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Peter61
Hallo zusammen,
Ich weiß im Moment nicht was mit mir los ist, ich bin in letzter Zeit oft niedergeschlagen. Das hatte ich schon einige Male die letzten Jahre, aber es war sonst immer eine Art „Winterblues“.
Jetzt fühlt es sich anders an.
Es ist nicht nur die Niedergeschlagenheit und die Lustlosigkeit. Es ist auch das ich an nichts mehr Spaß habe. Ich gehe an solchen Tagen auch Telefonate mit Freunde aus dem Weg und bin dann auch abweisend zu meiner Frau.
Und mir ist ab und zu zum heulen, was ich so auch überhaupt nicht kenne.

Ich erwische mich auch dabei das ich bei Todesanzeigen denke:
„der hat’s gut, der hat es hinter sich“
Das sind Gedanken ich ich sonst noch nie hatte. Aber um es klar zu sagen, ich habe keine Selbstmordgedanken.

Ich führe Ansich ein gutes Leben.
Habe eine verständnisvolle Frau die ich liebe.
Eine gute Familie, einige Freunde und viele Bekannte.

Ich mache eigentlich auch alles um der miesen Stimmung zu entgehen. Treibe Sport, gehe spazieren, gönne mir was, treffe mich Regelmäßig mit Freunden. Und trotzdem erwischt es mich immer wieder. Es ist auch nicht ständig, aber es überkommt mich immer öfter und bleibt dann den ganzen Tag.
Ich kann es nicht einschätzen, ist es jetzt ein „härterer Winterblues“ oder Steuer ich auf eine Depression zu?

08.12.2023 17:04 • 09.12.2023 x 1 #1


5 Antworten ↓


S
Lieber Peter61 , dass was du beschreibst , klingt für mich nach einem depressiven Gedankengut , auch die anderen Symptome die du beschreibst.
Hier ist es wichtig , jetzt wachsam zu bleiben, damit es nicht tiefer in die Spirale geht.
Hast du Therapieerfahrung? Einen Psychiater? Nimmst du Antidepressiva?
Falls du nichts der gleichen hast, würde ich mich vielleicht dem Hausarzt anvertrauen. Und wenn du es dir zu traust, vielleicht mit deiner Frau sprechen.
LG

08.12.2023 18:37 • x 1 #2


A


Winterblues oder schon angehende Depression ?

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Peter61
Zitat von Simba1302:
Lieber Peter61 , dass was du beschreibst , klingt für mich nach einem depressiven Gedankengut , auch die anderen Symptome die du beschreibst. Hier ist es wichtig , jetzt wachsam zu bleiben, damit es nicht tiefer in die Spirale geht. Hast du Therapieerfahrung? Einen Psychiater? Nimmst du Antidepressiva? Falls du ...

Hallo Simba,
Meine Frau merkt natürlich das mit mir was nicht stimmt und wir haben öfter schon darüber gesprochen. Aber um sie zu schützen erzähle ich ihr nicht alles, das würde sie zu sehr belasten und ich weiß, sie könnte mir nicht großartig helfen.

Ich habe vor ein paar Wochen mehrere Therapeuten angerufen und mit einer Therapeutin ein Vorgespräch geführt. Sie meinte das weitere Gespräche nötig wären, aber es würde bis zu 9 Monate dauern bis sie mich als Patient weiter behandeln könnte. Und bei anderen Therapeuten sieht es ähnlich aus.

Antidepressiva ?
Mein Hausarzt hat mir letztens wegen meiner Momentanen Schlaflosigkeit, die wohl auch auf mein Gemütszustand zurückzuführen ist, nach langen hin und her was zum schlafen verschrieben. Obwohl wir nicht über mein Seelischen Zustand gesprochen haben.
Eigentlich war von einem leichten Schlafmittel die Rede, aber zu Hause merkte ich das er mir Antidepressiva verschrieben hatte. Er verordnete mir Max. 1/2 Tablette. Nachdem ich die Abends genommen habe, wurde ich trotzdem nach vier Stunden Schlaf wach und rannte Tags darauf noch Vormittags wie betrunken rum. Und in der Packungsbeilage wurden Dosen von 1 bis 2 Tabletten bei Depressiven geraten. Da wäre man ja komplett weggeschossen. Die Tabletten habe ich natürlich nicht mehr genommen. Aber wie gesagt, die wurden mir nur wegen der Schlaflosigkeit verordnet.

09.12.2023 05:12 • #3


moo
Servus Peter,
Zitat von Peter61:
Ich gehe an solchen Tagen auch Telefonaten mit Freunden aus dem Weg und bin dann auch abweisend zu meiner Frau.
Und mir ist ab und zu zum heulen, was ich so auch überhaupt nicht kenne.

Zitat von Peter61:
Ich erwische mich auch dabei dass ich bei Todesanzeigen denke:
„der hat’s gut, der hat es hinter sich“

Es könnte auch in Richtung Erschöpfungsdepression (Burnout) gehen. Wie sieht es denn mit Deiner Konzentrationsfähigkeit und Deiner körperlichen Belastbarkeit aus?

Dieses jeder Anforderung (und das sind halt auch für Dich gerade Gespräche) aus dem Weg gehen zu wollen, war bei mir typisch. Ich spürte das ca. 1-2 Jahre vor meinem kapitalen Burnout. Auch die Gedanken, dass man am liebsten alles hinter sich hätte (Todesanzeigen), könnten eher auf generelle Überlastung hinweisen als auf eine klassische Depression.

Die Heul-Neigung muss ebenfalls nicht zwingend eine klassische Depri abbilden. Je nach Charaktertyp ist einem halt evtl. zum Heulen, wenn man merkt, dass man einfach nicht (mehr) kann.
Zitat von Peter61:
Aber um sie zu schützen erzähle ich ihr nicht alles, das würde sie zu sehr belasten und ich weiß, sie könnte mir nicht großartig helfen.

Reden hilft - vor allem mit einem sehr vertrauten Menschen und was ich bisher von Dir erfahren habe lässt auf ein äußerst vertrauensvolles Verhältnis zwischen Euch beiden schließen. Allerdings erwähnst Du selber, dass Du sie überlasten würdest mit Deinen Anliegen - hm!?

Mag Deine Frau nur den problembefreiten Peter? Verstehe das bitte nicht provokativ, aber ich denke, diese Deine Einschätzung könnte Teil des Problems sein.

09.12.2023 07:41 • x 1 #4


Peter61
Zitat von moo:
Es könnte auch in Richtung Erschöpfungsdepression (Burnout) gehen. Wie sieht es denn mit Deiner Konzentrationsfähigkeit und Deiner körperlichen Belastbarkeit aus?

Nein, ein Burnout ist ausgeschlossen.
Ich bin in keinster Weise in irgendeinen Feld überfordert.
Das kann ich sicher Ausschließen.

Zitat von moo:
Mag Deine Frau nur den problembefreiten Peter? Verstehe das bitte nicht provokativ, aber ich denke, diese Deine Einschätzung könnte Teil des Problems sein.

Auch hier liegst du falsch.
Wir haben ein sehr enges, sehr vertrautes Verhältnis wie du schon richtig bemerkt hast. Aber die Zurückhaltung mit dem Erzählen kommt nur von mir und das auch wirklich nur um sie zu schützen. Sie selber versucht in Gesprächen alles zu erfahren und aufzuarbeiten.
Aber sie ist im Moment sehr belastet durch verschiedene Dinge, und ich weiß das sie alles tun würde um mir da rauszuhelfen. Aber ich weiß auch das sie dadurch am Rand ihrer Belastungsgrenze kommen würde.
Nur mal ein Punkt um das konkret zu erklären.
Sie hat ein Bruder, der ihr sehr nahe stand, durch Suizid verloren.
Wenn ich ihr dann im Gespräch den oben genannten Satz:
(Ich erwische mich auch dabei das ich bei Todesanzeigen denke:
„der hat’s gut, der hat es hinter sich“)
erzählen würde, käme bei ihr alles wieder hoch und sie würde denken ich hätte Selbstmordgedanken.

09.12.2023 09:38 • x 1 #5


S
@Peter61 guten Morgen
Ich verstehe dich gut, Therapie Plätze sind aktuell schwer zu bekommen und mit viel Wartezeit :/ ich finde es super, dass du es trotzdem angegangen bist

Ich bin Fachkrankenschwester und kenne mich daher mit verschiedenen Antidepressiva aus. Es gibt zB schlafanstoßende Antidepressiva, die primär zum schlafen genommen werden.
Ich kann generell empfehlen dies in die Hände eines Psychiaters zu geben, diese sind fachlich besser aufgestellt , und finden mit einem gemeinsam das passende Medikament. Jeder reagiert nämlich anders und jedem hilft etwas anderes
Was ich dir sagen kann, du bist wahrlich nicht alleine damit , ich habe das auch alles durch gemacht
Leider hatte ich kein unterstützendes Umfeld damals. Mir half die Kombi aus Medis , Austausch und am Ende Therapie . Ich wünsche dir alles gute

09.12.2023 09:52 • x 1 #6





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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl