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Manecko

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Hallo meine Lieben,

ich wollte hier mal etwas ablassen, da ich sonst einfach noch in mir verzweifle.

Die aktuelle Situation ist folgende:
Ich bin gelernter Bäcker und übe diesen Beruf aktuell in meinem Ausbildungsbetrieb aus. Durch sehr viele schwere Umstände(mit 18 Rausschmiss von der eigenen Mutter) wohne ich mit Frau und Kind über dieser Arbeitstelle. Dass heißt also, meine Arbeitgeber sind zugleich meine Vermieter. Und das ist einfach mein Problem, das mir nun über einen längeren Zeitraum den Kopf zertrümmert.
Zum einem ist die Wohnung inzwischen zu klein. Zum anderen ist es in der Arbeit extrem unerträglich, da man nur noch terrorisiert wird. Auch verdiene ich nicht wirklich gut.
Unser Traum wäre es, umzuziehen. Es wäre mehr Platz, ich könnte mir eine bessere Stelle suchen und dieser "Arbeitgeber-zugleich-Vermieter"-Stress wäre weg. Aber darin liegt nun das Problem.
Durch meinen geringen Verdienst (meine Freundin hat aktuell nur einen 450Euro Job auf Probezeit), wird es eine lange Zeit dauen, bis wir alle Kosten für Umzug (also Kaution, Tansport etc) hätten.
Es würde mindestens 7-10 Monate dauern. Eine neue Stelle suchen bevor wir umgezogen sind, kommt für mich nicht in Frage, da ich zu viel Angst vor noch mehr Terror habe. Mietkautionversicherung ist zwecks meiner Schufa nicht möglich. Bekannte/Verwandte zum leihen gibts nicht. Vom Amt bekommen wir auch nichts. Leider ist es bis zu einem möglichen Umzug eine lange Zeit und es ist für mich mittlerweile so unerträglich, dass ich mich jeden Morgen frage, wofür ich aufstehe. Ich hätte selbst nie erwartet, dass mich so eine Situation in die Knie zwingt...


Gibt es nichts mehr, um alles noch erträglich zu machen...?

15.08.2018 16:37 • 16.08.2018 #1


3 Antworten ↓


Jules1985


Hey Manecko,


ist ja echt ne eklige Situation. Ich glaube da muss Freizeitausgleich her bis die Situation sich ändert. Häufiger mal Frau und Kind eingepackt und raus in die Natur, auf den Spielplatz oder so und nach der Arbeit dafür sorgen das ihr euch trotz dieses Mietverhältnisses wohler zu Hause fühlt.


Was den Umzug angeht so kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ihr die Ämter nicht aktivieren könnt. Wenn euch größerer Wohnraum zusteht, ihr aber auf Grund des geringen Verdienstes, den Umzug und die damit verbundenen Kosten nicht leisten könnt, müssen sie zahlen. Zumindest wenn es im gesetzlichen Ramen liegt und ihr nicht in eine Stadvilla zieht oder es ein Luxus Umzugsunternehmen ist. Im schlimmsten Fall könntet ihr zumindest ein 0,0 % Darlehen bekommen, dass ihr, im Ramen eurer finanziellen Möglichkeiten, in Raten abstottert.


Ich würde einfach Mal schauen wo ihr bei euch einen Wohnberechtigungsschein herbekommt und mit diesem dann eine Beratungsstelle aufsuchen und mich über den Ablauf eines Umzuges bei Geringverdienern, mit hilfe des Amtes informieren. Wenn ihr dann im Ramen des Wohnberechtigungsscheines eine neue Wohnung sucht und nachweisen könnt, dass ihr den Umzug nicht alleine stemmen könnt, müssen sie helfen. Wenn das auch nicht zieht würde ich zu nem Psychologen/ Psychiater gehen und ihm die belastende Situation schildern. Dieser möge dir dann bitte bescheinigen, dass deine weitere Arbeitsleistung auf Grund des Stresses gefährdet ist und DRINGEND der neue Wohnraum benötigt wird. Das Amt wird sich dann zwei Mal überlegen ob sie einen Teil des Umzuges, die Kaution oder zumindest ein Darlehen springen lassen oder ob sie die Gefahr eingehen bald für eine ganze Familie Hartz zu zahlen.


Oder besser noch. Wohnberechtigungsschein, Informationen einholen, Pschologische Bestätigung, Wohnung suchen und Angebote von 3 Umzugsfirmen einholen, zum Amt rennen und dem Sachbearbeiter gleich alles vor die Nase legen. Würde mich wundern, wenn dann noch ein nein kommt...


Viel Glück euch

15.08.2018 20:44 • x 1 #2


Manecko


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Danke dir erstmals für deine Antwort!

Das mit dem Amt war für uns schon immer eine brenzlige Sache. Wir hatten schon viele Probleme in meiner Lehrzeit und auch als meine Freundin noch Hartz4 bekam.
Meine auch immer gehört zu haben das man ein Darlehen für Kaution etc nur bekommt wenn man Leistungsempfänger ist, was ja nicht mehr auf uns zutrifft.
Mit dem Wohnraum... Hm wir haben aktuell eine 2 Zimmer Wohnung mit 70m². Hierzu muss man aber auch sagen, das unsere Toilette außerhalb der Wohnung ist. Wir haben ein Bad mit Badewanne und Dusche. Um auf die Toilette zu gehen müssen wir jedoch zur Wohnungstür raus und schräg gegenüber ist unsere Toilette.
Es ist halt auch bescheiden wenn ich um 7 Uhr Abends schlafen muss. Da kann sich meine Freundin ja nicht schon mit hinlegen.
Zum Thema Psychologen... Ich war damals in Therapie, da ich schon als 14 Jähriger durch meine familiäre Situation Dro. wurde. Dort war ich 2 Jahre und man meinte, wenn was ist könne ich jederzeit wiederkommen. Wäre das etwas dort hinzugehen?

Auf jedenfall schonmal danke!

16.08.2018 14:11 • #3


Flame


Ich mach es mal kurz:

1. Lass Dich krankschreiben aufgrund psychischer Probleme.
Macht nicht jeder Arzt auf die Schnelle aber in dieser Richtung aktiv werden (Ein Arzt,der Deine Problematik erkennt mit Angststörung etc).
Für die Suche nach dem Arzt erstmal nur tageweise krankschreiben lassen vom Hausarzt (Durchfall/Rückenschmerzen...denk Dir was aus...).

Bei einem Psychiater vorstellig werden (am besten heute noch Termin machen) und sagen,dass Du nicht mehr kannst (also die Wahrheit).
Krankschreiben lassen ist ganz wichtig,weil man Dir da nichts kann.


Irgendwann kommt in der Regel die Kündigung vom AG.
Ist zwar genaugenommen nicht zulässig aber damit dann zum Arbeitsamt.
Bezug von Hartz 4 wird euch vermutlich übergangsweise nicht erspart bleiben aber Du bist dann erstmal aus dem Arbeitsverhältnis raus.

Danach intensive Arbeitssuche in einem anderen Job angehen.

Das wird ein Kampf werden aber wenn man Schritt für Schritt vorgeht,ist es machbar.

16.08.2018 14:49 • #4



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser