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Laetitia23
Ich weiss nicht ob ich in der Kategorie richtig bin. Ich bin 31, alleinerziehend und depressiv.
Ich bin schon bei einem Arzt, der mir Antidepressiva verschreibt, nur müssen wir bisher das richtige Medikament finden. Eins hat mich bisher nur müde gemacht, das andere hat mein Gefühl verschlimmert.
Ich habe Schlafstörungen, bin schnell gereizt, unzufrieden und weine sehr oft. Das alles quält mich, weil ich früher nicht so war.
Ich hatte eine schlechte Kindheit, mein Vater war meiner Mutter gegenüber aggressiv, das führte zum Glück irgendwann zur Trennung sodass die Gewalt irgendwann aufhörte. In der Schule wurde ich gemobbt, weil ich schüchtern und ruhig war. Ich hatte mich da durchgekämpft und war immer lieb zu allen und immer freundlich. Irgendwann in der 12. Klasse haben sich alle bei mir entschuldigt, dass sie fies waren. In meiner Ausbildung war es kein besserer Abschnitt weil ich an einen cholerischen Chef geraten bin, der alle Mitarbeiter immer wieder abgeschrien hat. Immer hatte ich mich an Karma geklammert und mein einziger Wunsch war es eine eigene harmonische Familie zu haben. Ich bin aber mit meinem exmann an ein Monster geraten, der nur an sich gedacht, sehr geizig war und nur psychischen terror gemacht hat. Er hatte mich geheiratet und ein kind gezeugt weil sein vater krebskrank war und er ihm zeigen wollte er ist verheiratet und hat ein kind. Ich habe mich damals von ihm scheiden lassen, weil er das kind immer als druckmittel benutzt hat um an sein ziel zu kommen. Ständig sagte er wenn ich nicht lebe wie er möchte nimmt er mir das kind weg während ich schlafe. Er hat die Heizung im Winter abgedreht wenn er zur Arbeit gegangen ist, mein gesamtes Geld hat er an sich gerissen und ich habe es geschafft von ihm los zu kommen, hab eine Wohnung gesucht und bin in meine Stadt wo ich herkomme zurückgezogen. Das alles hat mich geprägt und fertig gemacht. Mit Sohn war damals 7 monate als wir gegangen sind. Ich habe ewig gesucht und mich angestrengt einen Job zu bekommen, ich hab einen in teilzeit, die lage von der Wohnung ist gut, mein Sohn mittlerweile 5 hat alles in seiner Nähe und meine mutter passt auf ihn auf, während ich arbeite. Sie ist mir einerseits eine Hilfe andererseits stürzt sie mich noch mehr in Depressionen. Sie sagt ständig ich wurde unter einem falschen Stern geboren und ich soll mich damit abfinden, dass ich für immer allein sein werde. Ich glaube auch mittlerweile daran, dass mein Traum von einer eigenen Familie, Mann Frau Kind(ich hätte am liebsten zwei Kinder gehabt, dass sie nicht allein aufwachsen) unmöglich ist nur genau das zerstört mich. Ich komme damit nicht klar. Übers Internet ist es mittlerweile leicht jemanden kennenzulernen, aber es waren immer bisher die falschen. Ich hätte Beziehungen haben können nur die wollte ich nicht, weil die alle selbst einen Knacks hatten oder nicht Vorstellungen einer Beziehung wie ich es für richtig halte. Ich bin lieber alleine als noch unglücklicher in einer falschen Beziehung. Und die von denen ich was wollte, wollten mich nicht, daten mich, wollen mich sehen, sagen wie schön ich bin aber wollten keine beziehung weil sie sich auf eine beziehung aus beruflichen gründen nicht voll konzentrieren können. Ich fühl mich wie ein Versager auch weil ich meinem Kind keine richtige Familie bieten kann. Er ist sehr lieb und der Grund warum ich weitermache und mit mir kämpfe, dass es mir irgendwann besser geht. Ich liebe ihn über alles und möchte ihm die beste Mutter sein. Er schenkt mir zeichnungen mit Herzchen, wir machen fahrradtouren gemeinsam, unternehmen viel und sein Lachen gibt mir Kraft. Er ist ein fröhliches und sehr liebes Kind und es zerreißt mich dass ich ihm und mir keine komplette Familie bieten kann

21.05.2018 13:26 • 13.06.2018 #1


9 Antworten ↓


Aus deinem Beitrag erkennt man schnell, daß Du sehr hart und streng mit dir selbst umgehst.
Siehs doch mal von der anderen Seite, ich weiß es ist sehr schwer, wenn man depressiv ist und womöglich gerade unten ist.
Mit kleinen Schritten fängt aber jeder Weg an und viele ganz kleine machen auch ihre Strecken.
Du hast all das geschafft und überlebt, was Du schlimmes erfahren hast, seit Deiner Kindheit.
Du lebst noch, hast all das überstanden (nichts ist umsonst) und dein kleiner Sohn gibt dir viel Kraft und Freude.
Wie willst Du eine gesunde Beziehung führen, wenn Du noch so sehr mit dir selbst beschäftigt bist, indem du dich
permanent ablehnst und kritisierst. So wirst du nur Menschen anziehen, die das in dir noch bestärken.
Eine Beziehung kann keine innere Arbeit ersetzen und ein Partner ist bei sovielen unbewußten Ansprüchen völlig
überfordert, jemand gesundes macht deshalb instinktiv einen großen Bogen um so jemanden, weil das anstrengend
und zu viele Ansprüche signalisiert, die nicht erfüllt werden können. Für deinen Sohn ist es doch viel besser, wenn
er mit einer alleinerziehenden Mutter zusammen aufwächst, die ihn stärkt, anstatt ihn ständig mit neuen Beziehungen
zu konfrontieren. Es gibt wesentlich schlimmere Familienmodelle und die perfekte Familie gibt es auch nicht.
Lieber ohne Vater aufwachsen, als mit einem gewalttätigen. Es geht halt nicht alles, aber aus dem was man hat,
darf man immer das Beste machen. Eine Therapie würde dir sicher guttun, wo du wieder in positivere Gefilde geführt
wirst und du lernen kannst liebevoller und sanfter mit dir selber umzugehen.

21.05.2018 13:44 • x 1 #2



Depressiv wg Single jahrelang Single, alleinerziehend

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Laetitia23
Hi @Sommerkind2
Danke für die Antwort. Ich weiss nur nicht wie ich an mir arbeiten soll und wo ich an mir damit anfangen soll.
Ändern muss ich was nur wie. Das kann gut sein, dass ich einfach die falschen Menschen anziehe. Ich kann aber nicht mal durch die Straßen laufen ohne zu weinen, wenn ich Familien sehe. Ich kann das gar nicht mehr kontrollieren, mir kommen dann sofort die Tränen, weil ich das nicht hab.

22.05.2018 10:59 • #3


Du hast ja schon damit angefangen, an Dir zu arbeiten, Dich mit Dir auseinanderzusetzen, indem Du hier geschrieben hast.
Den Weg kann Dir niemand sagen, weil keiner Deine Geschichte gelebt hat, den mußt Du selbst herausfinden.
Ging mir und vielen anderen auch nicht anders. Bei ganz drängenden Fragen, kannst Du auch die Telefonseelsorge zu Rate ziehen
und mal abwarten, ob sich noch andere hier dazu melden werden. Anstöße bekommst Du bestimmt auch, wenn Du im Forum,
Threads von Leuten, denen es ähnlich geht wie Dir liest. Wie Du mit Dir klar kommen kannst, kann Dir niemand auf dem silberenen
Tablett liefern und dieser Prozess, kann sehr langwierig sein. Wenn du schon weinst, wenn Du durch die Straßen gehst, dann
liegt das auch mit an der Depression, die dein Denken und Empfinden in Richtung Graumodus verändert und nicht der Realität
entspricht. Es ist völlig unangemessen und Du weißt nie, ob diese Familien auch glücklich sind. Alle habe sie Probleme und niemand
von ihnen ist perfekt, deshalb solltest Du sie auch nicht als den Maßstab für Dein Leben anlegen. Du jagst einer Illusion nach,
die für Dich heißt, daß alle Familien es besser haben als du, aber das ist völlig unrealistisch. Ich wünsche Dir auf jeden Fall
gute Besserung und daß bald das richtige Medikament gefunden wird. Mir hat es sehr viel geholfen und eine völlig neue
Lebensqualität gegeben. Bitte hab aber auch Geduld, denn eine ordentliche Depression, verschwindet nicht von heute auf morgen.
Es gibt viele gute Bücher über das Thema. Vielleicht wäre das ja ein Einstieg in das Thema für dich. Du wirst nicht darum herum
kommen, dich damit zu beschäftigen, wenn du willst daß es dir besser geht und du dich soweit kennengelernt hast, daß du damit
umgehen kannst.

22.05.2018 17:32 • x 1 #4


FeuerWasser
Gewalt und Unterwerfung ziehen sich scheinbar wie ein roter Faden durch dein Leben. Wenn man unbearbeitete Konflikte in sich trägt, wie bei dir die Situation mit deinem Vater, sucht man sich im Leben
ob bewusst oder unbewusst regelrecht Menschen die genau diese Verhaltensmuster, die du bereits kennengelernt hast, bedienen. Die Männer auf die du triffst, scheinen charakterlich große Parallelen zu
deinem Vater zu haben. Ich denke, dass es für dich schon wichtig sein könnte, dass du dir professionelle Unterstützung holst. Nicht in Form von Psychopharmaka sondern in Form einer stationäre oder ambulanten Therapie in der du die alten Geschichten aufarbeitest und neue Bewältigungsstrategien erlernst

28.05.2018 11:57 • x 1 #5


EsIstIch
Zitat von Laetitia23:
Sie sagt ständig ich wurde unter einem falschen Stern geboren und ich soll mich damit abfinden, dass ich für immer allein sein werde. Ich glaube auch mittlerweile daran, dass mein Traum von einer eigenen Familie, Mann Frau Kind(ich hätte am liebsten zwei Kinder gehabt, dass sie nicht allein aufwachsen) unmöglich ist


Mit 31? Äh Nö..

