Pfeil rechts

S
ich muss ehrlich sagen, dass ich dies hier das happigste aller unterforen finde. ich habe lange nicht alle beiträge gelesen, aber es berührt mich sehr stark, wie ihr unter eurer einsamkeit leidet. ich fühle in jeder zeile euren schmerz und kann dennoch nichts dagegen tun.

das einzige, was ich kann, ist ein paar gedanken lozuwerden, die mir durch den kopf gehen. ich bin professionell nicht dazu berufen, hier zu raten, aber haber selber doch schon einiges mitgemacht, gelernt und eine gewisse lebenserfahrung. natürlich sind das keine ratschläge für dein einzelnen, nur anregungen und etwas, was ihr in euren gedanken fortsetzen könnt. ob ihr damit etwas anfangen könnt, oder ob das ganze negiert wird, kann ich nicht beurteilen.

zu meiner person: ich bin bald 45 jahre alt, singel und alleine, aber nicht einsam (war das aber früher viel - bis hin zu einer starken depression, weil ich von meiner grossen liebe verlassen wurde)

ich unterteile mal in zwei gruppen von einsamen menschen:

gruppe a) die, die verlassen wurden und nun mit der leere nicht umgehen können.

wenn einen ein partner verlässt, ist der sog. liebeskummer normal. dieser kummer kann aber über gesunde grenzen hinausgehen. dies geschieht meist dann, wenn man sich von seinem partner abhängig gemacht hat, diesen ev. zur lebensbewältigung benötigt hat und nebenbei seinen persönlichen freundeskreis nicht mehr gepflegt hat.

meist ist dann der parter auch noch der einzige vertraute und freund gewesen. durch seinen weggang verliert man damit so ziemlich alles, was man hatte. sind noch z.b. selbstwertgefühl, beruf und familie daran geknüpft, wird es gleich nochmal eine portion happiger. oftmals kann man nicht loslassen, träumt sich in die vergangenheit zurück, und wie schön doch alles war.

ja, loslassen ist in diesem fall extrem hart. sich schönen stunden aus der vergangenheit mal zuvergewärtigen ist okay, aber dort zu leben ist ein grosser fehler. man steht da ohne partner und einer riesigen leere in sich. das gefühl der sinnlosigkeit des eigenen lebens macht sich breit. und genau in dem kann man versinken. sich isolieren, sich wahnsinnig machen, indem man immer an die verlorene liebe denkt und vor allem aufgeben, dass sich daran jemals etwas ändern wird.

falsch! es wird sich ändern. der liebeskummer und diese gedanken vergehen. beim einen schneller beim einen langsamer. der vorgang kann aber im schlechtesten fall jahre dauern. also ist hier gefragt, das leben wieder in die hand zu nehmen. seine innere mauer wieder öffnen für neues, unbekanntes. vergrabt euch nicht in eurem schmerz und eurer enttäuschung. die vergangenheit ist vorbei - es geht jetzt auf in die zukunft. versucht keinen kontakt zu eurem ehemaligen partner zu halten, denn dies schlägt euch immer wieder zurück. auch gemeinsame bekannte, selbst wenn sie noch so nett sind, sind diesbezüglich eine gefahr. besinnt euch auf leute, die ihr sonst noch habt. lenkt eure gedanken auf ein hobby. sucht auch keine orte auf, die ihr mit dem ex-partner verbindet (ist manchmal nicht umgänglich, aber sollte nicht gezielt so gehandhabt werden). guckt keine bilder von ihm an, lest keine alten briefe! einfach nur schlussstrich! macht euch seelisch frei von dem was war, sucht das neue. und vergesst nie - der schmerz lässt nach - ganz ehrlich!

04.07.2008 19:46 • 02.08.2008 #1


32 Antworten ↓


S
Leaina! Sehr guter Beitrag. Sicher auch für Kinski ein Gewinn, er sieht, daß andere auch Seelenschmerzen auszuhalten haben und das nicht zu knapp.

