Zitat von Naturefreak40:@portugal Ja vermutlich, es gibt durchaus Themen aus Kindheit und länger andauernder Belastungsspitzen beruflich und auch privat. Aber das werde ich hier nicht zur Diskussion stellen. Dieses in der Kindheit herumtherapieren kann ich nur bestimmt etwas abgewinnen. Gibt es hier im Forum irgendjemand, der dadurch ...
Ich kann Deinen Zwiespalt gut verstehen. Ich habe in den letzten 2 Jahren meine Meinung zu ADs grundlegend geändert, basierend auf meiner Erfahrung sowie das wissenschaftliche Material (Studien, pharmakologische Vorlesungen etc.) die ich mir reingezogen habe. Ich halte diese Medikamente mittlerweile für die schlechteste aller Optionen und nur vertretbar, wenn es um schwere Depressionen mit Suizidgedanken geht. In diesen Fällen haben die Medis durchaus ihre Berechtigung.
Ansonsten glaube ich mittlerweile fest, dass sie die Situation bei den meisten verschlimmbessern und in eine Abwärtsspirale führen. Aber wie gesagt - das ist meine persönliche Meinung, und die muss keiner teilen.
Die Sache mit der Gewichtszunahme kenne ich auch - und sie belastet mich enorm. Und wenn dann jemand kommt und sagt "Dann iss doch einfach gesund und beweg Dich ausreichen" - dem könnte ich mit Verlaub echt eine runterhauen. Man hat unter manchen der Medis einfach nur HUNGER und kein Sättigungsgefühl mehr. Ich kasteie mich jetzt schon seit 2 Jahren und hungere, hungere, hungere - weil ich bei jedem bisschen mehr Essen zunehme, diese Zunahme aber durch nichts wieder runter geht. Das trägt nicht gerade zum meinem psychischen Wohlbefinden und zur Ausgeglichenheit bei.
ICH würde daher an Deiner Stelle versuchen, weiter auszuhalten und zu schauen, ob Du noch weitere Behandlungsoptionen findest.
Du schreibst, Du hältst das rumtherapieren in der Kindheit für nicht zielführend. Hast Du Dich schon einmal mit dem Ansatz der Körper-Psychotherapie befasst? Der Ansatz ist anders, es geht viel um Atem, Achtsamkeit und Zentrierung und das Auflösen von Konflikten auf der körperlichen Ebene. Ist vielleicht mal einen zweiten Blick wert - allerdings nicht kassenzugelassen. Ich habe im Forum "Tagebücher und Erfolgsgeschichten" mal einen langen Bericht darüber geschrieben falls Du Dich da mal einlesen möchtest.
Ansonsten möchte ich Dir noch einen Buchtipp geben - ich höre gerade "Burnout kommt nicht nur vom Stress" von Dr. Miriam Priess (und nein, es geht da nicht nur um Burnout). Ich hatte beim hören so viele Aha-Erlebnisse, dass ich aus dem Kopfnicken nicht mehr rauskam. Sie erklärt in dem Buch sehr gut, warum viele der Behandlungsansätze, die aktuell Standard sind, nicht greifen und das viele psychische Probleme im Grunde eine Erschöpfungsdepression sind, weil die Personen sich durch ungünstige Verhaltensweisen an ihrem Leben, ihrer Arbeit oder ihrer Partnerschaft einfach ausgebrannt haben. Ich fand es super interessant.