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slacki
Mitglied

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Ich kämpfe schon länger mit Depressionen, wobei ich mir oft denke, ich bin einfach nur faul und habe halt auf nichts Lust. Als wäre das einfach meine Art. Dann denke ich aber an meine Kindheit zurück und. da war das nicht so. Naja, jedenfalls bin ich seit paar Monaten wieder in so einem Zustand und irgendwie mag ich auch gar nicht da raus. Irgendwie will ich, dass es bergab geht. Ich frage mich, ob das wer kennt und ob es irgendwas gibt, was dagegen hilft, aber möglichst subtil und niederschwellig.

13.01.2026 x 2 #1


18 Antworten ↓


Kedici
Ich kann das gut nachempfinden. Ich habe mich auch schon manchmal gefragt oder mir selbst vorgeworfen einfach nur faul und träge zu sein. Aber jetzt ist es so dass es durchaus sein kann dass es auch ein Teil deines Charakters sein kann ein bisschen mehr gemütlich zu sein, introvertiert, lieber zu Hause und vielleicht sogar ein bisschen faul. Wenn man sich aber für nichts schönes mehr motivieren kann, lustlos ist und wenig Freude, Glücksgefühle empfindet dann ist es eine Depression. Und dann darf man auch den mangelnden Antrieb nicht mit Faulheit gleichsetzen.
Gerade der Punkt dass du möchtest dass es bergab geht weist eher auf Depression hin. Vielleicht willst du lieber an den Punkt kommen wo du dich einfach hinlegen kannst um deine Ruhe zu haben, dich niemand stört weil du keine Kraft mehr hast für die alltäglichen Aufgaben und auch kein Spaß mehr dabei hast.
Wie ist denn dein aktueller Lebensstatus? Arbeitest du noch oder bist du zu Hause? Bist du in Therapie? Hast du schonmal eine gemacht? Nimmst du Tabletten?
Lg

x 3 #2


A


Nicht mehr aus dem Sog kommen wollen

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Lina60
Lieber @slacki, habe mir gerade überlegt was ich Dir schreiben soll, da kam @kedicis Schreiben ein. Ich finde @kedicis hat Dir sehr gut beschrieben, was die Möglichkeiten sind, und wichtige Fragen gestellt. Ich kann Jede Zeile unterschreiben.

Was meinst Du damit, wenn Du schreibst, Du möchtest möglich subtile und niederschweflige Hilfe ?

x 1 #3


S
- Wie ist denn dein aktueller Lebensstatus?
Mir ist nicht ganz klar was du damit meinst. Ich lebe zu Hause allein. Naja, oder vegetiere allein zu Hause... leben würde ich das momentan nicht nennen.
- Arbeitest du noch oder bist du zu Hause?
Seit 2 Jahren arbeite ich nicht mehr.
- Bist du in Therapie?
Mal mehr mal weniger. Eigentlich hatte ich jede Woche Therapie, aber seit November letzten Jahres habe ich meinen Psychiater eher weniger bis gar nicht gesehen.
- Hast du schonmal eine gemacht?
Ja, schon viele.
- Nimmst du Tabletten?
Nicht mehr. Ausser Nebenwirkungen helfen die nicht. Das Ketamin hilft gegen Suizidgedanken, aber der Trip ist ... heftig finde ich. Bekomme das seltenst ambulant i.v., meistens um Winter rum wenn die Gedanken kritisch werden. Das letzte Mal war glaube ich Januar 2024.

@Lina60
Es sollte halt wirklich einfach sein. Und vielleicht nicht irgend eine Erkrankung im Vordergrund stehen. Weis nicht genau wie ich das formulieren kann...eine Selbsthilfegruppe wäre z.B. für mich keine Option. Zum einen wegen dem Aufwand, zum anderen wegen dem Themen-Schwerpunkt.

x 1 #4


Lina60
Lieber @slacki, was hat Dir denn der Psychiater für eine Diagnose gestellt ? Nachdem was Du jetzt geschrieben hast tippe ich eher auf eine Depression. Ketamin kenne ich nicht, doch es gibt viele passende. Medikamente. Leider muss man manchmal viele probieren ( so ging es mir), bis eines verträglich ist und seinen Zweck erfüllt...

Ausserdem möchte ich Dir vorschlagen, mal einen Psychotherapeuten/in zu konsultieren. Psychiater sind viel stärker auf medikamentöse Behandlungen ausgebildet, als Psychotherapeuten, die sich nur mit der Psyche befassen. Natürlich musst Du auch da ev. mehrere Erstgespräche führen, um heraus zu finden , ob die Chemie zwischen Euch stimmt. Denn das ist zentral für das Gelingen einer Therapie.

Dann meintest Du mit der Aussage, dass Du möglichst subtile und niederschweflige Hilfe möchtest : keine Gruppentherapie ? Wie geschrieben, ich sehe Potential in einer Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten.

x 2 #5


S
Ja ich bin dran mit der Psychotherapie... leider ist hier alles ausgebucht und Wartelisten gibts nicht. Mit viel Glück fängt im März was an (Verhaltensthera, speziell wegen der Ängste), aber...solange ich nicht dort in Therapie bin, bleibt das wäre-schön-wenn aka Wunschdenken. Ich glaube da aktuell nicht so wirklich dran, einen Platz zu bekommen.

Meine Diagnose(n) sind vielfältig, die letzten Psychiater sind der Meinung, ich sei auf dem Autismus-Spektrum. Würde ich mich selbst diagnostizieren würde ich sagen kPTBS mit etwas Asperger und den damit einhergehenden Symptomen (Ängste, Reizüberflutung, Depressionen). Ich bin seit 30 Jahren in Behandlung, mal mehr mal weniger. Deswegen habe ich auch schon etliches an Medis durch, von klassischen Neuroleptikas über atypische, SSRI, SNRI, trizyklische... also würde ich schätzen, würde ich sagen habe ich sicher um die 30-40 Medis durch. Deswegen waren die Ärzte auch bereit das mit dem Ketamin zu versuchen.

x 1 #6


Icefalki
Zitat von slacki:
Depressionen


Nur mal so am Rande: Vitamin D, B, Schilddrüse, ist da alles in der Norm?

x 2 #7


S
Ja, physiologisch scheint alles ok zu sein. Bekomme Vit. D3 Präparate, B12-Spritze, Schilddrüse ist ok.

#8


Abendschein
Zitat von slacki:
Ich kämpfe schon länger mit Depressionen, wobei ich mir oft denke, ich bin einfach nur faul und habe halt auf nichts Lust. Als wäre das einfach meine Art. Dann denke ich aber an meine Kindheit zurück und. da war das nicht so. Naja, jedenfalls bin ich seit paar Monaten wieder in so einem Zustand und irgendwie mag ...

Da hilft doch nur der sogenannte Popo Tritt bei sich selbst. Jeder Tag ist ein Geschenk und kommt so nie wieder.
Jetzt wird es wieder Sonniger und wärmer, mir hat der Weg in die Natur viel gebracht. Heute Morgen habe ich
schon die Gänse gesehen und spüre eine Kraft in mir, nach mehr Bewegung. Bald fängt alles an zu blühen,
die Tage werden länger, ach das Leben ist doch schön, oder kann schön sein. Was wir draus machen.

#9


Luce1
Zitat von slacki:
die letzten Psychiater sind der Meinung, ich sei auf dem Autismus-Spektrum.


Und was wurde Dir dahingehend geraten? Ich habe einen Freund, der Asperger hat, und dem geht es ähnlich.

Ansonsten würde ich Dir wirklich raten, vorübergehend ein AD zu nehmen, einfach, damit Du diese Gefühle wie Freude wieder bekommst, damit Du wieder etwas fühlst.

Bei ADs kann es leider am Anfang der Einnahme zu Suizidgedanken kommen, ich hatte das auch bei einem (Mirtazepin). Aber nach 3 Wochen waren die weg, und ich hatte mein Leben wieder.

Was meinst Du?

#10


Luce1
Zitat von Abendschein:
hilft doch nur der sogenannte Popo Tritt bei sich selbst.


So einen Satz solltest Du niemals zu einem Depressiven sagen.

Der hat nämlich keine Gefühl mehr. Weder Freude, noch Trauer.

x 2 #11


Tuffie1
Hallo Slacki,

Die Krankheit ist schleichend sie schaltet immer mehr dein inneres Licht aus ,ich kenne das. Wenn das Leben einfach immer mehr und mehr zur Last wird ..Nicht jede Strategie ist momentan für dich geeignet um da wieder heraus zu kommen . Nur eins ist klar ,du schaffst es mir kleinen Schritten. Das Gefühl , aufgeben zu wollen ist ein typischer Gedanke da die Energie bei einer Depression gering ist . Das muss so nicht bleiben . Slacki,was tut dir gut ? Was machst du gerne ? Was isst du gerne . ? Und gerade dass solltest du jetzt in kleinen Schritten wieder umsetzen ..Naklar kommt jetzt,dass hat sich alles keinen Sinn ! Woher weiß du das ? Gedanken müssen nicht immer stimmen ..Ein Versuch ist es allemal wert, später kannst du immer noch resignieren..schau mal , was dir vielleicht oder bestimmt alles entgeht wenn du weiter resignierst? Gib die Zeit und habe Geduld .. dass kann Tage ,Wochen Jahr dauern ,na und , eine andere Krankheit kann ebenfalls so lange dauern . Sorge für dich ,mehr und mehr und lasse es geschehen dass es dir Schritt für Schritt besser geht . Ohne Druck. LG gute Besserung

x 2 #12


Tuffie1
@Luce1 Dankeschön, viel zu oft verwende ich diesen Satz auch . Schrecklich . Das ist wirklich kontraproduktiv, selbstschädigend. Eine Depression ist eine Erkrankung egal aus welchem Gründen heraus sie entstanden ist . Mit einer Erkrankung kann man halt nicht alles geben . Selbstfürsorge und von außen. Selbstliebe anstatt selbstschädigend.

x 2 #13


Tuffie1
Ich habe in meiner kognitive Verhaltenstherapie,eine Hausaufgabe aufbekommen , die hatte mir meine Augen geöffnet. Ich sollte zwei ,drei Tage lang mit einem Strich versehen wenn ich mich beim abwerten meiner Person ertappe . Das Blatt war voller Striche . Wie , Bitteschön ist ein Leben ,lebenswert ,wenn den ganzen Tag lang ,schlechte Worte über die eigene Person genannt werden? Unmöglich! Wenn eine Depression (die meisten entstehen heraus so ) behandelt wird mit einer Verhaltensänderung, nicht nur im Denken auch in der Körpersprache , dann kann sie sehr gut behandelt werden.

#14


S
Zitat von Luce1:
Und was wurde Dir dahingehend geraten?

Naja... wirklich was machen kann man nicht, zumindest bei dem Asperger-Zeug. Naja, wenn ich jetzt anfange zu erzählen, dann müsste ich einen Roman schreiben. Also wie sich das äussert, warum es bei mir nicht funktioniert, dann kämen wir an Punkte die mich mein Leben lang schon belasten, und so ein riesen Fass wollte ich jetzt eigentlich nicht aufmachen.

Zitat von Luce1:
vorübergehend ein AD zu nehmen, einfach, damit Du diese Gefühle wie Freude wieder bekommst,

Würde mir irgend ein AD Freude geben, würde ich das gern mein Leben lang nehmen. Aber das gibts halt leider nicht. Oder ich hab es noch nicht gefunden. Hier in der Nähe gibts eine Klinik die bei therapieresistenten Depris Psilocybin stationär gibt, vielleicht sollte ich mit meinem Arzt mal da drüber sprechen. Ansonsten gibt es glaube ich in der Welt der Psychopharmaka (mit üblichen Medikamenten) keine wirkliche Neuerung. Aber vielleicht bin ich auch da auch nicht up2date.

Da sind keine Gefühle mehr. Ausser eben... dass es ganz gut ist, wenn es schlechter wird. Und das fühlt sich irgendwie falsch an. Zumindest vom Kopf. Nein... fühlen ist da falsch, mein Kopf sagt, das sollte so nicht sein. Mein Gefühl sagt, es muss noch viel schlimmer werden :

Zitat von Tuffie1:
Slacki,was tut dir gut ?

Wenn ich das wüsste. Ich weis ehrlich gesagt nicht was ich da drauf antworten soll. Körperlich? Sport. Aber ich mag kein Sport. Psychisch? Früher habe ich mich oft betrunken, aber gut ist das (auf Dauer) sicher nicht. Süssigkeiten sind auch nicht gut auf Dauer. Wobei Süsses eine gute Ablenkung ist. Darum habe ich wohl auch Adipositas (... anderes Thema, da bin ich schon dran).

#15


Abendschein
Zitat von Luce1:
So einen Satz solltest Du niemals zu einem Depressiven sagen. Der hat nämlich keine Gefühl mehr. Weder Freude, noch Trauer.

Bei ihm hörte sich das jetzt nicht so schlimm an. Mal schauen was er selber sagt, dazu. Er schreibt selbst, er ist einfach nur faul. Daraufhin habe ich das geschrieben.

#16


Luce1
Zitat von slacki:
Oder ich hab es noch nicht gefunden.


Also ich leide an schweren Depressionen, das ging so weit, dass ich das Bett kaum verlassen konnte.

Ein AD kann ja auch erhöht werden, damit es greift.

Was war Deine Diagnose, Depression oder Depression Angst?

#17

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Luce1
Hast Du mal eines Tagesklinik in Erwägung gezogen?

Dort kannst Du auch ein AD einschleichen.

Und vor allem hast Du dann eine vorgegebene Struktur - man macht da ja täglich irgendwas.
Mir hat es damals geholfen, mich mit anderen auszutauschen, ohne Scham.

#18


Tuffie1
@slacki süßes auf Dauer und Alk. ist ja auch kein Energie Bringer oder Trost , aber ich denke du weißt das. Bleibe bei den Gedanken Sport ,welchen hast du gerne gemacht?

#19


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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