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Liebe Forumler,

habe das Problem, daß ich mich trotz intensiver Versuche nicht mehr aus der Einsamkeit herausmanövrieren kann. Muss dazu sagen, daß ich (weiblich, 30) eigentlich sehr intelligent, charakterlich überhaupt nicht schwierig und auch ziemlich attraktiv bin. Trotzdem kämpfe ich täglich damit, nicht total zu vereinsamen. Habe keine Beziehung, nur wenig Kontakt zur Familie, keine Freunde/Bekannte irgendwelcher Art und nur sporadischen Kontakt mit einigen Kolleginnen. Viele meiner intensiven langjährigen Beziehungen/Kontakte sind in den letzten Monaten/Jahren unwiderruflich zerbrochen.

Ich versuche krampfhaft und fast "manisch" neue Kontakte zu knüpfen (über Online-Börsen, Zeitungsanzeigen etc.), die dann vielleicht eine Weile ganz interessant erscheinen, aber irgendwann merkt man, es ist doch zu konstruiert und man passt eigentlich gar nicht zusammen, da wird der Kontakt (meist von der anderen Seite) wieder abgebrochen. Gleichzeitig versuche ich immer ebenso krampfhaft, alte Kontakte wieder aufleben zu lassen, was ein paar Wochen auch gut geht, dann ist (auch von der anderen Seite) wieder Funkstille. Ich weiß nicht, was schief läuft, ich bin absolut nicht der Typ, der sich selbst wichtig nimmt und seine eigenen Bedürfnisse stets in den Vordergrund stellt.

Ich gehe ins Fitnessstudio, in die Kirche, in Cafes und reise sehr oft alleine etc… Die Leute nehmen mich wahr, mehr passiert nicht. Andererseits bin ich auch nicht der Typ, der völlig unkompliziert auf andere zugeht, eben wegen schlechter Erfahrungen und Rückschläge. Ich versuche wirklich alles, um mich aus der Situation der Einsamkeit irgendwie selbst herauszuholen, aber es wird immer schlimmer.

Ich glaube langsam auch daran, daß es so eine Art Schicksal ist. In einigen Bereichen des Lebens hat man Erfolg, in anderen nicht. Bei mir ist es wohl das Zwischenmenschliche... Wüßte jetzt auch nicht, was ich da noch machen sollte…

Scully

07.09.2007 10:40 • 17.09.2007 #1


8 Antworten ↓


Das kenne ich auch. Eigentlich sollte ich mich nicht einsam fühlen, aber mit jedem Tag wird es schlimmer. Mal gibt es auch gute Tage an denen ich denke, warum fühlst du dich die meiste Zeit einsam eigentlich ist doch alles ok, aber dann bricht alles wieder über mir zusammen. Und auch ich versuche krampfhaft neue Kontakte zu knüpfen. Aber mir will das einfach nicht gelingen. Und wenn ich mal mehr von mir gebe habe ich das Gefühl, alle anderen nehmen so schnell sie können die Beine in die Hand. Ob das alles Einbildung ist oder ob andere Menschen einfach merken wie verzweifelt man ist...ich weiß es nicht. (Obwohl ich immer der Meinung bin, ich könnte das gut verbergen) Und wenn ich dann Kontakt mit jemanden aufnehme verhalte ich mich oft komisch. Dann verspüre ich eine Leere im Kopf und weiß absolut nicht was ich erzählen soll und bin irgendwie verkrampft. Immer wenn ich richtig locker bin mögen einen alle, aber man kann nicht immer der Unterhalter sein...irgendwann hat man an so einem Abend sein Pulver auch mal verschossen...und dann ist man für die anderen auf einmal langweilig...also ich weiß es auch nicht...merke nur, dass mir was fehlt.

07.09.2007 16:29 • #2



Der tägliche Kampf gegen die Vereinsamung

x 3


Möchte nur sagen, dass der Beitrag nicht von mir ist, könnte er aber sein:

(

07.09.2007 16:42 • #3




Hallo ihr alle...

... Einsamkeit... ja, das ist ein Thema, das mich ebenfalls beschäftigt.
Ich bin gerade mal 21 Jahre, gehe zur Uni und bin eigentlich eine ganz vorbildliche Studentin, habe ein paar sehr gute, enge Freunde und einen Haufen mehr oder weniger oberflächlicher Bekannte und Kontakte, habe eine Familie, die hinter mir steht, ein wunderbares Praktikum mit wunderbaren Kollegen... kurzum, an sich geht es mir gut.

Trotzdem fühle ich mich innerlich leer. Mir fehlt eine Beziehung, mit der ich auf tieferer Ebene verbunden sein kann als nur bla bla. Ich habe so viel Energie in die Planung meiner Karriere gesteckt, dabei katapultiere ich mich damit nur immer mehr in die Einsamkeit hinein, denn Menschen sind abgeschreckt vom Erfolg anderer, beneiden diesen und beginnen, die Person zu hassen. Erfolg macht nicht anziehend... Erfolg macht einsam.

Weiterhin muss ich sagen, dass ich wohl unglücklich verliebt bin. In eine Frau, die mich aber nicht liebt, weil sie noch zu stark an ihrer vorherigen Freundin knabbert. Ich verliebe mich selten, da es meinen Erfolg gefährdet und diese Frau ist nicht annähernd das, was ich mir erwartet hätte... aber ich habe mich verliebt und ich fühle mich einsam, weil ich sie nicht habe. Jede Stunde ohne sie vergeht langsam. Ich habe das Gefühl, meine große, heile Welt bricht zusammen, obwohl sie niemals wirklich darin war. Sie war nie Teil des Ganzen und trotzdem verursachte ihr Ausbruch einen Sturm. Sie ließ mich alleine zurück ohne je bei mir gewesen zu sein. Doch innerlich war sie es stets und ich will und kann die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie es wieder sein wird.

Doch bis dies je geschieht, bin ich hier alleine und muss ausharren in dieser Welt. Alleine mit meinem Erfolg, meinen Freunden, die zur richtigen Zeit doch keine Zeit haben und nicht hier sind. Egal wo ich bin, in welchem Land... ich bin äußerlich so kontaktreich wie es nur geht, doch innerlich überwiegt diese unglaubliche Leere. Ich kriege sie einfach nicht weg. Doch SIE hat ein Stückchen davon in sich aufgesogen.
Diese Leere macht mich noch krank. ich habe alles was ich mir nur wünschen kann, doch diese Leere wird immer größer. Mit Geld lässt sich nichts kaufen, um sie zu verdrängen. Nur sie kann das. Doch auch sie ist nicht hier.

07.09.2007 23:34 • #4


Muss jetzt noch etwas loswerden.

Kann es sein, dass wenn man sich einsam fühlt, man auch immer die Dinge tut, die einem noch mehr das Gefühl der Einsamkeit vermitteln. Man begibt sich in dumme Situationen oder setzt sich mit Dingen auseinander, bei denen man von vornherein weiß, die werden einem nicht gut tun. Man stellt Fragen, auf die man keine Antwort möchte. Man setzt sich immer wieder mit Menschen auseinander die man eigentlich schon längst aus seinem Leben streichen sollte. Man kann nicht loslassen, weil man meint, dann verliert man noch den letzen Anschluß obwohl vielleicht genau diese Dinge einen daran hindern voran zu kommen. Immer tappt man in die gleichen Fallen...

Ich bin auf jeden Fall gerade wieder in die Falle getappt und jetzt fühl ich mich schrecklich. Aber ich versuche mir immer zu sagen, das geht vorbei und mit Glück bleibt nur eine Narbe zurück.

08.09.2007 19:24 • #5


jetzt habe ich mal ein paar Bericht durchgelesen,
in sehr vielen findet man sich wieder ,auch ich,wilkommen im clup desshalb.es ist ein hexenkessel ,und meiner ansicht nach ist die lösung dafür schwierig,aber machbar,wenn mehrere personen sich in einer selbshilfegruppe sich treffen ,damit etwas regelmäsiges in die woch bringen und somit schon einen fixen Punkt-kontakt hat,dabei bewusst versuchen,gemeinsam etwas zu unternehmen und sich auf das einzulassen und nicht immer mit "DEM PROBLEM"fixiert zu sein.

