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Hallo.
Das Gefühl, einsam zu sein und das Gefühl alleine zu sein, sind nur Gefühle, die relativiert werden können. Das führt dazu, dass man sich nicht mehr alleine fühlt und dementsprechend auch anfängt, anders zu handeln und zu sein.
Das geht über einen Umweg, der folgendermaßen ablaufen kann:
Man erinnert sich daran, wann man sich einsam gefühlt hat und frägt sich, was in dem Moment gefühlt viel zu nah an einem dran war.
Also:
Frage: Was war in dem Moment gefühlt viel zu nah an mir dran? Eine Antwort könnte sein: die Einsamkeit, das Alleine sein, etc.
Dann frägt man sich, was viel näher an einem dran war, als das (z.B. die Einsamkeit)
Also:
Frage: Was ist noch viel näher dran, als das? Antwort könnte sein(wer hätte es gedacht - Ich selbst!
Und in diesem Moment, wo er das selbst bemerkt, erkennt der Mensch meistens, dass er ja auch noch da ist, und nicht alleine ist. Die meisten wissen nämlich nicht und bemerken auch nicht, dass Sie tatsächlich existieren, da sie mit ihrer Aufmerksamkeit nur nach aussen gerichtet sind und sich darüber wundern, dass dort niemand ist.
Wenn man die Antwort selbst bekommen hat, kann man auf die Geräusche in dieser Erinnerung lauschen und meistens fängt man dann an, seinen eigenen Atem zu hören und hat dann nochmal den unwiderruflichen Beweis, dass man viel näher an einem selbst dran ist, als die Einsamkeit und in dem Moment ist man tatsächlich nicht mehr alleine, sondern man hat ja sich selbst und seine eigenen Ideen, Wünsche, Gedanken, usw.
Wenn man das häufiger wiederholt und immer wieder erlebt, dass man viel näher an einem selbst dran ist, als die Einsamkeit, ist man auf Dauer gefühlt nicht mehr alleine, da man sich selbst fühlt und seinen eigenen Atem wahrnimmt und weiß, das man da ist.
Viel Spass beim Üben und Ausprobieren...

24.02.2017 16:45 • 26.02.2017 x 2 #1


2 Antworten ↓


Indiesecopose
Naja - aber ich frag mich was ist wenn man sich trotz Bewusstwerdung, seines ICH'es man sich dennoch einsam fühlt.
Bei mir kommt noch erschwerend hinzu das sich mein ICH, sich in meiner Haut nicht sonderlich wohl fühlt und daher meiner einer sein ICH nicht leiden kann - aber das ist eine andere Geschichte.
Das der Mensch ein Bewusstsein besitzt mit dem er seine Gedanken und Gefühle wie ein Außenstehender beobachten und wahrnehmen kann (also das ICH in uns) liegt einer Theorie nach, daran das der Präfrontaler Cortex als (vorerst) letzte Entwicklungsstufe der Evolution, dem Unterbewusstsein, quasi übergestülpt wurde.
Das wäre so, wenn man morgens im Bad dem Typen, der einen aus dem Spiegel anglotzt sagt „Junge ich weiß genau was du denkst“
Ist dieser Theorie nach dann nicht unser ICH, nur eine Illusion?

25.02.2017 10:07 • #2


Hallo Indiesecopose.
Meine Meinung zu dem sogenannten Ich besteht darin, dass ich glaube, das Ich selber der Körper bin, also sozusagen, dass, was unter dem Kopf anfängt.
Und wenn ich mich als die verschiedenen Körperteile und Organe wahrnehme, bin ich ganz viele und nicht nur eins. So wie ich ja auch aus Billionen von Zellen bestehe.
Man kann ja die Sachen mit den Händen händeln, mit dem Herzen dabei sein, standfest sein, Rückgrat beweisen, mit einem Bauchgefühl an die Sache rangehen, usw.
Je nachdem, wo ich mit der Aufmerksamkeit bin, bin ich in dem Moment auch mit meinem Bewusstsein dieses Körperteil.
Also bin ich ganz viele und kann völlig unterschiedliche Wesenszüge haben, je nach Organ oder Körperteil und mich auch in unterschiedlichen Körperbereichen aufhalten.
Man ist nie alleine. Wenn Du im Kopf bist, hast Du noch den Körper. Wenn Du im Körper bist, hast Du noch den Kopf. Bist Du in den Armen, hast Du noch viele andere Körperteile, die Dich unterstützen, usw.
Meiner Meinung nach geht es nur darum, das mitzubekommen und zu erleben. Dann ist man nicht mehr alleine. So ging es mir jedenfalls. Ich hatte immer Angst, alleine zu sein und mich auf oft einsam gefühlt. Das war mit dieser Bewusstwerdung für immer erledig und vorbei. Ich fühel Tag und Nacht, dass ich ganz viele bin und nicht alleine. Es ist immer jemand für mich da, egal wer ich von meinem Körper bin. Der Rest ist immer um mich herum und beschützt und unterstützt mich, so gut er es kann.
Wie ist Deine Meinung dazu?

26.02.2017 19:29 • #3




Dr. Reinhard Pichler