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Ich möchte mich nicht mehr ärgern und gelassener auf verschiedene Dinge reagieren. Neujahr am Abend kam die Angst stark zurück, weil ich mich darüber geärgert hatte, dass andere Menschen einem vorschreiben wollen, was normal ist und was man tun sollte. Ich habe es zu spät gemerkt, dass diese Art Wut erst in Trauer und dann in Angst und Panik umgeschlagen ist.

Für mich habe ich festgelegt, dass die "Familien-WG" jetzt im Moment gut und richtig ist. Wenn sich daran etwas ändert, ist es auch in Ordnung.

Was mich aktuell belastet, ist eine Art unterschwellige Angst in Lauerstellung, sowas wie die Nachwehen von Dienstag. Es bricht nicht durch und ist morgens intensiver als abends.

06.01.2019 09:50 • #41


Das ist eine gute Einstellung. Mir ist momentan einiges zuviel. Bin auch schon wieder mal krank (grippaler Infekt). Aber wenn ich bei meinen Eltern bin, ist es immer schön und ich fühle mich irgendwie sicher.
Die Angst ist momentan etwas weniger, aber die Depressionen stehen mal wieder im Vordergrund. Weil ich das ja nun zu genüge kenne, finde ich mich einfach damit ab.

Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, die Gelassenheit beizubehalten.

06.01.2019 09:57 • x 1 #42


Das, was sich über Tage so aufgetaut hat, hat sich gestern in einer panischen Angst vor dem Tod meiner Eltern entladen, die immer noch da ist. Ich habe fast gar nicht geschlafen und heute mit Ach und Krach im Homeoffice gearbeitet. Nachher kann ich zu meinem Hausarzt gehen. Ich will fragen, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, schnell an eine Therapie oder ein erstes Gespräch zu kommen. Ich will es nochmal mit einer Therapie bei einem anderen Psychologen versuchen, aber nicht erst in Wochen. Könnte heulen, aber selbst das geht gerade nicht.

10.01.2019 13:10 • #43


Hallo in die Runde,

mir geht es genau so wie euch. Auch ich habe Angst davor, dass meine Eltern irgendwann nicht mehr da sein werden. Ich versuche immer den Gedanken zu verdrängen, aber meine Eltern sind jetzt 62 bzw. 63 und ich habe immer wieder diese Gedanken, dass sie nicht mehr lange leben könnten. Oder dass sie schwer krank werden könnten. Und auch ich lebe noch bei meinen Eltern, obwohl ich schon 33 bin. Einerseits hat es auch finanzielle Gründe, aber in der Hauptsache ist es so, dass ich meinen Ar... nicht hoch kriege und mir eine Wohnung nehme.
Einerseits denke ich immer, dass es jetzt mal Zeit wird mir was eigenes zu suchen, schliesslich möchte ich ja nicht als Muttersöhnchen gelten. Das bin ich auch nicht. Meiner Meinung nach ist ein Muttersöhnchen jemand, der seinen Eltern immer nach dem Mund redet ("Ja Mama! Du hast Recht Mama!") und das ist bei mir nicht der Fall. Ich habe durchaus meine eigene Meinung und vertrete diese auch. Andererseits schaffe ich es einfach nicht mir was eigenes zu suchen, weil ich dann immer denke, dass ich meine Eltern im Stich lasse. Ich weiss, dieser Gedanke ist bekloppt, aber er ist nunmal da. Vor allem dann, wenn sie mal wieder Hilfe mit der Technik brauchen(Laptop, Fernseher usw.).

Leider ist es auch so, dass ich ausser meinen Eltern niemanden habe. Früher in der Schule, da hatte ich zwar Freunde, aber auch da war es schon so, dass ich andere Interessen hatte als sie. Trotzdem hat man sich auch ausserhalb der Schule getroffen und hatte Spass. Dann war die Schulzeit zu Ende und jeder ging seinen Weg. Klar, ich könnte versuchen wieder mit ihnen in Kontakt zu treten. Da ich vor kurzem gesehen habe, dass sie alle bei Facebook sind, wäre es ein leichtes sie anzuschreiben und den Kontakt wieder aufleben zu lassen. Aber, wenn man dann sieht, dass sie mittlerweile verheiratet sind, dann denkt man wieder: "Äh, ne. Lass mal lieber!" Ja, es ist mir peinlich. Ich meine, die haben ein "normales" Leben und ich? Ich lebe noch bei meinen Eltern und habe nichts! Da ich keine eigene Wohnung habe, ist es natürlich auch schwer, wenn nicht gar unmöglich, eine Freundin zu finden. Welche Frau will schon einen Mann, der mit 33 noch bei seinen Eltern wohnt?
Neben meinen Eltern gibt es nur noch meinen Onkel. Ein hinterhältiges Ar...loch, mit dem weder ich, noch meine Eltern noch etwas zu tun haben wollen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Eltern auch keine Freunde haben. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich es nicht schaffe mich von meinen Eltern zu lösen. Sie haben doch nur mich! Dass sie keine Freunde haben, damit sind sie auch nicht unglücklich, im Gegenteil. Aber bei mir ist eben die Sorge und die Angst, was wird, wenn meine Eltern mal nicht mehr sind?! Oder wenn sie pflegebedürftig werden? Davor habe ich Angst! Grosse Angst!