Dir geht's wie mir nur hab ich 9 Jahre Vorsprung und gebe die Hoffnung nicht auf...
Irgendwann sind wir oft genug auf die Fre.. gefallen und dann treffen wir das was wir uns wünschen.

Falsche Sterne? Pfff ..Sind immer die gleichen...

Ich habe hier gelernt das ich wohl auch immer die Frauen wähle die mir Schaden, wie ich das ändere? Keine Ahnung! Aber ich versuchs

28.05.2018 12:21 • #6


Laetitia23
@FeuerWasser eine Gesprächstherapie wäre sicherlich gut, kann wirklich sein dass ich unbewusst alles anziehe... Nur es ist so schwierig einen Termin beim Psychologen zu bekommen. Ich habe bei so vielen schon angerufen, die einen nehmen nicht mehr leute auf weil sie zu überlastet sind die anderen sind nicht für das thema zuständig. Kann ein psychotherapeut auch Gespräche führen?

@esistich es ist schön zu lesen, wenn jemand trotzdem noch Hoffnung hat. Ich hab meine verloren.... Und ich hab das Gefühl immer wenn ich versuche positiv zu sein dann wird es erst recht schlimm, denn ich fühle es nicht sondern zwinge mich positiver zu denken.

Mittlerweile nehme ich Escitalopram nur mein allgemeiner Zustand ist nicht besser geworden. Ich hab Tage wo ich nur im Bett liege hinzukommen Schwindel selbst wenn ich liege... Das wird wohl alles psychosomatisch bedingt sein. Ich weine wieder vermehrt und es ist eine Qual jeden Tag so zu verbringen. Ich möchte anders denken aber kann nicht, es ist einfach eine Blockade drin. Ich spüre keine Lebensfreude mehr, die Sachen, die ich damals gerne gemacht habe, verändern meinen Gemütszustand auch nicht mehr und ich kann nicht mehr genießen. Ein leben ist so nicht lebenswert und ich weiss, dass es die eigenen Gedanken sind, die einen selbst zerstören. Man müsste in allem das positive sehen können, denken irgendwann ändert sich die Situation auch sachen neutraler versuchen zu betrachten, nur man ist so gefangen in sich.
Ein Gedanke von mir ist auch, ich hatte nie eine schöne Lebensphase, seit der kindheit stetig schlimme Erlebnisse, bisher hat sich nichts zum positiven geändert, warum sollte sich in Zukunft was ändern..

13.06.2018 09:38 • #7


EsIstIch
Zitat von Laetitia23:
es ist schön zu lesen, wenn jemand trotzdem noch Hoffnung hat. Ich hab meine verloren.... Und ich hab das Gefühl immer wenn ich versuche positiv zu sein dann wird es erst recht schlimm, denn ich fühle es nicht sondern zwinge mich positiver zu denken.


Die Hoffnung kommt zurück wenn du aufhörst sie erzwingen zu wollen, positiver denken fängt bei dir an.
Wenn dir die "alten Dinge" keine Freude mehr machen versuch was neues, gibt es Dinge die du schon immer machen wolltest und bisher nie getan hast?

13.06.2018 09:49 • #8


Es gibt für Dich zur Zeit nur ein Heilmittel. Geduld, Geduld, Geduld, Geduld ... sowas verschwindet nicht von heute auf morgen
und lernen, damit umzugehen, ohne sich weiter kaputt zu machen.

13.06.2018 12:39 • x 1 #9


FeuerWasser
Zitat von Laetitia23:
Kann ein psychotherapeut auch Gespräche führen?

Der Psychotherapeut ist die erste Adresse für eine Psychotherapie, wo hast du denn angefragt? Bei Fachärzten? Wenn Psychotherapeuten mit Kassenzulassung keine freien Plätze haben kannst du dich bei deiner Krankenkasse erkundigen unter welchen Bedingungen sie einen außervertraglichen Therapeuten bezahlen. Das wird in aller Regel gemacht wenn man bemüht ist und innerhalb von 6 Monaten keinen Therapeuten findet. Wenn sich dich Möglichkeit ergibt lass dich bei mehreren auf eine Warteliste setzen. So schafftst du dir Möglichkeiten einen Therapeuten zu finden der zu dir passt und mit dem du zwischenmenschlich gut zurecht kommst. Das ist unabhängig von der Fachrichtung (ob Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie etc) die wichtigste Komponente.

13.06.2018 16:40 • #10



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser