micha25

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Ich bin eigentlich nicht der Mensch der Hilfe bei anderen Menschen sucht. Ich versuche mit meinen Problemen immer selbst klar zu kommen. Ich vermute, dass mich dieses Verhalten nun auch in meine Situation gebracht hat.
Ich bin mit 17 nach meinem Schulabschluss von zuhause ausgezogen um eine Lehre zu beginnen. Ausgezogen bin ich weil ich die Trennung meiner Eltern nicht akzeptieren konnte/wollte. Während dieser Ausbildung musste ich leider Ablehnung und Missverstandenheit aushalten. Dies war ich bis dahin nicht gewohnt, da ich "zuhause" immer meine Freunde um mich hatte. Als, ich dann 2 Jahre nach Beendigung meiner Ausbildung den Entschluss gefasst hatte eine neue Ausbildung zu machen hatte ich eine Freundin mit der ich zusammen lebte. Ich habe die Beziehung dann vor 2,5 Jahren beendet und bin nach Nürnberg gezogen. Seitdem habe ich keinen einzigen Freund gefunden. Nach wenigen Monaten in Nürnberg bin ich regelmäßig in einen Fitness-Club gegangen. Leider ohne Bekanntschaften zu knüpfen. Nach einem Jahr bin ich einem Verein beigetreten.(2x wöchentliches Training). Ebenfalls nichts. Nun habe ich seit Anfang des Jahres keine Beschäftigung mehr, außer meinem Beruf, ohne den ich gar nichts mehr hätte,ohne den ich keinen Grund hätte morgens aufzustehen. Ich weiß nicht was ich machen soll. Mein Selbstbewusstsein ist mittlerweile bei 0. Das einzige was ich habe ist ein sympathisches Aussehen, davon kann ich mir leider nichts kaufen. In meinem Büro arbeitet ein 18 jähriges Mädchen mit dem ich seit 2 Jahren immer wieder "zusammen" war. Sie hat sich in mich verliebt. Und ich nutze dies aus um nicht allein zu sein. Ich tue Ihr weh (Gefühlsebene) nur um mich besser zu fühlen. Ich weiß nicht was ich tun kann um aus diesem Sumpf zu entkommen. Ich traue mich nicht etwas zu unternehmen. Geht sowieso alles schief. Der einzige soziale Kontakt den ich habe ist meine Mutter und meine Geschwister(1 älterer Bruder, eine jüngere Schwester, ein jüngerer Bruder), sowie ein Bekannter aus meiner Berufsschulzeit den ich 4x im Jahr sehe.
Ich wünsche mir so sehr einen Bekanntenkreis und eine feste, ernste Beziehung die mir Halt gibt und einen Sinn in mein Leben bringt. Ich bin doch schon/erst 25 und habe keine Vergangenheit und noch weniger Zukunft. Wie an der Uhrzeit der Mail zu sehen, sitze ich wie jeden Abend zuhause und fühle mich einsam. An Suizid habe ich auch schon gedacht. Dies könnte ich wohl aber nicht tun, da ich damit meiner Mutter so sehr weh tun würde. Ich weiß nur nicht wie lange die Angst vor den Sorgen meiner Mutter noch überhand behält...
Gibt es Stellen an die man sich wenden kann wenn man nicht weiter weiß? Meine ganzen Gedanken drehen sich immerfort um die Tatsache allein zu sein. Ich will wieder frei sein und unbeschwert...

04.08.2007 21:59 • 09.01.2010 #1


11 Antworten ↓


Gast


Hallo Micha,

ich habe dein Posting gelesen und würde dir gerne etwas Konstruktives dazu sagen ...

Als erstes: Ich finde es zwar nicht so toll, dass du das Mädchen ausnutzt, aber ich finde es gut, dass du das selber erkennst und es eingestehst.

Außerdem bist du offenbar überdurchschnittlich intelligent. Das ist nach meiner Erfahrung oft ein Handikap für soziale Kontakte, wenn man nicht in der adäquaten Umgebung ist. Man fühlt sich einfach nicht wohl, muss sich immer ein bisschen dümmer stellen als man ist, und die anderen verstehen einen oft nicht und halten einen sogar für dümmer. Könnte das bei dir auch hier und da schon so gewesen sein?

In Fitnessstudios u.ä. habe ich leider die Beobachtung gemacht, dass es - anders als ich gedacht hatte - sehr schwer ist, einen Kontakt zu knüpfen. Sehr viele Leute, die dort hingehen (mir scheint, die meisten), sind regelrecht verbiestert auf ihren wertvollen Body konzentriert und ansonsten völlig verschlossen. Oder sie kommen dort schon in Gruppen hin und wollen keine neuen Kontakte. Daher würde ich das nicht unbedingt als Beweis deines Versagens werten, dass du dort keine Kontakte bekommen hast.
In den Vereinen wird aber m.W. oft nach dem Training etwas getrunken und gequatscht - dafür müsstest du aber vermutlich jemanden ansprechen, nicht nur darauf warten, dass dich jemand dazu einlädt. Hast du das mal versucht?

Gibt es denn etwas anderes, das dich noch interessieren könnte? Du bist ja noch jung. Du könntest Schachspielen und in einen Club gehen, einer Laientheatergruppe beitreten, oder einem Wanderclub, einem speziellen Sportclub oder einer Theater-Besuchsgruppe usw. Meist laufen aber die Kontakte auch da über das "Nachher", also "gehen wir noch einen trinken". Da muss man auch ein wenig aktiv werden.

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Gehst du denn nie aus und versuchst, ein Mädchen kennenzulernen?

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Ich vermute, du bist ein bisschen vorgeschädigt durch deine Familienstruktur. Deine Eltern haben sich offenbar schon längere Zeit nicht wirklich verstanden, konnten mit ihrer Liebe und ihren Konflikten nicht richtig umgehen, und das allein schon war vermutlich kein allzu gutes Vorbild für dich. Dann konntest du mit ihrer Scheidung nicht umgehen. Usw.
Hast du schon mal daran gedacht, eine Psychotherapie zu machen?
Oder in eine Selbsthilfegruppe zu gehen?
Falls du in einer Universitätsstadt bist: Dort gibt es meist auch eine Stelle an der psychologischen oder medizinischen Fakultät, die Klienten aufnimmt, zumindest für Krisenzeiten, um daran die Studenten auszubilden. Abgesehen davon könntest du mit deiner Krankenkasse klären, ob und wieweit eine normale Psychotherapie bezahlt wird.
Außerdem gibt es in größeren Städten heute Therapeuten, die mit "Familie aufstellen" arbeiten

u.a.
da kann man meist erstmal als Mit-Spieler sehr preisgünstig teilnehmen und dann mal selber für sich eine solche "Aufstellung" machen lassen, das kostet ca. 100-200 Euro, wird meist nur 1x gemacht und gibt oft recht gute Erkenntnisse. (Aber nicht immer, und für verzwickte innere Konflikte gibt es natürlich keine Sofort-Lösungsgarantie.)

Und du kannst natürlich hier weiter schreiben, sich mitteilen hilft immer.

Lieben Gruß,
Gast B

04.08.2007 22:34 • #2


Gast


Und hier z.B. kannst du dich natürlich auch hinwenden:







und viele andere, meist kostenlose und anonyme Anlaufstellen, wenn du in google "Seelsorge" eingibst.

Da kannst du dich melden, wenn du akut nicht weiterweißt, oder auch, wenn du Unterstützung zu einer weiterführenden Hilfe suchst.

Alles Gute.

04.08.2007 22:40 • #3


Gast


Hallo Micha,

ich habe eine ähnliche Situation erlebt. Trennung vom Partner, neuer Job und gleichzeitiger Ortswechsel. Auch ich war erst mal sehr einsam. Einen neuen Partner und auch neue Freunde hab ich über das Internet kennengelernt. Ich war sehr überrascht, wie leicht das funktioniert hat. Okay, einen Partner so schnell zu finden ist sicherlich Glückssache. Aber ich habe auch ein paar wenige Freundinnen kennengelernt. Schau einfach mal über die Freizeitbörse www.new-in-town.de. Natürlich musst du auf Menschen zugehen. In Nürnberg ist viel Bewegung. Und wenn du es noch nicht getan hast. Du kannst es lernen. Manchmal bekommt man im Umgang mit Menschen auch Körbe. Das ist nicht schlimm. Das passiert jedem von uns. Wir passen ja auch nicht alle zusammen.

Ich wünsche dir viel Glück.

Jeanette

04.08.2007 23:47 • #4


Gast


Hallo Gast,
vielen Dank für Deine Zeilen. So schnell hatte ich nicht mit einer Antwort gerechnet. Es tut mir gut darüber zu schreiben und eine Reaktion zu erhalten.
Mitlerweile glaube ich leider weder das ich intelligent bin noch dass ich sonst irgendwas hinbekomme. Unglaublich was 2,5 Jahre aus einem "normalen" Menschen machen können. Aber ich vermute du könntest damit Recht haben. Meist reduziere ich meine Unterhaltungen mit meinen Kollegen auf einfache Dinge, weil ich das Gefühl habe mit Affen zu reden. Vielleicht liegt das aber auch einfach an mir dass ich normale, auf einfachem Niveau geführten Gespräche nicht gewohnt bin zu führen.

Ich habe leider wenn ich Leute im Verein habe nie das Gefühl dass ich interessant für sie sein könnte. von was soll ich denn auch schon berichten? ich kann nicht "vom letzen wochenende" berichten. oder von einem bekannten reden den ich kenne. deshalb flüchte ich mich immer in kleine lügen nur um mitreden zu können. ich weiß nicht weiter.

Ich kann leider einfach nicht mehr. Ich war schon ein paar mal bei probetrainings in clubs, aber ich habe immer das gefühl dass mich alle beobachten und wissen was mit mir los ist.

wenn ich zuhause bei meiner familie bin dann bin ich so wie ich immer sein möchte. locker, glücklich und redseelig, sogar humorvoll und unternehmenslustig.

Wie soll ich denn ausgehen? Allein in ne Kneipe oder Disco? Ist das nicht armseelig? Muss man dazu nicht ein gewisses Selbstbewusstsein haben um dann Leute anzusprechen? ich weiß nicht ob ich das kann.

Ich habe immer die Angst wenn ich um Hilfe bitte das dies bedeutet dass ich verrückt bin und das will ich mir nicht eingestehen.

Ich danke dir für deine vielen tipps. ich werde mich da mal auf den internetseiten informieren. schönen sonntag noch!
lg

05.08.2007 08:28 • #5


Gast


Hallo Micha,

die Antworten an dich kamen von 2 verschiedenen Gästen.

Du hast jetzt die Wahl: Entweder du suchst dir fachmännische bzw. fachfrauliche Hilfe für deine Seele

oder du ziehst dich durch eigene Aktivität am eigenen Schopf heraus.

Zu Hause hast du vermutlich den Vorteil, dass du unter Leuten bist, die du schon kennst und die dich kennen,
"draußen" musst du das Kennenlernen erst anleiern und durchführen.
Aber das ist nun mal so, das müssen alle.

Der andere Gast hat dir ja auch den Tipp www.new-in-town.de bekommen. Dort könntest du dann anfangen, einen Freund oder mehrere zu finden. Oder vielleicht auch eine Freundin, aber das muss nicht gleich sein, denn wenn das auseinandergehen sollte (geschieht ja häufig, ist völlig normal), dann wärst du wieder ganz alleine.

Was meinst du denn, was die anderen an dir erkennen, wenn sie dich ansehen?
Du sagst doch selbst, dass du eigentlich "locker, glücklich und redseelig, sogar humorvoll und unternehmenslustig" bist. Also, warum sollen die anderen das nicht sehen dürfen?

"Meist reduziere ich meine Unterhaltungen mit meinen Kollegen auf einfache Dinge, weil ich das Gefühl habe mit Affen zu reden. Vielleicht liegt das aber auch einfach an mir dass ich normale, auf einfachem Niveau geführten Gespräche nicht gewohnt bin zu führen."
Vielleicht an beidem. Denn um in der Gesellschaft klarzukommen, muss man in der Lage und bereit sein, sich den anderen ein wenig anzupassen.
Aber nicht ausschließlich, denn dann wirst du noch selber zum Affen.

Wenn du dieses Gefühl hast "Meist reduziere ich meine Unterhaltungen mit meinen Kollegen auf einfache Dinge, weil ich das Gefühl habe mit Affen zu reden. " - dann nimm es ernst! Nimm dich selbst ernst, werte dich nicht ab. Suche dir auch intelligentere, interessantere Gesprächspartner.
Aber vielleicht verstellen sich die Kollegen auch etwas. In der Arbeit möchte man sich meist nicht sehr offen zeigen, das ist sicherer. Deswegen redet man da oft nur relativ belangloses Zeug.
Wenn deine Kollegen das so wollen, dann solltest du das auch akzeptieren und dich einfach auf dem Smalltalk-Niveau unterhalten. Und falls sie wirklich dumm sind, dann erst recht.

Aber, wie gesagt, suche dir die für dich passende Gesellschaft. Sonst verblödest du intellektuell und verkümmerst seelisch.

Gruß,
Gast B

05.08.2007 22:03 • #6


linchen


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hallo micha,

hab ich das richtig verstanden das du in eine andere Stadt gezogen bist? Wenn ja, hast du denn schonmal überlegt wieder zurückzuziehen damit du wieder unter deinen Freunden und Familie bist?

Zu dem Punkt mit dem jungen Mädchen muss ich dir sagen das du ehrlich zu ihr sein solltest..ihr sagen solltest das du nicht in sie verliebt bist sondern sie "nur" magst, gern mit ihr zusammen bist und Zeit verbringst...das ist doch zumindest so , oder?

Ja, die Meinung in Fitness-, Sportclubs schnell Kontakte zu knüpfen ist weit verbreitet aber nicht so wahr...wenn man nicht im richtigen Moment mit den richtigen Leuten das richtige Gesprächsthema hat ist es schwer da "rein" zu kommen...

Hast du schon mal überlegt einen Kurs in der volkshochschule zu belegen? Wo alle gerade neu beginnen und sich alle neu kennenlernen?

Das du nach so vielen gescheiterten Versuchen den Glauben an dich und die Hoffnung verlierst kann ich nur zu gut verstehen aber was du auch mal überprüfen solltest ist wie du für die Leute "rüberkommst"....weisst du wenn ich keine "Lust" oder Angst habe jemanden wirklich kennezulernen bring ich es fertig in einem Raum voller menschen zu stehen und ich knüpfe keinen kontakt ...das liegt dann daran das ich über meine Körpersprache und Mimik den anderen schon sage: Ich will nicht...und dessen bin ich mir manchmal gar nicht bewusst ehrlich gesagt....überdenk das mal bitte für dich...

Nicht um HIlfe zu bitten und alles mit sich selber auszumachen kenne ich..und irgendwann macht einen das kaputt...wir müssen einfach versuchen um Hilfe zu bitten und uns zu öffnen....

06.08.2007 15:02 • #7


micha25


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Hallo Gast B, Hallo Linchen,
vielen Dank für eure schnellen, konstruktiven und sehr ausführlichen Einträge.
Zuerst vorab. Ich habe mich eben bei New-in-Town angemeldet, was es bringt wird sich zeigen UND ich habe Kontakt zu einem Psychologen aufgenommen, er hat sogar Termine frei! Ganz ehrlich, ich habe Angst davor!
Das ich auf Andere sehr oft kalt, abweisend und arrogant wirke habe ich schon sehr oft gehört. Scheint irgendwas dran zu sein Ich achte sehr auf mein Aussehen, und lächle nicht wirklich jeden Menschen an(hochnäsig). Zudem stelle ich mich sehr oft über andere(zumindest Gedanklich!). Das hört sich nicht sehr positiv an,oder?! Sorry, so bin ich über die Jahre geworden.
Ich muss euch aber schon jetzt danken! Durch eure "wenigen" Worte habe ich schon jetzt eins gelernt. Es liegt NUR an mir. Andere Menschen sind ja auch glücklich. Leider ist es nicht so einfach das Wissen umzusetzten und die Angst die mich beherrscht zu besiegen...

In meine "alte" Stadt zurück kann ich nicht. Dort habe ich niemanden. Ich könnte nur zurück in meine Heimat(Familie), aber ich muss sagen, so einen guten Job wie momentan finde ich nie wieder. Wenn ich zurück gehen würde wäre das für mich eine persönliche Niederlage! Ich will nicht aufgeben!
Volkshochschule ist eine gute Idee. Was macht man da für Kurse? Habe mich noch nie informiert...

DANKE.
weisst du wenn ich keine "Lust" oder Angst habe jemanden wirklich kennezulernen bring ich es fertig in einem Raum voller menschen zu stehen und ich knüpfe keinen kontakt ...das liegt dann daran das ich über meine Körpersprache und Mimik den anderen schon sage: Ich will nicht...und dessen bin ich mir manchmal gar nicht bewusst ehrlich gesagt....überdenk das mal bitte für dich...
Dieser Satz ist mir sehr nahe gegangen. er sagt genau das aus was bei mir los ist! Wie ich aus deinem Beitrag erkennen kann hast/hattest du die gleiche Situation?
Ich werde wohl endlich Hilfe annehmen und versuchen etwas an MIR zu ändern...
Vielen Dank, würde mich sehr freuen wenn ihr weiterhin so fleißig helft. Ihr tut sehr viel gutes! danke. Traurigerweise, das macht mich jetzt am Ende der Mail doch wieder traurig, seid ihr die einzigsten die mein "wahres ich" kennen...
Micha

06.08.2007 20:13 • #8


Gast


micha222 schrieb am Mo, 06 August 2007 21:13
Traurigerweise, das macht mich jetzt am Ende der Mail doch wieder traurig, seid ihr die einzigsten die mein "wahres ich" kennen...
Micha

Lieber Micha,

das muss und wird nicht so bleiben, dass wir die einzigen sind, wenn du an dir arbeitest und dich im Luafe deines Lebens den richtigen Menschen zur richtigen Zeit öffnest.

Man sollte sein Innerstes auch gar nicht allzu offen auf der Zunge tragen. So wie man Perlen nicht vor die Säue werfen sollte.

Was nicht heißen soll, dass man/du arrogant sein sollte. Aber eine gewisse Vorsicht ist immer gut, das tut jeder vernünftige Mensch. Voreiliges Vertrauen kann zu leicht missbraucht werden und sich irgendwann nachteilig auswirken. Was auch wieder nicht dazu führen sollte, dass man die Vorsicht übertreibt. Du wirst ein Gespür dafür entwickeln. Und ab und zu fällt jeder mal damit auf die Nase, also auch Fehler sind da kein Beinbruch.

Im übrigen finde ich dich zumindest hier ausgesprochen sympathisch. Also zeig den anderen einfach dein echtes Ich im POSITIVEN SINNE, und vieles wird sich schon von selber lösen.

Dass du tatsächlich beide Wege gleichzeitig beschritten hast, finde ich sehr anerkennenswert! Klasse.

Viel Erfolg und liebe Grüße,
Gast B

06.08.2007 22:24 • #9


linchen


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Hallo micha,

na die Schritte die du getan hast hören sich sehr gut an!Kannst stolz auf dich sein...

Das du Angst vor dem Termin hast beim Psychologen glaub ich dir aber bitte versuch den Termin einzuhalten!Wenn du einen Psychologen hast dem du vertrauen kannst und dich ihm öffnene kannst macht das schon eine ganze Menge aus....aber du musst auch offen und ehrlich sein...

Leider ist es nicht so einfach das Wissen umzusetzten und die Angst die mich beherrscht zu besiegen...Ja, das kenne ich nur zugut..das die Angst diese Macht über mich hat, sie alles bestimmt..
Aber überhaupt schon mal das Wissen zu haben, zu erkennen wo man ansetzen kann ist ne Menge wert...das umzusetzen ist harte Arbeit..begleitet von Rückschlägen...

Die Volkshochschule bietet viele Kurse im Bereich Sprachen und Entspannung an, ich hab vergessen auch die Familienbildungsstätte zu erwähnen...dort hab ich damals Kurse im Bereich Sprache und Kunst gemacht...aber die haben auch Kochkurse und Sportkurse und ach einfach alles mögliche...schau mal im Inet nach....

