Zitat von Hope25: es geht um den Spruch, der im Betreff steht. „Glücklich sein ist eine Entscheidung".
...
Mich würde gerne eure Meinung zu den Spruch interessieren.
Ich glaube, dass man diesen Spruch auf mehreren Ebenen verstehen kann.
Einerseits hat man bestimmte genetische und soziale Mitgaben, die man sich - zumindest nach unserem Weltbild - nicht aussuchen kann. Das muss man irgendwie sehen und einbeziehen, vor allem, wenn man nicht die besten Startbedingungen hatte.
Plumpe Affirmationen, die meinen inneren Zustand nicht abbilden, tragen da m.E. nicht sehr weit.
Auf der anderen Seite habe ich immer wieder beeindruckende Menschen kennengelernt, die sich irgendwann in ihrem Leben bewusst dafür entschieden haben, ihr Leben zu gestalten, nicht passiv zu bleiben, obwohl ihre Startbedingungen nicht gut waren.
Man hat die Möglichkeit die eigene Lebensgeschichte, nicht nur das, was passiert, sondern auch und vor allem, wie man es deutet, mitzuschreiben. Ob ich etwas als Sieg oder Niederlage werte, oder ob ich aus diesen Kategorisierungen irgendwann aussteigen und die sozialen Rollen und Erwartungen hinterfrage, liegt bei mir.
Auf einer weiteren Ebene kann man unser Leben und unsere Gesellschaft auch aus einer breiten, analytischen Perspektive sehen. Kann man glücklich sein, in so einer verrückten Welt? Liegt auch hier ein wenig daran, worauf man den Fokus richtet.
Die Erzählung von Christentum und Aufklärung ist eine des steten Fortschritts, mit Dellen, aber dann soll es doch weiter gehen. Für den spiritueller Osten ist der Keks gegessen und hier in Samsara ist Glück nicht zu erreichen. Es gibt sicher schöne, erfüllende Momente der aufkeimenden Hoffnung, Empfindungen, dass es sich ja doch lohnt, aber der Ausweg hier, liegt in der Erkenntnis, dass Ich und Glück unvereinbare Größen sind. Das Glück lässt sich jedoch dennoch finden, wenn man das Ich überwindet.