wettmachen, wenn sie nach 'ner Weile wieder bei dir ankommt und sich einschleimt, aber auf Dauer macht es wirklich zutiefst unglücklich und auch krank.

10.03.2017 13:13 • x 2 #6


Hmmm ja "Im Wahn des Verliebtseins lässt sich nur die Wahrheit akzeptieren, die nicht wehtut" weiß nicht mehr woher ich den Spruch hab. Ich geb mir halt wirklich sehr viel Mühe für sie und dass das alles klappt. Aber am Ende hab ich doch nur das Gefühl mit dem Kopf durch ne Betonwand zu wollen.

Und ich sehe das auch genauso wie du. Wenn ich jemanden vermisse, dann will ich denjenigen sehen um dieses Gefühl loszuwerden, aber halt ich bin immer derjenige der ihr hinterherlaufen muss und wenn wir dann mal was machen schickt sie mich nach ner Stunde oder so nach Hause, weil sie noch weg muss (immer ganz spontan und unvorhergesehen).

Ich weiß aber auch wirklich nicht wie ich da rauskommen soll. Ich hab im Moment eigentlich niemanden. Meine "Freunde" sind alle auf ihrer Seite und meinen dass ich das Problem bin. Meine weiblichen Freundinnen haben alle nen Freund und sind eigentlich rund um die Uhr mit denen beschäftigt. Ich stehe irgendwie allein auf weiter Flur, mit dem Rücken zur Wand und deshalb war für mich so der letzte Strohhalm in so ein Forum zu schreiben, bevor mich die Einsamkeit noch um(den Verstand)bringt.

Es ist schön, dass sich Menschen tatsächlich die Mühe machen nem Versager wie mir noch Hilfe zu leisten danke.

10.03.2017 14:29 • #7


Natty
Zitat von tobixyz:
nem Versager wie mir


Hey! Mensch, Tobi! Sag und denke doch nicht sowas! Nicht Du bist der Versager, sondern die anderen, die so rücksichtslos egoistisch mit Dir umgehen!

Liebe Grüße
Natty

10.03.2017 14:39 • x 2 #8


suekre
Das mit dem "Versager" hab' ich jetzt mal geflissentlich überlesen. Das bist du nämlich ganz bestimmt nicht.

Es gibt im Leben immer wieder mal Zeiten, in denen man sich irgendwie "allein auf der Welt" fühlt. Ich bin tatsächlich auch gerade in einer ähnlichen Situation wie du. Ich bin seit Mai letzten Jahres wieder Single, habe seitdem zwei gescheiterte Beziehungsversuche hinter mir (oder besser gesagt, der zweite scheitert zu diesem Zeitpunkt gerade noch... ). Alle meine engen Freunde (von früher) sind mittlerweile verheiratet oder in festen Beziehungen. Bei einigen läuft die Kinderplanung, andere haben schon welche.
Dann hab' ich noch ein paar Bekannte, die aber eben nur genau das sind: Bekannte. Keine Leute, deren Gesellschaft ich mir unbedingt herbeisehne. Ist nett, wenn man sich sieht oder vielleicht auch mal 'nen Kaffee zusammen trinkt, aber das war es auch schon. Nichts weiter tiefgründiges dahinter.

Da fühlt man sich manchmal schon besch.issen und auch irgendwie "falsch". Man stellt sich selbst in Frage. "Bin ich so unnormal? Wieso krieg' ich das nicht hin? Bei den anderen sieht's so einfach aus? Bin ich SO wenig liebenswert?" ... daran darfst du aber gar nicht denken, und schon gar nicht in deinem Alter.

Dass deine anderen Freundinnen nur Augen für ihre Freunde haben, kann man ihnen eigentlich nicht mal übelnehmen. Als Teil eines Paares passiert was mit dir, völlig automatisch. Das ist so ein kleiner Mikrokosmos, in dem man sich dann befindet. Man hat zwar schon noch Augen und Ohren für andere Leute, aber der wichtigste Bezugspunkt ist auf einmal der Partner. Zumindest am Anfang ist das noch ganz stark so. Mit der Zeit lässt es nach, wenn sich die Beziehung setzt und der Hormonschub vorbeigeht.