Das dir mein Satz so nahe gegangen ist beweist wirklich das du dich in ihm wiedererkennst...

Sei nicht traurig das nur wir dein wahres Ich kennen...sich "Gleichgesinnten" zu offenbaren ist immer etwas leichter weil man weiss das sie verstehen wovon man spricht und wie man sich fühlt (zumindest meistens, hehe)...sei stolz auf dich das du uns davon schonmal erzählt hast ...und das war der Anfang... weisst du du bist nun dabei daran etwas zu ändern!

07.08.2007 20:24 • #10


Gast


Hallo Micha,
weiss nicht, ob du noch in diesem Forum liest.
Wollte dir nur noch was sagen zu deinen Beiträgen.
Ich denke, so wie dir geht es vielen. Auch dass du etwas Angst vor Psychologen hast finde ich ziemlich normal/natürlich.
Ich fühle mich auch oft sehr einsam und habe inzwischen gemerkt, dass es Gefühle sind, die ich schon ziemlich lange mit mir herumschleppe, wahrscheinlich schon seit meiner Geburt, als ich da so im Brutkaste lag und niemand war mir nah.
Das klingt vielleicht übertrieben, ist es aber, denke ich nicht.
Ich habe gerade angefangen mit einer Therapie, die heißt "Primärtherapie nach Munk", sie ist auch ziemlich teuer, aber ich merke, es passiert was bei mir.
Falls es dich interressiert, les dir mal die Seite durch: www.primaertherapie.de
dann kannst du vielleicht wenigstens merken, dass deine Situation nicht selten oder außergewönlich ist, und dass du auch nicht verrückt bist oder so. Eher finde ich es ziemlich klar, wie du deine Gefühle beschreibst, auch wenn du sie nicht öffentlich, sondern "nur im Internet" zugibst. Aber gut ist doch schonmal, dass du deine wahren Gefühle wahrnimmst.

Ich bin auch erst 28 und ich bin froh, dass jetzt bei mir was passiert, dass ich das Gefühl habe, es geht zwar nicht von heute auf morgen, aber ich merke, der Sumpf lichtet sich und wie von alleine hatte ich in den letzten Wochen auch schon viel mehr Kontakt mit anderen. Ich kann nicht erklären, wie das kam, aber es ist wirklich so, wenn sich in einem selbst etwas verändert, verändert sich auf einmal auch die Außenwelt mit.


ich wünsch dir alles Gute
martina

04.10.2007 21:19 • #11


Palomita


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Hallo Micha,
ich weiss nicht, ob du das hier noch lesen wirst, aber ich schreibe dir trotzdem. Deine Einträge sind ja schon relativ alt, aber ich bin neu hier und es war so seltsam, deinen Beitrag zu lesen...
Ich war 18, als ich ausgezogen bin, um zu studieren. Ich war in der Schule immer eine Art Aussenseiter: frühreif, lernbegierig und immer igendwie anders. Mit 16 hatte ich meine ersten Selbstmordgedanken - und wollte es meiner Mutter ersparen...
Ich wollte wohl einen Neuanfang, an einem Ort, wo mich keiner kannte. Ich habe alles versucht, um mehr "so zu sein wie die anderen". Bei mir waren es fünf Jahre, dann war ich komplett alleine. Ich hatte nur noch die Arbeit, wo ich wegen meines undurchdringlichen Schweigens stark gemieden und schief angesehen wurde. Meine Freizeit verbrachte ich alleine in meiner Wohnung oder mit endlosen Spaziergängen in der Stadt, ganz alleine unter den vielen Cliquen, Pärchen, etc.
Ich hatte Probleme, eine "gesellschaftsunfähige" Beziehung und ich wurde krank. Alles, was mir blieb, war meine Familie... - dachte ich.
Micha, bevor ich jetzt anfange, dir zu sagen, was mir geholfen hat - wie sieht es denn heute aus? :)
Würde mich freuen über eine Antwort...

LG,
Tamara

09.01.2010 21:37 • #12



Dr. Reinhard Pichler


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