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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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L

LetzterFrühling.
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Guten Abend,

ich bin so müde vom Leben und kämpfen, vom erwachen und Überleben müssen. Und so müde von den Worten meines Therapeuten.

Es ist sein Beruf, die Hoffnung für hoffnungslose Menschen aufrecht zu erhalten. Er ist ein kluger und gebildeter Mensch, er lauscht dem Klang meiner kargen Worte und versteht doch nichts. Niemand könnte das je. Zeit meines Lebens umgibt mich Dunkelheit. Ich habe keinen Mut mehr für ein Morgen. Zu meinem Therapeuten gehe ich nur noch aus einem Grund; dass mich meine gesetzliche Betreuerin nicht in eine Einrichtung steckt. Ich hatte eine sehr lange sehr schlimme Phase mit mehreren Suizidversuchen und massiven teils lebensbedrohlichen Selbstverletzungen. Doch davon habe ich Abschied genommen, weil ich merke, dass so alle zufriedener sind und ich meine Ruhe habe.
Und könnte ich mein Leben gegen eines tauschen, das todgeweiht ist und doch leben will, so würde ich es tun.
Jede Nacht schließe ich meine Augen mit meinem sehnlichsten Wunsch, das grelle Morgenlicht nie mehr wieder ertragen zu müssen.

Danke fürs Lesen und dafür, dass ich hier schreiben darf.

16.02.2026 x 4 #1


7 Antworten ↓

Windy
Klingt nach tiefster, depressiver Phase und wünsche dir gute Besserung. Du kannst froh sein, wenn du einen Therapeuten hast, das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich, da ffür Kassenpatienten inzwischen Wartezeiten bis zu einem Jahr oder noch länger, normal geworden sind. Also freu dich ein wenig darüber, daß du ihn hast und er sich bemüht dir zu helfen.

x 1 #2


A


Unendlich müde und untröstlich

x 3


L
@Windy es ist nicht so, dass ich nie dankbar war, das war ich lange. Aber ich habe es aufgegeben und ihm oft gesagt, dass mein Platz jemand haben sollte, der noch glauben kann. Nicht meine Schuld, wenn das die Auflage ist, einer geschlossenen Einrichtung zu entkommen.

x 1 #3


M
Zitat von LetzterFrühling:
Es ist sein Beruf, die Hoffnung für hoffnungslose Menschen aufrecht zu erhalten.

Sein Beruf ist vornehmlich, den Patienten Hilfe zur Heilung zu geben. Der Hauptjob ist vom Patienten zu erbringen.
Zitat von LetzterFrühling:
Er ist ein kluger und gebildeter Mensch, er lauscht dem Klang meiner kargen Worte und versteht doch nichts. Niemand könnte das je.

Du beurteilst seine Klugheit und verurteilst sein Verständnis. Und das obwohl Du offenbar wenig zu sagen hast. Wenn Dich niemand je verstehen kann, wirst Du Dir wohl nur selber helfen können?
Zitat von LetzterFrühling:
Zu meinem Therapeuten gehe ich nur noch aus einem Grund; dass mich meine gesetzliche Betreuerin nicht in eine Einrichtung steckt.

Anscheinend hast Du noch ausreichend (Über-)Lebenswillen, um über Deinen Aufenthalt bestimmen zu wollen. So ganz aufgegeben hast Du also nicht.
Zitat von LetzterFrühling:
Ich habe keinen Mut mehr für ein Morgen.

Morgen kommt unabhängig von Mut oder Sorge.
Zitat von LetzterFrühling:
Und könnte ich mein Leben gegen eines tauschen, das todgeweiht ist und doch leben will, so würde ich es tun.
Jede Nacht schließe ich meine Augen mit meinem sehnlichsten Wunsch, das grelle Morgenlicht nie mehr wieder ertragen zu müssen.

Jedes Leben ist von Beginn an todgeweiht. Der Wunsch nach (Weiter-)Leben oder Tod ändert daran nichts. Ob man absehbar sterben muss aber leben möchte bzw. weiterleben muss aber sterben möchte macht bzgl. Leidensdruck keinen Unterschied.

Am Wunsch jedoch kann man etwas ändern...
Zitat von LetzterFrühling:
Danke fürs Lesen und dafür, dass ich hier schreiben darf.

Falls dies Dein erster Versuch ist, schriftlich im Format eines Forums mit Deinen Problemen zu arbeiten, gratuliere ich dazu. Es ist manchmal herausfordernd - so wie z. B. meine Antworten hier evtl. provokant wirken können.

Willkommen hier!

x 3 #4


L
@moo Auch du hast es nicht verstanden. Alles gut und danke.

x 1 #5


fourofour
Zitat von LetzterFrühling:
Auch du hast es nicht verstanden. Alles gut und danke.

Waum versuchst du es uns dann nicht, in einem zweiten Anlauf., auf eine andere Art, mit anderen Worten zu erklären?

Meine kPTBS ist sehr deutlich ausgeprägt und es sind Überscheidungen zu einer anderen Diagnose.

Ich selbst war früher in einer ähnlichen Gefühlslage. Aber selbst heute ist die Zeit von ~Nobember bis März herausfordernd. Die Zeit zwischen Mitte Januar und Mitte März - da ist es, mit kleinen Abstufungen akut.

Trigger

In dieser Zeit kommt es vor das ich auf meinem Bett sitze, wie ein Kind was Hospitalismus hat und eine gefühlte Ewigkeit vor mich hinspreche "bitte lass mich sterben.".
Ich habe 2 Suizidversuche hinter mir und durch einen Behandlungsfehler in einer Klinik auch bis heute wieder SVV - nach 35 Jahren Ruhe.



Niemand kann exakt das fühlen was in dir ist. Man kann es nur erahnen, sich vorstellen. Vllt. etwas besser, wenn man so was selbst kennt.


Für mich macht das eigene Leben keinen wirklichen Sinn. Weil wir, auch die Erde nur ein Furz im Universum ist.
Jedoch bin ich geboren worden. Auch wenn ich seit Geburt 20 Jahre Gewalt und auch Missbrauch erleben musste - ich habe mich für das Leben entschieden.

Damit ich das "durchziehe" und auch Lebensqualiät erfahren kann, habe ich mir einen Leitsatz erarbeitet.

Den einzigen Dinge im Leben die für mich "Sinn" machen sind Reproduktion, damit die Menscheit nicht ausstirbt.
Und mein Leitsatz um die Chance auf Lebensqualität zu haben:

"Zu wissen was ich will und was nicht. Und das Streben danach ohne dabei über die Leichen anderer zu laufen"

Bin seit mehr als 10 Jahren wegen voller EU unbefristet berentet.
Eigentlich wollte ich mich zum Peers / Ex-in oder Begleiter für Menschen nach Suizidversuchen ausbilden lassen um ein paar Stunden die Woche ehrenamtlich zu arbeiten. Das geht leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.

Wenn Du selbst keinen Ausweg mehr siehst und darunter so leidest, das Du am liebsten mit einem anderen tauschen willst, der sonst keine Chance hätte ist der Moment wo dir irgendetwas von aussen greifen solltest, willst Du das überleben.

Lebenswillen kann man aufbauen. Auch wenn man am Anfang einen MEnschen benötigt mit dem Du dich co-regulieren kannst.
Will ehrlich sein - sich da herauszuziehen, bzw. sich da herausholen zu lassen ist eine echte Herausforderung.
Persönlich habe ich mich damals für das Leben entschieden. Und wenn ich an meine 36 Jahre nach verlassen der Elterlichen Hölle denke, dann ist meine innere Schatztruhe mit der Zeit mit vielen glücklichen Momenten gefüllt worden.

Aber es liegt an dir das zu wollen

Ich wünsche dir alle Kraft und Licht am Ende des Weges. Trost

x 8 #6


Eva-Marie
Ich finde es sehr mutig von Dir, dass Du so ehrlich über Dich und Dein Leiden schreibst. Ich selbst kenne diese Gefühle, ich will nicht sagen, ich wüsste, wie es sich für Dich anfühlt, denn jeder erlebt diese krasse Form von Verzweiflung anders. Aber ich kann mir vorstellen, wie schwer Dein Leid ist, dass Du zu tragen hast und dass Du vielleicht momentan etwas anderes brauchst, als jemand, der dir Hoffnung machen will, obwohl er selbst gar nicht so fühlen kann wie Du, selbst wenn er ein Therapeut ist. verstehe mich nicht falsch, ich will Deinen Therapeuten nicht schlecht reden, er scheint zu versuchen, Dir zu helfen - aber vielleicht brauchst Du gerade jemanden, der Deine Verzweiflung genauso wie sie ist, da sein lässt. Der mit Dir dort in der Dunkelheit sitzt und nichts an Deiner Situation beschönigen oder beschwichtigen will. jemand, der sieht, wie erschöpft Du vom Leben bist. Ja, es ist verdammt hart, wenn man psychisch krank ist und so vieles nicht gelebt werden kann, man immer nur gegen die immer gleichen Wände aus Angst, Schmerz und Einsamkeit anrennt, aber man bleibt gefangen in sich, in seinem eigenen Erleben. und das macht müde, zehrt einen aus, macht einen einsam, denn die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, dass man mit seinem Willen allein da nicht rauskommt, dass es einer zwischenmenschlichen Hilfe bedarf, die bereit ist, mit Dir durch diesen tiefen Schmerz zu gehen. meine Frage wäre, ob Du Dir aktuell nicht doch einen Klinikaufenthalt vorstellen kannst?
einen Ort und ich war schon oft in meinem Leben in Psychiatrien, wo man wenigstens nicht alleine mit diesen Gefühlen ist, wo man einfach schlichtweg verzweifelt sein darf, weinen kann, und in der Not jemand erreichbar ist. ich weiss, es ist kein Zuckerschlecken, es ist alles andere als angenehm, diesen Schritt zu gehen, aber mir hat es im Nachhinein doch immer irgendwie ein bisschen mehr Kraft gegeben, und wenn es auch nur die Gespräche mit anderen Patientinnen war...

x 3 #7


boomerine
Ich will nicht sagen, ich weiß....
( aus eigener Erfahrung )
Ich denke, je ehrlicher man ist, dem Therapeuten gegenüber, dann kann er reagieren.
Mir hat das mein letzter Aufenthalt in der Psychatrie gezeigt.
Je offener ich wurde und darüber reden konnte, es dauerte.....
Vor allen Dingen wenn es um den Suizid ging und gefragt wurde ist die Türe noch offen oder ist sie schon geschlossen, da waren die Tränen schon da.
Man kämpft jeden Tag mit sich was will ich überhaupt noch.
Man krabbelt die Treppe langsam mühsam rauf, rutscht auch wieder ab.
Meine Türe ist jetzt erst zugegangen.
Gedanken ab und zu noch.
Aber nicht mehr zur Ausführung.
Auch wenn ich ab und zu mir die Frage stelle,
für was ?
für wen ?
Für mich, ich nehme mir das was ich möchte, auch wenn es mit Einsamkeit verbunden ist, es ist eine andere Einsamkeit.
Wenn ich mit mir wieder im Einklang bin dann kann ich auch auf neues zugehen.
Nur bitte verschließ dich nicht deinen Therapeuten gegenüber,
Wie soll er dir sonst helfen bzw. verstehen ?

x 3 #8






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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