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B

beside
Mitglied

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Hallo, dies soll eine Suche nach Gleichgesinnten sein, die auch vergesslich sind und dies keine Nebenwirkung eines Medikaments oder eine nachgewiesene Krankheit sind.

Bei mir ist es vorwiegend das Kurzzeitgedächtnis. Es ist wie bei dem Spruch: Aus den Augen, aus dem Sinn. Ich muss mich nur umdrehen, und schon ist es vergessen. Es dauert dann lange, bis ich mich mental selbst wieder daran erinnere (wie eine To-do-Erinnerung), oder durch irgendwas oder Zufall darauf aufmerksam werde und es mir wieder einfällt. Grund bei mir ist, dass ich ständig in Gedanken bin. Es ist aber kein Träumen, wobei das auch vorkommt, sondern eher ein Nachdenken. Allerdings ein Nachdenken im Slow-Modus. Bei mir dauert alles länger, auch das Nachdenken.

Ich habe mal gelesen, dass das Kurzzeitgedächtnis bis zu 7 Sachen merken kann. Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Es gibt auch Tricks, sich etwas zu merken, wenn es mental mit etwas in Zusammenhang gebracht, oder wie ein Weg mit Stationen gedacht wird. Das ist beim Kurzzeitgedächtnis schwierig, da es sich meist um eigentlich lapidare und flüchtige Sachen handelt, die teils auch Routine sind, und der Aufwand dafür zu groß erscheint.

Zum Beispiel die Brötchen in den Backofen legen, aber vergessen ihn einzuschalten. Oder ihn einzuschalten, aber vergessen, den Küchenwecker zu stellen. Oder vergessen den Herd auszuschalten, nachdem der Küchenwecker geklingelt hat, weil ich noch kurz was erledigen wollte, zu ende machen wollte, und zack vergessen. Deswegen immer alles sofort machen und sofort wenn dran gedacht wird.

Oder Wasser für eine Tee kochen. Vergessen. Wasser wieder kalt. Oder einen Tee machen und vergessen und Tee kalt.

Oder: Habe ich die Tabletten jetzt eben schon genommen oder nicht? Da habe ich zumindest bei einem relevanten Medikament einen Life-Hack: Den Tabletten-Blister mit Text-Marker wie einen Kalender gestalten. Bei einem anderen habe ich so eine Tabletten-Dosierungsdose (Morgens/Mittags/Abends). Die benutze ich aber nur noch als Merkhilfe (an bestimme Orte hinlegen und wieder weglegen), was nicht immer funktioniert.

Hinzu kommen Kurzzeitgedächtnis-Vergesslichkeiten, nicht mehr zu wissen ob etwas getan wurde. Dann muss nachgesehen werden. Dabei nicht selten die Enttäuschung, wieder etwas vergessen zu haben.

Ich habe mir auch schon etwas ausgedacht: Es ist ja eigentlich gar kein "vergessen", wenn ich (später) dran denke, es (eventuell) vergessen zu haben. Es ist ja so gesehen eine Erinnerung, weil ich ja dran denke, halt nur danach, zu spät. "vergessen" wäre ja nur, wenn ich nie wieder dran denken würde. Aber so läuft das nicht. Es wird halt "vergessen" genannt, wenn man danach daran erinnert wird. Ich habe mir auch schon einen Namen gegeben (like Asterix & Obelix): Vergessnix.

Auf der Toilette sitzen und sehen, dass die Waschmaschine ausgeräumt werden kann. Umdrehen und Händewaschen . und vergessen. Da hilft es, die anstehende Tätigkeit während des Händewaschens stetig wie ein Mantra zu wiederholen und blos nicht an etwas anderes denken, weil dann sofort weg.

Ich vergesse zwar nicht meinen Kopf, weil angewachsen, und auch nicht die Hose, aber andere Kleidungsstücke, die wetterbedingt notwendig sind. Übertrieben: im Winter mit T-Shirt raus aus dem Haus. Manchmal kommt die Erinnerung kurz nachdem ich draußen bin. Dann kommt es drauf an wie weit ich schon weg bin. Dann überlegen und abwägen: nochmal zurück oder egal? Der Klassiker passiert mir aber zum Glück nur extrem selten: Ohne Geldbeutel einkaufen gehen. Die Pin vergessen ist mir einmal passiert. Die neue habe ich mir mental fest eingeprägt.

Wo ich etwas hingelegt haben könnte, betrifft auch eher nur das Kurzzeitgedächtnis: Wo habe ich soeben . hingelegt? Beim Langzeit ist das eine andere Angelegenheit. Aber kann auch da vorkommen, es nicht mehr zu wissen. Dann werden plausibel erscheinende Orte abgesucht, und wenn da nicht, dann wirds schwierig.

Das Ganze hat auch fatalere Auswirkungen. Es kommen mir Gedankenmomente etwas vergessen zu haben, die sehr vorwurfsvoll und beängstigend sind. Als wenn mir eine Strafe droht, weil ich dadurch einen großen Schaden angerichtet habe. Es fühlt sich dann auch so an, also so in der Art wie sich empathisch in die Szene hineinzudenken einen strengen Vorwurf/Selbstvorwurf gemacht zu bekommen, etwas falsch gemacht zu haben, weil etwas vergessen wurde, weil dadurch ein Schaden entstanden ist. Das ist wie Horrorkino.

Eventuell ist die Vergesslichkeit ein Relikt meiner ehemals schweren Depression?


Ansonsten muss ich mir viel notieren, jedes Detail das zu erledigen ist. To-do-Liste, Terminkalender, Einkaufszettel, Erledigungszettel, Merkhilfen.

08.02.2026 x 2 #1


8 Antworten ↓


E
Ich glaube das hat mit deiner Konzentration zu tun, das habe ich auch immer mal wieder, besonders wenn ich gleichzeitig an duzend andere dinge denke, wenn man dann dann nicht fokussiert ist auf das was man gerade tut, dann passieren Fehler und man hinterlässt Lücken beim ganzen Ablauf und später hat man dann den Salat.

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A


Vergesslichkeit ohne Medikamente

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B
@Elemente , Konzentrationsstörung liegt vor und tut ihren Teil dazu beitragen.

Mein Mittel ist: Tue es, wenn du dran denkst, weil sonst ist es vergessen. Tue es sofort. Nur blöd, wenn mehreres auf einmal kommt. Hier, da, dort und ach und nee und doch ... *Kopf über Hände zusammenschlag* zwinkern

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Tigerlilie
@beside Ich habe auch solche Probleme.

Hatte heute Nachmittag selbst einen Thread erstellt dazu. Hat aber noch keiner geantwortet. depressionen-f99/gehirnnebel-was-hilft-t137451.html

Ich fühle mich zur Zeit richtig matschig im Kopf. Muss mir alles aufschreiben, weil das sonst weg ist. Hab neulich auch einen Tee über ne halbe Stunde ziehen lassen. Einfach nicht mehr dran gedacht, dass ich Tee aufgegossen habe.

Waschmaschine vergesse ich manchmal. Da fällt mir dann abends im Bad ein, dass ich die doch angemacht hatte und dann muss ich das noch aufhängen.

Oder ich denke "Das muss ich mal googlen!", nehme mein handy, entsperre es, öffne Google und weiß nicht mehr, was ich gerade googlen wollte.

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B
@Tigerlilie , kenne ich alles. Dein Thema hatte ich schon gelesen, aber es passte nicht wirklich zu meinen Beschwerden, weswegen ich nichts geschrieben hatte. Es ist bei mir nur ähnlich, aber anders.

