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@HansStraub Kleine Inspiration: man kann sich im Kopf seiner natürlichen Sexualität verschließen und eben total sittlich leben. Weder mit anderen flirten, noch (sexuelle) Komplimente verteilen, keine Phantasien hegen, auch keine "Filmchen" nutzen (ob als Kopfkino oder auf dem Bildschirm) oder nicht mehr mit anderen kommunizieren (Dirty Talk etc.). Du legst ja fest, was dir "zu weit" geht. Aber: warum reicht so vielen Menschen körperliche Treue nicht? Im Kopf "treu" zu sein ist sowas wie "Ritterlichkeit", ein überholtes Konzept aus dem Mittelalter. Und m. M. n. fördert es paradoxerweise die Untreue, weil es den Partner gedanklich kastriert. Wenn es einen stört, dass der Partner Phantasien hegt oder mit anderen seine Phantasie "anregt", dann ist das die eigene Unsicherheit, die aus dem Besitzdenken heraus resultiert, eine Angst, man selbst wäre nicht "gut genug" oder würde dem Partner nicht reichen. Aber eigentlich ist es andersrum: wer seinem Partner die Phantasie und vielleicht sexuelle Kommunikation "gestattet" oder locker damit ungeht, ist im reinen mit sich selbst, hat keine Verlustängste und ist damit auch attraktiver. Nachvollziehbar?
Partnerschaft heißt nicht Eigentum. Beziehungen sind freiwillig. Wenn man vom Partner fordert, sexuell für andere unattraktiv zu sein, schadet es dem Selbstwert und auf Dauer der Beziehung. Wenn wir uns schon auf körperliche Treue einigen, dann bewusst. Aber dann noch die Kontrolle über Gedanken, Interaktion (verbal) und Phantasien des Partners haben zu wollen, greift m. M. n. in die Würde ein und meist halten solche Beziehungen nicht lange, es sei denn, beide sind irgendwie masochistisch veranlagt.
Genauso ist Liebe eine Haltung. Du kannst keine Kontrolle darüber haben, ob deine Psrtnerin sich woanders verliebt. Kann alles passieren, tut sicher weh, aber sie "einzusperren" verhindert sowas nicht. Im Gegenteil, es wird dich als Partner wahrscheinlich eher in Frage stellen, zumal du damit ein gewisses Mißtrauen ausdrückst.
28.06.2023 16:08 •
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