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Freisein

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Liebe Alle

Einige von euch kennen mich vielleicht schon, ich war eine Zeitlang sehr aktiv hier.
In der letzten Zeit nicht mehr so.

Ich muss mir alles von der Seele schreiben ich kann nicht mehr. Ich leide seit etwa 2010 an Depressionen. Meine Psycho-Karriere begann aber schon früher 1995 mit 18 Jahren. Wirklich gut ging es mir selten, aber ich konnte noch arbeiten. 2006 hatte ich ein Burnout, von dem ich mich auch erholen konnte, aber dann gings 2009 wieder Bergab. Ich habe dann im 2010 auf 50% Studium reduziert. Dann ab 2011 wieder voll. Die Bachelor Arbeit habe ich unter Tavor geschrieben. Die habe ich dann ab 2013 beinahe täglich genommen (am Anfang noch ohne Wochende, später mit) bis 2015 wo gar nichts mehr ging, in Klinik war und Tavor weg hatte. Etc., dies nur mal so grob.

Mein Kernproblem: seit dem Klinikaufenthalt 2015 geht es nicht wirklich aufwärts. Seit etwa einem Jahr arbeite ich etwa 30 Prozent. Ich habe eine Teilrente. Mir ist es wichtig im Berufsleben zu bleiben und ich habe viele Bewerbungen geschrieben und lange gesucht. Das sind mal so die Umstände.

wenn ich mehr als etwa 3 bis 4 Stunden aktiv bin, dann bin ich nullkommanix wieder sehr angespannt, (Tinnitus, Kiefer). Das ändert sich nicht, diese Stundenanzahl. Das ist seit etwa 2 Jahren konstant. Wenn ich dann trotzdem mehr tue, dann ist mir zum Heulen zumute und ich fühle mich total überfordert. Wenn ich das dann ein paar Tage aneinander mache, über die "Grenzen" gehen, dann bin ich wieder so erschöpft, dass ich tagelang schlafen könnte. und es ändert sich nichts an diesem Energielevel, seit über 2 Jahren!

Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, ist mir zum Heulen zumute, obwohl mir die Arbeit auch gut tut. Ich bin sehr sehr froh habe ich diese Stelle! Aber mein Selbstwertgefühl ist im Keller oder nicht vorhanden. Ich sehe so überhaupt keinen Sinn in meinem Dasein! Ich verstehe nicht, warum sich mein "Zustand" resp. Energielevel nicht verbessert! Ich fange wieder an meine Freunde zu belügen, indem ich so tue als ob alles in Ordnung wäre. Denn sonst kriege ich zu hören ich müsse halt mehr spazieren gehen, Sport machen, das sei gut bei Depressionen. Sport habe ich gemacht eine Zeitlang aber es hat mich mehr erschöpft als fit gemacht. Eine Freundin, die nichts von meiner Rente weiss (vielleicht weiss sie es doch aber sagt nix) wettert ständig über Rentenbezüger, dass sie ja auch noch dafür zahlen müsse, und die nichts tun und nichts ändern.

Bei so Aussagen bekomme ich immer Zweifel, ob ich zu wenig tue. Aber gleichzeitig habe ich auch die Erfahrung gemacht dass vieles entweder gar nicht hilft oder nur ein bisschen. Ich verstehe nicht was los ist, weil ich das erste Burnout ja auch überwunden habe! Und dieses Mal geht nichts, ich verstehe es nicht.

In solchen Momenten habe ich immer wieder schlimme Gedanken wegen sich umbringen. Man liest ja immer wieder, "hat sich nach jahrelanger Depression umgebracht", früher dachte ich nein tu das nicht, kämpfe, aber heute verstehe ich es!

Ich bin oft traurig und überfordert, und es erscheint mir grundlos traurig zu sein oder überfordert, wegen dem ausräumen des Geschirrspülers z.b., oder kurz in den Keller die Wäsche holen, den Kompost leeren, bei so kleinen kleinen Dingen.

Was ist los?!

10.10.2018 19:23 • 29.12.2018 x 2 #1


55 Antworten ↓


aldia249

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Zitat von Freisein:
Liebe Alle Einige von euch kennen mich vielleicht schon, ich war eine Zeitlang sehr aktiv hier. In der letzten Zeit nicht mehr so. Ich muss mir alles von der Seele schreiben ich kann nicht mehr. Ich leide seit etwa 2010 an Depressionen. Meine Psycho-Karriere begann aber schon früher 1995 mit 18 Jahren. Wirklich gut ging es mir selten, aber ich konnte noch arbeiten. 2006 hatte ich ein Burnout, von dem ich mich auch erholen konnte, aber dann gings 2009 wieder Bergab. Ich habe dann im 2010 auf 50% Studium reduziert. Dann ab 2011 wieder voll. Die Bachelor Arbeit habe ich unter Tavor geschrieben. Die habe ich ...

Hallo Freisein,

fühl dich mal gedrückt. liest sich alles sehr unschön.
Wenn ich das richtig verstanden habe, äußert sich deine Depression vorwiegend bzw, besonders durch die Erschöpfung oder? Wurde bei dir schon alles Körperliche gecheckt? Schilddrüse, Hormone, Vitamine, Mineralstoffe etc?

Mach dir bitte keine Gedanken über das Gerede bezüglich der Rente. Niemand fühl das, was du fühlst. Deine Freundin hat sehr dumme Ansichten, wenn sie alle über einen Kamm schert.

Wie sieht es bei dir mit ambulanter Therapie aus?

Liebe Grüße.

10.10.2018 19:35 • x 1 #2


Freisein


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Hallo Aldia, ich danke dir für deine Antwort, das habe ich gebraucht dass mich jemand hört, ich bin wirklich sehr verzweifelt und resigniert.

Mache seit 2015 Therapie. Hab Hashimoto bin aber gut eingestellt mit Hormonen. Vitamine alles gut, im Normalbereich, Eisen auch, Folsäure auch. Ich habe auch meine Ernährung umgestellt, nehme kein Getreide mehr und weniger Süsses. Auch nur wenig Milchprodukte, wenn Fastfood dann Thai.

10.10.2018 19:39 • #3


aldia249

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Zitat von Freisein:
Hallo Aldia, ich danke dir für deine Antwort, das habe ich gebraucht dass mich jemand hört, ich bin wirklich sehr verzweifelt und resigniert.

Mache seit 2015 Therapie. Hab Hashimoto bin aber gut eingestellt mit Hormonen. Vitamine alles gut, im Normalbereich, Eisen auch, Folsäure auch. Ich habe auch meine Ernährung umgestellt, nehme kein Getreide mehr und weniger Süsses. Auch nur wenig Milchprodukte, wenn Fastfood dann Thai.

ich kann es sehr gut verstehen. Es schlaucht einfach, vor allem wenn es über Jahre geht.
Nimmst du denn Medikamente?
Eine Option wäre evtl auch eine Tagesklinik. Ich finde bei normalen Klinikaufenthalten ist es immer ein bisschen kritisch, dass man so komplett "rausgerissen" wird.. es fehlt einem halt jegliche Struktur. In einer Tagesklinik wird einem ja eine Struktur vorgegeben und so kann man sich ein Stück mehr in Richtung einem Arbeitsalltag widmen.
Ich denke bei dir, dass es auf jeden Fall gut ist, die Arbeitsstruktur nicht komplett verlieren.. wie du schon sagst..es hat ja auch so viele positive, bzw. fördernde Aspekte.

Wie sieht es denn im privaten Umfeld aus?

10.10.2018 20:15 • #4


Freisein


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Hallo Aldia ich danke dir für deine Antwort.

Ja ich nehme Medikamente, 3 unterschiedliche AD plus die Hormone für die Schilddrüse.

Tagesklinik geht meines Wissens nur ganze Tage und wann mach ich dann den Haushalt, ich brauche meistens 2 Tage dafür. Ich war in einer Tagesklinik im 2016 war das glaube ich. Es war sehr komisch dort zu sein, es hatten alle unterschiedliche Störungen, so auch diese eine asoziale Störung ich weiss nicht mehr wie die heisst und meine ängstlich vermeidende PS, das kommt noch dazu und die asoziale, das ging gar nicht.

Ich habe dauernd Angst Fehler zu machen, letzte Woche habe ich eine Bestellung gemacht und das hat mich das ganze Wochenende beschäftigt, ob das nun schlimm war oder falsch. Ich war zuerst am Empfang aber das ging gar nicht, ich hatte jeden Tag Angst zur Arbeit zu gehen, weil ich so bei zwischenmenschlichen Sachen immer Angst kriege. Jetzt bin ich im Hintergrund und mache alles an Büroarbeiten was so anfällt, das gefällt mir auch gut so.

Meinst du soll ich mir selber, an den Tagen an denen ich nicht arbeite, eine Struktur erstellen? Im Moment schlafe ich dann aus weil ich so müde bin und wenn ich ausschlafe geht es mir besser als wenn ich mich durchschleppe. Aber vielleicht ist es auch eine Flucht, das mit dem Schlafen. Ich arbeite 3 halbe Tage 2 mal am Morgen und einmal Nachmittags. Meistens gehe ich nach der Arbeit am Morgen schlafen, weil ich so müde bin. Denkst du ich sollte mal probieren mit durchhalten?

Mein privates Umfeld ist durch das Ganze sehr geschrumpft. Ich habe immer abgesagt weil ich zu müde war oder mich geschämt habe, weil ich auch kaputt und verbraucht aussah und zugenommen habe. Es gibt da die eine Freundin, die mir sehr Nahe steht eigentlich, die aber so über die Rentenbezüger spricht. Dann gibt es eine andere, dort konnte ich den Kontakt reaktivieren. Ich weiss noch nicht was ich davon halten soll. Manchmal ist es sehr gut mit ihr aber dann betont sie auch immer wieder dass unsere Freundschaft ja nicht so ist wie die anderen, die sie über Jahre hat. Was ja auch stimmt aber ich dränge mich ja nicht auf oder so. Dann gibt es noch einen, der ist lieber bei den *beep* als bei den Menschen. Seitdem er Schichtdienst hat und als Hobby Vögel, sehe ich hin kaum mehr. Bei ihm habe ich mich oft so angenommen gefühlt, wie ich bin. Und dann gibt es noch meinen Freund, meinen Lebenspartner, den ich nicht enttäuschen will. Ich ertappte mich die Tage dabei, dass ich mehr für ihn lebe als für mich. Ich glaube ich würde ohne ihn auch nicht mehr leben.

