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Ausweg aus Einsamkeit?

201822.06




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Hallo,

nachdem ich in all meinen vergangenen jungen Jahren davon ausgehen konnte, als einzige in dem Alter unter Einsamkeit zu leiden, was von der Umwelt - einschließlich prof. "Helfer" mit Hinweis auf meine Fehlerhaftigkeit fleißig bestätigt wurde, finden sich neuerdings gleich so viele (ebenfalls junge) Betroffene, dass sogar die Medien dieses Problem aufgreifen...

Soweit ich weiß, gibt es für "Einsamkeit" keine einheitliche Definition, keine Kriterien, die erfüllt werden müssen, was dem Begriff reichlich Spielraum für Interpretationen lässt - ausgerichtet am subjektiven Empfinden jedes einzelnen. Also bezeichnen sich Menschen, die schon am vorübergehenden Alleinsein zerbrechen - etwa zwischen einer Trennung und erneutem Verlieben - ebenso als einsam wie die, die lebenslang weder Freunde haben noch Liebe und Partnerschaft kennen. Ich befürchte, der letztgenannte Variante widmet sich keine Studie! Was nämlich "Einsame" und "Einsame" voneinander unterscheidet, ist, dass die einen (und zugleich meisten) durch bestimmte ungünstige Umstände (zu denen beispielsweise auch ein stressiger Job zählt) von dem gesellschaftlichen Leben abgekoppelt werden, die anderen (eine verschwindend geringe Minderheit) jedoch dadurch, dass sie als Person für niemanden interessant sind.

Wodurch jemand uninteressant ist, darüber können Betroffene wohl leider nur spekulieren, denn diejenigen, die sich auf eine (noch so präzise formulierte) Bekanntschaftsanzeige melden, um sich nach dem persönlichen Kennenlernen "sang- und klanglos" zurückzuziehen, erklären ihr Verhalten nicht. Psychotherapeuten tun dies ebenfalls nicht, gleichwohl sie ungeniert behaupten, jeder sei für sein Leid selbst verantwortlich und könne daran ja etwas ändern, wenn er es nur wolle. ("Wer den Schaden hat, ...") Auch bietet es sich hier an, die unternommenen Bemühungen der Leidenden (für die es keine Zeugen gibt) zu ignorieren - ganz nach dem Motto: Frei erfunden ist, was unglaublich klingt!

Pauschalratschläge sind ebenso selten hilfreich; sie dienen in erster Linie dem Zweck, den Ratgeber von seiner Verantwortung, genau hinzusehen, zu befreien.

Wer sich also absolut sicher ist, dass...

... er sich über viele Jahre (bis Jahrzehnte) vergeblich bemüht hat, Menschen zu finden, die ihm die gleiche Wertschätzung zukommen lassen wie anderen
... natürlich auch er selbst seiner Umwelt respektvoll begegnet
... ihm zu keiner Zeit wirkliche Hilfe angeboten wurde anstelle eines Repertoires dummer Sprüche, die weder zum gegebenen Bedarf noch zu den geleisteten Bemühungen
passen
... nach seinem Ableben niemand um ihn trauern wird

dem kann ich nur raten, sich seine Verzweiflung nicht anmerken zu lassen. Die Menschheitsgeschichte lehrt uns einen Zusammenhang zwischen Hilflosigkeit und empfangenen Demütigungen in allen Facetten. Nichts erhöht den Leidensdruck so sehr wie die Auseinandersetzung mit empathiebefreiten Zeitgenossen - und das sind erfahrungsgemäß die, die das jeweilige Leiden (in diesem Fall also Ausgrenzung und Einsamkeit) gar nicht kennen... aber wie bereits erwähnt trifft das gänzlich fehlende Interesse an der Person ja nur auf eine an das Nichtvorhandensein grenzende Minderheit zu - oder?

Quasinemo

Auf das Thema antworten


6461
NRW
4312
  24.06.2018 00:50  
Hallo Quasinemo,

willkommen hier im Forum.

