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Nachdem ich heute morgen einen Termin mit einem Arzt in einer psychiatrischen Institutsambulanz eines Krankenhauses hatte habe ich mich nun endlich entschieden stationär in die Klinik zu gehen.

Ich bin so sauer auf die Angst, ich will nicht mehr dass sie mein ganzes Leben bestimmt und ich will sie endlich loswerden. Ich hab sowas von die Schnauze voll.... sorry aber das musste mal raus.

Er hat mir zugesichert dass ich - wenn ich das will - dort auch ohne Medikamente behandelt werden kann. Er war sehr kompetent und hat mir gut zugehört. Sehr wahrscheinlich kann die Aufnahme schon nächste Woche sein. Nach 16 Monaten akuter Angst muss ich wohl einsehen dass ich es alleine nicht schaffe.

11.03.2013 10:14 • 16.03.2013 #1


16 Antworten ↓


Hallo Sonnenblume,

ich finde dich unglaublich mutig !
Du kannst sehr stolz auf dich sein, dich diesen Schritt getraut zu haben!
Bewundernswert, so eine Stärke zu haben!

Ich drücke dir ganz fest die Daumen!
Du schaffst das!

Liebe Grüße

Dani

11.03.2013 10:22 • #2



Entscheidung ist gefallen!

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Hallo Rockabella,

danke für deinen Zuspruch.
Aber so mutig wie sich das anhört bin ich gar nicht. Ich hab ne sch..... Angst vor dem Schritt, davor dass es da noch schlimmer wird, dass ich dort nicht schlafen kann, dass ich mit schrecklichen Leuten in einem Zimmer schlafen muss und und und....

Aber wie gesagt, die Einsicht dass ich es alleine nicht schaffe lässt es mich versuchen und ich sage mir immer dass es kein Knast ist und ich jederzeit wieder nach Hause gehen kann wenn ich das will. Das und die Hoffnung wieder ganz gesund zu werden lässt mich hingehen und es zu versuchen. Was habe ich zu verlieren ausser Zeit? Und davon habe ich schon mehr als genug verloren.

Und ein Satz den der Arzt eben gesagt hat hat mich ganz besonders berührt. Er sagte: Ich bin auch nicht grundsätzlich für oder gegen Medikamente aber manchmal tut es mir weh zu sehen dass Menschen denen sie definitiv helfen können so einen schweren Weg gehen.

Man muss die Medikamente als Krücke sehen die man wieder weglegen kann wenn man wieder alleine laufen kann.

11.03.2013 10:29 • #3


Liebe Sonnenblume,
da kann ich mich Rockabellas Worten nur anschliessen!
Lass mal von dir hören wie es dir da so ergeht,ich drück dir auch fest die Daumen!

11.03.2013 10:29 • #4


Sonnenblume, es wundert mich nicht, dass du dich selbst ganz anders siehst.
Es ist völlig egal, wie viel Angst du vor dem Schritt hast.
Du machst ihn.
Und allein DAS, braucht eine ganze Menge an Mut und Kraft.
Versuch zu sehen, dass du sie hast. Die Kraft dazu. Den Mut dafür.

Und das mit den Medikamenten. Da kann dich niemand zwingen. Niemand. Ich hab damals in meiner stationären Therapie auch keine gewollt und keine genommen.
Aber manchmal, da braucht man diese Krücke, damit einem bei den ersten Schritten geholfen wird.
Und irgendwann, kannst du auch wieder alleine laufen!

Halte uns auf dem Laufenden!

11.03.2013 10:33 • #5


MitSouKo63 und Rockabella,

ich danke euch beiden für eure Worte!
Und ja, ihr habt Recht, ich bin stark und ich werde das schaffen. Ich bin so stark dass ich mich jeden Tag den Ängsten stelle und lauter Dinge tue vor denen ich Angst habe. Das fängt mit eim Einkaufen an und hört mich dem Fahren auf der Autobahn auf. Aber diese Anstrengungen machen mich soooo müde dass ich merke wie ich immer kraftloser werde. Und das will ich nicht. Also auf in den Kampf. Ich hoffe mal dass ich nächste Woche schon rein kann und natürlich halte ich euch auf dem Laufenden.

11.03.2013 10:47 • #6


Schattenbinder
Ich finde es toll, dass du diese Entscheidung selber getroffen hast. Ich bin vor sechs Jahren in eine Klinik gegangen - nur mehr oder weniger freiwillig. Aber das war das Beste, was ich tun konnte. Ich hatte dort eine tolle Zeit mit vielen netten und hilfbsereiten Leuten. Ich habe viel über mich selbst und meine Umwelt gelernt. Und wenn es dir schlecht geht, ist immer jemand da. Ob andere Patienten oder Fachpersonal.

Es ist okay, Angst davor zu haben. Die hatte ich auch und ich habe am ersten Tag geheult wie ein Schlosshund. Aber das hat sich so schnell ins Gegenteil verkehrt, dass ich beim Abschied geweint habe, weil ich nicht mehr weg wollte.

12.03.2013 15:33 • #7


Hallo Sonnenblume, deine Entscheidung ist super! Es ist doch bestimmt auch ein gutes Gefühl, zu wissen, dass es endlich voran geht, in die richtige Richtung (mal abgesehen von der ständig gegenwärtigen Angst...)
Dein 2. Satz klingt, als sei die Wut über deinen Zustand und die Angstfessel stärker als die Angst selbst, sonst hättest du nicht deinem Problem so massiv den Kampf angesagt, und das ist doch echt mal ein Hammer Respekt!

(Erinnert mich an mich selbst, irgendwann war die Angstfessel so eng, dass ich vor Wut darüber zu allem fähig war, wie ein kleiner Adrenalinstoß war dieser Befreiungsschlag - auch wenn so eine Entscheidung zu einer stationären Therapie erst der Anfang ist, aber wenn der erste Schritt erstmal getan ist, dann schafft man auch den Rest)

Viel Glück wünsche ich Dir

12.03.2013 17:32 • #8


Hallo!

@schattenbinder: Danke für deine lieben Worte. Sie machen mir echt Mut weil ich mich jetzt zwar zu diesem Schritt entschlossen habe aber er mir auch große Angst macht. Im Hinterkopf suche ich schon nach Ausreden oder Gründen dass ich nicht hingehe aber das werde ich natürlich nicht machen. Ich erhoffe mir dort Hilfe, auch wenn ich mich dazu entschliesse es ohne Medikamente zu machen. Die Entscheidung habe ich mir offen gelassen. Zu groß ist meine Angst vor Nebenwirkungen. Darf ich dich fragen wie es dir jetzt geht nachdem dein Aufenthalt in einer Klinik ein Erfolg war?

@ginacat: Danke auch dir für deine lieben Worte. Ja es stimmt, momentan ist die Wut größer als die Angst und ich hoffe dass es noch so lange anhält bis ich ins KH gegangen bin Es kann doch nicht sein dass diese sch.... Angst mein Leben bestimmt. Und das meiner Familie auch...
Darf ich dich auch fragen wie es dir geht und warst du auch in einer Klinik?

13.03.2013 10:03 • #9


@ sonnenblume:
ich bin seit januar 2009 in therapeutischer behandlung, war in 2010 für 2 monate in einer stationären reha. danach ging es mir gut, ich war selbstbewusst und mutig, jetzt zwar nicht im übertriebenen sinn, dass ich zur partybombe geworden wäre, aber ich habe mich nicht mehr selbst fertig gemacht und bin lockerer und damit auch befreiter geworden.
ich hatte mich zwar auch über einige dinge in der reha geärgert, z.b. die angestellten dort, aber mit den mitpatienten kam ich prima klar (bis auf eine ausnahme - hat mich aber auch nicht weiter belastet), zu einigen aus der reha habe ich sogar heute noch kontakt und das tolle ist, man konnte sich gegenseitig mut machen und war GEMEINSAM stark, wenn man sich EINSAM schwach und unbeholfen fühlte.
es ist eine sehr gute erfahrung persönlich menschen kennen zu lernen, die einen nicht für total bekloppt halten, weil sie deine angstgefühle nachvollziehen können.
ich würde gerne wieder eine stationäre reha machen, jetzt nicht unbedingt 2 monate lang, aber wenigstens mal 3 wochen täten mir nochmal gut...
ich der reha gab es auch einige lustige/doofe/emotionale therapieformen, nicht jede sagt einem zu, aber das geht den anderen patienten dort genauso.
ich erinnere mich an die bewegungstherapie, gruppentherapiegespräch, einzelgespräche, kreative therapie (malen+zeichnen und gestalten mit speckstein), dann gab es noch so wärmetherapie (fangopackungen) und ein-oder zweimal die woche musste man mit der gruppe, der man von beginn an zugeteilt ist gemeinsam außerhalb des gebäudes was unternehmen, z.b. gemeinsam essen gehen, ins cafe, eine wanderung, ins schwimmbad, ins museum, nordic-walking... etc.
die bewegungstherapie war für mich anfangs sehr schwierig, später hab ich einfach nur noch gelacht über die dämlichen bewegungen, die man machen sollte... wenigstens macht man sich nicht alleine zum affen, die anderen müssen auch alle ran, und zu lachen macht locker! das war eine im endeffekt sehr gute therapie, von der ich anfangs garnicht überzeugt war.
ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht in totgelabert

13.03.2013 18:24 • #10


@ginacat: Nein hast du nicht
Ich danke dir für den ausgiebigen Bericht. Das macht Mut und lässt hoffen.
Warum beantragst du nicht nochmal eine Reha? Bei Psychogeschichten kann man das doch alle 2 Jahre und dann darfst du doch schon längst wieder.
Wie geht es dir denn heute so? Hast du nach der Reha noch eine Therapie gemacht oder kommst du alleine klar? Hast du Medikamente genommen oder nimmst du noch welche?
Ich hoffe ich frage nicht zu viel und nerve nicht

14.03.2013 21:27 • #11


hallo sonnenblume,

heute gehts mir im allgemeinen besser als vor 2009, aber zurzeit wieder nicht so gut, weil ich finanzielle probleme habe und meine therapie vernachlässige.
ich nehme seit damals citalopram, zeitweise abends auch doxepin genommen, jetzt nur noch citalopram, die will ich auch niewieder absetzten, eigentlich will ich lieber noch was stärkeres.
Damals hatte ich 2 x woche ein einzelgespräch bei der therapeutin, dann wurde es auf 1 x jede woche und schließlich auf 1 x jede 2.woche gelegt, bis zur reha, nach der reha hatte ich nur noch 1 mal im monat eine sitzung, das hätte ich auch besser mal so beibehalten, jetzt hatte ich seit einem jahr ungefähr kein gespräch mehr, und mir gehts so mittelmäßig, weil aber auch viel mist in der zwischenzeit in meinem leben passiert ist... also es könnte mir besser gehen, wenn ich mich wieder mehr um meine psyschiche gesundheit kümmern würde

14.03.2013 22:46 • #12


Hallo ginacat,

das ist zwar nicht so schön aber du scheinst es locker zu nehmen und wenigstens weißt du damit umzugehen.
Aber ich habe meine Ziele etwas höher gesteckt wenn man das so ausdrücken darf. Ich will nicht dauerhaft Medikamente nehmen und will wieder selber über mein Leben bestimmen. Ich meine wann ich was mache und nicht immer die Angst im Gepäck haben. Ich bin nicht gegen Medikamente, ich habe damals auch knapp 2 Jahre Citalopram genommen und super vertragen. Nur leider ist mein EKG damit nicht in Ordnung gewesen und ich darf das nicht mehr nehmen. Sonst würde ich wahrscheinlich schon längst wieder nehmen und mich nicht so quälen. Das muss nämlich echt nicht sein.

Ich wünsche dir dass du es schafftst dich wieder mehr um die Psyche zu kümmen und dann auch belohnt wirst mit einem Leben (fast) ohne Angst!

15.03.2013 11:13 • #13


Also ich muss Sonnenblume irgendwie Recht geben. Man kann doch auch nicht den Rest seines Lebens einmal die Woche bei der Therapeutin sitzen und jedes Jahr irgendwelche Therapien in Kliniken machen, oder? Für mich käme das nicht in Frage. Es hört sich danach an als würden die Maßnahmen nur kurzfristige Hilfe verschaffen, das eigentliche Problem aber nicht lösen.

15.03.2013 12:05 • #14


Herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Ist sicherlich die richtige Wahl. Ich wünsche Dir alles Gute!
LG. Trish

16.03.2013 11:05 • #15


Hallo sonnenblume,

auch von mir alles Gute zu dieser Entscheidung. Ich hatte auch Angst in eine Klinik zu gehen, aber habe diesen Schritt nie bereut, mir ging es danach erstmal wieder besser und wende auch einiges zu Hause an, was ich dort gelernt habe.

Wünsche dir weiterhin Mut und Kraft.

16.03.2013 11:22 • #16


Hallo Ihr Lieben,

ich danke euch allen für eure Worte!
Jetzt hoffe ich nur noch dass ich schnell einen Termin bekomme denn ich habe Angst dass ich es mir wieder anders überlege. Manchmal, wenn ich mich gut fühle dann denke ich wieder dass ich das auch alleine schaffe. Und andersrum, wenn es mir voll schlecht geht dann würde ich am liebsten Tasche packen und losfahren. Kennt irh das auch?

16.03.2013 12:31 • #17



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