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LetzterFrühling.
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Guten Abend,

ich bin so müde vom Leben und kämpfen, vom erwachen und Überleben müssen. Und so müde von den Worten meines Therapeuten.

Es ist sein Beruf, die Hoffnung für hoffnungslose Menschen aufrecht zu erhalten. Er ist ein kluger und gebildeter Mensch, er lauscht dem Klang meiner kargen Worte und versteht doch nichts. Niemand könnte das je. Zeit meines Lebens umgibt mich Dunkelheit. Ich habe keinen Mut mehr für ein Morgen. Zu meinem Therapeuten gehe ich nur noch aus einem Grund; dass mich meine gesetzliche Betreuerin nicht in eine Einrichtung steckt. Ich hatte eine sehr lange sehr schlimme Phase mit mehreren Suizidversuchen und massiven teils lebensbedrohlichen Selbstverletzungen. Doch davon habe ich Abschied genommen, weil ich merke, dass so alle zufriedener sind und ich meine Ruhe habe.
Und könnte ich mein Leben gegen eines tauschen, das todgeweiht ist und doch leben will, so würde ich es tun.
Jede Nacht schließe ich meine Augen mit meinem sehnlichsten Wunsch, das grelle Morgenlicht nie mehr wieder ertragen zu müssen.

Danke fürs Lesen und dafür, dass ich hier schreiben darf.

15.02.2026 x 1 #1


3 Antworten ↓


Windy
Klingt nach tiefster, depressiver Phase und wünsche dir gute Besserung. Du kannst froh sein, wenn du einen Therapeuten hast, das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich, da ffür Kassenpatienten inzwischen Wartezeiten bis zu einem Jahr oder noch länger, normal geworden sind. Also freu dich ein wenig darüber, daß du ihn hast und er sich bemüht dir zu helfen.

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A


Unendlich müde und untröstlich

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@Windy es ist nicht so, dass ich nie dankbar war, das war ich lange. Aber ich habe es aufgegeben und ihm oft gesagt, dass mein Platz jemand haben sollte, der noch glauben kann. Nicht meine Schuld, wenn das die Auflage ist, einer geschlossenen Einrichtung zu entkommen.

#3


M
Zitat von LetzterFrühling:
Es ist sein Beruf, die Hoffnung für hoffnungslose Menschen aufrecht zu erhalten.

Sein Beruf ist vornehmlich, den Patienten Hilfe zur Heilung zu geben. Der Hauptjob ist vom Patienten zu erbringen.
Zitat von LetzterFrühling:
Er ist ein kluger und gebildeter Mensch, er lauscht dem Klang meiner kargen Worte und versteht doch nichts. Niemand könnte das je.

Du beurteilst seine Klugheit und verurteilst sein Verständnis. Und das obwohl Du offenbar wenig zu sagen hast. Wenn Dich niemand je verstehen kann, wirst Du Dir wohl nur selber helfen können?
Zitat von LetzterFrühling:
Zu meinem Therapeuten gehe ich nur noch aus einem Grund; dass mich meine gesetzliche Betreuerin nicht in eine Einrichtung steckt.

Anscheinend hast Du noch ausreichend (Über-)Lebenswillen, um über Deinen Aufenthalt bestimmen zu wollen. So ganz aufgegeben hast Du also nicht.
Zitat von LetzterFrühling:
Ich habe keinen Mut mehr für ein Morgen.

Morgen kommt unabhängig von Mut oder Sorge.
Zitat von LetzterFrühling:
Und könnte ich mein Leben gegen eines tauschen, das todgeweiht ist und doch leben will, so würde ich es tun.
Jede Nacht schließe ich meine Augen mit meinem sehnlichsten Wunsch, das grelle Morgenlicht nie mehr wieder ertragen zu müssen.

Jedes Leben ist von Beginn an todgeweiht. Der Wunsch nach (Weiter-)Leben oder Tod ändert daran nichts. Ob man absehbar sterben muss aber leben möchte bzw. weiterleben muss aber sterben möchte macht bzgl. Leidensdruck keinen Unterschied.

Am Wunsch jedoch kann man etwas ändern...
Zitat von LetzterFrühling:
Danke fürs Lesen und dafür, dass ich hier schreiben darf.

Falls dies Dein erster Versuch ist, schriftlich im Format eines Forums mit Deinen Problemen zu arbeiten, gratuliere ich dazu. Es ist manchmal herausfordernd - so wie z. B. meine Antworten hier evtl. provokant wirken können.

Willkommen hier!

#4






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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