Was mich aber etwas tröstet: Zu sehen, dass es hier Menschen gibt, die ganz ähnliche Probleme haben. Ich dachte immer, ich wäre unnormal.

Sorry für den langen Text, aber das musste jetzt mal raus.
Gruss
Markus

10.01.2019 19:08 • x 1 #44


@DerSorgenmacher mir geht es ganz genau so.

Ich nehme ab heute Citalopram 30 und telefoniere nachher gleich wegen eines Therapieplatzes

11.01.2019 08:22 • #45


@DerSorgenmacher Bist du in einer Therapie? Bzw. was hilft dir, mir den Ängsten umzugehen?

13.01.2019 16:18 • #46


Kleines Update. Ich hatte zwei Termine bei einer Psychologin, die nett war und mir auch eine Diagnose gestellt hat. Leider vergibt sie keine Termine mehr, weil sie für das komplette Jahr voll ist. Und zum anderen wird sie bald ihre Praxis in einen anderen Landkreis verlagern. Das habe ich erst beim zweiten Termin erfahren und war dann ziemlich ernüchtert. Nun geht die Suche mal wieder von Vorne los. Nun suche ich an meinem Arbeitsort, aber es soll keine Verhaltenstherapie sein. Und tiefenpsychologische Therapie gibt es selbst in der größeren Stadt kaum.

16.02.2019 20:21 • #47


Hallo in die Runde! Ich dachte mir, ich schreibe mal wieder etwas.

Seit Februar oder März bin ich bei einer echt netten Therapeutin, bei der endlich die Sympathie stimmt. Dadurch habe ich mich viele Wochen lang besser gefühlt.

Gestern war ich aber offensichtlich zu lange in der Sonne und habe mir einen Sonnenstich eingefangen. Musste mich übergeben - erst am Bahnhof, dann nochmal auf der Zugtoilette. Und war allgemein total fertig. Mit dem Erbrechen kam die Panik wieder. Auch der heutige Tag ist von Unruhe geprägt. Dazu kommt das blöde Gefühl im Magen, Übelkeit und kein Appetit.

25.06.2019 14:49 • #48


-Leeloo-
Hallo, was heißt, du hast dich wochenlang besser gefühlt, ist die Therapie vorbei? Wie fühlst du dich jetzt?
Ich kenn das Problem mit den Eltern, geht mir nicht anders. Ist die Unruhe wegen dem Sonnenstich da oder kommen wieder viele Emotionen hoch wegen deiner Eltern?

25.06.2019 20:03 • #49


Lunaa
Hallo Ferkel,

das mit den Verlustängsten kenne ich auch sehr gut. Das beschäftigt mich auch ständig und jetzt wo ich selber an Depressionen und Panik leide beschäftigt mich das noch intensiver.

Was für eine Therapie machst du denn jetzt? Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie?

25.06.2019 22:15 • #50


Hallo -Leeloo-, mir ging es in den letzten drei Monaten gut, da hatte ich selten Angst. Ich denke mal, der Sonnenstich war der Auslöser dafür, dass es mir jetzt schlechter geht. Ich kenne Übelkeit und Erbrechen bei Panikattacken und dadurch kam jetzt die Angst wieder verstärkt hoch. Klassischer Rückfall, wahrscheinlich. Nein, die Therapie ist nicht zuende. Morgen gehe ich wieder hin.

Hallo Lunaa, es ist tiefenpsychologisch und genau richtig für "meinen Fall", wie ich finde.

26.06.2019 07:52 • #51


-Leeloo-
Hallo Ferkel,
ich drück dir die Daumen, dass du die Angst etwas reduzieren kannst. Es ist sehr wichtig, wenn die Chemie zwischen Therapeut/in und Patient stimmt. Bei mir ging es lange gut und zum Ende habe ich mich leider überhaupt nicht verstanden gefühlt. Irgendwie hat er mir die ganze Zeit nicht richtig zugehört oder besser "hin" gehört. Aber ich konnte mir zumindest selbst etwas helfen, die Angst zu reduzieren. Viel Erfolg weiterhin und alles Gute

26.06.2019 07:57 • #52


Zitat von -Leeloo-:
Es ist sehr wichtig, wenn die Chemie zwischen Therapeut/in und Patient stimmt.


Ja, da hast du absolut recht! Ich war vorher bei zwei anderen Therapeutinnen. Der einen konnte ich mich überhaupt nicht öffnen und bei der zweiten ging es, aber sie hat mir beim zweiten Treffen eröffnet, dass sie ihre Praxis verlegen will und eigentlich gar keinen mehr aufnimmt. War super. Aber im dritten Anlauf hat es geklappt und die Therapeutin weiß auch immer, was wir zuletzt besprochen haben. Das gibt mir immer das Gefühl, dass sie auch wirklich zuhört.

Danke dir!

26.06.2019 08:02 • x 1 #53




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