Sonnenfinsterni.

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Hallo ihr Lieben!

Ich bin total fertig. Ich fühle mich genau wie vor drei Jahren (nur gefühlt noch schlimmer). Ich habe wieder eine (schwere) Depression. Komme gar nicht mehr klar. Habe Schmerzen in der Brust, wandel nur herum, grübele, denke über meinen Tod nach, bekomme rein gar nichts mehr hin. Zudem muss ich noch meine Abschlussarbeit schreiben und für meine letzte Prüfung im Studium lernen. Da ist gar nicht dran zu denken! Arbeiten gehen kann ich auch nicht.
Nehme Citalopram 20mg und bei Bedarf eine halbe Bromazepam. Wann wird das Martyrium endlich besser? Habe gelesen, dass Antidepressiva wie Citalopram häufig gar nicht wirken.

Ich habe solche Angst und brauche jetzt einfach mal Tipps, was ich machen kann. Bei einem Psychiater war ich noch nicht. Nur bei meiner Hausärztin. Einen Therapieplatz habe ich auch nicht. Auch meine Familie und Freunde versuchen mir zu helfen, wo sie nur können, gehen aber alle arbeiten und ich bräuchte eigentlich 24-Stunden jemanden bei mir.

Traurige Grüße,

P.

20.03.2016 23:03 • 29.12.2018 #1


3 Antworten ↓


Hotin

Hotin


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Hallo Sonnenfinsternis,

herzlich willkommen.
Was Du beschreibst, hört sich nach einer einfachen Überlastung an.

Eine Abschlussarbeit schreiben und gleichzeitig über Deinen Tod nachdenken
kann schlecht funktionieren.
Willst Du Dich nicht mal für eins von beiden entscheiden?

Zitat:
Wann wird das Martyrium endlich besser?


Vermutlich dann, wenn Du Dich für das Leben und dafür entscheidest,
und das Du Deine Überlastung langsam reduzierst.
Zitat:
Auch meine Familie und Freunde versuchen mir zu helfen, wo sie nur können


Na prima. Hast Du schon einmal gehört, das ein anderer jemandem aus einer
Angststörung helfen konnte? Das geht wohl kaum.
Die einzige, die Dir helfen kann, bist Du selbst.
Zitat:
ich bräuchte eigentlich 24-Stunden jemanden bei mir.


Und dann? Wofür brauchst Du dann noch ein Studium?
Was wird dann besser an Deiner Angststörung, wenn
ständig jemand neben Dir sitzt?

Bitte nicht böses sein, wenn ich Dich provoziere. Verständnis wird Dir
wenig helfen.
Du bist am Zug, was willst Du als nächstes tun?

Viele Grüße und frage nach, wenn Du etwas nicht verstanden hast.

Bernhard

21.03.2016 02:13 • #2


Sonnenfinsterni.


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Hallo liebes Forum,

vor etwa drei Jahren war ich schonmal hier aktiv und konnte Sorgen und Ängste loswerden oder anderen bei ihren Ängsten beistehen.

Nun brauche ich mal wieder Beistand:

Ich befinde mich grade wieder in einer schweren depressiven Episode und sehe keinen Weg daraus. Bin seit 12 Wochen (!) stationär und nichts hilft wirklich. Weder die Medikamente, noch die Therapien. Ich wache jeden Tag auf und durchlebe die Hölle auf Erden. Bis etwa zum frühen Abend habe ich dann ein starkes Stimmungstief und riesige Ängste.

Ich weiß nicht, wie lange ich das ganze noch aushalten kann. Sogar Suizidgedanken machen sich immer wieder in meinem Kopf breit. Die machen zusätzlich noch Angst. Kennt ihr das?

Ich nehme seit gestern Lithium (hat einer von euch damit Erfahrungen?).

Danke für die Möglichkeit, mich mitzuteilen!

Euer P.

28.12.2018 20:58 • #3


colalime


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Bei schweren Depressionen hilft glaub ich erstmal nur eines: Man muss unendlich stark kämpfen, jeden Tag aufs neue!

Was ich dir garantieren/versprechen kann, ist das es besser wird, wenn du die richtigen Therapie bekommst!
Die richtigen Antidepressiva werden dir helfen zunächst mal wieder auf die Beine zu kommen und sie fangen die Tiefs ab. Machen dich so gesehen handlungsfähig, du wirst wieder ein Stückchen Selbstverantwortung übernehmen können.

Dann ist es noch ganz ganz wichtig, dass du die richtige Therapieform für dich findest. Das kann Verhaltenstherapie sein, aber vor allem wenn da unverarbeitete Dinge aus dem Unterbewusstsein kommen eine Tiefenpsychologische THerapie. Also quasi Ursachenforschung wieso ist die Depression da und was möchte sie dir mitteilen!

Ich finde Hotins Beitrag völlig ungeeignet, bei einer schweren depressiven Episode brauchst du jede Hilfe die du kriegen kannst. Und ja das sind dann auch Angehörige, Freunde die dich verstehen und dich entlasten! Natürlich versuche immmer so weit es dir möglich ist in Selbstverantwortung zu bleiben! Auch pausenloses und unendliches Reden über dieselben Themen mit Angehörigen kann auf Dauer schaden. Ist aber in einem gewissen Rahmen völlig legitim und notwendig!

Also ich würde es so zusammenfassen:
*Nimm dir den Druck -> Du kannst jetzt nicht sofort wieder einwandfrei funktionieren; eine schwere Depression ist eine ganz heftige Erschütterung des gesamten Menschen!
* Mach kleine Mikro/Babyschritte du wirst sehen mit der Zeit wird das immer besser! >> Also auch wenn du am Tag eine Seite deiner Abschlussarbeit schreibst dann ist das schon mal etwas! Vielleicht kannst du dich an deine Hochschule wenden und deine Misslage mitteilen und man kann einen gemeinsamen Weg finden, dass du da weiter machen kannst, indem du halt mehr Zeit bekommst oder ähnliches.
* Finde den richtigen Therapeuten und achte auf deine Gefühle: Hass&Wut&Trauer und Schuld sind höchstwahrscheinlich da und wollen gefühlt werden!
* Der Faktor Zeit ist dein verbündeter! - Auch wenn dir die Zeit unendlich scheint, sie wird vergehen und dein Zustand wird sich verbessern.

Von Herzen, Alles Gute und unendlich viel Kraft wünsch ich dir, du kannst und wirst das durchstehen und überwinden!
Du bist nicht alleine, es gibt viele Menschen die sowas erleben und überwinden. Es wird besser das versprech ich dir!

Was auch immer du wissen möchtest oder dir von der Seele schreiben möchtest, ist herzlich willkommen!

LG

29.12.2018 17:22 • #4



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser