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Mademyberg
Hi ho leutz,

Ist wohl mein erster post seit langem. Soweit man knapp 1 1/2 monate als lang bezeichnen kann. Aber egal.

Zum thema. Mir ist aufgefallen, trauriger weise als ich mich vor 2 wochen verknallt habe, das mein verhalten und mein charackter irgendwie nur gespielt wirkt. Als hätte ich keinen eigenen charackter mehr. Innerlich bin ich total kaput. Da ich irgendwie niemanden habe, motivier ich mich ständig selber und sprech mir gute laune vor. Sollte ich dann trotzdem traurig oder anders negativ drauf sein, erwarten die anderen das ich fröhlich sein soll. Sie versuchen mich quasi auf zu muntern. Aber eigendlich will ich nicht fröhlich sein. Aber als trauerklos findet man auch keine beuen kontakte.

Fühlt sich wie ein teufelskreis an. Und sowas wie ein bauchgefühl hab ich wohl auch nicht. Eigendlich will ich ja ich sein, aber wie, wenn ich nicht weiss wie. Klingt komisch. Ich kann nixmer tum ohne vorher 500000 mal vorher sämtliche szenarien nachzubilden.

Ich hab auch angst mich anderen leuten anzutrauen. Ich hab voll angst irgendwann negative kritik oder angriffe nicht mehr verkraften zu können. Geht schon in den depri phasen soweit, das ich mir selber sage :komm. Ich muss es einfach verkraften, allein zu sein. Du wahrst fast dein ganzes leben gefühlt allein. Also solltest du es jetzt auch schaffen können.

Ich weiss momentan echt nich was in mir los ist. Ich bezeichne mein leben auch nichmer als lebenswert. Mein einziger freund zieht bald auch weg... Klingt doof, aber dann hab ich niemanden mehr...

Vlt ust es ja genau das was mich so mitnimmt... Aber wie soll ich irgendwi, irgendwas anpacken, wenn ich selber nicht weiss wer ich sein soll. Mein leben lang durfte ich nie ich sein. In der schule wurd ich gemobbt oder kommplett ignoriert. Zuhause gabs auch nur dessinteresse für mich von mon. Hab ich einfach verlernt wie ich sein geht?

Wie dem auch sei. Ich schrieb dies ins depri forum weil es viel mit meinen zu tun hat. Ich weiss nicht was ich will oder möchte. Entscheidungen treffen krig ich auch nich auffe kette. Am liebsten würd ich irgendjemand bitten, gott über mich spieln zu wolln. Die eigen motivation weiter zu atmen stinkt mir langsam.

Was soll ich tun? Wie soll ichs tun?
Wer soll ich sein?

Das alles [sry wegen wut ausbruch] geht mir sooooooooooo hart aufm senkel. Ich will explodiern. Aber ich weiss bicht wie es geht.

Aber gut. 15 jahre hat mir das leben beigebracht, das ich nur mich habe. 6 jahre brachte es mir bei, das das so nicht funktioniert.

Und jetzt komm ich da nichmer raus. Obwohl ich frei bin.

13.08.2017 03:24 • 16.08.2017 #1


2 Antworten ↓


HeikoEN
Das was Du beschreibst ist ja Kennzeichen der psych. Erkrankung!

Und Du beschreibst es relativ schön, wenn man in dem Zusammenhang davon sprechen kann.

Die wahren Gefühle werden nicht gelebt. Dass das dauerhaft zu einem Problem führt, dürfte jedem einleuchten. Und genau das ist z.B. auch Gegenstand einer entsprechenden Therapie. Schrittweise das Gespielte ablegen und die echten Gefühle leben. Auch gegenüber Mitmenschen.

Natürlich klappt sowas nicht mit einmal.

Ich sehe aber trotz Deiner Schilderung einen sehr großen positiven Aspekt!

Du bemerkst es.

So komisch das klingen mag, aber damit bist Du bereits auf dem Weg der Besserung bzw. Heilung. Der Weg mag noch nicht ganz klar sein, aber Deine Gefühle machen genau DAS, wofür sie da sind. Sie gehen Dir sowas von auf den Senkel, dass Du explodieren könntest, wie Du es beschreibst.

Deine Gefühle weisen Dich auf einen Misstand hin. Auf etwas was falsch läuft! Genau dafür sind sie da.

Die Lösung erscheint jetzt sehr einfach, aber es gilt, diese Gefühle gesellschaftskonform zu leben. D.h., eben NICHT zu explodieren, sondern z.B. Mitmenschen schlichtweg darüber zu informieren, dass es einem heute schlecht geht und man vielleicht einfach mal alleine sein möchte oder was auch immer.
Natürlich treten dabei neue Gefühle auf, die man auch erst einmal wieder entsprechend verarbeiten muss.

Mit Gefühlen ist es manchmal sehr schwer. Sie sind eigentlich innerhalb weniger Sekunden oder Minuten wieder weg, wenn man sich nach ihnen richtet.

Arbeitet man jedoch dagegen oder hält sie fest, dann bleiben sie. Sie wollen zwingend erkannt und gefühlt werden, denn das ist ihre Aufgabe.

Wie o.g. glaube ich, dass Du bereits einen großen Schritt gemacht hast in der Erkennung und in der Richtung, dass Du dich nach außen wendest und das Problem formulierst und um Hilfe bittest. Ein sehr guter Ansatz und Zeitpunkt für therapeutische Hilfe, denn da sowas sehr subjektiv ist, kann Dir ein Forum nicht wirklich helfen.

Selbsttherapeutisch ist es fraglich, wie stark das Problem ist und ob dadurch nicht neue Probleme aufkommen...von daher wäre meine Empfehlung, einfach Hilfe suchen in Form eines Therapeuten. Ggf. reichen auch schon wenige Sitzungen, um bei diesem Thema weiter zu kommen.

16.08.2017 08:28 • x 2 #2


Mademyberg
Das hat grad richtig mut gemacht. Danke ^^

16.08.2017 15:01 • #3




Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser