Zitat von Sonja77: Also was hat da bitte die Religion damit zu tun bei Femiziden?
Dafür müsste weit ausgeholt werden, um schon bei den Ägyptern anzufangen, die damals als erste Hochkultur damit begonnen haben, die Figur einer Muttergöttin gegen einen Gottvater auszutauschen.
Bis dahin war es üblich oder zumindest im Orient sehr weit verbreitet, dass eine Frau das Universum geboren hat. Das heißt, alles ging auf die Frau/Mutter zurück - nicht den Mann.
Das war eine Verehrung der Frau, als Schöpferin.
Durch diesen Rollentausch, dass der Mann zuvorderst steht (als Samen der Welt) prägte sich später auch eine gesellschaftliche Hierarchie heraus, die daraus abgeleitet wurde und die sich später auch in den abrahamitischen Religionen niedergeschlagen hat.
Es war damals (bei den Ägyptern) eine bewusste Entscheidung, und später wurde es zu einem kulturelle. Selbstläufer, die Frau dem Mann hierarchisch untergeordnet einzustufen und von ihr eine absolute Loyalität zu verlangen, die dem Gottesvater gehört. Also dem Mann.
Und durch diese Problematik, nenn ich es mal, wurde der Femizid nicht geformt (den hat es schon vorher gegeben) aber zumindest wurde er dadurch moralisch relativiert.
Das heißt, eine gewisse Form der Rechtfertigung, die unterbewusst arbeitet in den Menschen.
Nichtsdestotrotz ist diese Diskussion aber überflüssig, weil es hier nicht um eine echte Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Details geht, sondern um das Gefühl vom "besser sein" - aber es brauchte gar keine Religion für den Femizid.
Den gab es wiegesagt schon immer, auch in prähistorischen Kulturen, als noch um Blutlinien gekämpft wurde. Das Patriarchat ist lediglich ein Verstärker, aber nicht die Ursache für Machtkämpfe unter Menschen.
Die Ursache sind wir selbst.
Unter anderem, das Gefühl, sich für besser zu halten, obwohl niemand weiß, welche Leichen im Keller liegen.