Nachtrag: ich freue mich immer die Freunde zu sehen, aber ich bin auch jedesmal angespannt und ängstlich. Ich habe gemerkt dass das schon immer so war. Da habe ich meistens schon zu Hause etwas Alk. getrunken, um etwas enthemmter zu sein, bevor ich mich mit ihnen traf. Heute tue ich das aber auch nicht mehr, ich merke dass mir Alk. auch nicht so gut tut und mit den Medikamenten ist eh nicht gut.

10.10.2018 20:31 • #5


Freisein


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Ja ich habe noch vergessen zu erwähnen dass ich früher Panikattacken und GAS hatte. Das ging dann aber irgendwie in eine ängstlich vermeidende PS über, oder vielleicht war die ängstlich vermeidende PS schon immer da und die Panikattacken und GAS kamen einfach noch dazu.

Panikattacke habe ich kaum mehr, nur ab und zu und oft bin ich so kurz davor. Es äussert sich auch anders mir wird dann extrem schwindelig, kann schlecht atmen und bin bleiern müde.

10.10.2018 20:43 • #6


aldia249

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Zitat von Freisein:
Ja ich nehme Medikamente, 3 unterschiedliche AD plus die Hormone für die Schilddrüse.

Ich finde es einfach sehr erschreckend, dass man so dermaßen extrem müde ist, obwohl alles richtig eingestellt ist. Dann stellt sich mir halt schon die Frage, ob das wirklich an der Depression selbst liegt oder ob da etwas Körperliches im Argen ist. Wenn du so viele verschiedene Medikamente nimmst, kann es natürlich auch sein, dass da etwas nicht stimmt oder doof zusammen wirkt. Ich würde da wirklich nochmal mit dem Arzt oder vielleicht auch mal einem anderen Arzt darüber sprechen, weil so ist das natürlich kein Zustand.


Zitat:
Ich habe dauernd Angst Fehler zu machen, letzte Woche habe ich eine Bestellung gemacht und das hat mich das ganze Wochenende beschäftigt, ob das nun schlimm war oder falsch.
Kann ich dich auch voll verstehen. Liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit an mangelndem Selbstwertgefühl. Bei mir hat sich das nach jahrelanger Therapie meiner anderen Störungen von selbst gegeben. Plötzlich macht man sich auf einmal nicht mehr so viele Gedanken. Wenn sich das große Ganze verbessert und dein psychisches Wohlbefinden steigt, wird das automatisch weniger. Versuch doch mal gezielt bei Kleinigkeiten mit der selbst ins Gespräch zu gehen ( ich weiß klingt komisch, aber mir hilfts) Ich frag mich dann: "und jetzt?!?! was ist wenn? wer sind diese Leute, kann mir doch egal sein" Denk dran! Die stehen dir auf einer Augenhöhe und nicht über dir! Vielleicht haben sie auch Ängste und andere Sorgen. Wir wissen es nicht. Die Welt scheint immer so perfekt von lauter toller genialer Medienmenschen, aber das ist alles eine Lüge. Jeder hat sein Paket zu tragen und gerade das psychische Paket haben um einige Personen mehr als man meinen mag.

Zitat:
Meinst du soll ich mir selber, an den Tagen an denen ich nicht arbeite, eine Struktur erstellen?
Eine Struktur ist nie verkehrt. Wenn es dir gelingt, könntest du es versuchen..gerade auch in Hinblick auf deinen Schlafrhythmus. Gegen ausschlafen ist ja nichts einzuwenden, aber so 7-8h generell sind glaube ich eine normale Zeit. Wenn der Schlaf wesentlich länger ist, sollte man echt schauen.

Zitat:
ein privates Umfeld ist durch das Ganze sehr geschrumpft. Ich habe immer abgesagt weil ich zu müde war oder mich geschämt habe
Freunde etc. würden dir sicherlich sehr gut tun. Vielleicht könntest du (so schwer es auch wird in Bezug auf Angst) trotzdem daran arbeiten. Diese Angst lässt auch nach, wenn du merkst, du musst dich für nichts schämen. Es ist auch sehr schön, dass du einen Lebenspartner hast. Ich hoffe er unterstützt dich gut? Vielleicht könnt ihr auch zusammen Lösungen erarbeiten.

Ich hoffe du findest bald, einen Weg mit dir selbst ins Reine zu kommen. Du bist wertvoll, vergiss das nicht. Lebe für dich.

10.10.2018 21:06 • x 4 #7


aldia249

aldia249


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Kleiner Anhang:

https://xn--aminosure-02a.org/aminosaeu ... ryptophan/

Das wäre auch noch einen Versuch wert. Ein ganz natürliches "Antidepressivum" ohne die klassischen Nebenwirkungen. Hat mir der Arzt damals empfohlen.

10.10.2018 21:16 • #8


Freisein


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Genau das habe ich auch gedacht, dass da wohl körperlich was im Argen ist und habe alles checken lassen und da war nichts. Kleinere Veränderungen im Blutbild waren da aber gemäss Arzt ist das nicht zu beachten auf einen Arztmarathon will ich verzichten, ich wurde nie ernst genommen, wurde immer alles auf die Psyche abgeschoben, frei nach dem Motto "einmal Psyche immer Psyche". Sorry bin da ein gebranntes Kind und vertraue den Ärzten nicht mehr so.

Aber im Moment fallen mir z.b. auch vermehrt die Haare aus und ich bin sehr vergesslich geworden, das erschreckt mich selber ein bisschen. Da hab ich auch letztens gedacht vielleicht sollte ich doch mal zum Arzt. Ich habe gelesen dass Haarausfall, nicht abnehmen können auf eine belastete Leber hinweisen (naturmedizinische Sicht). Nun habe ich deswegen diese Woche mit einer Darmreinigung angefangen und werde anschliessend eine Leberreinigung durchführen. Ich kann mir gut vorstellen dass all die Medikamente belastend auf die Leber wirken.

Das mit dem Schlaf ist so ne Sache: 7 bis 8 Stunden reichen mir nicht. Ich brauche an besseren Tagen etwa 9 und sonst etwa 10 Stunden. Wenn ich "nur" 7 Stunden schlafe, bin ich total müde den ganzen Tag über.

Ich habe mir auch überlegt ob es wohl ein chronisches Müdigkeitssyndrom sein könnte. Aber diese Müdigkeit kann eben auch von den Depressionen sein. Das gibt es durchaus.

Es ist nur so, was mich so verzweifeln lässt, dass sich das nicht merklich bessert. Wie du gesagt hast, mit der Zeit und der Therapie kam das beim ersten Burnout von "alleine" wieder und dieses Mal eben nicht... Es braucht so einen langen Atem und ich schwanke zwischen totaler Resignation, Hoffnungslosigkeit. Meine Therapeutin meinte sie könne nicht sagen ob dei Energie jemals wieder kommtoder nicht kommt. Sie sagt, jetzt wäre wohl der Punkt los zu lassen. Aber wie macht man das, Loslassen?

Vielen lieben Dank für den Austausch liebe Aldia. Das hat mir wirklich gut getan, dass mir jemand "zuhört" ohne gleich zu urteilen. Danke dir

10.10.2018 22:23 • x 1 #9


Hotin

Hotin


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Liebe Freisein,

ich finde auch, @aldia249 hat die richtigen Worte gefunden.
Zitat:
Sie sagt, jetzt wäre wohl der Punkt los zu lassen. Aber wie macht man das, Loslassen?


Grundsätzlich wird Deine Therapeutin Dir das Richtige gesagt haben.
Wie Du das machen kannst?
Am leichtesten, indem Du Dir immer wieder überlegst, was passieren kann, wenn Du mal einen Fehler machst.
Ich gebe Dir darauf schon die vermutlich beste Antwort.
Auch wenn Du mal einen Fehler gemacht hast. Danach passiert nichts wirklich Schlimmes, überhaupt nichts!
Versuche Dir das immer wieder deutlich zu machen.
Jeder Mensch macht täglich Fehler. Ohne geht es gar nicht.
Nur die Menschen, die weniger Angst davor haben Fehler zu machen, haben selten Depressionen.
Zitat:
Das hat mir wirklich gut getan, dass mir jemand "zuhört" ohne gleich zu urteilen.


Wenn Dir das gut getan hat, dann mache das Gleiche auch mit Dir selbst.
Zitat:
Ich habe dauernd Angst Fehler zu machen

Urteile nicht so schnell, "ich könnte jetzt einen Fehler gemacht haben."
Akzeptiere Dich und das was Du tust täglich immer ohne gleich zu urteilen, ob Du das
richtig oder falsch gemacht hast. Akzeptiere Dich so, wie Du bist.

Fast alles, was Du machst ist richtig. Zumindest für Dich. Andere werden dies anders sehen. Du bist aber nicht "andere",
sondern Du bist die Freisein, mit eigenen Wünschen und eigenen Ideen. Versuche Deine Ideen zu leben.
Zitat:
weil ich so bei zwischenmenschlichen Sachen immer Angst kriege.


Wenn Du das weißt, dann übe mit zwischenmenschlichen Sachen besser umzugehen.
Das wird dann nach einiger Zeit Deine depressiven Phasen schwächer werden lassen.

Dafür sende ich Dir Mut und Kraft.
Zitat:
Und dann gibt es noch meinen Freund, meinen Lebenspartner, den ich nicht enttäuschen will. Ich ertappte mich die
Tage dabei, dass ich mehr für ihn lebe als für mich.


Bitte habe auch hier den Mut, mehr für Dich zu leben, als für Deinen Partner. Du kannst und solltest immer wieder mal
auf Deinen Partner Rücksicht nehmen. Aber leben solltest Du immer hauptsächlich für Dich.

Viele Grüße

Bernhard

10.10.2018 23:18 • x 3 #10


Freisein


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Lieber @Hotin

Deine Zeilen haben mich sehr berührt, ich danke dir dafür.

Ich war heute einkaufen, das mache ich selten. Und ich bin früher aufgestanden als sonst. Ich hab also was Gutes geschafft. Aber jetzt fühle ich mich fiebrig und ich bin so unsicher und traurig und wieder weiss ich nicht warum. Fühle mich auch gestresst, weil ich noch etwas im Haushalt tun sollte, weil heute Abend die eine Freundin zu mir kommt und wir was zusammen kochen und essen.

Geht das vorüber, wenn ich das mehr trainiere und trotzdem tue auch wenn es mich stresst?

Ich verstehe immer noch nicht ganz was ich überhaupt loslassen soll. Ich glaube die Thera meinte das in Bezug auf meinen geringen Energielevel und der schnellen Überforderung, damit hadere ich immer wieder. Ich sehr andere an die voll arbeiten gehen können und fühle mich schäbig, weil ich das nicht kann.

Stimmt, ich urteile schnell. Das ist dann das was mich an anderen stört. Das nennt man dann wohl Spiegelung. Die Ängste werden so existentiell, bei "grösseren" Sachen bin ich dann so blockiert, dass ich nicht mehr richtig für mich sorgen kann, ich kann nicht mehr essen, mir kein Mahl mehr zubereiten, gehe nicht mehr raus und verstecke mich im dunklen Zimmer. Ich kann mich kaum mehr bewegen, ich bin dann so erstarrt. Alles fällt schwer, alles ist eine Überwindung, auch duschen z.b. Da helfen alle vernünftigen Gedanken nicht mehr.

Vielleicht wenn ich das immer trainiere? Insbesondere bei kleinen Sachen? Es hat sich mittlerweile so verselbstständigt dass ich oft nicht merke, dass ich da wieder diese Gedanken habe, schwierig zu beschreiben, es fällt mir nicht immer auf und das wäre ja zuerst mal die Grundvoraussetzung dass ich das bemerke.

Ich glaube meine Liebe Aldia und Hotin, dass ein grosser Punkt das nicht für sich selbst leben ist. Und ich merke das erst jetzt. Nach Jahren.

Ich muss bewusster werden. Was hilft dabei?

Nachtrag: und wieder merke ich beim nochmal lesen, dass da viel muss ist und dass ich das dann wohl falsch mache jetzt so und es klingt so streng, dabei sollte es doch liebevoll sein. Wie macht man das überhaupt, wie geht man mit sich um dass es einem gut geht? Wie lebt ein Mensch, dem es gut geht?

11.10.2018 11:17 • x 1 #11


Hotin

Hotin


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Liebe Freisein,

auch mich berühren Deine Zeilen. Immerhin habe ich den Eindruck, dass wir uns im Moment etwas tiefer auf einer
sehr persönlichen Ebene begegnen. Eine Ebene, auf der wir uns ehrlich begegnen, ohne Angst vor einander haben zu müssen.
Zitat:
Ich war heute einkaufen, das mache ich selten. Und ich bin früher aufgestanden als sonst. Ich hab also was Gutes geschafft.


Nicht nur heute hast Du etwas Gutes geschafft. Mich freut es, dass Du es aber heute bewusst registriert hast.
Zitat:
Fühle mich auch gestresst, weil ich noch etwas im Haushalt tun sollte, weil heute Abend die eine Freundin zu mir kommt
und wir was zusammen kochen und essen.


Ich hoffe, euer gemeinsamer Abend war wunderschön.

Zitat:
Nachtrag: und wieder merke ich beim nochmal lesen, dass da viel muss ist und dass ich das dann wohl falsch mache
jetzt so und es klingt so streng, dabei sollte es doch liebevoll sein. Wie macht man das überhaupt, wie geht man mit sich
um dass es einem gut geht?


Nun, man macht es meiner Meinung nach genau so, wie Du es hier beschreibst. Man sollte
nicht so streng mit sich umgehen. Mit der Zeit wirst Du das bestimmt schaffen.
Zitat:
Wie lebt ein Mensch, dem es gut geht?


Vermutlich genau so, wie Du lebst und so wie ich lebe. Also nicht anders.
Allerdings bewertet ein Mensch, dem es häufiger gut geht sich nicht so streng, wie Du es mit Dir selbst machst.

Zitat:
Ich glaube, dass ein grosser Punkt das nicht für sich selbst leben ist. Und ich merke das erst jetzt. Nach Jahren.


Du merkst es jetzt. Ist das nicht toll, gedanklich einen weiteren wichtigen Punkt für Dich herausgefunden zu haben.

Zitat:
Aber jetzt fühle ich mich fiebrig und ich bin so unsicher und traurig und wieder weiss ich nicht warum.
Geht das vorüber, wenn ich das mehr trainiere und trotzdem tue auch wenn es mich stresst?


Bestimmt wird das immer besser werden, wenn Du etwas trotzdem machst, obwohl Dir
Dein Unterbewusstsein noch sagt,
"Sei vorsichtig, einfach das zu tun, was Du gern möchtest. Vielleicht möchten andere nicht,
dass Du Dich frei bewegst und entwickelst."

Zitat:
Ich verstehe immer noch nicht ganz was ich überhaupt loslassen soll.


Sobald Du verstehst, dass Du Dich nur selbst nicht so stark begrenzen solltest, sondern Dich
selbst mit mehr Verständnis sehen solltest,
dann, ja dann gibt es nur noch wenig Grund, so starke Angst zu fühlen.

Zitat:
Stimmt, ich urteile schnell. Das ist dann das was mich an anderen stört. Das nennt man dann wohl Spiegelung.


Es ist nicht falsch schnell zu urteilen. Wir Menschen urteilen oder besser gesagt beurteilen alles, vom Aufstehen am Morgen,
bis zum Schlafengehen.

Zitat:
Die Ängste werden so existentiell, bei "grösseren" Sachen bin ich dann so blockiert, dass ich nicht mehr richtig für mich sorgen kann, ich kann nicht mehr essen, mir kein Mahl mehr zubereiten, gehe nicht mehr raus und verstecke mich im dunklen Zimmer. Ich kann mich kaum mehr bewegen, ich bin dann so erstarrt. Alles fällt schwer, alles ist eine Überwindung, auch duschen z.b.


Du beschreibst hier wunderbar, wie Gefühle einen Menschen blockieren können, wenn man es ihnen erlaubt.
Zitat:
Da helfen alle vernünftigen Gedanken nicht mehr.


Hier wiederspreche ich Dir. Nur die von Dir so genannten "vernünftigen Gedanken",
können Dir nach und nach immer besser aus solchen belastenden Situationen sicher heraus helfen.
Ich nennen diese "vernünftigen Gedanken", sachliche Gedanken oder sachliche Argumente.
Zitat:
Vielleicht wenn ich das immer trainiere? Insbesondere bei kleinen Sachen?


Genau das ist Dein Schlüssel zum Erfolg! Trainiere es immer wieder, jeden Tag. Du wirst sehen, nach anfänglichen
Schwierigkeiten wird es bestimmt bald Spaß machen, Grenzen welche Du früher nie überschreiten wolltest immer
dann, wenn Du es möchtest doch mal zu überschreiten.
Und Du wirst sehen, nichts passiert, wenn Du dies machst.
Zitat:
Es hat sich mittlerweile so verselbstständigt dass ich oft nicht merke, dass ich da wieder diese Gedanken habe, schwierig zu beschreiben, es fällt mir nicht immer auf und das wäre ja zuerst mal die Grundvoraussetzung dass ich das bemerke.


Du beschreibst das sehr, sehr gut. Ängstler merken es meistens nicht, weil sich eine bestimmte Denkweise automatisiert hat,
scheinbar verselbständigt.
Dies gilt es wieder, sich bewusst zu machen und somit diese Automatik immer dann auszuschalten, wenn Du es möchtest.

Ich hoffe, Du verstehst, was ich ausdrücken möchte. Falls Du es anders siehst, dann schreibe das bitte.

Viele Grüße

Bernhard

11.10.2018 23:01 • x 2 #12


aldia249

aldia249


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Liebe Freisein,
sorry, dass ich mich so wenig melde. Bei mir geht es leider gerade ein bisschen drunter und drüber mit allem.

Zitat:
Ich war heute einkaufen, das mache ich selten. Und ich bin früher aufgestanden als sonst. Ich hab also was Gutes geschafft.
Ich finde es klasse, dass du nicht aufgibst und weiter machst. Genau so und nicht anders.

Zitat:
Geht das vorüber, wenn ich das mehr trainiere und trotzdem tue auch wenn es mich stresst?
Genau hier ist die Schwierigkeit. Manchmal ist es eine Gratwanderung zwischen Antrieb und "zu viel" Vielleicht kann dich dabei dein Partner unterstützen? Bei mir war es auch immer dieses : soll ich mich jetzt zwingen über die Grenze zu gehen?! ich meine klar, es ist deine Grenze und dein Partner kennt sie nicht, aber er kann dir objektiv aus der Außenstehenden-Perspektive dein Verhalten spiegeln und das hilft dann schon manchmal, ne Ermunterung zu bekommen oder auch mal ein "Stop-du hast tust zu viel!" Weißt, wie ich meine?

Zitat:
Ich verstehe immer noch nicht ganz was ich überhaupt loslassen soll.
Richtet sich das vielleicht an negative Erinnerungen aus der Vergangenheit? Da gibt es sicherlich einiges, was schief lief und zu falschen Glaubenssätzen geführt hat, wie z.B. "ich darf vor anderen mein Gesicht nicht verlieren" Was war in deiner Kindheit, das dich immer wieder ermahnt hat, dein Gesicht nicht zu verlieren, weil es Schwäche bedeuten würde? Fühl mal in dich hinein. Das ist Arbeit für die Therapie.

Zitat:
z.b. Da helfen alle vernünftigen Gedanken nicht mehr.
Die Gefahr unserer Gedanken (also wir "Psychos" // nett gemeint:)) ist oft, dass sie umso unvernünftiger werden je mehr wir versuchen, vernünftige Gedanken zu fassen. Es rutscht ins Extremum und Grübelei / totales S/W-Denken und Depression. Gut gehts dem, der nicht denkt. Hast du schon mal was von Akzeptanz und commitment gehört? Das kann ich dir auch sehr empfehlen. Da gibts zahlreiche Bücher zu. Das hat mich auch in der dunkelsten Phase unterstützt. Da geht es darum, eine Methode zu erlernen, wie man Gedanken zu bewerten hat bzw. wie man mit ihnen umgeht. Nur als Tipp..kann ich sehr empfehlen.

ich wünsche dir einen schönen Tag!

12.10.2018 14:19 • x 1 #13


Icefalki

Icefalki


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Liebe @Freisein , ich bin mir nicht sicher, aber Hashimoto und deine Probleme schreien förmlich nach einem Zusammenhang.

Hab jetzt mal bissle rumgegoogelt und bin ehrlich gesagt entsetzt. Deshalb meine Frage an dich, bist du bei einem Endokrinologen, der sich mit Hashimoto wirklich auskennt, oder beim Hausarzt?