Manchmal gehen mir sehr schöne Gedanken verloren, weil ich es nicht schaffe sie mir so lange zu merken, bis ich sie aufschreiben kann. Aber ich habe bemerkt, davon geht die Welt nicht unter. zwinkern

Matschig im Kopf bin ich nur dann, wenn ich ausgebrannt bin, also überfordert wurde. Das kann sehr schnell gehen und nicht selten unbemerkt. Es wird sozusagen nicht währenddessen, sondern erst kurz danach bemerkt, wenn ich aus der Situation raus bin. Aber dann ist es halt schon zu spät. Habe aber ein bisschen gelernt drauf zu achten. Aber, manche Situationen bedingen, dass ich da durch muss. Zum Beispiel in einem Gespräch, an dem ich interessiert bin. Dann nehme ich es sozusagen als starke Nebenwirkung hin und tue es mir an. Ähnlich wie mit dem Fahrrad 100 anstatt 10 km fahren, weil man unbedingt wohin will, es aber extrem anstrengend ist und man danach platt ist.

Anonsten ist es bei mir eher sowas wie ein Rauschen. Dazu passend multipler Tinitus. Und immer dieses Druck/Schmerzgefühl an den Schläfen, wie entzündet. Ich nehme zwar alles klar wahr, aber hinzu kommt so ein unbeschreibliches Rauschen.

Bei mir ist es so, dass bei mir - wie bei allen anderen - jeden Früh eine körpereigene Dosis Histamin zum Aufwachen durch den Körper rauscht, nur dass ich darauf allergisch bin. Also bin ich direkt beim Aufwachen Matsch in der Birne. Dann dauert es ewig oder auch den ganzen Tag, bis das einigermaßen weg ist. Am Abend rauscht dann eine Dosis körpereigenes Melatonin durch den Körper zum Einschlafen und da geht es mit besser, falls ich nicht zu geschafft vom Tag bin, aber ich muss schlafen gehn. Jeden Tag das Gleiche seit ewig vielen Jahren.

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fourofour
Zitat von beside:
Bei mir ist es vorwiegend das Kurzzeitgedächtnis. Es ist wie bei dem Spruch: Aus den Augen, aus dem Sinn. Ich muss mich nur umdrehen, und schon ist es vergessen.

Bei starker, emotionaler Belastung ist so was völlig normal.
Nehme seit 12 Jahren keine AD mehr, trotzdem habe ich das in Episoden.

#6


Feuerschale
Zitat von beside:
@Elemente , Konzentrationsstörung liegt vor und tut ihren Teil dazu beitragen. Mein Mittel ist: Tue es, wenn du dran denkst, weil sonst ist es ...

Oder aufschreiben. Hab mir für vieles Erinnerungen gemacht, die ich paarmal am Tag anschaue und nach Tun verschiebe.
Bin sonst auch schnell ablenkbar.

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E
Viel Auswahl gibt es da nicht, entweder liegt eine neurodegenerative Erkrankung vor oder vielleicht durch körperlich-geistige Hinfälligkeiten inzwischen Demenz, wie alt bist du? Früherer Substanzmittel Missbrauch im Spiel?

#8


dianaross
- mir entgehen zuweilen Teile der Kommunikation mit anderen und ich reagiere dann so, dass ich sie nicht gehört oder verstanden hab. Dadurch kommt es zu missverständnissen.

- manchmal entgeht mir ein Vor-Satz beim Anderen.. und der mir dann als Information fehlt. Der Grund ist, dass ich kurzzeitig "Wegtrete" in der Aufmerksamkeit und nichts ankommt bei mir.. - Da mir dann der eine Satz vorn fehlt, denkt der andere, dass ich nicht zuhöre.. weil ich dann nicht bezug nehme im gesamten Kontext.. weil mir ja der erste Satz oder eine bestimmte Info fehlt.. - Ich antworte dann so irgendwie autistisch ohne dass es autistisch ist.. und die Antwort von mir wird dann nicht richtig verstanden..
- das Vergessliche ist dann eigentlich das von mir nicht willentlich Ausgeblendete..

#9






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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