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201202.08




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Hallo ihr Lieben,

Mitte Juni 2012 hab ich hier meine Geschichte erzählt. ich hatte mit Panikattacken und darauf aufbauend einer schlimmen Depression zu kämpfen. Mittlerweile hat sich mein Zustand sehr gebessert, mein Therapeut sagt mir, ich hätte die Kontrolle über meine Angst und aus dem tiefen Tal der depression bin ich auch raus. Mein Leben lief fast wieder gut.

ABER: seit ein paar Tagen merke ich, dass ich mich rückläufig entwickle. Ich habe jetzt keine Angst mehr, rauszugehen oder bin zu schwach, jetzt sehe ich plötzlich keinen Sinn mehr in allem. Mir ist alles egal, ob ich je wieder gesund werde, ob ich esse, schlafe usw. dieses Gefühl kam von heut auf morgen.. Ich muss dazu sagen, dass ich wegen der Erkrankung seit März nichts mehr zu tun habe und jetzt, wo ich eigentlich könnte, auch leider gar nichts. Ich hab Semesterferien, keine Hobbys, hatte auch noch nie an etwas echtes Interesse und trotz tagelangem Grübeln weiß ich nicht, was ich die nächsten 9 Wochen tun soll.. Mein Kopf fühlt sich nur noch leer und müde an, ich weine stundenlang.. Alte Muster kommen zurück und das schlimmste ist, es ist mir egal, egal, wie sich mein leben entwickeln wird, ich hab wichtige Entscheidungen zu treffen, aber auch das ist mir egal.. Ich will nicht wieder zurück in die tiefe Depression und Angst..

Kann vielleicht kann mir jemand einen Rat geben? Aber bitte nicht "geh raus". Das tue ich nicht, weil ich eh nicht mehr will..

Vielen lieben Dank
Klara



  02.08.2012 11:24  
Hallo Klara1409,
oh je, das hört sich nach einer Depression an. Also die Symptome, die du beschreibst, sprechen dafür (alles egal sein, weinen, keinen sinn im leben haben...). Und wegen diesem Stress fällst du auch, wie du schreibst, in alte Muster zurück... . Anscheinend gibt es noch etwas in deinem Leben, was nicht ganz richtig läuft und woran gearbeitet werden soll. Oft ist es nicht genug, sich nur soweit durch die Therapie hochzuarbeiten, dass man alles wie früher machen kann. Die Ursache für die Ängste und Depressionen liegt tiefer.. . Und diese gilt es zu finden und an der Lösung zu arbeiten. z.B. der Auslöser ist: Man ist unglücklich in seinem Job, oder man ist in einer unglücklichen Beziehung, oder man leidet an der Arbeitslosigkeit oder es liegt schwere Krankheit in der Familie vor... . Und da kann man Ängste entwickeln: Angst einkaufen zu gehen, Auto zu fahren, Depressionen. Es sind nur Symptome...hinter der etwas Festeres, Tieferes steckt. Und da musst du ran. Sonst kommt die Angst und die Depression wieder ... . . Ich weiss, das ist so kompliziert. Ich habe das auch so durch. Aber es muss wircklich die Ursache gesucht werden. Nur wenn das Hauptproblem gelöst wird, verschwinden auch die Symptome.

Viele Grüße, Sumi



  10.08.2012 09:42  
Hallo Klara,

nachdem Du mit Deiner Angst besser umgehen gelernt hast, bieten sich Dir - da Du nicht mehr so viel vermeiden MUSST - neue Perspektiven und Möglichkeiten, die Du derzeit aber noch nicht nutzen kannst. Du begreifst sie noch nicht als Chance für eine Weiterentwicklung, sondern eher als Bedrohung. Ziele für Dich hast Du scheinbar bisher wenige formuliert, Du weisst mit einer neu gewonnenen Freiheit nicht viel anzufangen, so daß die negativen Gefühle noch überwiegen. Dies führt auch zu Deinen depressiven Gefühlen.

Darin liegt aber eindeutig etwas Positives! Ein grundlegendes Problem in Deinem Leben liegt jetzt offen, so daß Du daran arbeiten kannst, auch wenn es sich derzeit nur schwer anfühlt - den Umgang mit Dir selbst, was will ich in meinem Leben, was fang ich mit mir und meinen Möglichkeiten an, was muß ich dazu neu lernen, welche Ängste und Unsicherheiten überwinden, wie kann ich lernen, selbst Verantwortung dafür zu übernehmen, wie es mir geht, welchen Sinn ich meinem Leben geben will, was ich brauche, um glücklicher zu sein ?

Nutze jetzt Deine Therapie, um an diesen grundlegenden Bereich heran zu gehen. Falls Deine Gefühle sehr beschwerlich sind und Du Dich nicht ausreichend aktivieren kannst, empfehle ich Dir zusammen mit Deinem Therapeuten zu überlegen, ob eine Kombinationsbehandlung mit Antidepressiva sinnvoll wäre. Dies öffnet häufig "neue Türen". Solltest Du merken, dass dU intensivere Hilfe in einem strukturierten Rahmen brauchst, wäre auch an einen stationären Aufenthalt in einer Fachklinik zu denken, um danach ambulant weiter zu machen. Auch dies solltest Du mit Deinem Therapeuten offen besprechen. Ich kann hier nicht ganz individuell auf Dich eingehen, da ich Dich dazu persönlich und genauer kennen müsste. Deshalb sind das allgemeine Empfehlungen aus meiner Erfahrung heraus. Das Gespräch mit Deinem Therapeuten kann dies keinesfalls ersetzen.

Aber ich sehe große Chnacen, dass Du eine nachhaltige Verbesserung schaffen kannst, wenn Du in diesem Sinne an Dir arbeitest und grundlegende Probleme angehst. Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg!

Herzlichen Gruß

Bernd Remelius

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