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Umfrage: Digitale hilfe gegen Einsamkeit? Ja oder nein?

Die Abstimmung ist anonym.

Ja, würde ich für mich selbst ausprobieren
2
33%
Ja, würde ich für einen Angehörigen ausprobieren
0
Finde ich grundsätzlich gut, würde es aber selbst nicht nutzen
0
Bin unsicher / bräuchte mehr Informationen
3
50%
Mag ich nicht / lehne ich ab
1
17%
 
Abstimmungen insgesamt : 6
H

Hope47
Mitglied

2
1
1
Hallo zusammen,
ich beschäftige mich aus persönlicher Erfahrung mit dem Thema Einsamkeit generell und auch Einsamkeit im Alter, insbesondere bei Menschen, die alleine leben oder nur wenige soziale Kontakte haben. Dabei zeigt sich oft, dass es weniger an Pflege oder medizinischer Versorgung fehlt, sondern an Beziehung, Austausch und Zugehörigkeit.

Aus diesem Hintergrund heraus ist die Idee Lina entstanden: eine sprachbasierte digitale Begleiterin, die in einsamen Momenten zuhört und Gespräche ermöglicht. Der zentrale Gedanke ist jedoch nicht das Gespräch an sich, sondern die Brücke zurück ins soziale Leben.

Konkret bedeutet das:
Durch Gespräche werden Interessen, Vorlieben und Lebenserfahrungen sichtbar (z. B. Musik, Hobbys, frühere Tätigkeiten). Auf dieser Basis kann – wenn die betroffene Person das möchte – behutsam dabei unterstützt werden, wieder mit anderen Menschen mit ähnlichen Interessen in Kontakt zu kommen, zunächst anonym und niedrigschwellig (z. B. telefonisch).

Wichtig ist mir die klare Abgrenzung:
keine Therapie
keine Diagnosen
kein Ersatz für menschliche Beziehungen

Mich interessiert eure ehrliche Einschätzung aus fachlicher, persönlicher oder betroffener Perspektive.

Vielen Dank fürs Lesen – ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

19.01.2026 #1


3 Antworten ↓


Perle
Hallo,

aus meiner Sicht wäre es einen Versuch wert. Ich persönlich bin froh, dass man sich heutzutage zumindest digital vernetzen / austauschen kann, ansonsten würde mich die Einsamkeit noch mehr schmerzen.

Sich digital zu diesem Thema auszutauschen ist sicher eine niedrigere Hürde als wenn ich vis a vis Anderen von diesem Problem berichten müsste. Ich persönlich mache das zwar vereinzelt aber es ist leider immer noch ein Tabuthema und manchmal wird einem unterschwellig suggeriert, man wäre daran selber Schuld. Dann zieht man sich noch mehr zurück, ist stark verunsichert, deprimiert. Was habe ich falsch gemacht? Nichts - ich hatte einfach Pech.

LG Perle

#2


A


Einsamkeit - digitale Hilfe?

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H
Hallo liebe Perle,
vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte. Deine Rückmeldung trifft den Kern dessen, was mich an diesem Thema besonders bewegt. Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an: Einsamkeit ist nach wie vor stark tabuisiert, und die unterschwellige Zuschreibung von „Eigenverantwortung“ oder gar Schuld kann zusätzlich belasten und verunsichern. Dass du das so klar benennst, ist alles andere als selbstverständlich.
Gerade deshalb halte ich niedrigschwellige, digitale Angebote für einen sinnvollen ersten Schritt. Sie ermöglichen Austausch ohne Rechtfertigungsdruck, ohne Blickkontakt, ohne das Gefühl, sich sofort erklären oder beweisen zu müssen. Studien zeigen tatsächlich, dass bereits solche Formen der Interaktion Einsamkeit reduzieren können – nicht als Ersatz für echte Beziehungen, sondern als Brücke dorthin.
Mir ist dabei besonders wichtig, was du implizit beschreibst: gesehen und ernst genommen zu werden, ohne bewertet zu werden. Wenn digitale Vernetzung genau das leisten kann und im besten Fall sogar wieder Mut macht, reale Kontakte aufzubauen, dann ist das aus meiner Sicht ein echter Mehrwert.
Danke, dass du deine Perspektive geteilt hast. Sie bestätigt sehr, dass Offenheit – so schwer sie manchmal fällt – ein wichtiger Teil der Lösung sein kann.
Herzliche Grüße

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MoniHofft
Hallo Hope!
Ich bin angehende Medienpädagogin, kann dir also auch aus fachlicher Sicht einen kleinen Input geben lachen
Die Idee finde ich grundsätzlich erst mal sehr spannend. Eine digitale Begleitung kann sicherlich für viele Menschen (vor allem, wenn sie der digitalen Welt generell eher kritisch gegenüberstehen, sei es aus persönlicher Abneigung oder aus mangelnden Kompetenzen) erst einmal befremdlich sein. Trotzdem glaube ich, dass einige davon profitieren können, sich erst einmal auf medialer Basis mit jemandem "auseinanderzusetzen", bevor es dann wieder in den echten, persönlichen Kontakt geht. Gerade für Leute mit körperlichen, seelischen oder auch geistigen Beeinträchtigungen wird der digitale Raum oft zu einem wichtigen Lebensaspekt, der Zusammengehörigkeit, Teilhabe und Austausch fördert.

Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass man sich ganz transparent ums Thema "Datenschutz" kümmert - viele Menschen sind meiner Erfahrung nach bei digitalen Angeboten skeptisch, da sie Angst haben, dass ihre Daten missbraucht werden und vor allem bei "intimeren" Themen wie Hobbies, Leidenschaften und bisheriger Lebenserfahrung kann ich mir vorstellen, dass manche Leute diese nicht einfach so preisgeben wollen, ohne sicherzugehen, dass ihre Daten nicht an Werbefirmen oder andere Großkonzerne verkauft werden.

Was mich noch interessieren würde - werden die digitalen Gespräche, in denen die Interessen der Betroffenen erfragt werden, dann durch eine KI oder durch echte Menschen (z.B. Ehrenamtlichen oder Sozialarbeitern, wie beim Chatten) angeleitet? Die Weitervermittlung an andere Leute mit ähnlichen Interessen wäre durch eine KI und die darin enthaltenen Möglichkeiten zu schnellen Auswertungen der Daten sicherlich einfacher. Andererseits haben die Gespräche mit echten Menschen trotz fortschrittlicher KI-Entwicklung oft einfach mehr Tiefgang und Authentizität.
So oder so - ich finde das Projekt extrem spannend und würde gerne mehr darüber erfahren, sofern du mehr teilen möchtest!
Alles Liebe für dich🌸

#4






Dr. Reinhard Pichler
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