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Hey, ich m.24 Jahre alt und würde gerne hier meine Gefühle runterschreiben und etwas von meinen Lebensumständen erzählen. Und zwar ist es so, dass ich 2015 mein Abitur gemacht gemacht. Hatte aber einen schlechten 3er Durchschnitt. Ich hatte in der Oberstufenzeit einfach keine Lust mehr auf schule. Es war eine Qual. Ich wollte aber dennoch mein Abi irgendwie hinbekommen. Zu Beginn dieser Zeit entwickelten sich erste Panikattacken. Ich wollte deshalb oft nicht in die Schule, weil ich Herzrasen bekam, keine Lust hatte anderen Leuten zu begegnen und mich völlig leer und kraftlos gefühlt habe. Deshalb habe ich auch so viele Fehlstunden gehabt. Im Abi Zeugnis wird das aber nicht vermerkt. Deshalb bin ich im Nachhinein enttäuscht, dass ich nicht ein viel besseres Abi hätte machen können. Da hätte ich viel mehr Optionen gehabt. Wenn man das Geld hat, kann man auf eine private Uni gehen. Da wäre der Durchschnitt egal. Aber das Geld habe ich nicht. Jedenfalls war es dann so, dass ich nicht wusste was ich nach dem Abi machen solle. Eigentlich doch schon aber mein Notendurchschnitt war so schlecht, dass ich den Studiengang vergessen konnte. Und private Uni kam auch nicht in Frage. Jetzt stand ich da. Bekam Druck von meinen Eltern, Tante und auch Onkel schnell was zu machen. Und ich fand es schrecklich. Ich hatte gerade mein Abitur geschafft, was für mich eine Qual war. Dieses befreiende Gefühl, nachdem ich mein Abi geschafft hatte, das weiß ich noch, war so schön. Mein Körper sagte mir aber ich brauche einfach eine Auszeit. Ausland wäre beispielsweise schön gewesen. Leider hatte ich die finanziellen Mittel nicht. Hätte gerne 1 Jahr Pause gemacht und das ganze auch irgendwie sacken zu lassen und um auch freier in meiner Entscheidung zu sein. Das hätte ich gebraucht. Leider kam es anders. Auf Druck meiner Eltern habe ich mich einfach für einen Studiengang in meiner Stadt eingeschrieben. Dieser war Zulassungsfrei. Es war Geschichtswissenschaften. Geschichte hat mich zwar immer interessiert und es war eines meiner wenigen guten Fächer in der Schule. Dennoch war das niemals mein Traumstudium oder Traumberuf. Ganz und gar nicht. Zu mal es auch schwer ist in der Branche einen Job zu finden. Jedenfalls schrieb ich mich ein aber ging kaum dann dort hin. Ich merkte schnell, dass das nichts für mich ist. Aber damit meine Eltern Ruhe geben tat ich so als würde ich wirklich studieren. Ich fiel dann aber immer tiefer ins Loch. Ich schrieb mich ein (auch damit Kindergeld weiter ausgezahlt wird) aber ging nie hin. Weil ich fast nur zu Hause hing, gingen mir meine Eltern auf die Nerven und ich hab mich dann durch Lügen rausgeredet. Ich hatte übrigens sowieso kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Das ganze zog sich bis ich Ende 2017 den Uni Beitrag nicht gezahlt habe. So wurde ich automatisch exmatrikulliert. Jetzt stand ich ich wieder mit nichts da. Sorgen, Ängste , Zukunftsängste. Und mich jetzt etwas kürzer zu fassen. Ab Ende 2017 bis heute arbeitete ich in verschiedenen Tätigkeiten. Überwiegend Einzelhandel. Seit Oktober wieder als Aushilfe. Ich wechselte immer wieder den Einzelhandel bzw. musste ihn wechseln weil sie mich kündigten (weil ich keinen Antrieb hatte und nicht mehr kam), weil es mir nicht gefiel oder weil die Leiharbeitsfirma pleite ging. Einzelhandel ist aber nichts für mich. Naja ich bewarb mich jedenfalls für Ausbildungen. Ich hatte den Plan eigentlich 2019 eine Ausbildung anzufangen. Ich wurde einfach nur enttäuscht. Einige luden mich zu einem Bewerbungsgespräch ein um dann zu sagten, dass der Führerschein Pflicht ist. Ich habe ihn aber nicht. Fand es halt nur unverständlich wieso sie nichts in der Stellenausschreibung geschrieben haben. Bei einem Unternehmen war es so, dass diese mir in dem Vorstellungsgespräch sagten, dass sie keine Stellen mehr frei hätten. Nur in einer ganz anderen Stadt die weit entfernt liegt. Ich kam mir verarscht vor. Dann hatte ich eines was gut lief. wurde dann angerufen am Abend. Und sie sagten mir dass sie sich zwischen mir und einem anderen Kandidat entscheiden müssten und ich deshalb morgen Mittag komme solle und mit dem Chef ein Gespräch habe. Es war sehr spontan. Und die Hölle für mich. Mir war an dem Tag schlecht und ich musste mich morgens zu Hause übergeben. Ich habe mich körperlich elendig gefühlt. war richtig nervös und angespannt. Der Chef war total unvorbereitet und ich hatte schon das Gefühl, dass er mich nicht wollte. Er kritisierte mich dafür, dass ich noch keinen Führerschein gemacht habe und war gegenüber mir sehr skeptisch. Da wusste ich schon. Das wars. Das erste Vorstellungsgespräch mit den beiden Frauen die da arbeiten war so angenehm. Ich glaube die hätten mich genommen wenn es nach denen ginge. Naja jedenfalls bekam dann eine andere Kandidatin den Job. Das nochmal schwarz auf weiß zu lesen war sehr schmerzhaft. Ich wartete nämlich den ganzen Tag auf den Anruf. Aber dann las ich die Mail.
Ich machte noch ein Praktikum bei einem anderen Unternehmen und der Chef bot mir an da zu arbeiten wenn ich auch wirklich überzeugt von dem Beruf bin. Er verstand mich völlig bzw. ich fand mich von ihm gut verstanden. Er machte aber auch klar, dass er mich langfristig binden will. Und nicht, dass einer nach ein paar Monaten abbricht. Ich machte das Praktikum aber brach das dann ab. Das war überhaupt nichts für mich. Ich hatte da auch nichts zu tun weil die anderen alle selbst beschäftigt waren und mir da schwer helfen konnten. Das Team und die Atmosphäre waren aber gut. Ich schrieb einen Haufen Bewerbungen und bekam nur Absagen. Jetzt habe ich einen neuen Job im Einzelhandel als Aushilfe. Ich habe sonst immer die Warenverräumung gemacht. Jetzt bin ich an der Kasse. Das war die Hölle für mich. Am ersten tag an der Kasse fehlten nach Abrechnung 20Euro. Hab mich richtig schlecht gefühlt. Das ist aber auch schon wieder 3 Wochen her. Ich bekam vor ein paar Tagen nur einen Anruf dass die mich in eine andere Filiale einsetzen wollen und die sich melden werden. Bis jetzt nichts bekommen. Naja jedenfalls schreibe ich jetzt weiter Bewerbungen für eine Ausbildung 2020. Habe null Hoffnung einen Job zu bekommen, finanziell besser darzustehen und mir was aufzubauen oder auch mal endlich zu Hause auszuziehen. Bin gefangen. 450Euro Aushilfejob damit muss ich erst mal auch Krankenkassenbeiträge zahlen. Und wann ich da arbeite ich auch nicht wirklich klar. Kann morgen sein, nächste Woche oder auch nächsten Monaten. Muss so viel abbezahlen und habe kein Geld. Mahnungen über Mahnungen kamen raus. Immer hab ich die Frist verschoben aber zahlen konnte ich es nicht. Ich weiß nicht mehr weiter.
Ich wollte eigentlich noch über das schwierige Verhältnis zu meinen Eltern und meinem Bruder sprechen aber das wäre viel zu lang. Über aufmunternde Worte und Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

06.11.2019 12:44 • 06.11.2019 x 1 #1


4 Antworten ↓


Luna70
Erstmal herzlich willkommen hier bei uns im Forum. Ich hoffe du wirst dich wohlfühlen.

Hast du denn schon mal einen Test gemacht, welcher Beruf für dich geeignet wäre? Die Arbeitsagentur bietet das doch bestimmt an. Ich denke, du müsstest den unguten Kreislauf aus ungeeigneten Jobs und dadurch entstehender "Arbeitsunlust" durchbrechen.

Du bist jung und unabhängig, es steht dir doch alles offen. Und wenn du etwas findest, was dich begeistert und für was du brennst, dann wirst du auch Erfolg haben. Immerhin hast du trotz mangelndem Einsatz das Abitur geschafft. Es wäre damals sicher besser gewesen, deine Eltern hätten dir die Zeit gegeben, dich zu orientieren.

Hast du dich mal zum Bundesfreiwilligendienst informiert? Nur als Beispiel. Es gibt sicher auch ähnliches im Ausland.

Du musst raus aus der Abwärts-Spirale aus Lethargie und gleichzeitigem Druck, was auf die Reihe zu bekommen.

Erzähle doch mal von dir, was sind deine Interessen? Umgang mit Menschen oder eher das Gegenteil? Bist du begabt, was handwerkliches betrifft oder hast du zwei linke Hände? Bist du sprachbegabt? Und so weiter und so fort.

06.11.2019 13:21 • #2


OBIKO
Sowie ich das persönlich sehe , würde ich sagen Du solltest mal darüber überlegen Dich selbständig zu machen.
Besonders Home Office Jobs sind die absolute Zukunft in der Arbeitswelt. Im Grunde genommen ist nicht sehr effizient
Morgens zur Arbeit zu fahren >> Nachmittags wieder zurück zu müssen , so sieht Die Zukunft nicht aus.

06.11.2019 13:28 • #3


Icefalki
Bist du nun nur nicht motiviert, oder wirklich krank?

06.11.2019 13:42 • #4


Hallo @Depression95

Es kann im Leben immer einen Tiefpunkt geben. Die Frage ist, ob du einen Plan hast oder ob dich das alles so runter zieht, daß du professionelle Hilfe bräuchtest.
Es ist schwer einzuschätzen aus der Ferne, wie man dir helfen könnte. Hast du überlegt, mal mit einem Arzt zu sprechen und es mit psychologischer Hilfe zu probieren? Also Selbstsicherheit, Eltern und deine derzeitige Verfassung wären so Themen, an die ich dachte. Manchmal schafft man es nicht allein.

Bei den finanziellen Dingen könntest du doch eine Schuldnerberatung aufsuchen.

Grüße

06.11.2019 16:29 • #5




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser