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Sentenced91
Hallo ihr netten Leser,

Ich habe einfach das Bedürfnis mir meine Frust , Kummer und Ähnliches von der Seele zu schrieben.

Wo fange ich ich genau an in meinen Kopf ist es im Moment einfach sehr viel das alles raus will.
Ich bin mittlerweile bald 30 Jahre und bin letztlich allein und doch irgendwie nicht . bin seit über 5 Jahren verheiratet und seit einem Jahr Papa.

Doch umso älter ich werde umso einsamer fühle ich mich. Wenn ich so auf meine Jugend zurück blicke stelle ich nüchtern fest das ich wohl nie wirklich einen echten Freund hatte oder habe, ein paar gute Bekannte mit denen man die Interessen teilt als mehr würde ich die heutige Lage nicht sehen. Dabei sehe ich mich als sehr offen , hilfsbereit ( vielleicht zu hilfsbereit ?! Wer weiß . ) und durchaus nicht auf den kopf oder Mund gefallen.

Seit dem ich 16/17 bin , habe ich nicht wirklich mehr zuhause gelebt erst die Ausbildung dann die Arbeit und erste ernste Beziehungen. Jetzt bin ich zwar verheiratet aber weit weg von meinen Verwandten, was letztlich nicht weiter schlimm ist da ich nun auch zu meinen Eltern den Kontakt abgebrochen haben .

Rückblickend an meine Kindheit oder Jugend sehe ich keine wirkliche Sonne . materiell gesehen ging es mir und meinen 2 Geschwistern nicht schlecht , doch was liebe oder Nähe war durfte ich nie erfahren außer Eine kurze gezwungene Umarmung zu Festlichkeiten wie gebu oder längeren Wiedersehen gab es so etwas nie. Ein Wort wie ich habe dich lieb oder ich bin stolz auf dich / gut gemacht etc hat es nie gegeben . außer negatives wurde besonders von meinem Vater oft mit schreien oder Schlägen Ausdruck verliehen, wir wurden nicht verprügeln aber dennoch wurde auch Hand oder Kochlöffel nicht nur einmal eingesetzt. So hat man eigentlich nur miteinander gelebt und ist dann ausgezogen. Mein älterer Bruder ist war zwar nur 4 Jahre älter , war dennoch immer fern mir unterwegs.

So war ich der Eigenbrötler auch schon in der Schulzeit der niemanden als besten Freund hatte oder sowas, man hatte lediglich "Freunde" die einen mitgeschleift haben oder ertragen haben keine Ahnung wie man es sagen soll , ich war für niemanden die erste Geige.
Als ich dann von einigen Jahren meinen letzten wirklichen ( ich sprach von damaligen besten Freund ) Jugendfreund den Kontakt verlor , hatte es satt ständig der zu sein der sich meldet und knappe Antworten bekam wenn man diese überhaupt bekam. Ist mir bewusst geworden wie einsam ich doch bin, ich Lebe seit nun bald 10 Jahren mit meiner Frau zusammen und ich denke auch irgendwie glücklich. Aber dennoch haben wir wenig bin keine gemeinsamen Interessen was Unternehmungen oder sowas angeht. Dabei bin ich sicherlich kein einfacher Partner , kann schlecht meine Gefühle für meine Frau in Worte fassen als ob Ich es nicht kann wie andere nicht pfeifen können , ich liebe dich zu sagen allein fällt mir Unmenschlich schwer und so verbittern wir wohl monatlich ein wenig mehr.

Einige bekannt habe ich hier in meiner neuen Heimat gefunden doch ich würde niemand als Freund bezeichnen . so höre ich mal wieder Musik mit einem Klos im Hals tippe euch meine gefühlswelt in der Hoffnung dabei etwas Erleichterung zu finden.

Wünsche euch allen ein schönes Wochenende

30.04.2021 20:18 • 03.05.2021 x 3 #1


7 Antworten ↓


einsamervater
Hallo,

wir haben viele parallen. Unter anderem auch, dein Alter und deine 10 Jährige Beziehung. Mir geht es auch in vielen punkten ähnlich. Und manchmal dachte ich, vielleicht habe ich etwas verpasst. Vielleicht geht es dir da ähnlich. Besonders als dann der Nachwuchs kam, war es keine leichte Zeit. Nicht nur der Alltag ändert sich, sondern auch die Beziehung wird auf den Kopf gestellt.

01.05.2021 02:15 • x 2 #2



Einsam, gefühlskalt trotz eigener kleiner Familie

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moo
Sentenced91, grüß Dich!

Ich hatte mit knapp 30 auch meine erste "Krise" und die hat auch einiges an Veränderungen in Gang gesetzt. Dass Du Dein Leben gerade reflektierst ist ein wichtiger erster Schritt.
Der nächste Schritt wäre eine Definition, wo die Reise für Dich/Euch hingehen soll.
Alles so belassen wie bisher? Würdest Du damit klarkommen?

Ich sehe bei Dir Emotionsblockaden, u.a. aufbauend auf Kindheitserlebnissen. Welche Emotion nicht erwünscht ist, wird ausgeblendet und überlagert durch ein Kompensationsverhalten.

01.05.2021 06:17 • x 1 #3


Sentenced91
Zitat von moo:
Sentenced91, grüß Dich! Ich hatte mit knapp 30 auch meine erste "Krise" und die hat auch einiges an Veränderungen in Gang gesetzt. Dass ...


Das eine gute Frage was will ich letztlich ... ich weis es nicht. Es gibt Tage da bin ich glücklich damit allein zu sein das sich niemand um mich schert und anschreibt oder anruft ... aber an Tagen welchen man sieht wie schön es bei anderen geht ist doch ein gewisser Schwermut da....

01.05.2021 20:06 • #4


moo
Zitat von Sentenced91:
schert und anschreibt oder anruft ... aber an Tagen welchen man sieht wie schön es bei anderen geht ist doch ein gewisser Schwermut da....


Kann Dich gut verstehen. Aber das vermeintliche "Glück der Anderen" ist sehr oft nur an der Oberfläche ein solches. Er-leben tun es ja die Anderen.
Die Fähigkeit den Geist zu schulen (Gefühle, Wahrnehmung, Gedanken) ist eine explizit menschliche, nur wird sie selten erkannt und kultiviert in unserer Zeit.
Mancher lebt in einem Spiegelkabinett aus zweidimensionaler Oberflächlichkeit, nimmt nur Farben und Formen wahr und hat keine Idee davon, dass sämtliche Spiegel letztlich ihn selbst "abbilden".
An seiner Wahrnehmung zu arbeiten bedeutet, die Haltekonstruktionen des Kabinetts zu demontieren und die Spiegel einzumotten. Dann wird der Blick auf "das Leben" wieder frei - oft sogar erstmals.

02.05.2021 05:00 • x 1 #5


Abendschein
Zitat von Sentenced91:
Hallo ihr netten Leser, Ich habe einfach das Bedürfnis mir meine Frust , Kummer und Ähnliches von der Seele zu schrieben. Wo fange ich ich genau an in meinen Kopf ist es im Moment einfach sehr viel das alles raus will. Ich bin mittlerweile bald 30 Jahre und bin letztlich allein und doch irgendwie nicht . bin seit ...


Schade das Du den Kontakt zu Deinen Eltern abgebrochen hast, darf ich fragen warum?
Wenn Du Dich trotz Familie einsam fühlst, dann liegt es an Dir, was keine Schuldzuweisung ist.

Ich bin verheiratet und habe keine Kinder, für mich reicht der Tag oftmals nicht aus, um mit meinem
Mann zusammen zu sein. Ich erlebe grade soviel und das Erlebte, lasse ich als schöne Erinnerung
in mich hinein. Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem ich lebe, Kontakt habe zu Familie und Freunden.
(Trotz des Virus), geht das.

Dabkbar für mein Sein, es gibt sooooviele Dinge auch grade in der Natur zu entdecken.
Interessiere Dich dafür, mit Deinen Kindern, lassie sie Mutter Erde entdecken, viel Spaß
dabei.....

02.05.2021 07:04 • #6


Sentenced91
Zitat von Abendschein:
Schade das Du den Kontakt zu Deinen Eltern abgebrochen hast, darf ich fragen warum? Wenn Du Dich trotz Familie einsam fühlst, dann liegt es an Dir, ...


Wie sicherlich ja schon gelesen war meine emotionale Verbindung zu meinen Eltern nie riesig , und nach dem letzten eigentlich ganz schönen gemeinsamen Urlaub ging es steil Berg ab. Meine Mutter hat mir am vorletzten Urlaubstag gesteckt mein Vater hätte eine andere und seit dem habe ich meine Eltern ganze 3 mal gesehen das erste mal kurz nach der Geburt meiner kleinen und naja ich fühlte mich ungeborgen und Freund im eigenen Elternhaus , es war kühl und distanziert. Auserdem schuldeten sie mir eine Menge Geld für den Urlaub das ich ihnen vorgestreckt habe... in der Zwischenzeit habe ich eigentlich immer im Dunklen gesessen was nun mit den beiden los ist oder eben auch nicht ?! Naja letztlich war dann beim letzten Treffen als meine Tante ihren 50ten feierte für mich Feierabend. Nach dem ich mit ansehen musste wie mein Vater mit der kleinen meines cousins rumgealbert hat und gespielt hat uns und Vorallem meiner kleinen außer ein hallo nicht wirklich gewürdigt hat war ich sehr enteuscht und als sie dann auch noch zügig sich mit einen "ja tschüss" verabschiedet haben ( nach dem wir uns fast ein halbes Jahr nicht gesehen haben ) war ich sehr traurig. Da habe ich den Entschluss getroffen das es mir mehr schadet als hilft mit ihnen mich rumzuärgern.

02.05.2021 13:54 • x 1 #7


moo
Obwohl mir ein relativ harmonisches Familienbild vorgelebt wurde war ich von klein auf nie ein Familienmensch. Ich bevorzugte Freunde und Alleinsein, aber das nicht aus Abneigung gegenüber den Eltern oder dem (älteren) Bruder.
Hätten mich meine Eltern so behandelt, wie Sentenced91 es schildert, wäre Elternabstinenz in diesem Alter die ganz natürliche Folge.
Jedoch würde ich heute (!) nicht Gefahr laufen, Enttäuschung oder gar Groll zu entwickeln. Wenn letzteres stattfindet, sehe ich Abstand als legitim an. Logisch wäre es vielleicht lehrreicher, sich weiterhin um Kontakt zu bemühen, aber ob das beim o. g. Verhalten der Eltern den "geistigen und nervlichen Abrieb" aufwiegt?

Ich würde Neutralität wahren. Das Leben kann lang sein und oft findet man nach Jahren auf veränderter (passenderer) Basis zueinander. Das Verhalten des Vaters hat Gründe! Egal ob berechtigt oder nicht, diese sind zu respektieren.

03.05.2021 06:46 • x 1 #8




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