Leider verstehe ich nicht so ganz, was Du mit Deinem Beitrag aussagen möchtest.
Zitat:
Wer sich also absolut sicher ist, dass...
dem kann ich nur raten, sich seine Verzweiflung nicht anmerken zu lassen. Die Menschheitsgeschichte lehrt uns
einen Zusammenhang zwischen Hilflosigkeit und empfangenen Demütigungen in allen Facetten
.

Wie soll ich das verstehen? Bist Du einsam, enttäuscht oder frustriert?
Kannst Du das etwas besser beschreiben, wie Du das im Zusammenhang mit Deiner Person meinst.

Viele Grüße

Bernhard



211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  24.06.2018 01:00  
Hallo Quasinemo,

Quasinemo hat geschrieben:
Soweit ich weiß, gibt es für "Einsamkeit" keine einheitliche Definition, keine Kriterien, die erfüllt werden müssen, was dem Begriff reichlich Spielraum für Interpretationen lässt - ausgerichtet am subjektiven Empfinden jedes einzelnen.

Das ist richtig. Einsamkeit ist ein sehr subjektives Gefühl. Man kann sich auch in Gesellschaft, unter Leuten und unter Freunden einsam fühlen (etwa bedingt durch sich nicht verstanden fühlen oder fehl am Platz fühlen).
Und jeder hat ein unterschiedlich starkes Bedürfnis nach einer unterschiedlichen Menge von Gesellschaft und Kontakt.

Trotzdem gibt es natürlich häufig auch einen Zusammenhang zwischen wenig Kontakt(en), der eigenen Einstellung dazu und dem Gefühl der Einsamkeit - gerade wenn faktisch weniger Kontakt da ist als man emotional bräuchte.

Quasinemo hat geschrieben:
als einzige in dem Alter unter Einsamkeit zu leiden, was von der Umwelt - einschließlich prof. "Helfer" mit Hinweis auf meine Fehlerhaftigkeit fleißig bestätigt wurde

Das hört sich nach unpassendem Helfer an.
Natürlich kann man bestimmte Gründe finden und benennen, gleichwohl gibt es aber immer auch unbeeinflussbare Gründe und Gründe die man zu dem Zeitpunkt (noch) nicht kontrollieren kann.

Aber eine Fehlerhaftigkeit an sich ist Beziehungen eher zuträglich als abträglich. Scheinbar perfekte Menschen sind weniger sympathisch als fehlbare.

Ist jetzt aber vielleicht auch ein bisschen unkonkret um darüber mehr zu sagen.

Quasinemo hat geschrieben:
Psychotherapeuten tun dies ebenfalls nicht, gleichwohl sie ungeniert behaupten, jeder sei für sein Leid selbst verantwortlich und könne daran ja etwas ändern, wenn er es nur wolle.

Ich weiß jetzt nicht ob das dir wirklich so platt kommuniziert wurde, oder eben nur schlecht kommuniziert dass es bei dir so an kam, aber dann ist der Therapeut ganz offensichtlich nicht geeignet als (dein) Therapeut.
Mit einfachem Wollen und dann tun hat das nur eingeschränkt zu tun.

Natürlich steht zu Beginn ein notwendiger Wille für Veränderung und Anstrengungen, aber dann hängt es am Durchhaltevermögen, der immer wieder zu treffenden Entscheidung, und Mut, und über einen langen Zeitraum viele kleine auch so schon anstrengende Schritte zu tun.

Ein Einfordern eines einfachen "Wollens" und das ist alles was nötig ist ist da natürlich falsch, fehl am platz, und auch ignorant dem Problem und der Person gegenüber.

Quasinemo hat geschrieben:
Bekanntschaftsanzeige melden, um sich nach dem persönlichen Kennenlernen "sang- und klanglos" zurückzuziehen, erklären ihr Verhalten nicht.

Es ist toll dass du diese Versuche unternimmst oder unternommen hast. Dich exponierst, und dir die Möglichkeit gibst Erfahrungen und Bekanntschaften zu sammeln - auch wenn aus der Möglichkeit dann noch nicht unbedingt etwas wird. Das darfst du dir durchaus anerkennen.
Das kann auf Dauer ermüdend und frustrierend sein. Aber du unternimmst diese Anstrengungen für dich, für die Möglichkeit.
Eventuell kann man bestimmte Dinge anders gestalten und experimentieren; aber die Tätigkeit an sich ist ja schonmal super!

Dass einem ein erstmal Fremder oder nur ein bis dreimal gesehene Bekanntschaft noch nichts persönlich und ernst ehrlich mitteilt ist natürlich klar.
Dazu muss man eine bestimmte Art Mensch sein; offen und ehrlich; und respektvoll und selbstbewusst genug diese vielleicht unangenehme Situation (Abweisung) auch auszuhalten oder sogar aufzusuchen statt zu vermeiden.

Menschen müssen auch nicht immer einen erklärbaren Grund haben. Manchmal passen Personen andere Personen einfach nicht, ohne dass sie das direkt begründen könnten oder wollten - jedenfalls nicht so dass man es als nachvollziehbaren Grund mitteilen könnte.

Trotzdem triffst du so eine Person ja vielleicht auch noch.
Oder vielleicht muss die Frage anders gestellt werden.

Quasinemo hat geschrieben:
Auch bietet es sich hier an, die unternommenen Bemühungen der Leidenden (für die es keine Zeugen gibt) zu ignorieren - ganz nach dem Motto: Frei erfunden ist, was unglaublich klingt!

Das hört sich für mich erneut nach unsympathischen, unempathischen, unpassenden Therapeuten an!?

Quasinemo hat geschrieben:
Nichts erhöht den Leidensdruck so sehr wie die Auseinandersetzung mit empathiebefreiten Zeitgenossen

Das ist natürlich richtig.
In manchen Situationen kann man mit solchen Personen umgehen; aber sicherlich nicht um problematische und persönliche Themen zu besprechen.

Solche Kontakte darf man auch gerne kontrollieren, ggf. solche Personen etwas mehr auf Abstand setzen wenn diese einem nicht gut tun.

Quasinemo hat geschrieben:
aber wie bereits erwähnt trifft das gänzlich fehlende Interesse an der Person ja nur auf eine an das Nichtvorhandensein grenzende Minderheit zu - oder?

Es ist richtig dass unsere gesellschaftliche Veränderung zu mehr Vereinsamung führt.

Es ist natürlich auch so dass man diejenigen die einsam sind und/oder sich zurückziehen viel weniger sieht und wahrnimmt als jene die raus gehen, Unternehmungen anstellen, in Gesellschaft sind.

In jedem Fall gibt es aber auch viele die einsam sind und wenige oder keine Kontakte haben. Ob das eine Minderheit ist tut da ja wenig zur Sache. Es sind trotzdem viele, und für diese Personen ist das ihre unmittelbare Realität.

Einiges kann man beeinflussen, experimentieren, sich um Möglichkeiten bemühen. Anderes sind äußere Einflüsse, und manchmal auch einfach nur Glück oder Unglück.

Manches kann man über die eigene Interpretation und subjektive Wahrnehmung und bewusstes ändern der Denkprozesse ändern und und abschwächen.
Aber andererseits sind wir auch sehr soziale Tiere die ein gewisses Maß an Kontakt, Anerkennung, wahrgenommen werden brauchen.





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  28.06.2018 13:55  
Hallo Bernhard,

erst einmal vielen Dank für dein Interesse an meiner Darstellung. Gerne versuche ich, den von dir hinterfragten Punkt noch ein wenig zu verdeutlichen: Je schlechter es mir jemals ging, desto liebloser wurde ich behandelt. Vielleicht kennst du diesen TV-Film (wie er heißt, weiß ich leider nicht mehr):

Für ein Experiment werden - gegen gute Bezahlung - Freiwillige in der Öffentlichkeit gesucht. Das Experiment simuliert den Gefängnisalltag. Eine zufällige Auswahl teilt die Probanden in zwei Gruppen - Gefangene und Wärter - auf. Schon bald läuft alles völlig aus dem Ruder; die "Wärter" schikanieren die "Gefangenen", ordnen entwürdigende Strafen an. Den Initiatoren gelingt es nur knapp, das per Video überwachte Experiment zu stoppen, auch sie fallen schließlich den Aggressionen der "Wärter", in deren Köpfen der vermeintliche Machtanspruch längst Realität geworden ist, zum Opfer.

Was sagt uns dieses Beispiel? Na, Gelegenheit macht nicht nur Diebe, sondern auch Sadisten! Von Kindesmisshandlung bis zur Folterung von Kriegsgefangenen (oder ganz allgemein Gefangenen) reicht weltweit die Auswirkung des Zusammenspiels von Macht und Machtmissbrauch. Dazwischen bewegen sich alle unsensiblen, über wenig bzw. gar kein Mitgefühl verfügenden Menschen. Auch wenn ich diesbezüglich ganz gerne meine eigenen Erlebnisse verdränge, so möchte ich dir ein Beispiel zum besseren Verständnis nicht vorenthalten:

Vor zwei Jahren bekam ich plötzlich starke Schmerzen im Fuß beim Laufen. Der aufgesuchte Orthopäde stellte sogleich Arthrose fest, dafür sollte es spezielle Einlagen geben. Schön! Auch der Schuhmacher meinte, aufgrund des Fußabdruckes allein ließen sich schon meine Schmerzen erahnen; es würde höchste Zeit, mich mit Einlagen zu versorgen. Als ich tags darauf nochmal wegen irgendeiner Frage beim Schuhmacher anrief, erfuhr ich - eher beiläufig - von dessen Urlaub in den bevorstehenden drei Wochen; erst danach konnte ich die Einlagen abholen. Ich war natürlich sehr erbost: Hätte ich vom Urlaub rechtzeitig gewusst, hätte ich mich mit dem Rezept an einen anderen seines Faches gewandt. Auf meine Frage, wie ich denn in der Zwischenzeit laufen sollte, lautete die Antwort: "Ja, dann lassen Sie das Laufen am besten sein!" Weil ich daraufhin unter maximaler Anspannung litt, nahm lich gleich mehrere Beruhigungstabletten - in nichtsuizidaler Absicht!

Ich bin in einer betreuten Wohneinrichtung; die Betreuung findet de facto auf mich zwar keine Anwendung, da ich den dafür erforderlichen Hilfebedarf nicht mitbringe - dies möge aber im Moment nebensächlich sein! Auf jeden Fall schätzte die von einer Mitbewohnerin herbeigerufene, an dem Samstag diensthabende "Betreuerin", die Situation dramatischer ein als sie tatsächlich war. Ich kam ins Krankenhaus und 24 Stunden später erfolgte die Verlegung in die Strafanstalt....äh, ich meine die Psychiatrie, um dort sinnlos Zeit abzusitzen. Die diensthabende "Betreuerin" (dieselbe wie am Vortag) ließ es sich nicht nehmen, bei mir zum Verlegungszeitpunkt vorbeizuschauen, um mir vor versammelter Mannschaft (also dem anwesenden Pflegepersonal im KH) eine Standpauke zu halten. Was ihre Verärgerung ausmachte, weiß ich nicht. Ich vermute, der Grund dafür ergab sich aus dem Umstand, dass sie am Tag zuvor meinetwegen ihre Arbeit unterbrechen musste. Vielleicht war da gerade Kaffeetrinken für die anderen Klienten angesagt (das würde zur Uhrzeit passen) oder was weiß ich! Reagieren konnte ich auf die Beschimpfung wegen der noch anhaltenden Wirkung der Tabletten nicht. Es bleibt für mich die Frage offen, was diese Person daran hinderte, mich mit ihrem Ärger zu einem späteren Zeitpunkt zu konfrontieren, wo ich die Möglichkeit gehabt hätte, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und auch meine Beweggründe für mein Handeln darzulegen. Wäre nämlich der Schimpfenden die Klärung des Vorfalls wichtig gewesen, hätte sie doch wohl einen Dialog angestrebt. Dadurch, dass sie sich mit dem Monolog zufrieden gab, favorisierte sie keine Konfliktlösung nach der niederlagenlosen Methode; ihr kam es nur auf Machtdemonstration an, auf ungehemmtes Ablassen von Frust - Hauptsache, ihr ging es danach besser!

Sowohl Sadisten als auch die in abgeschwächter Form vorherrschenden Unsensiblen, Arroganten und Kaltschnäuzigen suchen sich begreiflicherweise Opfer, von denen kaum Widerstand zu erwarten ist, weil

- die entweder körperlich unterlegen sind oder
- es keine räumliche Fluchtmöglichkeit gibt (Gefangennahme) oder
- die psychisch bereits im Vorfeld überlastet sind.

Da liegt es doch nahe, dass jeder - abhängig von der Art der erfahrenen Grenzüberschreitung - alles Mögliche unternimmt, was ihn von der potentiellen Opferrolle fernhält: Junge Menschen und Frauen betreiben vielleicht Kampfsport, um sich gegen körperliche Angriffe zur Wehr setzen zu können. Wer dagegen - wie ich - zum Opfer psychischer Gewalt zählt, der lernt zwangsläufig, die Gefühlsregungen, die ihn angreifbar machen (vor allem Trauer und Verzweiflung) zu unterdrücken - zumindest dann, wenn es niemanden gibt, der einen stärkt, man also ganz allein auf sich gestellt - eben einsam - ist.

Ich hoffe, ich habe dir mit meiner Auskunft weiterhelfen können.

LG

p.s. Da ich keinen eigenen Internetzugang habe, vergeht leider immer eine gewisse Zeit, bis ich antworten kann.

Danke1xDanke




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  28.06.2018 14:40  
Hallo Jan,

vielen Dank für deine umfassende Antwort! Auch darauf möchte ich gerne noch einmal Bezug nehmen - zumindest teilweise:

Stichwort "Fehlerhaftigkeit" vs. "Perfektion". Im ganz gewöhnlichen Alltag Fehler zu machen, ist natürlich menschlich und Menschlichkeit wiederum schafft eine wichtige Grundlage für Sympathie. Anders sieht es jedoch aus, wenn die Fehler als "Störung" deklariert werden, wenn man einer Person zu verstehen gibt, dass sie nicht in Ordnung ist, sie sich deshalb ändern muss. Hier schlage ich einen Bogen zum nächsten Stichwort "unpassende Helfer": Nett gemeint, aber da ich ausschließlich auf solche Begegnungen zurückblicken kann, bin ich wohl eher die Unpassende. Genau das wurde mir ja auch vermittelt - jedoch zu keiner Zeit ein Denkanstoß, wie ich mich denn " in Ordnung bringen" soll, um ebenfalls Sympathie zu verdienen. In keinem Kontakt zu prof. Helfern erhielt ich Ideen zur Behebung des Problems "Einsamkeit", auf die ich nicht schon selbst gekommen war (wenn überhaupt), dafür aber reichlich Unverständnis.

Sorry, wenn meine Antwort verzögert erfolgt, das liegt vor allem daran, dass ich keinen eigenen Internetzugang habe...so was gibt es tatsächlich noch!

LG



6461
NRW
4312
  29.06.2018 22:42  
Hallo Quasinemo,

obwohl Du Deine Situation schon ziemlich gut beschrieben hast, kann ich mir noch kein
richtiges Bild davon machen.
Es klingt immer durch, dass Du fast überall schlecht behandelt wirst, Dich aber kaum wehren kannst. Habe ich das
richtig verstanden?
Weiterhin fällt mir auf, Du schreibst sehr viel über Gerechtigkeit und sehr allgemeine Zusammenhänge.

Mich würde es freuen, wenn Du mehr direkt über Dich, Deine Gefühle und Deine Wünsche schreiben würdest.

Dann hätte ich eine Chance Dich und Deine Lebenssituation kennen zu lernen.

Viele Grüße

Bernhard





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  11.07.2018 12:08  
Hallo Bernhard,

hmmm..., da befürchte ich fast, mich nicht viel klarer ausdrücken zu können.

Hotin hat geschrieben:
Es klingt immer durch, dass Du fast überall schlecht behandelt wirst, Dich aber kaum wehren kannst. Habe ich das
richtig verstanden?


Ja, im Prinzip schon. Allerdings kam es mir darauf an, hervorzuheben, dass ich schlecht behandelt wurde, w e i l ich wehrlos war und dass ich in diesem Verhalten der Mitmenschen ein Muster erkenne - daher die allgemeinen Ausführungen.

Du hast das gut erkannt: ich verfüge über einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Was ich mir wünsche ..

... für die Gesellschaft: die Bereitschaft, ihren Horizont zu erweitern, differenziert hinzusehen statt bequeme Pauschalurteile zu fällen (das klingt jetzt zugegebenermaßen wieder sehr
allgemein; in einem gesonderten Beitrag, der sich an alle Forumsmitglieder wendet, werde ich in diesem Zusammenhang nochmal gründlicher die fragwürdige gesellschaftliche Haltung
am Beispiel des psychotherapeutischen Konzeptes beleuchten)

... für mich: dass es mir gelingt, Demütigungen durch altersbedingte Wehrlosigkeit von mir fernzuhalten...
... und dass ich auch etwas von dir erfahre (vor allem eigene Erfahrungen mit Einsamkeit oder sonstige Beweggründe, dich mit diesem Thema auseinanderzusetzen)

LG



6461
NRW
4312
  13.07.2018 01:01  
Hallo Quasinemo,
Zitat:
Allerdings kam es mir darauf an, hervorzuheben, dass ich schlecht behandelt wurde, w e i l ich wehrlos war und dass
ich in diesem Verhalten der Mitmenschen ein Muster erkenne - daher die allgemeinen Ausführungen.


Interessant, Du bist eigentlich selten wehrlos. Welches Muster glaubst Du bei den
Mitmenschen zu erkennen?
Zitat:
ich verfüge über einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.


Ich finde auch, dass ich über einen guten Gerechtigkeitssinn verfüge. Allerdings,
das Leben kann nie Gerecht sein.
Wie willst Du da einen fairen Kompromiss finden?
Zitat:
... für die Gesellschaft: die Bereitschaft, ihren Horizont zu erweitern, differenziert hinzusehen statt bequeme
Pauschalurteile zu fällen


Das wirst Du Dir vermutlich umsonst wünschen. Die meisten Menschen haben nichts davon, wenn sie ihren
Horizont erweitern. Also machen sie es auch nicht.

Zitat:
... für mich: dass es mir gelingt, Demütigungen durch altersbedingte Wehrlosigkeit von mir fernzuhalten...


Ich glaube, altersbedingte Wehrlosigkeit muss es nicht geben. Unabhängig vom Alter kannst
Du Dich immer verteidigen, wenn Du Menschen richtig ansprichst.

Zitat:
... und dass ich auch etwas von dir erfahre (vor allem eigene Erfahrungen mit Einsamkeit oder sonstige Beweggründe,
dich mit diesem Thema auseinanderzusetzen)


Dies ist nicht einfach zu beantworten.
Von mir erfährst Du am einfachsten etwas, wenn Du mal auf meine Internetseite
http://www.weniger-angst.de schaust.

Meine Beweggründe, mich mit diesen Themen auseinanderzusetzen sind eigene
Erkenntnisse darüber, dass Einsamkeit und die Angst davor, allein zu sein nicht immer
sein müssen.
Überhaupt ist das große Thema "Angst" und wie gehe ich mit diesen Gefühlen um, für mich
ein interessantes, selten erschöpfendes Gebiet.

Viele Grüße

Bernhard


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