Unbestimmt
Gast
Zu meiner Vorgeschichte: Meine Frau ist nach einem ärztlichen Behandlungsfehler körperlich schwerstbehindert und geistig so stark eingeschränkt, so dass eine sinnhaltige Kommunikation nicht mehr möglich ist, sofern sie überhaupt antwortet.
Ich drehe mich nun seit über 3 Jahren wie ein Hamster im Rad, aufgerieben zwischen der Pflege meiner Frau und meiner Berufstätigkeit. Kein Feierabend, kein Urlaub, keine zeitintensiveren Unternehmungen, keine Hoffnung auf Besserung.
Frühere Freunde und Bekannte haben sich mittlerweile gänzlich zurückgezogen, da gemeinsamen Unternehmungen nicht mehr möglich sind. Was bleibt sind nur einige Arbeitskollegen, mit denen ich mich gut verstehe, die aber auch ihre Familien haben und ihre eigenen Interessen verfolgen.
Eine Partnerin, die diese Situation akzeptiert und auch akzeptieren kann, dass ich meine Frau nicht im Stich lassen möchte, ist nicht zu finden. Das ist aufgrund der Gesamtumstände zwar irgendwie verständlich, aber dennoch stellt sich bei mir langsam eine gewisse Verbitterung ein, denn obwohl Treue in fast jeder Beziehung erwartet wird, ist diese Art von Treue auf dem Partnerschaftsmarkt nicht gerade förderlich. Dies auch verbunden mit der Traurigkeit, die mich überkommt, wenn ich andere Paare sehe, beim Einkaufen, beim Spazierengehen mit dem Hund, bei…. - selbst die banalsten Alltagstätigkeiten bekommen eine ganz andere Bedeutung in dem Bewusstsein, diese nicht mehr zu Zweit ausführen zu können.
Was ich eigentlich noch suche? Ich weiß es selbst nicht mehr.
• • 15.12.2013 #1

(das Glas ist ja noch halbvoll).