In meiner Situation denken meine Freunde schon noch an mich und haben mich auch nach wie vor gern, aber dadurch, dass sie im Leben ganz woanders stehen, gibt es im Moment einfach keinen gemeinsamen Nenner mehr. So blöde es klingt - ich habe ihnen als Singlefreundin gerade "nicht viel zu bieten". Das klingt böser als es gemeint ist aber ich fange auf der Beziehungsebene eben noch mal von vorne an, sie sind mittendrin. Treffen sich mit anderen Paaren, die Kinder haben oder noch wollen. Die Interessen sind komplett verlagert. Verstehst du, was ich meine? Ich weiß mittlerweile, dass das niemals böse gemeint, sondern der natürliche Lauf der Dinge ist. Ich hab' da bis vor einer Weile noch sehr drunter gelitten, aber so allmählich schaffe ich es, mit mir selbst zufriedener zu werden und ich hab' mit meinen 33 Jahren auch verstanden, dass es nichts bringt, Beziehungen welcher Art auch immer erzwingen zu wollen.

Schwer ist es trotzdem. Deswegen berührt mich dein Thema auch so. Ich weiß, wie's ist. Ich weiß wie du dich fühlst.

Ich weiß aber auch, dass es anders wird. Immer und immer wieder. Du kannst im Moment tatsächlich nur folgendes tun: Für dich selber sorgen, bitte unbedingt versuchen, dich nicht weiter ausnutzen zu lassen und dein Leben gestalten. Deine Zeit kommt, vertrau mir. Und es wird dich auch immer mal wieder der Mut verlassen, auch darauf kannst du bauen. Das ist eben das Ding mit dem Leben: Es passiert einfach. Wir können zusehen, dass wir das beste draus machen und dafür sorgen, dass wir alles mitnehmen, was wir können und wollen.

Und irgendwann, wenn du ganz zufrieden bist und gar nicht damit rechnest, kommen die Leute. Denn wie bereits erwähnt: Zufriedenheit strahlt man aus. Das zieht an. Alle(!) meine Freundschaften und Beziehungen haben sich ergeben, weil ich zu den jeweiligen Zeitpunkten zufrieden, entspannt und völlig ich selbst war. Sowas mögen Leute. Und wenn sie's nicht mögen, dann sind es auch nicht die richtigen.

10.03.2017 15:04 • x 2 #9


Ich weiß natürlich dass das niemand böse meint. Ich wäre ja selbst wahrscheinlich nicht anders. Was mich so extrem belastet is die Menge an Leuten mit denen es nicht klappt... Am Anfang konnt ich das noch abwinden und sagen es liegt an den anderen aber so nach dem 5. 6. mal widerstrebt es mir zu glauben, dass einfach alle diese Menschen, die mir trotz allem auch immer noch sehr viel bedeuten, falsch und ich richtig bin. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist einfach unendlich gering.

Wenn ich so zurückdenke hab ich alle meine Freunde getroffen als ich an nem totalen Tiefpunkt war. Ich lasse mir aber sowas generell nicht anmerken, muss ja immer noch das Rollenbild eines Mannes erfüllen, weswegen eigentlich niemandem auffällt, wie schei. es mir geht bis ich betrunken bin. Aber das kann ich auch immer runterspielen.

Aber ich verstehe natürlich was ihr meint. Über die Jahre hat mein Selbstbewusstsein nur unterirdische Tiefen angenommen, immer auf der Suche nach jemanden der mich unterstützt und so. Ich hab nämlich nicht die Kraft das alles schon wieder allein zu stemmen, nur um dann wieder grauenhaft runtergezogen zu werden. Ich sehe auch, dass das meine Sicht son bisschen vernebelt und ich auch nicht klar denken kann und deshalb so nur einen Ausgang sehe. Aber deshalb geh ich ja bald zum Therapeuten und versuche mich hier im Schutzmantel der Anonymität irgendwie auszulassen, vielleicht auch immer ein bisschen in der Hoffnung auf positive Verstärkung.

Immerhin ist mein Leben ausserhalb meines Privat und Soziallebens relativ ok. Mein Studium läuft mehr oder weniger (eine Prüfung nicht bestanden weil ich die Nacht vorher nicht geschlafen hab und an der Prüfung selbst mit den Gedanken bei ihr war.) und meine finanzielle Situation is mehr als stabil. Aber langsam merk ich greift mein Privatleben die anderen Sektoren an, weil ich halt auch nirgendwo mehr wirklich Entspannung finde und immer dauerhaft unter Spannung stehe. Ich zwinge mich dann auf Veranstaltungen zu gehen und mit Leuten zu reden, aber ja zum Schluss sitz ich dann alleine irgendwo und such Bestätigung bei ihr...

10.03.2017 18:27 • #10



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