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75

E

Elfi01
Mitglied

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Vorsicht Triggerwarnung


Warum dürfen wir nicht leben?
Warum müssen wir täglich gegen uns kämpfen?
Warum gibt es Depressionen?
Warum dürfen wir nicht glücklich sein?


Ich verstehe es nicht mehr.
Meine Seele schreit...ich sehe das Leben komme aber nicht hin.
Ich habe eigentlich alles was ich brauche um glücklich zu sein...
Man sagt, dass der Tod schrecklich sei doch schrecklicher ist es tod am Leben zu sein
Ich bete täglich dass es aufhört
Das Monster aus meinem Kopf verschwindet denn alles was ich bisher versucht habe und zwar in jeglicher Richtung hilft nichts.

Jeder meint, dass Krebs eine schwere Erkrankung ist (was es auch bestimmt ist)
Doch lieber hätte ich ihn...

Mein Herz ist taub und die Depression so laut

06.11.2018 x 2 #1


32 Antworten ↓
C

Chingachgook
Gast

Zitat von Elfi01:
Warum dürfen wir nicht leben?

Zitat von Elfi01:
Warum müssen wir täglich gegen uns kämpfen?

Zitat von Elfi01:
Warum dürfen wir nicht glücklich sein?


Mal abgesehen von der Depression als krankhaftem Geschehen, sind diese Fragen natürlich zutiefst mit dem Mensch-Sein verknüpft.
Jeder einigermassen sensible Mensch erkennt die Nichtigkeit alle seiner Bemühungen, wenn es doch früher oder später auf den Tod hinausläuft. Er erkennt seine eigene Fehlerhaftigkeit und Begrenztheit in einer Welt ohne Gnade.
Eine Welt ,die immer nur weh tut und in der sich die Rücksichtlosen durchsetzen. Diejenigen, die auf alles eine Antwort haben, an denen alles abperlt und die scheinbar ihre Ziele ohne Skrupel verfolgen. Und die dafür auch noch belohnt werden.

Ganz anders der depressiv veranlagte Mensch. Er spürt all den Schmerz, der mit der Existenz untrennbar verbunden ist. Er weiss, dass er sich selber nichts verdankt und ist froh, wenn er sich einigermassen durchschlägt.Wenn er grade mal den Kopf über Wasser halten kann.

Ich weigere mich, dies für eine falsche Sicht der Dinge zu halten. Für mich ist es ein Teil der Wahrheit.
Wenn auch ein schmerzlicher Teil.

01.11.2018 21:52 • x 6 #6


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Lebendig tod - Gedanken zu Allerheiligen

x 3


A

Avalon
Gast

Zitat von Blankenaise:
Ich hab die Moderation gebeten sich dieses Thema mal anzuschauen und evtl zu schließen. Wenn hier Leute schreiben, dass sie sich wünschen an Krebs zu sterben ist das rational nicht erklärbar. Als ehemaliger Krebspatient kann ich mich nur widerholen: schämt Euch dafür. Alternativ macht doch mal ein Praktikum auf einer Krebsstation im Krankenhaus um das Elend mal aus der Nähe zu sehen. Und dann überlegt Euch gut ob Ihr wirklich so sterben (besser gesagt: elendig verrecken!) wollt. Oder besser noch, auf einer Kinderkrebsstation. Und dann überlegt mal was Ihr hier teilweise von Euch gebt... Jeder schwerst erkrankte Mensch wär froh wenn er leben könnte. Und Ihr wollt Euer Leben einfach so wegwerfen.... stirnrunzeln

Also ich wäre sehr enttäuscht, wenn die Moderation so ein Thema wirklich schließen würde, nur weil solche Gedanken und Gefühle wegen irgendwelcher Krebspatienten als nicht angebracht angesehen würden. Schließlich wurde der Thread breit von Elfi01 in der richtigen Rubrik gepostet und sogar mit einer Triggerwarnung eingeleitet, so dass man sich eigentlich nicht davon triggern lassen sollte - was dann auch für Menschen mit Krebserfahrungen gelten sollte.

Ich verstehe deine Sichtweise, da du selbst ehemaliger Krebspatient bist weißt du natürlich wie schlimm so etwa wirklich ist, und dies wünscht du natürlich niemandem.
Aber du solltest einfach auch mal versuchen zu verstehen, dass solche Gedanken eines depressiven Menschen überhaupt nichts mit dir und einer echten Krebserkrankung zu tun haben.
Es wäre vielleicht interessant, wenn du in dich hinein fühlen würdest, um mal zu schauen warum dich so eine Aussage überhaupt so berührt?
Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass solche Aussagen bei Krebspatienten das Gefühl auslösen könnte, dass ihre Erkrankung verharmlost wird. Dies wäre dann aber eigentlich ein anders Thema, wo es darum geht den Schwergrad und den Leindensdruck einer Erkrankung zu bewerten und anzuerkennen. In diesem Thread geht es aber eigentlich um die Suizidgedanken eines Menschen mit Depression. Denn nichts anderes sind solche Gedanken und Gefühle, die zwar für Außenstehende sehr seltsam oder befremdlich wirken können, aber eben so existieren können und daher auch so respektiert werden sollten.

Einem Menschen mit Depressionen der solche Gedanken und Gefühle hat zu sagen, dass er sich dafür schämen solle, ist eigentlich nur sehr ignorant, weil man sich gar nicht die Mühe macht sich wirklich in die Gedanken und Gefühlswelt dieses Menschen hinein zu versetzen. Stattdessen glaubt man die eigenen Sichtweisen auf diesen Menschen übertragen zu müssen, statt einfach nur anzuerkennen, dass dieser depressive Mensch einfach wegen der Depression solche Gedanken und Gefühle hat.
Einem Menschen mit solchen Gedanken und Gefühlen zu sagen, dass er sich dafür schämen sollte, hilft ihm auch überhaupt nicht weiter.
Menschen mit Depressionen neigen durch diese Erkrankung eh schon unkontrolliert dazu sich für alles mögliche extrem zu schämen, was dann immer nur zu noch schlimmeren Gedanken und Gefühlen führt.
Wenn sich ein depressiver Mensch wegen solcher Gedanken und Gefühle wirklich dafür schämen würde, sich sogar solche Krebsstationen anschauen würde, um sich dann noch mehr für solche Gedanken zu schämen, dann würde dieser Mensch sicherlich nicht plötzlich erkennen, dass er ja noch Glück im Unglück hat.
Im Gegenteil, er würde durch diese weiteren Schamgedanken sogar eher wieder noch ein Stück näher an den Suizid kommen, da man sich eben gerade wegen solcher Gedanken die man nicht kontrollieren oder verhindern kann als noch lebensunwerter empfindet. Außerdem hätte man durch solche Schamgefühle nur noch mehr Angst davor darüber mal mit anderen Menschen zu sprechen, was schlimm ist, da man so noch mehr das Gefühl bekommt völlig alleine damit zu sein.

Und ganz nebenbei, ich habe damals selbst miterlebt, wie mein Großvater an Krebs jämmerlich verreckt ist. Diese Erfahrung hat mich aber auch nicht davon abgehalten solche dunklen depressiven Gedanken und Gefühle zu entwickeln. Und selbst wenn ich mir damals das Leid auf einer Krebsstation angeschaut hätte, dies hätte nichts daran geändert, da ich solche Gefühle und Gedanken durch die Depression einfach hatte.

06.11.2018 09:10 • x 5 #31


Zum Beitrag im Thema ↓


Uropanoel
Zitat von Elfi01:
Jeder meint, dass Krebs eine schwere Erkrankung ist (was es auch bestimmt ist)
Doch lieber hätte ich ihn.


Dann kannst du ja meinen haben, wäre froh wenn ich ihn los wäre. Ich sag dir aber gleich, er ist nicht Heilbar.
Sprich nicht über Krebs, wenn du keinen hast. Denn dann ist dein Leben kein Leben mehr.
Ich glaub dir das du deine Probleme hast, aber bitte, vergleiche es nicht mit Krebs.

x 8 #2


Hotin
Hallo Elfie,

Depressionen gibt es häufig, weil unser Wille und unsere Prägung (Erziehung)
oft so sehr weit voneinander entfernt sind.
Zitat:
Warum dürfen wir nicht leben?


Du darfst leben. Erlaube es Dir.
Zitat:
Warum dürfen wir nicht glücklich sein?


Du wirst zufrieden werden, wenn Du spürst, wie Du immer mehr Deinen eigenen
Gedanken folgen darfst und Deinen eigenen Weg gehen darfst.
Zitat:
Ich habe eigentlich alles was ich brauche um glücklich zu sein...


Du sprichst von einer materiellen Sicherheit und einer gesellschaftlich Anpassung.
Bist Du Dir auch darüber im Klaren, dass Du denken kannst und darfst, was Du möchtest?
Welcher Mensch/welche Menschen verhindern, dass Du frei denken darfst?
Und vor allem, wer verhindert, das Du Deine freien Gedanken auch aussprechen darfst?

Dir wünsche ich mehr Mut, Dich aus der gedanklichen Abhängigkeit von anderen Menschen immer weiter zu befreien.

Viele Grüße

Bernhard

x 2 #3


A
"Warum" ist kein hilfreicher Fragenansatz. Es führt Dich tiefer und tiefer in die Depression.
Ich habe keine Antwort auf diese drängenden Fragen.
Zitat von Elfi01:
Warum dürfen wir nicht leben?

Das Leben ist jetzt. Die Erlaubnis zu leben kannst Du nur Dir selbst geben.
Vielleicht aber fragtest Du eher, warum Du vom "normalen Leben" Dich soweit entfernt fühlst. Warum es gefühlt kein Leben mehr gibt in Dir.
Es ist schwer auszuhalten, aber die einfache Antwort lautet, dass das ein Teil der Depression ist. Das macht sie mit Dir. Es ist nicht so, dass Du kein Leben mehr hast oder kein Leben mehr fühlst, sondern Deine Gedanken können Deine Gefühle nicht mehr erreichen. Sie sind ausgeblendet, vom schwarzen Hund zugedeckt. Er zerrt an Dir, stellt unsinnige Fragen.
Zitat von Elfi01:
Warum dürfen wir nicht glücklich sein?

Vielleicht, weil Du etwas verloren hast, was wichtig ist für Dein persönliches Glück, Deine persönliche Zufriedenheit. Irgendetwas hat Dich aus dem Gleichgewicht gebracht. Dass Du nicht glücklich bist im Moment (!), ist eine Aufforderung an Dich, herauszufinden, was Dir verloren ging. Zu entdecken, wie Du selbst Dein inneres Gleichgewicht wieder herstellen kannst. Das wäre vielleicht sogar der Zweck der Depression. Ein Aufruf an Dich selbst: Ändere etwas!
Zitat von Elfi01:
Warum müssen wir täglich gegen uns kämpfen?

Damit Du am Leben bleibst. Damit Du diesen Sch... durchstehen kannst. Du kämpfst, weil Du mit dem Rücken zur Wand stehst. Aber auch: weil irgendetwas in Dir nicht aufgeben will, weil dieser Teil der Seele weiß, dass es wieder besser wird.

Es ist die einzige Rettungsleine: Es wird besser werden. Glaube es mir. Ich habe mehrere schwere Schübe hinter mir. Es wird besser werden.
Glaube an Deine Kämpferin in Dir.

x 2 #4


B
Zitat von Elfi01:
Jeder meint, dass Krebs eine schwere Erkrankung ist (was es auch bestimmt ist)
Doch lieber hätte ich ihn...

stirnrunzeln
Damit disqualifizierst Du Dich völlig als ernsthafter Gesprächspartner. Dein Wunsch entbehrt nämlich jeder logischen Grundlage. Als Ex-Krebspatient kann ich nur sagen: schäm Dich !

x 5 #5


C
Zitat von Elfi01:
Warum dürfen wir nicht leben?

Zitat von Elfi01:
Warum müssen wir täglich gegen uns kämpfen?

Zitat von Elfi01:
Warum dürfen wir nicht glücklich sein?


Mal abgesehen von der Depression als krankhaftem Geschehen, sind diese Fragen natürlich zutiefst mit dem Mensch-Sein verknüpft.
Jeder einigermassen sensible Mensch erkennt die Nichtigkeit alle seiner Bemühungen, wenn es doch früher oder später auf den Tod hinausläuft. Er erkennt seine eigene Fehlerhaftigkeit und Begrenztheit in einer Welt ohne Gnade.
Eine Welt ,die immer nur weh tut und in der sich die Rücksichtlosen durchsetzen. Diejenigen, die auf alles eine Antwort haben, an denen alles abperlt und die scheinbar ihre Ziele ohne Skrupel verfolgen. Und die dafür auch noch belohnt werden.

Ganz anders der depressiv veranlagte Mensch. Er spürt all den Schmerz, der mit der Existenz untrennbar verbunden ist. Er weiss, dass er sich selber nichts verdankt und ist froh, wenn er sich einigermassen durchschlägt.Wenn er grade mal den Kopf über Wasser halten kann.

Ich weigere mich, dies für eine falsche Sicht der Dinge zu halten. Für mich ist es ein Teil der Wahrheit.
Wenn auch ein schmerzlicher Teil.

x 6 #6


A
@Blankenaise
Deine Empörung kann ich verstehen.
Ich möchte nichts kleinreden, sondern nur eine Einladung zum Nachvollziehen:
Bei einer Depression spielt sich das Krankheitsgeschehen überwiegend auf mentaler und emotionaler Ebene ab. Wie oft hört man selbst von den besten Freundinnen: "Stell Dich nicht so an.", "Warum kannst du nicht einfach etwas mehr positiv denken?!", "Du bildest Dir da bloß was ein." "Du musst nur wollen." Man hat kein Röntgenbild, kein CT, keinen Blutwert, den man vorweisen kann, der einem schwarz auf weiß zeigt, dass etwas nicht stimmt, dass es wirklich eine sichtbare Ursache gibt.
Jemand mit einer körperlichen Erkrankung muss nicht beweisen, dass er krank ist. Er wird in seiner Krankheit ernstgenommen.
Es geht hier nur darum, etwas Greifbares, Nachweisbares wäre einfacher, verständlicher. Man könnte seine gesamte Energie auf dieses Konkrete richten.

x 1 #7


Gerd1965
Zitat von Antiope:
Er wird in seiner Krankheit ernstgenommen.

Wird er das wirklich?
Wenn sich jemand Krebs wünscht anstatt einer Depression, nimmt derjenige den Krebskranken sicher nicht ernst, meine Meinung.
Ein Krebskranker hier sagt ja auch nicht, er möchte lieber eine Depression. Er nimmt seine Erkrankung an und versucht sie therapieren zu lassen.
Krebs ist Krebs, eine Depression ist eine Depression. Zwei verschiedene schwere Erkrankungen, die jeweils lebensgefährlich aber nicht vergleichbar sind.

x 2 #8


kalina
Leider sind Depressionen auch manchmal lebensgefährlich. Wenn auch aus anderem Grund.

#9


A
Diese Krankheiten lassen sich nicht vergleichen. Ich will auf keinen Fall irgendjemandem die Last, die er zu tragen hat, kleinreden.

Ich weiß leider nicht, ob sich jemand mit einer körperlichen Erkrankung so mit dem ständigen Zweifel der Umgebung auseinanderzusetzen hat.
Ganz klar ist, beide erhalten einen Berg von "guten Ratschlägen", die völlig nutzlos sind oder gar weit an der Realität vorbeigehen.

Aber ich möchte nicht mehr weiter auf diesem unseligen Vergleich herumreiten.

Wenn es mehr als eine depressive Episode gibt, steigt die Sterberate auf 1:2. D.h. Jeder dritte Depressive stirbt. Bei schwersten Depressionen sind es 4 von 5 Leuten.

#10


A
Korrektur: Die Zahl 4 von 5 ist nicht korrekt. Es müsste heißen: bei Selbsttötungen sind über 80 Prozent die Ursache eine Depression.
Dass über 30 Prozent der Depressiv Erkrankten unmittelbar daran sterben, ist korrekt.
Es sind Zahlen, die erschüttern. Insbesondere dann, wenn man dann die Einschätzung der Mitmenschen dagegenstellt.

x 1 #11


B
Zitat von Gerd1965:
Wenn sich jemand Krebs wünscht anstatt einer Depression, nimmt derjenige den Krebskranken sicher nicht ernst, meine Meinung.

Das trifft es aber auf den Punkt.

Zitat von Antiope:
Ich weiß leider nicht, ob sich jemand mit einer körperlichen Erkrankung so mit dem ständigen Zweifel der Umgebung auseinanderzusetzen hat.

Das hat er definitiv.

Zitat von Chingachgook:
Diejenigen, die auf alles eine Antwort haben, an denen alles abperlt und die scheinbar ihre Ziele ohne Skrupel verfolgen. Und die dafür auch noch belohnt werden.

Irgendwann kommt der Punkt im Leben an dem man sich entscheiden muss auf welcher Seite man steht. Auf der Seite derer, die schubsen, oder auf der Seite derer welche immer nur geschubst werden. Wenn man sich entscheidet, sich selber immer nur als das arme Opfer zu sehen welches benachteiligt und schlecht behandelt wird, dann hat man schon verloren. Wenn man aber zur anderen Seite gehören will muss man schon mal selber die Ellenbogen ausklappen um seine Ziele zu erreichen . Geschenkt wird einem in diesem Leben nämlich nix.

Zitat von Antiope:
Jemand mit einer körperlichen Erkrankung muss nicht beweisen, dass er krank ist. Er wird in seiner Krankheit ernstgenommen.

DAS ist nicht wahr. Nur gehen die Leute , die mit körperlichen/chronischen Krankheiten zu kämpfen haben nicht ständig damit hausieren wie böse die Gesellschaft doch ist während sich der Depressive ganz gern mal im Elend suhlt und die Schuld dafür immer bei den Anderen sucht, aber niemals bei sich selber.

Zitat von Gerd1965:
Krebs ist Krebs, eine Depression ist eine Depression. Zwei verschiedene schwere Erkrankungen, die jeweils lebensgefährlich aber nicht vergleichbar sind.

Während bei Depressionen aber der Erkrankte selber viel in der Hand hat , wie er damit umgeht etc , hat der Krebspatient selber nichts in der Hand. Der Depressive sehnt ich vielleicht den Tod herbei , der Krebspatient dagegen hat nur einen Wunsch: nämlich zu ÜBERLEBEN.

Wieviele Leute hier im Forum haben wir denn schon gesehen, die über Jahre hinweg wirklich jeden Ratschlag abgeschmettert haben und nichts, aber auch wirklich nichts, unternehmen wollten um ihren Zustand erträglicher zu machen ? Das waren viele, sehr viele sogar. Mittlerweile bin ich soweit dass ich diese Menschen nicht mehr für voll nehmen kann. Da ich Depressionen aus eigener Erfahrung nur zu gut kenne , kann ich mir erlauben den Vergleich zu ziehen zwischen dem Krebs und der Depression. Und seit dem ich mit dem Krebs behaftet war weiß ich nicht nur wie wertvoll Leben ist, sondern auch dass bei Depressionen vieles an einem selber liegt.

x 5 #12


Uropanoel
[quote="Blankenaise"]Und seit dem ich mit dem Krebs behaftet war weiß ich nicht nur wie wertvoll Leben ist, sondern auch dass bei Depressionen vieles an einem selber liegt.

Viele Krebskranke verfallen in Depressionen, die vorher nicht mal wussten wie das geschrieben wird.
Denn man lebt ständig mit der Angst zu sterben, oder das der Krebs zurückkehrt.
Das bedeutet, das man an zwei Fronten kämpft und es ist nun mal so, das das nur Krebskranke beurteilen können.
Ein Depressiver weiß nicht wie ein Krebskranker leidet und umgekehrt kann ein Krebskranker nicht nachvollziehen wie ein Depressiver leidet.
Schlimm wird es nur wenn man an beides leidet. Allein die Medikamente die ein Krebskranker einnehmen muss, können Depressiv machen.
Und ich weiß wovon ich rede, denn erst kam der Krebs und dadurch die Depressionen und beides zusammen ist große Sch

x 1 #13


A
Zitat von Blankenaise:
Nur gehen die Leute , die mit körperlichen/chronischen Krankheiten zu kämpfen haben nicht ständig damit hausieren wie böse die Gesellschaft doch ist während sich der Depressive ganz gern mal im Elend suhlt und die Schuld dafür immer bei den Anderen sucht, aber niemals bei sich selber.


So, und jetzt werde ich extrem grantig. Hier reklamiert jemand, dass sein eigenes Leid kleingemacht wird, und im Gegenzug wird ein anderer beschuldigt und mit einer ziemlich miesen Masche erledigt: man suhle sich gerne im Leid. Ach, und diesen schei. mit der Schuld, die man immer dem anderen gebe - dieser schei. kommt ja auch noch.
Okay. Dann geht es retour. Es liegt doch GLASKLAR auf der Hand, dass jeder Krebskranke SELBER SCHULD ist an seinem Leid. Hätte er sich gesund ernährt und hätte er nur gesunde Gedanken gehabt und nur positive Gefühle genährt, dann wäre das wohl nicht passiert. Das wissen alle.
Und noch etwas: ständig muss man auf Zehenspitzen gehen, wenn ein armer Krebskranker da ist. So schrecklich. So schlimm. Und lachen darf man auch nicht mehr. Weil man ja das Leid des armen Opfers dann verkennen würde.


So... Und wenn jetzt bei irgendjemandem alle Wutlichter angehen, weil er sich getroffen fühlt ... Bitte, gerne geschehen.

Und als ob Depressive nicht leben wollten - Entschuldigung, dass ist echt eine solche Frechheit! Da spricht jemand, der nicht weiß, was Major Depression bedeutet. Menschen mit Depressionen wollen leben - aber sie wollen nicht mehr so leben, wie sie jeden Tag erleben. Nämlich durch und durch steinern. Jeder Atemzug ein Kampf. Selbst das Existieren verursacht so viel Schuld, die man nicht mehr abtragen kann. Denn ich "verbrauche" Wohnraum, reklamiere Essen für mich, ... Die mir nicht zusteht. Weil ich eigentlich nicht existieren dürfte. Weil ich allen Menschen um mich herum kaputt mache, weil ich sie schädige durch meine Anwesenheit, durch meine Nicht-Tränen. Denn weinen kann ich in einer M.D. nicht. Ich fühle nichts mehr. Die Welt ist grau. Dunkelgrau. Das Essen schmeckt nach schaler, alter Pappe. Ich muss jeden Tag Buße tun für das, was ich anderen Menschen antue mit meiner Existenz.
So nämlich sieht es aus, wenn ich im Gefängnis der M.D. verschwinde.

Meine Frage, ob sich ein chronisch Kranker (egal, ob so oder so) nicht ernst genommen fühle, konnte ich nicht für mich beantworten. Ich weiß es nicht. Ich habe außer chronischem Rheuma und Arthrose an Knien, Sprunggelenken und Händen nichts.
Es war verd... noch mal eine offene ernstgemeinte Frage.

Und jetzt sind wir an genau dem Punkt angekommen, den ich nicht ansteuern wollte. Schwanzvergleich.

Menschen, die unter schweren depressiven Episoden leiden, haben das auch nicht so einfach in der Hand. Auch sie müssen, genauso wie andere Leidende, aushalten und hoffen.
Es ist eine Unterstellung:
Zitat von Blankenaise:
Während bei Depressionen aber der Erkrankte selber viel in der Hand hat , wie er damit umgeht [...]

Und genau das, was Depressive so oft hören: stell Dich nicht so an, denk positiv.
Ich kann mir vorstellen, dass das anderen Menschen ähnlich gehen könnte, die schwere oder chronische Erkrankungen haben.

Ich habe im oberen Abschnitt alles umgedreht und alle Pauschalverurteilungen auf einen Haufen geschmissen. Nur um zu zeigen, wie es andersherum ankommen kann.
Hiermit distanziere ich mich feierlich und ernsthaft von diesem Stammtischgesülze im oberen Abschnitt. Ich habe echt genug von diesen Vergleichen und dem Wettkampf, wer der allerärmste Hund auf der Welt ist.

Das ist nämlich Knuddel, seines Zeichens Weihnachtshund des Süddeutschen Rundfunks!

x 2 #14


C
Zitat von Blankenaise:
Wenn man sich entscheidet, sich selber immer nur als das arme Opfer zu sehen welches benachteiligt und schlecht behandelt wird, dann hat man schon verloren. Wenn man aber zur anderen Seite gehören will muss man schon mal selber die Ellenbogen ausklappen um seine Ziele zu erreichen . Geschenkt wird einem in diesem Leben nämlich nix.


Ich wollte auf etwas völlig anderes hinaus. Könnt´ich jetzt lang und breit erklären, lass ich aber..........

#15


Uropanoel
Zitat von Antiope:
Es liegt doch GLASKLAR auf der Hand, dass jeder Krebskranke SELBER SCHULD ist an seinem Leid. Hätte er sich gesund ernährt und hätte er nur gesunde Gedanken gehabt und nur positive Gefühle genährt, dann wäre das wohl nicht passiert. Das wissen alle.



Da hast du vollkommen recht, ich bin auch schuld an meinen Knochenmarkkrebs, habe nie Alk. getrunken,
Rauche schon 26 Jahre nicht mehr, hab immer dieses böse Obst und Gemüse gegessen, hab mich auch noch sinnlos mit Sport beschäftigt.
Ich habe es verdient, diesen Unheilbaren Krebs zu haben. Und weil mir das nicht genug strafe war, wollte ich auch noch die jetzige Depression.

x 1 #16


Rastaman
Zitat von Elfi01:
Jeder meint, dass Krebs eine schwere Erkrankung ist (was es auch bestimmt ist)
Doch lieber hätte ich ihn...

Du hättes sicherlich nicht gerne Krebs. die Krankheit zerstört Körper, Geist und Seele.

Auch wenn mich meine Depression, Ängste und körperlichen Probleme fertig machen, würde ich niemals diese Krankheit wählen.

x 5 #17

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B
Zitat von Antiope:
wird ein anderer beschuldigt und mit einer ziemlich miesen Masche erledigt: man suhle sich gerne im Leid. Ach, und diesen schei. mit der Schuld, die man immer dem anderen gebe - dieser schei. kommt ja auch noch.

Das ganze Forum ist voller Menschen die jede Beratung, Hilfe und was auch immer, ablehnen. Da liest sich das klar raus dass das suhlen im Leid bevorzugt wird bevor man mal den Hintern hoch kriegt und was tut um sich zu verbessern. Und wieviele User hier schon die halbe Welt für ihr Elend verantwortlich gemacht haben kann man schon gar nicht mehr aufzählen.

Zitat von Antiope:
So... Und wenn jetzt bei irgendjemandem alle Wutlichter angehen, weil er sich getroffen fühlt ... Bitte, gerne geschehen.

Bei mir zumindest nicht, denn getroffen fühle ich mich nicht weil Deine Worte nicht ansatzweise der Realität entsprechen. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen dass das ein Erfolgserlebnis für Dich wäre, hier mal jemanden so richtig in Rage zu bringen. Wäre es für mich wahrscheinlich auch wenn ich mit über 50 noch immer abhängig von den Launen meiner 76jährigen Mutter wär..... pfeifen

x 4 #18


Gerd1965
Hmmm, eine zutreffendere Antwort wird man in diesem Leben nicht mehr finden Daumen hoch @Blankenaise

x 2 #19


A
Zitat von Elfi01:
Jeder meint, dass Krebs eine schwere Erkrankung ist (was es auch bestimmt ist)
Doch lieber hätte ich ihn...


Vor einigen Jahren litt ich selbst an einer recht schweren Depression, und damals hatte ich auch oft solche Gedanken.
Krebs wirkte damals auf mich wie eine gnädige Erkrankung, da sie die Betroffenen oft sehr schnell tötet. Außerdem haben die Betroffenen oft noch lange Hoffnung oder sie haben zumindest Angehörige oder Freunde, die sich um sie kümmern und Verständnis für sie haben. Auch sah ich Krebs als einen guten Grund, um das eigene Leben beenden zu können, den jeder verstehen könnte.
Die Depression empfand ich dagegen als nicht so gnädig, da man als Betroffener endlos leidet. Außerdem stirbt die Hoffnung mit jedem depressiven Tag immer mehr bis keine mehr da ist, und man trotzdem noch da ist. Das Schlimme an so einer Depression ist leider auch, dass man damit so absolut alleine ist. Es gab für mich niemanden mit dem ich darüber hätte reden können.

Inzwischen liegen solche Gedanken lange hinter mir, aber durch meine persönlichen Erfahrungen empfinde ich es als völlig normal und nachvollziehbar, wenn ein depressiver Mensch solche Gedanken hat. Solche Gedanken sind nun mal das Produkt dieser schlimmen Erkrankung Depression, und dafür sollte man einen Betroffenen niemals verurteilen. Solche Gedanken habe eigentlich auch gar nicht wirklich etwas mit echtem Krebs zu tun, so dass es Menschen mit dieser Erkrankung gar nicht kümmern muss. Es hilft dem Betroffenen auch nicht, wenn man ihm sagt, dass echter Krebs viel schlimmer wäre - völlig egal, ob dies wirklich so ist, oder nur subjektiv so empfunden wird. Als Betroffener mit so schweren Depressionen kann man eben nichts gegen solche Gefühle und Gedanken tun, sie sind einfach da - und dies sollte man als Außenstehender respektieren, und nicht diskutieren oder verurteilen. So etwas schreckt zudem sicherlich auch andere Betroffene mit ähnlichen Gedanken und Gefühlen ab, was schade ist, da man als Betroffener mit solchen Gefühlen und Gedanken vielleicht darauf hofft nicht völlig alleine so zu ticken.
Daher @Elfi01 , vielleicht ist es ja nur ein sehr schwacher Trost, aber solche Gedanken und Gefühle haben auch andere Betroffene mit ähnlich ausgeprägter Depression, du bist damit nicht allein

x 3 #20


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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