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Hallo
ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Bin 50, Langzeitsingle, weiblich und einsam.

Ja das trifft es wohl. Das hat mich hier an dem forum am meisten angezogen, die Einsamkeitsrubrik. Ich hab keine Familie und mit der Partnersuche das klappt schon acht Jahre lang nicht und ich hab das fast aufgegeben. Es ist immer sehr anstrengend, jem. neuen kennen zu lernen und wenn das nie klappt, werden die gefühlten Enttäuschungen immer schlimmer.

Ich bin komplex traumatisiert, habe aber keine Angststörung und auch keine Depressionen, sondern eher so aufkommende Weltuntergangsstimmung ("alles sinnlos"), die aber auch wieder abflaut. Bin in therap. Behandlung.

Bin berufl. im kreativen Bereich selbstständig und habe dementsprechend auch wenig Kontakte der Art, wie sie andere Leute haben, die normal arbeiten gehen, weil ich zuhause und alleine arbeite. Oft auch abends. Hab leider keinen achtstunden-Tag.

Es kommen immer mehr körperl. Probleme hinzu (Erschöpfung uv.mehr, Schmerzen, Stress, keine Belastbarkeit mehr), so dass es mir schwer fällt, neue Kontakte zu knüpfen. Wo sollen die auch herkommen. Ich geh ja nicht raus. Wüsste auch nicht, wohin. Dazu fehlt mir auch die Kraft, wenn ich denn mal mit meiner Arbeit fertig bin. Bin kein Disco-Tanz-Flirttyp, bin ein introvertierter Mensch, der viel nachdenkt und liest.

Ich bin viel im internet unterwegs (v.allem Partner"börsen"), aber da ist auch alles sehr oberflächlich. Das stösst mich ab. - Habe noch zwei Katzen, die mir ein wenig über die Einsamkeit helfen.
Freue mich über Austausch mit Menschen in derselben oder ähnlichen Lage, wie ich es bin.

v.Grüße kügeli

07.12.2011 23:27 • 13.12.2011 #1


7 Antworten ↓


Hallo Kügeli,

Und ein herzliches Willkommen hier zurück.
Was du über Einsamkeit schreibst, kann ich zum Teil gut nachvollziehen. Durch die Erkrankung der Schilddrüse hat es sich bei mir eingestellt, dass ich vermehrt alleine zu Hause bin, was ich meistens aber gar nicht tragisch finde, bis mir irgendwann die Decke auf den Kopf fällt. Andererseits konnte ich als Studentin auch immer gut und gerne zu Hause arbeiten und bevor ich mich unsinnigen Kaffeegesprächen hingebe, entscheide ich mich lieber für ein gutes Buch.

Andererseits, und das liegt nun mal in unserer Natur, sind wir doch eine gesellige Spezies, ob individuell nun intro- oder extrovertiert - irgendwann müssen wir uns unter Unseresgleichen begeben und auch mal eine oberflächliche Unterhaltung zulassen, um vielleicht auch einfach mal unbeschwert und total sinnlos zu lachen (Soviel zum Thema "alles sinnlos".. es geht auch anders). Ich hab mich neulich mit einem trivialen Buch in unser Eckcafè gesetzt, auch um die Angst herauszufordern, und mein Sozialisationspegel ist direkt gestiegen, einfach weil ich unter Menschen war, selbst wenn ich bloß stiller Beobachter war. Irgendwann entwickelte sich dann tatsächlich ein interessantes, tiefgründiges Gespräch mit einem Fremden. Wieso auch nicht. Ein Buch bietet immer eine gute Grundlage für ein Gespräch.

Wie ist es denn bei dir, machst du hin und wieder einen entspannenden Spaziergang? Gerade jetzt, bei den aufkommenden winterlichen Temperaturen, wirkt ein Spaziergang wahre Wunder, da wird der Stress förmlich vom kalten Wind ausgepeitscht Und wenn du nicht weiß wohin: Frag Google maps und schau dir deine Umgebung mal genauer an, vielleicht findest du ja ein Fleckchen, den du gerne sehen würdest?

Noch einen schönen Abend Dir,
Pebbels

08.12.2011 22:51 • #2



Einsam und Single - Partnersuche frustrierend

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hallo Pebbels,

Zitat:
Andererseits, und das liegt nun mal in unserer Natur, sind wir doch eine gesellige Spezies, ob individuell nun intro- oder extrovertiert - irgendwann müssen wir uns unter Unseresgleichen begeben und auch mal eine oberflächliche Unterhaltung zulassen, um vielleicht auch einfach mal unbeschwert und total sinnlos zu lachen (Soviel zum Thema "alles sinnlos".. es geht auch anders).


ich weiß nicht. Also klar sind wir eine gesellige Spezies. Da stimme ich dir zu. Ich find aber irgendwie keine Menschen die ich als "meinesgleichen" bezeichnen würde. Also so oberflächlichen Smalltalk, das kann ich nicht.
Es gibt viele verschiedene Menschen. Aber "meine Gruppe", also die, wo ich mich wohlfühle, die hab ich nie gefunden.Ich hab immer danach gesucht, aber es war erfolglos. Vielleicht gibt es diese Gruppe ja gar nicht. Also die Gruppe, wo ich mich wohlfühle und aufgehoben und angenmmen.

Kennst du das Märchen vom hässlichen Entlein? Vielleicht schreib ich das mal auf. Es handelt von einem Entlein, das, nachdem es die richtige, für es passende Gruppe findet, zum stolzen Schwan wird, weil es von dieser Gruppe angenommen wird, so, wie es ist. Unter Enten sah es nämlich irgendwie anders aus und wurde von der Gruppe Enten ausgestoßen, inclusive dem Verstoßen-Werden von der eigenen Entenmutter.
Das Märchen ist total super, bringt so toll die Metapher von sich nie heimisch und angenommen fühlenden Menschen rüber, von dieser Art Menschen, die deshalb immer auf der Suche sind: eben nach ihrem "Rudel", wo sie sich wohl und heimisch und angenommen fühlen können.

Ich mach regelmässig Sport, zb. joggen, oder ich geh auch mit der Kamera raus, in die Natur. Das mach ich aber alles alleine. Ich hab schon mal daran gedacht, hier dem örtliche Lauftreff beizutreten, aber 1. kostet das Geld, was ich nicht hab, 2. passen mir die Zeiten nicht, wo die anderen laufen und 3. bin ich, glaube ich, nicht fit genug dazu.

v.Grüße kügeli

10.12.2011 18:00 • #3


Hallo Kügeli,
wollt Dir grad nur mal mitteilen,dass Du mit Deiner "Art" nicht alleine bist.
Bin auch so gar nicht an der Spassgesellschaft,also oberflächlich,interessiert.
Bin über 50,und stelle, seit dem ich 50 wurde, auch so einen unerwarteten Kräfteverlust
fest,der mir Angst macht,da ich auch allein bin. Angst,meine Tierfamilie,
auch Katzen,nicht mehr "ewig" betreuen zu können.
Das Thema "Männer",ist abgehagt,war schön,aber,grad in dem Alter,wir alle sind nicht
mehr schön,und da gehts schon los,das macht die Sache schon schwierig.
Wär nur von daher interessant,weil man nicht mehr allein kämpfen muß.......,
aber,das ist vllt. nicht so der richtige Ausgangspunkt.
LG, Nelly.

11.12.2011 11:50 • #4


Hallo Nelly

danke für deine Zeilen.
Ja aber nicht mehr alleine kämpfen ... wobei kämpfen evt. das falsche Wort ist, ich kämpfe ja nicht immer, aber es fühlt sich oft so an, eben weil ich alleine bin. Ich glaube, kein Mensch ist fürs dauerhafte Alleinleben geschaffen das laugt aus...

Ich finde, den Grund für eine Beziehung, weil man dann nicht mehr alleine "kämpfen" muss, interessant.. klar die anderen (Männer) wollen das halt nicht, die wollen nur Sex und treu sind sie auch nicht... ich weiß nicht, wieviele von diesen Idioten ich schon kontaktiert hab, immer wieder ist es enttäuschend. Gestern abend hat einer, auf den ich mich heute schon gefreut hab (hab ihn im internet kennen gelernt und zweimal mit ihm telefoniert, er schien ein netter Mann zu sein), einfach nicht angerufen, obwohl er es versprochen hatte. Ich hab dann angerufen und gefragt, ob er überhaupt Interesse hätte, er käme so rüber, als ob er nicht ansatzweise Interesse daran hätte, mich zu treffen. Da war er ganz erstaunt. Er hat wohl nie reflektiert, wie sein Verhalten rüberkommt.

Ergo werd ich das Treffen heute stornieren... so einen will ich nicht mehr... sie bemühen sich gar nicht, sie versprechen Dinge und halten sie nicht ein... ich kann mit sowas nicht mehr umgehen.
Ich will es auch nicht mehr. Da bleib ich lieber alleine.

Aber ich meine man sollte Beziehung und Zuneigung und Liebe nicht vom "nicht mehr so ganz frischen Äusseren" abmachen... das zählt nämlich nicht... klar es zieht Männer an wie die Motten das Licht, wenn Frau gut aussieht, das weiß ich ja, aber es zieht auch nur die oberflächlichen Idioten an, die eben genau auf sowas Wert legen...

Ich frag mich: Wo sind die anderen? Gibts die überhaupt?

Einen schönen dritten Advent wünsche ich dir. Und viel Ruhe und Kraft.

viele Grüße kügeli

11.12.2011 13:24 • #5


Hallo ihr zwei,

Ich kann euch ja so gut verstehen.. Bevor ich mich einem oberflächlichen Gespräch hingebe, entscheide ich mich auch immer öfter fürs allein sein, weil ich die Zeit dann doch lieber mit mir selber verbringe und meistens auch mehr davon habe.
Mit den Männern (ohne hier jemanden beleidigen zu wollen) ist es tatsächlich so, dass man viel häufiger auf die oberflächlichen trifft, die ihr Leben mit Party und Saufen zubringen wollen und eigentlich nur ein nettes Accessoire für Unterwegs suchen. Dafür bin ich mir absolut zu schade. Und ja, ich finde es nicht falsch, wenn eine Kügeli sagt, dass sie keine Lust mehr auf unzuverlässige Kerle hat, wir sind es uns schuldig, mehr zu erwarten, oder!?

Ich finde auch, dass man sich keinesfalls mit etwas "zufrieden" geben sollte.. wenn es nicht passt, dann passt es eben nicht. Versucht man sich in ein Paar zu enge Schuhe zu quetschen, tut es auf längere Sicht eh nur weh..

Ja Kügli, das Märchen ist mir bekannt, als Kind mochte ich es besonders gerne da ich oft von der anderen gehänselt worden bin und überhaupt eher introvertiert war. Dashat sich schlagartig geändert als ich merkte, dass ich mich mag so wie ich bin und die anderen Kinder mir mit ihren Meinungen den Buckel runter rutschen konnten. Doch ist es auch heute so, dass ich meine Gruppe immer noch nicht gefunden habe. Was wohl auch daran liegt, dass viele Menschen ein so unbeschwertes Leben leben, dass wir keinerlei Gemeinsamkeiten haben. Selbst die Gedanken gehen da meilenweit auseinander.

Doch habe ich für mich wenigstens eine Lösung zur Überbrückung gefunden: Solange meine Seelenverwandten ausbleiben (Ja, ich denke noch positiv und spreche daher im Plural), habe ich für meine unterschiedlichen Facetten jeweils einen Menschen. So habe ich eine Freundin, mit der ich über meine Therapie sprechen kann weil sie selber in Behandlung ist, wenn auch "nur" wegen Liebeskummer, da sie wie ich viel liest, können wir uns auch super über Bücher austauschen.. Die andere deckt meinen dämlichen Humor ab, wenn ich also lachen will, muss ich sie anrufen und sie versorgt mich dann mit dem neusten Tratsch und Shopping bla bla. Und dann habe ich einen Freund, der einfach so ist wie ich nur eben als Kerl, mit ihm kann ich über die Welt schimpfen! Doch muss ich bei jedem der Drei auf ihrer Ebene bleiben und nichts vermischen, sonst versteht man sich wieder nicht... Aber immerhin klappt es so weit.
Und für alle anderen Facetten habe ich mich selbst: Ich finde, man sollte Selbstgespräche auch nicht unterschätzen, oder wie seht ihr das?

Einen schönen Sonntag euch noch,
Pebbels

11.12.2011 15:31 • #6


Hallo Pebbels,


Doch habe ich für mich wenigstens eine Lösung zur Überbrückung gefunden: Solange meine Seelenverwandten ausbleiben (Ja, ich denke noch positiv und spreche daher im Plural), habe ich für meine unterschiedlichen Facetten jeweils einen Menschen. So habe ich eine Freundin, mit der ich über meine Therapie sprechen kann weil sie selber in Behandlung ist, wenn auch "nur" wegen Liebeskummer , da sie wie ich viel liest, können wir uns auch super über Bücher austauschen.. Die andere deckt meinen dämlichen Humor ab, wenn ich also lachen will, muss ich sie anrufen und sie versorgt mich dann mit dem neusten Tratsch und Shopping bla bla. Und dann habe ich einen Freund, der einfach so ist wie ich nur eben als Kerl, mit ihm kann ich über die Welt schimpfen! Doch muss ich bei jedem der Drei auf ihrer Ebene bleiben und nichts vermischen, sonst versteht man sich wieder nicht... Aber immerhin klappt es so weit.

ja, so ansatzweise hab ich das auch versucht, meine verschiedenen Interessen auf verschiedene Leute quasi "aufzuteilen".

Leider findet sich niemand fürs Thema Kunst, fürs Thema Gesellschaft/Politik/Missstände, niemand fürs Thema "gute Bücher", niemand fürs Thema Therapie und Psyche.

Ich hab nur einen guten Freund, aber mit dem kann ich über die obigen Sachen nicht reden. Wir treffen uns ab und zu und gehen meist fotografieren.

Ach ja, jemand mit dem ich über meine vergebl. Partnersuche reden kann, hab ich auch nicht.

Ja, Selbstgespräche führe ich auch. Schon sehr lange, seit meiner Kindheit. Da war ich auch schon alleine. War immer Aussenseiter, bin auch oft gemobbt worden. K. Ahnung, woran das liegt. Muss wohl irgendwas "Opfermässiges" an mir haben, was die anderen dazu reizt. Ich bin auch zu gutmütig und kann mich gar nicht abgrenzen, wenn ich jemanden mag. So wird man halt immer wieder Opfer.

Also gut ist nur der eine Freund, den ich hab, die Therapeutin und die Selbsthilfegruppe, die ich gegründet hab. Die letzten beiden Dinge sind allerdings endlich. Also da hab ich Angst, dass das möglicherweise bald vorbei ist.

Bis denne, Kügeli

12.12.2011 23:24 • #7


Hi Kügeli,

Mir gefällt es nicht wenn du von uns als Opfer sprichst, obwohl ich absolut verstehe was du meinst. Als Kind habe ich mich oft so gefühlt, bis ich gemerkt habe, dass ich "lediglich" emphatisch und sensibel bin, in die Rolle der kalten coolen habe ich nie gepasst, wofür aber auch. Natürlich sind es die Sensibelchen auf die rumgehampelt wird aber den Schuh ziehe ich mir einfach nicht mehr an.. Und wenn sensibel sein etwas opfermäßiges hat, na gut, dann bin ich eben schuldig.. Aber ich sehe mich nicht gerne als Opfer, das würde ich niemandem wünschen.. Nee, dafür ist meine Selbstliebe zu groß.

Die meisten Menschen sind tatsächlich nicht dazu geeignet, um über Psyche und Geist zu reden.. Ob die wohl wissen, dass es mehr gibt als nur den bloßen Körper? Hm.. Aber dafür gibt es ja zum Glück das Internet.
Worüber redest du denn mit deinem Freund wenn ihr fotografiert? Man könnte meinen, ein solcher Kerl interessiert sich schon für das Leben das er versucht einzufangen und für die Veränderungen, die er beobachtet. Ich verbinde Fotografie und Kunst (was für einige auch wieder das gleiche ist) mit Tiefgründigkeit oder mal mindestens mit einem Denker.. Wie will man sonst verstehen, was man dort macht?

Oder wie siehst du die Fotografie? Schließlich bist du hier die Künstlerin von uns, sehe ich das falsch und man muss vielleicht doch nur auf den Auslöser drücken? so mag ich mir das zwar nicht vorstellen, aber für Belehrungen bin ich offen

Wieso sollte deine Selbsthilferuppe bald ein Ende finden? Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass nicht all zu viele Veränderungen auf einmal auftreten werden und dass du jemanden findest, der all deine wunderbaren Interessen abdeckt! Das hat ein jeder von uns verdient!

Lieben Gruß,
Pebbels

13.12.2011 11:30 • #8




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