Und unter den unter Trennungsschmerz-Leidenden ist so mancher, der vorher mit Singles oder ewigen Junggesellen/Jungfrauen ihre derben Späße gemacht haben. Da bin ich gerne auch mal schadenfroh, das ist die Strafe.
Leaina, das beziehe nicht auf dich, Du hast sicher nie Singles wider Willen gestichelt, in Wunden gerührt.
Es ist ja so, daß Einsame nicht nur die Einsamkeit auszuhalten haben, sondern auch noch Spott und Gehässigkeiten, Witze und Gelächter.


Solitärbaum

04.07.2008 20:01 • #2


A


Ein paar gedanken meinerseits

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S
gruppe b) die das gefühl der einsamkeit haben, weil sie niemanden finden, der zu ihnen passt

es ist schwierig in dieser welt einen menschen zu finden, der einem wirklich als lebenspartner passt. aber vielleicht sollte man von dem gedanken mal einfach abstand nehmen. meist findet man denjenigen am ehesten, wenn man nicht sucht. nicht, dass man es nicht versuchen sollte, aber krampfhafte partnersuche wirkt eben genauso - verkrampft.

wenn ich euch lese, erweckt es in mir den eindruck, als wäret ihr opfer der umstände. niemand will euch. ihr seid langweilig, dick, dumm, krank... was auch immer. aber ihr seid keine opfer, ausser der eurer gedanken und eurem mangelndem selbstvertrauen. diese komponenten habt ihr in der hand. niemand anders.

euauch wenn ihr noch so schüchtern seid, euch noch so verquer vorkommt, es wird auf dieser erde viele leute geben, die euch lieben könnten. aber ihr müsst sie dazu ermutigen.

für mich heisst das, arbeitet an eurem selbstbewusstsein und euer selbstliebe. lernt euch selber gern zu haben - dann strahl ich auch schon etwas ganz anderes euren mitmenschen gegenüber aus. eine schwierige aufgabe, aber machbar.

ein kleines beispiel: wenn ihr jemanden freundlichen grüsst und derjenige nicht reagiert oder nur missmutig den kopf abwendet, werdet ihr kaum nochmals grüssen. wenn derjenige euch aber auch begrüsst und dabei herzlich anlächelt, werdet ihr die person sympathisch finden. von hier aus ist auch der weg ein gespräch zu eröffnen viel einfacher. es ist also an euch, wie ihr auf andere wirkt. ebenso haltung, sprache, gang.

zudem müsst ihr raus. zu hause passiert gar nichts. geht raus und übt. übt selbstbewusst durch die strassen zu gehen, jemanden anzulächeln und in ein kleines gespräch zu verwickeln. kann auch die dame an der kasse des supermarktes sein.

dann hört auf überall nur paare und cliquen zu sehen. das lässt euch erst recht einsam fühlen. achtet euch mal darauf, wie viele leute ebenfalls alleine sind. besucht am anfang keine veranstaltungen, auf denen nur paare anzutreffen sind sondern überlegt euch mal, wo ihr hingehen könnten, wo die leute oftmals alleine kommen. auch hier sind hobbys immer ein praktischer ausgangspunkt, weil man so bereits eine gemeinsame gesprächsgrundlage hat. wie euer weg aussehen wird, müsst ihr selbst entscheiden. aber es liegt wirklich alleine an euch aus der isolation herauszufinden. niemand sagt, dass es leicht ist... aber einfach mal los und habt geduld... geduld mit euch selbst und dass ihr einiges lernen müsst.

zu guter letzt - alleinsein muss nicht einsam sein heissen. alleinsein kann auch mal schön sein. versucht auch hier die guten sachen herauszupicken und zu geniessen und den rest nicht überzubewerten. z.b. lesen kann man wunderbar alleine - jemand im raum könnte dabei sogar stören.

so, ich weiss, das war jetzt eine lange rede und halt sehr pauschal. wenn ihr nichts damit anfangen könnt, lasst sie links liegen, wenn es irgendjemandem ein spürchen hilft, würde es mich freuen.

eure leaina, die auch mal einsam war...

04.07.2008 20:04 • #3


S
Zitat:
Es ist ja so, daß Einsame nicht nur die Einsamkeit auszuhalten haben, sondern auch noch Spott und Gehässigkeiten, Witze und Gelächter.


sorry, nein, da wo ich herkomme, wird niemand ausgelacht, verspottet oder gehänselt, weil er single ist. es besteht auch null grund dazu.

ich dachte eigentlich, nach der grundschule käme der noch so dümmste mensch aus dieser phase raus. ich frage mich, was ist das für ein niveau, wo man leute deswegen verspottet?

04.07.2008 21:14 • #4


S
Zitat:
sorry, nein, da wo ich herkomme, ...


Leaina, Du scheinst von Menschen sehr abgeschirmt zu leben oder in einem besonderen sozialen Milieu oder Du hast eine sehr schlechte Beobachtungsgabe.
Frage mal in einem Absolute Beginner- Forum die Leute dort danach, die können Dir was erzählen! Es steht dort auch schon genug darüber geschrieben.

Solitärbaum


Tja, und zu Teil B kann ich nur sagen: Im Moment fühlst Du Dich als Single - alleine - vergleichsweise recht gut. Warten wir mal ab...
Und dann lese Deine Ratschläge und Ansichten im Teil B ...

04.07.2008 21:41 • #5


S
oh ja, und schon wieder ein paar unterstellungen. *augen verdreh*

ich lebe weder abgeschirmt, noch habe ich eine schlechte beobachtungsgabe oder ein brett vor dem kopf.

ich war früher single, bin jetzt single und ich war in diversen beziehungen und habe beide situationen, die von mir beschrieben wurden, selber erlebt. sonst hätte ich wohl auch nichts dazu gesagt. nie wurde ich verspottet oder als halber mensch betrachtet, weil ich nicht einen partner an meiner seite hatte. einzig etwas unangenehm waren die geschäftsessen, bei denen alle mit partner aufgetaucht sind. trotzdem hat mich nie jemand auch nur schief angesehen, wenn ich zeitweise ohne gekommen bin. ich lebe in einem ganz normalen sozialen milieu.

und ich fühl mich nicht vergleichsweise recht gut - ich fühl mich ausgezeichnet! ich bin nach vielen jahren soweit gekommen, dass ich mein lebensglück nicht von einem partner abhängig machen muss. während ich in jüngeren jahren in meiner single-zeit nur immer die pärchen gesehen habe, und wie schön sie es doch haben. ich hatte mich völlig darauf versteift, dass mein leben alleine nicht lebenswert wäre.

05.07.2008 09:36 • #6


Lysira
Ich kann Leaina nur zustimmen. Auch ich habe in meiner Single-Zeit nie das Gefühl gehabt, deshalb weniger wert zu sein oder verspottet zu werden.

Es gibt soviele tausende von Singles und es ist doch kein Makel oder gar eine Krankheit. Wenn Leute sich dann so verhalten, frag ich mich eher, was mit denen nicht stimmt. Sind sie neidisch, weil man als Single ja durchaus auch Vorteile hat? Sind sie in ihrer Beziehung unglücklich und sozusagen gemeinsam einsam, können sich aber aus irgendwelchen Gründen nicht trennen?

Natürlich ist es schwer, wenn man gerade akut in der Verlassensphase steckt, die Worte anzunehmen. Dann will man ja nichts anderes, als den Partner zurück.

Aber aus eigener Erfahrung kann ich ebenfalls sagen, dass ich während meiner Single-Zeit nicht unglücklich oder einsam war.
Mein Leben war ausgefüllt mit anderen Dingen und meinen Liebsten hab ich kennengelernt, als ich eigentlich grad gar keine Beziehung wollte.

Ich finde Leainas Beiträge richtig und hilfreich. Man muss sich nur darauf einlassen können.

Lysira

05.07.2008 11:57 • #7


S
Leaina:
Zitat:
oh ja, und schon wieder ein paar unterstellungen.


Ich habe Dir gar nichts unterstellt (als Tatsache dargestellt), sondern nur Vermutungen geäußert. Weiter nichts.
Nicht gleich alles als persönlichen Angriff ansehen. Ja?

Zitat:
nie wurde ich verspottet oder als halber mensch betrachtet, weil ich nicht einen partner an meiner seite hatte. (...) trotzdem hat mich nie jemand auch nur schief angesehen, wenn ich zeitweise ohne gekommen bin.


Da hast Du Glück gehabt. Andere haben dieses Glück nicht, zumal wenn sie IMMER ohne Partner auftauchen (und nicht nur zeitweise) und auch nie was von einem Partner/in erzählen (können).

Zitat:
ich lebe in einem ganz normalen sozialen milieu.


Die allermeisten Leute kennen eben kein Geschäftsessen. So gesehen ist Dein Umfeld nicht normal, sondern gehoben, exklusiv.
Also lag ich mit meiner Vermutung, Du verkehrst hauptsächlich in besseren Kreisen, und bist im Gewissen Sinne abgeschirmt, gar nicht so verkehrt. Nicht überall verhält man sich so wohlerzogen. Wenigstens das wirst Du wohl bestätigen können? Oder willst Du leugnen, daß die Menschen in den unterschiedlichen Milieus unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag legen?

Zitat:
und ich fühl mich nicht vergleichsweise recht gut - ich fühl mich ausgezeichnet!


Entschuldigung, aber wenn ich Deine persönliche Vorstellung lese, dann kann ich schon zu anderen Schlüssen kommen.
Aber, Dein ich fühl mich ausgezeichnet! bezieht sich (so vermute ich) auf die Einsamkeit. Damit kannst Du jetzt gut umgehen.
Jetzt. Aber das war nicht immer so. Deshalb schrieb ich vergleichsweise. Und ich schrieb vergleichsweise, weil es durchaus möglich ist, daß Dir eines Tages Dein Single-Dasein überhaupt nicht mehr gefällt und Du Abends still ins Kissen weinst.Will sagen: Des Singles Einsamkeit schmerzt nicht gleichbleibend intensiv, sondern mal mehr, mal weniger und manchmal kann sie unerträglich werden. Und davor bist auch Du nicht geschützt. Nur weil es Dir gelungen ist, Deine Sichtweise, den Blickwinkel zu verändern. Die Gefühle kann man nicht so kopfmäßig, erkenntnismäßig steuern alle Zeit.
Es gibt aber auch hier Ausnahmen, nämlich sogenannte Asexuelle. Die bleiben gerne ohne Partner, bzw. denen macht es weniger aus, allein zu leben, ein Leben lang.

# # # # # # #

Mal ein drastischer Vergleich:
Ich wurde als Kind nicht sexuell mißbraucht und konnte sowas auch nirgendwo beobachten. Nun lese ich in einem Forum davon, daß es so etwas gibt. Weil ich nie ein Kind mißbraucht habe, aus meinem persönlichen Erleben dies nicht kenne, erkläre ich diese Behauptung für Unsinn, schreibe wutig lach, lach, lach, reagiere empört und behaupte, ich sei damit beleidigt worden.

Übertragen: Ich wurde nie als Single wegen Partner-/Sexlosigkeit zur Zielscheibe, habe nie soetwas bei anderen beobachten können, folglich gibt es sowas nicht, ich bin empört ob dieser Behauptung und ich bin beleidigt!


Herzlichst
Solitärbaum

05.07.2008 15:00 • #8


S
nein, ich komme nicht aus einer oberschicht. ich entstamme einer arbeiter-familie und kenn auch tiefstes milieu - und ich weiss, wie es dort zu und her gehen kann (aber nicht zwingend muss). wo stehe ich heute? untere mittelschicht? aber ist das so wichtig, um mit anderen leuten anständig umgehen zu können, sie mit ihren schwächen und stärken zu akzeptieren?

falls du nur leute kennst, die dies nicht können, würde ich mich um einen neuen bekanntenkreis bemühen.

Zitat:
Aber, Dein ich fühl mich ausgezeichnet! bezieht sich (so vermute ich) auf die Einsamkeit. Damit kannst Du jetzt gut umgehen.


ja, das bezieht sich NUR auf meine einsamkeit. und ich bin durch eine harte schule gegangen, um die verschiedenen formen der einsamkeit meistern zu können und mich von dem gedanken frei zu machen, dass ich ohne partner nur ein halber mensch sei. bin deswegen nicht geschlechtslos. an vielen anderen punkten in meinem leben und vor allem einer denkweise muss ich noch arbeiten.


Zitat:
Die Gefühle kann man nicht so kopfmäßig, erkenntnismäßig steuern alle Zeit.


ist mir völlig klar! was meinst du, warum bin ich hier? denn genau das will ich nun für andere aspekte in meinem leben lernen, und warum soll ich nicht von dem, was ich bereits gelernt habe, etwas weitergeben?

nichts von alledem geht schnell, es ist immer ein langwieriger, harter und manchmal sehr schmerzvoller prozess. aber um ihn zu beginnen, muss man sich zuerst mal klar machen, dass man mit der eigenen denkweise sehr viel beeinflussen kann.

zu deinem vergleich: ich verstehe ihn nicht. ich habe ihn jetzt dreimal durchgelesen und kann immer noch nicht verstehen, was du mir damit sagen willst.

05.07.2008 15:55 • #9


F
Hallo,
jetzt muß ich auch etwas hier loswerden. Und zwar war ich am vergangenen Wochenende mit
3 Frauen wandern und folgendes ist passiert:

Vorweg vielleicht noch: Ich habe das Gefühl das ich manchmal angebe. Das ich mit meiner Situation alleinerziehende Mutter (Vollzeit beschäftigt, ich habe keine Beziehung) zur Zeit gut zurecht komme und das ich das auch zum Ausdruck bringe. Also nehme ich mich zurück, erzähle nicht´s mehr über meine Aktivitäten bei den 4-Wöchigen stattfindenden Wanderungen.

Als wir beim Mittagessen zusammen saßen und uns darüber unterhielten, dass wir uns von unseren Kindern unabhängig machen müssen und ein eigenes Leben aufbauen müssen, kam auf einmal:
H. du bist doch sehr Einsam, also ich bin froh das ich als Krankenschwester (Geschieden, 2 Kinder, Haus gekauft, verschuldet, kann seit 5 Jahren nicht in Urlaub fahren hat aber eine sehr große Sehnsucht danach und gönnt der Tochter noch nicht mal eine Klassenfahrt) alle 14 Tage arbeite. Ein eigenes Leben aufbauen, du musst gerade reden.
Ja, H., das finde ich auch (sie hat nur 400 €-Putz-Shops, muß bei Mann bleiben weil sie angeblich keine andere Stelle bekommt, weil sie nicht Haus aufgeben will, weil sie ihm 4 Kinder geboren hat und weil sie nicht auf seine Rente verzichte will), du sitzt doch jedes Wochenende zu Hause, aber ich, ich habe doch wesentlich mehr. Auch wenn mein „Alter“ nach Ägypten fährt (ohne sie), bin ich mit meiner Tochter (17 = 30 Jahre jünger)und deren Freund nach Italien in Urlaub gefahren.

Ja, sagt mal, ist das nicht der Hammer, da erzähle ich nicht wie gut ich mich mit meiner Einsamkeit eingerichtet habe, um ja keinen Neid zu erzeugen, da bekomm ich auch noch einen drauf.
Ja und das habe ich nicht auf mir sitzen lassen. Jetzt habe ich losgelegt.

Ach wo ich das hier so runter schreibe und nochmals durchlese, erkenne ich meinen Fehler. Ich fühlte mich angegriffen. Schon wieder einmal.
Das geht doch nicht, dass jemand denkt ich käme mit meiner Situation, meiner Einsamkeit nicht zurecht. Scheinbar so 100 % (75 %?) doch nicht------

Einsicht: Ich komme ganz gut zu Recht mit meiner Einsamkeit, ich empfinde sie auch Stellenweise als angenehm, aber das ist halt noch ein Plätzchen in meinem Herzchen, was ganz gerne mit jemanden ------------------------

29.07.2008 13:20 • #10


O
Sorry, Leaina, ich mag deine Beiträge sonst, aber das hier ist extrem 08/15. Kennst du den Spruch auch Ratschläge sind Schläge?
An sich selbst muss jeder arbeiten, egal ob Single oder in einer Partnerschaft. Wenn man jahrelang an sich selbst gearbeitet hat, dauernd neue Leute kennenlernt, rausgeht und sich trotzdem nicht einmal eine gute Freundschaft ergibt, nützen solche Tipps gar nichts. Sie ziehen einen eher hinunter, da man nicht mehr weiss, was man noch ändern sollte. Scheinbar ist man ja an allem selber schuld und mit der richtigen Einstellung würde man gleich Freunde finden?!

30.07.2008 06:17 • #11


I
Hallo Ombrina,

fairerweise hat Leaina geschrieben, dass wer mit dem Beitrag nichts anfangen kann, ihn einfach links liegen lassen soll. Es gibt Phasen im Leben, in denen man sogar wütend werden kann wenn man positive Gedanken liest, sie tun einem noch zusätzlich weh.

Deshalb sollte man keine Panik kriegen, solche Zeiten gibt es einfach, Schluß, Punkt. Die Seele ist wie ein großer See, der manchmal durch Unwetter trüb geworden ist - da heißt es zu warten, bis alles nach unten sackt und der Blick wieder frei wird.

Das geschieht automatisch, es muss nur genügend Zeit vergehen. In dieser Zeit braucht man weder Schuld- noch Einsamkeitsgefühle zu haben. Es ist die normalste Sache der Welt wenn man in seinem Leben Teilstrecken alleine zurück legen muss, es geht Millionen von Menschen so, es ist weder Frage der Schuld noch ist es eine Schande.

Jetzt fällt mir dazu noch dieser abgedroschener Spruch ein... also sorry: Der Weg ist das Ziel. Es gibt für diesen inneren Weg keine Ziele, jeder ist auf der Stufe, die er erreicht hat richtig.

Es ist tatsächlich so, dass man sich erst unabhängig von den anderen machen muss um ein ganzer, vollständiger Mensch zu sein und auf andere zugehen kann ohne dabei in Abhängigkeiten zu geraten. Der Anderer sollte kein Trostpflaster sein und kein Ersatz für fehlende Selbstliebe.

Alles kann, muss aber nicht sein und eine echte Freundschaft oder Liebesbeziehung sind rar und selten. Ob man die nächste verwandte Seele gleich morgen im Supermarkt oder erst in ein paar Jahren wo anders findet, kann man nicht wissen, aber die Zeit wird so sicher wie das Amen in der Kirche kommen, also keine Panik!

Hey, ihr seid niemals allein, denkt immer daran, es gibt so viele denen es ganuso geht - und ebenso viele, die euere Sorgen und Ängste selbst mal erlebt haben - und euch die Daumen drücken diese trübe Zeit möglichst bald hinter euch zu bringen!

Lieben Gruß

Isis

30.07.2008 08:02 • #12


O
Naja, aber was bringen Tipps, die man auf jeder x-beliebigen Einsamkeitsseite nachlesen kann?
Ich weiss nicht, aber ich habe einfach ziemlich Mühe mit dieser Haltung, dass jeder an seinem Glück oder Unglück selber Schuld sein soll. Klar macht die Einstellung viel aus, aber wenn man nichts zu essen hat, dann ist das übel und es wird auch durch eine gute Haltung keine bessere Situation daraus.

*g* Mir geht's eigentlich ganz gut momentan, aber ich weiss noch genau, wie mich solche Ratschläge zum Teil verletzt haben.

Hmm... Ich glaube, dass zu einer Beziehung auch die Abhängigkeit gehört. Wenn ich mich öffne, Vertrauen fasse, mache ich mich doch immer irgendwie abhängig von der anderen Person.

Sorry, aber es stimmt nicht, dass jeder einen passenden Partner findet. Das ist überhaupt nicht sicher wie das Amen in der Kirche...

30.07.2008 22:31 • #13


C
Zitat:
Hey, ihr seid niemals allein, denkt immer daran, es gibt so viele denen es ganuso geht - und ebenso viele, die euere Sorgen und Ängste selbst mal erlebt haben - und euch die Daumen drücken diese trübe Zeit möglichst bald hinter euch zu bringen!


also tut mir leid...aber das find ich irgendwie fies im Hinterkopf zu haben. Es macht mich nur noch depressiver, das es viele gibt, die das gleiche Problem haben, es aber nicht lösen können. Das beweist doch nur wie schwierig es ist diese Einsamkeitsprobleme zu lösen.

Und die Haltung spielt natürlich eine große Rolle. Doch weiß ich auch das man sich Bemühen muss um einen Partner zu finden, oder eine Romanze, doch liegt doch da auch das Problem, dass viele das zwar wissen, aber diese Bemühung nicht aufbringen können...jedenfalls geht es mir so...woran es liegt weiß der Teufel

31.07.2008 00:57 • #14


I
Hallo Ombrina,

wenn es einem richtig schlecht geht, dann bringen Tips gar nichts, man will auch nichts davon hören, dass andere mit der gleichen Situation besser umgingen und ein Buch schlägt man dann auch nicht gerne auf. Das habe ich alles auch selbst erlebt.

Was ich sagen wollte war, dass es normal ist. Denn oft kriegt man in diesen Situationen die Angst vor der Angst, die Panik davor, dass es einem schlecht geht, denkt, dass das nicht sein darf. Dadurch wird alles unnötig schlimmer.

Es gibt solche Durststrecken, es gibt Verletzungen, ich weiß, dass es schon wieder wie ein Guter Ratschlag klingt, aber man muss durch, so oder so.

An manchem Leid ist man tatsächlich selbst schuld. Seinem Partner ist man in einem gewissen Sinne ausgeliefert. Das Vertrauensverhältnis macht verletzlich. Wenn der andere es nicht zu schätzen weiß, sollte man eigentlich gehen und wenn man es nicht tut, hat man sich selbst die Opferrolle verpasst.

Ob man den passenden Partner findet ist eine Glücksache. Aber in der Regel ist es so, dass man nach einiger Zeit wieder bereit ist die nächste Partnerschaft aufzubauen.

Ich habe mal etwas ganz lustiges gehört, eine Allegorie, ein katholischer Geistiger war der Urheber. Er sagte, dass wir Menschen wie Stachelschweine sind. Wenn wir uns zu nahe kommen, verletzen wir uns gegenseitig. Und wenn wir zu weit auseinander gehen, frieren wir.

Und ich habe mir damals gedacht: Mensch, kann man denn diese blöden Stacheln nicht irgendwie abschaffen! Mit der Zeit habe ich leider die Erfahrung gemacht, dass es sehr viele Stachelschweine gibt, die allzu gerne voller Elan auf die anderen zurennen.... lach!

Zurück zur Einsamkeit.... ist es dann nicht besser lieber einige Zeit lang alleine zu bleiben und sich z. B. nach einer stoßsicheren Kleidung umsehen... Lach!

Ein Thema zum Nachdenken...?

31.07.2008 08:01 • #15


I
Hallo CodeX,

unter Umständen könnte diese Denkweise auch fies sein, da gebe ich dir Recht.

Ich denke... wenn es einem so richtig schlecht geht, kommt man auch gerne in dieses Forum. Weil es doch ein gewisser Trost ist.

Mit der Zeit will man aber dann wieder leben und erleben und dann zieht es einen eher runter wenn man merkt, dass so viel auf der Stelle treten. Dadurch sinken die eigenen Chancen, klar.

Aber... ich dachte immer... so denkt man ungefähr erst ab 40?



Es ist die Frage der Motivation ob man auf Menschen zugeht oder nicht.

Lieben Gruß!

31.07.2008 08:24 • #16


O
Zitat von isis-z:
Ob man den passenden Partner findet ist eine Glücksache.
Genau, das aber in der Regel... ist fehl am Platz. Wenn alle Leute, die mich interessieren keine neuen Freunde brauchen, nützt es mir nichts, dass ich bereit bin, eine neue Partnerschaft aufzubauen.

Zitat von isis-z:
Zurück zur Einsamkeit.... ist es dann nicht besser lieber einige Zeit lang alleine zu bleiben und sich z. B. nach einer stoßsicheren Kleidung umsehen... Lach!
Nein, mMn ganz und gar nicht. Die Verletzlichkeit gehört zu uns allen und ich habe keine Lust, diese Verletzlichkeit einzubunkern. Lieber nähere ich mich anderen Personen möglichst vorsichtig...
Naja, unsere Vorstellungen über gute Beziehungen und guten Umgang mit sich selber sind wohl einfach zu verschieden.

01.08.2008 14:30 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

H
Hallo ombrina !

Ich habe den grössten Teil meines Lebens mit einem Panzer um mein Herz gelebt. Dann hat ihn jemand aufgebrochen. Seit dem tut alles nur noch irgendwie weh.

Was besser ist, Panzer oder kein Panzer, dass kann ich nicht sagen, muss wohl auch jeder für sich entscheiden.

Viele Grüsse,

Helpness

01.08.2008 15:19 • #18


M
Hallo,

ich lese schon seit einigen Tagen in diesem Forum. Grund für meine Anmeldung ist dieser Beitrag. Ich finde einfach gut, was Leaina geschrieben hat. Man versteht aber eben nur das, was man selbst erkannt hat (und was man verstehen will). Dazu gehört eben auch, sich auf andere Sichtweisen einzulassen. Die Bereitschaft dazu muss jeder selbst bei sich aktivieren. Ohne ein deutliches Ich will geht einfach nichts. Dabei darf und soll man durchaus professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Es gilt eine Entscheidung zu treffen, die nicht einfach ist: in dem zu bleiben, was man kennt und gewohnt ist - auch wenn man dort noch so unglücklich ist, oder sich auf Neues einzulassen, nicht zu wissen, wo es einem hinführt und ob es der richtige Weg ist.

MissErfolg

01.08.2008 18:03 • #19


O
Zitat von Helpness:
Ich habe den grössten Teil meines Lebens mit einem Panzer um mein Herz gelebt. Dann hat ihn jemand aufgebrochen. Seit dem tut alles nur noch irgendwie weh.

Was besser ist, Panzer oder kein Panzer, dass kann ich nicht sagen, muss wohl auch jeder für sich entscheiden.


Wie würdest denn du deine Frage beantworten? Besser Panzer oder kein Panzer? Bei mir ist es so, dass mir ein Panzer viele wunderschöne Erfahrungen verunmöglichen würde. Das ist es mir persönlich nicht wert. Wenn ich jemanden an mich heranlasse, gehe ich zwar ein Verletzungsrisiko ein, gleichzeitig habe ich aber auch die Chance, dass mich diese Person an Stellen berührt, wo sonst niemand herankommt.

Ich glaube, ich kann mich nicht richtig erklären. Ich gebe Leaina durchaus Recht, aber eben, diese Tipps sind absolut nichts Neues und gelten definitiv nicht für alle.

Vielleicht sollte ich ein bisschen mehr von mir erzählen... Ich bin absolut nicht einzelgängerisch, sehr oft unterwegs, mag mich selber gerne (bis auf ein paar Ausnahmen, aber das kennt wohl jeder ) und trotzdem ist mir mein Freundeskreis weggeschrumpft. Gerade weil ich mich in letzter Zeit viel besser kennengelernt habe, gerade weil ich an mir gearbeitet habe... Die meisten Leute, die ich kenne sind entweder zu beschäftigt oder der Freund/die Freundin kommt an erster Stelle. Immer zweite Wahl zu sein so nach dem Motto achja, heute hat mein Freund keine Zeit, magst du mit mir weggehen?, macht definitiv keinen Spass.
Ist es nicht normal, dass man sich da irgendwann selbst hinterfragt? Ob man so komisch, langweilig, doof, was-auch-immer sei, dass sich keiner längerfristig für einen interessiert?
Solche Tipps wie Leainas verstärken diese Selbstzweifel halt noch, darum reagiere ich ziemlich allergisch darauf.

01.08.2008 21:33 • #20


A


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