12.10.2018 14:21 • x 2 #14


aldia249

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Zitat von Hotin:
Du beschreibst das sehr, sehr gut. Ängstler merken es meistens nicht, weil sich eine bestimmte Denkweise automatisiert hat,
scheinbar verselbständigt.
Dies gilt es wieder, sich bewusst zu machen und somit diese Automatik immer dann auszuschalten, wenn Du es möchtest.



Ja diese falschen Glaubenssätze, die sich irgendwann eingespielt haben und jetzt unsere Gefühlswelt dominieren. Das muss so nicht sein. Wenn man sich die Muster bewusst macht, kann man vieles anders bewerten und dementsprechend handeln

12.10.2018 14:22 • x 2 #15


Freisein


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Liebe alle, ich danke euch allen für die zahlreichen Antworten

@Hotin ich bin zu einem grossen Teil mit den einverstanden was du geschrieben hast, und es hat mich auch ermutigt, heute doch noch in den Garten zu gehen und ein bisschen "aufzuräumen". Der Abend war in der Tat sehr schön und friedlich, ich habe uns was gesundes gekocht, das nicht nur gesund, sondern auch sehr lecker war. Ich konnte meiner Freundin etwas geben, Tips zur Darmreinigung und Leberreinigung und irgendwie hat das gut getan. Dass ich vielleicht doch nicht so wertlos bin, wenn ich anderen ein klein wenig helfen kann. Es ist zwar seinen Selbstwert über jemanden anderen beziehen aber im Moment ist mir das gerade egal, weil es sich einfach gut angefühlt hat. Ich glaube ich habe damit mein inneres Kind genährt, denn es war keine "erwachsene" ruhige Freude sondern eine aufgeregte "kindliche", wie ein Kind das sich sehr freut wenn es gelobt wird.

"Dein Unterbewusstsein noch sagt,
"Sei vorsichtig, einfach das zu tun, was Du gern möchtest. Vielleicht möchten andere nicht,
dass Du Dich frei bewegst und entwickelst.""

Da hast du den Nagel eindeutig auf den Kopf getroffen!

In einem Punkt kann ich dir leider aus meiner Erfahrung nicht zustimmen, das ist wenn sich der Zustand der Angst verselbständigt und die Starre kommt. Ich versuche dann schon mich zu beruhigen und mir zu sagen da ist nichts, das Duschen wird dir gut tun z.b. oder es kann dir gar nichts passieren, du bist jetzt in Sicherheit aber diese Gedanken greifen nicht stark. Das beste Mittel ist in solchen Momenten über den Körper zu gehen, z.b. Tennisbälle unter die Füsse und mit Druck die Füsse stimulieren, abschrubben beim Duschen, Bodyscan. Das greift aber nur kurz. Aber genau da muss ich auch zugeben, das sollte ich dann konsequenter machen.

In der Therapie ist dieser Punkt, mehr Verständnis für sich selbst aufzubringen und sich liebevoller zu begegnen immer wieder ein Thema. Meine inneren Kritiker sind sehr stark ausgeprägt. Einer dieser Kritiker sagt, das sei selbstbetüdelung und einfach nur lächerlich und absoluter Käse. Das war für mich lange eine Wahrheit (Glaubenssatz). Inzwischen spüre ich eine Veränderung. Und das ist gut so.

@aldia Danke dass du dir Zeit für mich nimmst, obwohl es bei dir drunter und drüber geht. Ich antworte dir später ausführlicher und dir auch @Icefalki

Denn jetzt: gehe ich in den Garten!

14.10.2018 13:51 • x 1 #16


Freisein


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@aldia ja genau, das mit dieser Grenze... Resp. der Grenzüberschreitung... Das ist tatsächlich schwierig auch für mich. Manchmal gehe ich darüber und bin dann völlig erschöpft. Und zu wenig machen ist aber auch irgendwie nicht das Richtige, habe ich das Gefühl. Ich habe festgestellt, dass ich schon etwas machen kann, aber einfach weniger lang. Und wenn ich dann für Anzeichen, dass jetzt genug ist, übergehe, dann bin ich k.o. übergehe ich meine Grenzen über mehrere Tage, brauche ich etwa 3 Wochen um mich zu "erholen". Ich denke es ist ein ausprobieren und ganz gut auf sich hören. Mein Freund bringt mich eher dazu, die Grenzen zu lange zu überschreiten (er ist halt fit und weiss gar nicht wie das ist, er versteht es nicht).
Ich glaube wir müssen das Mittelmass finden. Nicht an einem Tag alles geben um dann am Nächsten Tag wieder völlig k.o. zu sein. Das sind zu krasse Schwankungen.

In meiner Kindheit hatte ich nicht ganz die Sicherheit erhalten, die ich gebraucht hätte. Meine Mutter hatte selber mit sich zu kämpfen und mein Vater war mit der Situation überfordert. Mein Bruder lenkte die Aufmerksamkeit mit seinem Jähzorn auf sich. Ich ging da ein bisschen unter. Ich war das problemlose, brave Kind, mein Bruder das "Problemkind". Meine Mutter hatte sehr starke Stimmungsschwankungen, sie war manchmal einfach grundlos wütend. Ich habe nie gewusst, wie sie heute drauf war und hab gelernt, Sensoren zu entwickeln um jede Emotion von ihr zu erfassen und mich dann dementsprechend brav oder vorsichtig zu verhalten. Das Zuhause habe ich als dunkel und manchmal sehr bedrohlich erlebt.

An dem Buch über Akzeptanz bin ich sehr interessiert. Könntest du mir per PN den Titel und Autor senden?

@Icefalki ich bin beim Endokrinologen. Was hast du denn gegoogelt?

@Hotin ich habe noch eine Frage zu den vernünftigen Gedanken. Ich habe ja oben im Text ein paar formuliert, sind das vielleicht nicht die "richtigen", besser gesagt, wirksamen Gedanken? Wie könnte ein hilfreicher Gedanke aussehen?

14.10.2018 18:01 • x 2 #17


Icefalki

Icefalki


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Zitat von Freisein:
@Icefalki ich bin beim Endokrinologen. Was hast du denn gegoogelt?


Nur, dass da ein Fachmann ran muss. Und du bist ja bei einem. Insofern alles gut.

14.10.2018 18:38 • #18


Hotin

Hotin


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Hallo Freisein,
Zitat:
Ich habe ja oben im Text ein paar formuliert, sind das vielleicht nicht die "richtigen", besser gesagt, wirksamen Gedanken?


Nicht nur Deine Gedanken in diesem Text sind "richtig". Ich lese schon immer gute,
hilfreiche Gedanken in Deinen Texten. Nur reicht es nicht immer aus, gute Gedanken zu formulieren.

Zitat:
das mit dieser Grenze... Resp. der Grenzüberschreitung... Das ist tatsächlich schwierig auch für mich. Manchmal gehe
ich darüber und bin dann völlig erschöpft. Und zu wenig machen ist aber auch irgendwie nicht das Richtige, habe ich das Gefühl.


Sehr gut beschrieben. Sowohl zu viel, als auch zu wenig zu machen ist nicht sinnvoll.
Das richtige Maß findest Du, wenn Du immer mal in Dich hinein hörst. Nicht jeder Tag ist gleich gut in uns.

Zitat:
Ich denke es ist ein ausprobieren und ganz gut auf sich hören.
Ich glaube wir müssen das Mittelmass finden. Nicht an einem Tag alles geben um dann am Nächsten Tag wieder
völlig k.o. zu sein.


So ist es.

Zitat:
In meiner Kindheit hatte ich nicht ganz die Sicherheit erhalten, die ich gebraucht hätte. Meine Mutter hatte selber
mit sich zu kämpfen und mein Vater war mit der Situation überfordert.


Dies hast Du schon einmal vor längerer Zeit beschrieben. So war es in Deiner Kindheit.
Nun bist Du erwachsen.
Jetzt muss die Sicherheit hauptsächlich aus Dir selbst heraus kommen.
Das kann Dir niemand abnehmen.
Und wenn es gut bei euch läuft, dann solltest Du gelegentlich Deinen Freund gedanklich stützen und er Dich.
Das heißt, ihr solltet euch gegenseitig zusätzliche Sicherheit geben.
Zitat:
Ich war das problemlose, brave Kind,
Ich habe nie gewusst, wie sie heute drauf war und hab gelernt, Sensoren zu entwickeln um jede Emotion von ihr zu
erfassen und mich dann dementsprechend brav oder vorsichtig zu verhalten.


Damals war das richtig. Diese Verhaltensweise hat Dir sehr geholfen.
Heute nun, kannst Du mit dieser Verhaltensweise nicht mehr viel anfangen.
Also solltest Du umlernen.
Dein Partner braucht viel mehr eine Frau an seiner Seite, die eine klare Meinung vertritt.
Eine Frau die keine "Ja-Sagerin" ist und deshalb auch mal schwierig ist, wenn es darum geht
um etwas zu streiten.

Allerdings bitte vergiss nie, eine gute Partnerschaft lebt vor allen davon, dass man fast immer eine gemeinsame Ebene findet.
Das sollte schon jeder mal dickköpfig sein dürfen und auch jeder muss auch schon mal nachgeben im Streit.

Zitat:
Wie könnte ein hilfreicher Gedanke aussehen?


Einer der hilfreichsten Gedanken ist:
Ich Freisein bin gut, so wie ich bin!
Ob ich mich allerdings so verhalten werde, dass andere mein Verhalten auch mögen,
dies werde ich immer neu entscheiden.
Ich bin auch gut, wenn jemand anderes nicht gut findet, was ich sage oder mache.
Weil es ist mein Leben und folglich sind es auch meine Gedanken und Entscheidungen, die andere tolerieren
müssen, auch wenn sie anderer Meinung sind.

Viele Grüße

Bernhard

14.10.2018 22:08 • x 2 #19


Freisein


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Danke Hotin für diese Zeilen! Könnte dich grad knutschen für einige deiner Sätze.

Der da hat es mir besonders angetan, das ist meine ich das Kernthema: Ich bin auch gut, wenn jemand anderes nicht gut findet, was ich sage oder mache.

Den schreib ich mir auf und häng ihn auf im Schlafzimmer an die Kommode, die ich als erstes am Morgen sehe

an euch alle

18.10.2018 14:37 • x 1 #20




Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser

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