16.09.2007 17:09 • #6


Man könnte manchmal meinen es gäbe so etwas wie Schicksal, zumindest geht es mir oft so. Seit Jahren ändert sich nichts, trotz vieler vergeblicher Versuche. Mir geht es eigentlich genauso wie Scully ! So langsam aber sicher denk ich dass sich nichts mehr ändern wird und man es bis zum Lebensende eben durchhalten muß. Ich weiß nicht...

16.09.2007 18:37 • #7


hallo alle zusammen...
mein leben ist echt ein karusell gewesen und ist immer noch so,meine kindheit war seid dem 9 lebensjahr keine gute gewesen...scheidung der eltern usw.
mittlerweile bin ich 37j. und mit einen englaender verheiratet der in der army ist...man das leben als armyfrau ist echt nicht einfach,man zieht alle 3 jahre woanders hin,hinterlast freund und familie...naja daran gewoehnt man sich nach einer weile...aber das mein mann staendig weg ist das ist hammer hammer hart...ist im irak 6 monate gewesen ist staendig auf kurse oder manoever,momentan ist er wieder weg in kanada fuer 8 wochen ...man fuehle ich mich manchmal einsam!!
aber ich lasse mich nicht herunter kriegen,ich versuche mich staendig und jeden tag neu zu ermutigen,gehe jeden mittwoch zum yoga und an den we gehe ich mit freuden aus,die in den selben boot sitzen wie ich...gehe viel mit meinen hund raus oder gehe shoppen...kleingkeiten halt!!damit die zeit schnell vorbei geht und ich wieder mit meinen lieben mann knuddeln kann....
aber es ist manchmal halt ect hart die zeit umzukriegen!!
claudia

16.09.2007 20:25 • #8


Ich glaube nicht,dass DU irgendwas falsch machst oder Deine Bekannten unhöflich ihr Desinteresse ausdrücken...

Man sagt ja Hunger ist der beste Koch...aber vermutlich ist Einsamkeit nicht unbedingt die beste Voraussetzung um Kontakte zu knüpfen oder wieder aufleben zu lassen.

Kennen wir doch alle oder? Da triffst Du zufällig eine Ex Kollegin oder eine alte Bekannte auf der Straße, oder machst einen VHS Kurs oder fängst einen neuen Job an oder der/die Nachbarin begrüßt Dich...und dann ist da dieses Gefühl wenn Du mit xy sprichst...Ich kann das oft nicht mal an irgendetwas Konkretem festmachen...weiß aber intuitiv, dass Person xy nicht "nur" einen KaffeeundTratschnachmittag vorschlägt weil er/sie einfach die Lust und Laune danach verspürt...der Knackpunkt ist, dass ich es als äußerst unangenehm empfinde, wenn ich nicht feststellen kann/soll, welche tatsächliche Motivation hinter dieser "harmlosen" Einladung/Verabredung steckt...nicht dass ich irgendeine Bosheit oder üble Machenschaft befürchte...aber wenn es schon an der anfänglichen Verständigung and dem fehlenden "Gleichklang" hapert, wenn ich das Gefühl habe mein Gegenüber versucht mich z.b. zu einer verpflichtenden Antwort zu drängen, dann weiß ich sofort dass son "harmloser" Kaffeeklatsch ganz fix in einer "Freundschafts/Vertraute" Schiene rutschen kann, die ich so definitiv aus welchen Gründen auch immer nicht wollte bzw. dann garantiert nicht mehr will.

Ich weiß natürlich nicht, was hinter dem Rückzug Deiner Bekannten steckt, das ist aber auch egal, weil ich ja wirklich nur von mir und meinen Reaktionen berichten kann...

Wie gesagt, ich finde es nicht "Falsch" Freundschaften schließen zu wollen - ich finde es nur unangenehm, wenn ich mich auf Grund von gewollter oder ungewollter "Unklarheit" meines Gegenübers plötzlich als "wichtige Person" in dessen "Leben" wieder finde und mir damit auch eine Verantwortung übertragen wird...denn das ist das was mich eigentlich an solchen "Aktionen" ärgert...ICH fühl mich dann tatsächlich für etwas verantwortlich, was ich so nie wollte - und dann bin ich kompromitiert und fange im übelsten Fall an mir irgendwelche ekligen unehrlichen Ausreden einfallen zu lassen, um mich da rauszuwinden.

Gerade das will ich einfach in meinem Privatleben nicht, denn auch das ist respektlos und unehrlich und grausam.

Meine Freunde und ich sind durch echte Fürsorge und Liebe und Interesse miteinander verbunden...das war anfänglich natürlich nicht eindeutig klar oder ein "Ziel"...aber da wir die gleiche "Sprache" sprechen, war eigentlich vom ersten Moment klar...wir kompromitieren uns untereindander nicht. Das war die Basis - Ich glaube, keiner von uns hat einen echten Plan oder eine Idee warum wir miteinander "funktionieren" ...für mich ist erstmal ganz wichtig, dass ich mich mit diesen Leuten wohl fühle, und dass die sich mit mir wohl fühlen...dass wir uns eben auch sagen können "mir ist heute nicht nach erzählen" etc...das sind alles so Sachen, die von Anfang - ohne darüber ein Wort verlieren zu müssen - klar waren.

ich kann mich aber mit keinem Menschen wohl fühlen, bei dem ich nicht deutlich erahnen kann, welche Motivation ihn antreibt...ich möchte mich nicht plötzlich als "potentielle beste Freundin" in Jemandens Leben wiederfinden. Das ist als würde ich irgendeinen Typen zu einer lockeren Affäre "einladen" obwohl ich auf der Suche nach nem Ehemann und Vater und Ernährer für meine 5 Kinder suche.

Wie gesagt, grundsätzlich ist es natürlich völlig verständlich wenn Du Dir aktiv Freunde suchst...aber wie Du hier ganz offen und ehrlich sagst, dass Du das vorwiegend tust um Dich nicht mehr einsam zu fühlen, so erspüren das die meisten Menschen, denen Du begegnest...auch wenn Du Dich noch so unverbindlich, flexibel und aufgeschlossen verhälst, Deine Worte wählst etc - gerade wenn Du versuchst Deine eigentliche Motivation zu "verbergen" (Ich bin einsam, Ich möchte Freunde in meinem Leben, die die emotionale Lücke schließen) - erscheinst Du mindestesns "verkorkst" und im übelsten Fall "unehrlich" und "verschlagen"...das könnte man, wenn gewollt noch klären...aber nicht, dass es Dir vorrangig darum geht,dass es DIR besser geht...Das hat nichts mit Egoismus zu tun...

Es ist vielleicht gar nicht so sehr dass die keine Freunde haben möchten,oder dass die DICH als Mensch nicht mögen...es ist diese riesen moralische Verantwort vor der die Leute vielleicht Angst haben...genau wie Dir diese "Leere" die Einsamkeit Angst macht...es ist verständlich dass Du das beenden möchtest...aber es ist genauso nachvollziehbar, dass die diesen "Job" nicht freiwillig und happy übernehmen wollen und mit Flucht reagieren, wenn sie erst ein paar Treffen später erspüren was vor sich geht.

...wie gesagt, das meiste spielt sich nicht Fordergründig, greifbar ab...und ich kann mir vorstellen, dass Du alles tust, um die Menschen nicht unter Druck zu setzen...aber nichtsdesto trotz ist Deine Hauptmotivation durch sie Deine Einsamkeit los zu werden bzw.zu bekämpfen...das heißt da ist nicht viel mit "gleiche Sprache" oder gleiche Welle...Schwierig.

17.09.2007 17:38 • #9




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Dr. Reinhard Pichler