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Huhu Ihr Lieben,

Momentan macht mir weniger die Angst zu schaffen sondern eher meine depressive Phase. Dieses Jahr war für mich ein sehr schlechtes Jahr und ich denke, dass auch viel damit zusammenhängt, dass es mir jetzt so geht. Trotz Medikament, Verhaltenstherapie und Gesprächen wird es nicht besser. Ich versorge meine Kinder Schule/ Kita und sobald sie dort sind, lege ich mich ins Bett bis der Große wiederkommt. Die Kinder bringe ich weiterhin zu ihren Aktivitäten und wir machen auch zu Hause was zusammen. Meine Termine (die meistens morgens sind) sage ich fast alle ab um im Bett zu liegen. Nachts schlafe ich sehr schlecht, ich ziehe mich total zurück, habe keine Lust jemanden zu sehen weder Freunde, noch Familie. Mache mich nicht mehr zurecht, dh nur Jogginghose zur Zeit, kaum Schminke. Von meinem Mann ziehe ich mich zurück, weil seine Familie mich nicht besonders leiden kann, weil ich anders bin (mag keine Partys, Alk. also bin ich eine Spaßbremse). Ich weiß einfach nicht was ich tun soll, damit es mit besser geht und ich wieder Spaß am Leben habe. Für mich hat momentan nichts Sinn. Fühle mich total alleine, ausgebrannt und weiß auf vieles keine Lösung.

Habt ihr Tipps? Geht es wem ähnlich?

18.11.2017 00:06 • 12.12.2017 #1


19 Antworten ↓


BellaM85
Hi!
Nimmst du Medikamente? Wenn ja vielleicht wirken diese ja einfach nicht mehr richtig und du solltest mal mit einem Arzt darüber sprechen. Diese Phase die du beschreibst hatte vor über 10 Jahren mal da ging es mir ähnlich, hab auch fast nur geschlafen und nur das nötigste getan zu Hause. Ich hab mich irgendwann einfach dazu gezwungen nicht ins Bett zu gehen wenn meine Tochter im Kindergarten war sondern hab einfach Stück für Stück wieder angefangen eine Struktur aufzubauen im Leben. Es hat etwas gedauert aber es hat irgendwann geklappt. Weil so ist es ja auch kein schönes Leben im Moment wenn du mal ehrlich bist. Du musst dir einfach selbst in den Hintern treten und dran glauben dann geht es auch wieder
Das Leben hat mehr zu bieten als das was man eine Zeitlang manchmal erlebt und danach lebe ich einfach.


LG und du findest sicherlich deinen Ausweg aus der Situation

18.11.2017 00:25 • #2



Depressive Phase, wie komme ich da raus?

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TomTomson
Jop beginne dein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen zu gestalten und werde der Mensch den du schon immer sein wolltest. Denn dazu ist das Leben ja da.

Aber übernimm dich nicht, erlaube dir selber jetzt nicht 100% funktionstüchtig zu sein, also erwarte das auch nicht von dir und setze dich nicht unter Druck. Aber mache jeden Tag ein kleines bisschen. Schritt für Schritt gestaltest du so dein Leben mehr nach deinen Wünschen. Gib dir so viel Zeit wie du brauchst, aber mache nicht nichts. Mache was du kannst und erlaube dir dabei schlecht gelaunt zu sein. Denn oftmals setzt man sich selber noch mehr unter Druck in dem man von sich selber erwartet gut drauf zu sein. Wenn man sich während einer Aktivität erlaubt, sie mit einem riesen Anschiss zu machen, ist es nur noch halb so schlimm.

18.11.2017 00:36 • #3


Danke für eure Antworten. Ich nehme zur Zeit 75 mg Venlafaxin morgens bzw eher mittags. Eigentlich sollte ich die Dosis erhöhen auf 75 mg morgens und 75 mg mittags, aber ich traue mich nicht... Nein dieser Zustand momentan ist kein Leben mehr. Es ist als würde das Leben an einem vorbei ziehen und man kuckt zu... dadurch das ich nachts so schlecht schlafe (habe manchmal das Gefühl als würde es an meinem Mann liegen, weil ich ihm nicht vertraue und wegen seiner Familie halt), schlafe ich tagsüber so oft ich kann, weil ich echt Angst habe an Schlafmangel zu sterben schlafe zur Zeit nachts 4 höchstens 5 Stunden und das macht mir Angst nur Probleme

18.11.2017 00:44 • #4


petrus57
@Christinajoma

Wenn du am Tage auch noch ein paar Stunden schläfst, sind doch 4-5 Stunden in der Nacht ausreichend.

Warum lässt du dir nicht für die Nacht ein trizyklisches AD verschreiben?

18.11.2017 08:23 • #5


Zu einem Menschen in einer depressiven Phase zu sagen, er solle nicht nichts machen, ist ein Hohn!

Das einzige, was ich in solch einer Phase tun kann, ist abwarten, bis sie vorbei ist.

18.11.2017 08:36 • #6


silke67
Guten morgen ja die depriphase mach ich auch gerade durch. Erst ganz schlimme angst und Panik bin dann vor sechs Wochen zum Arzt wurde krank geschrieben und bekam zwei Medikamente gegen die angst. Dann kam wieder der Schwindel dazu wo ich jeden Tag drunter leide. Das beste kam dann an den Händen einen total schlimmen Ausschlag . Rechts ganz schlimm. Muss nun Antibiotika nehmen fleißig Cremen und liege nun mit baumwollhandschuhe flach. Die panikattacken sind fast weg aber diese Traurigkeit oder das sich nicht aufraffen können es ist zum verzweifeln. Das mit dem sich aufraffen meinte mein Arzt auch aber leichter gesagt als getan. Bin nun noch wegen der Psyche bis Anfang Dezember krank geschrieben. So wie ich mich aber jetzt noch fühle könnte ich nicht arbeiten. Weiß jemand von euch wie lange man wegen der Psyche Krankgeschrieben wird. Ich liebe meine Arbeit und meine Kollegen aber wie gesagt fühle mich im Moment noch absolut kraftlos.

18.11.2017 09:39 • #7


aldia249
Hallo Christina,

Mir ging es 2015 ähnlich. Zum Glück war ich damals bereits in einer Therapie und habe mich nicht länger krankschreiben lassen. Das Problem ist einfach, auch wenn es wahnsinnig hart ist aber man darf sich diesem Blues Trotz Kraftlosigkeit, Leere und Traurigkeit nicht komplett hingeben. Auch wenn es wahnsinnig sinnlos erscheint sich in solchen Momenten sich mit Freunden zu treffen und man oft auch gar nicht versteht was man hier soll (mein Empfinden damals) sollte man es trotzdem tun. Zumindest in kleinen Schritten. Vielleicht ist Arbeit im Moment zu viel, aber schau dass du unbedingt irgendwas findest, um dich komplett in diese Leere zu entgleiten, wie Bella M und geschrieben hat... du brauchst auf jeden Fall eine Struktur, das ist ganz wichtig.
Vielleicht könntest du dir ein neues Hobby suchen, oder irgendeine kleine Beschäftigung, die dich für den Anfang wenigstens ab und zu vergessen lässt. Könnte ein Weg raus sein.
Mach dir wegen dem Schlaf keine Sorgen. Wenn dein Körper müde ist und den Schlaf braucht, dann wird er ihn finden.. ich würde auch nicht am Tag ein paar Stunden schlafen, sondern eher versuchen mehr einen regelmäßigen Rhythmus für nachts zu schaffen und wenn man anfangs nur im Bett liegt..
Die richtige Therapie und Medikamente sind essentiell.. und wenn du Probleme mit dem Schlafen hast und wäre auf jeden Fall ein sedierendes Antidepressivum mal in Betracht zu ziehen.
Das wichtigste ist immer am Ball zu bleiben und sich nicht gehen lassen, auch wenn sich noch so sinnlos, anstrengend oder die Situation aussichtslos erscheint. Mit der richtigen Therapie geht es vorbei.

18.11.2017 09:59 • x 1 #8


petrus57
Zitat von silke67:
Weiß jemand von euch wie lange man wegen der Psyche Krankgeschrieben wird.


Ich denke, dass dir der Arzt so lange krankschreibt bis du meinst wieder arbeiten zu können.

18.11.2017 10:10 • x 1 #9


TomTomson
Zitat von StubenTigerin:
Zu einem Menschen in einer depressiven Phase zu sagen, er solle nicht nichts machen, ist ein Hohn!

Das einzige, was ich in solch einer Phase tun kann, ist abwarten, bis sie vorbei ist.


Naja wenn du nichts tust wird sich auch nichts ändern. Es ist alles andere als Hohn. Ein Depressiver soll sich nicht zu viel aufbürden und sich schonen, aber wenn du einfach nichts tust, wie soll es dann jemals besser werden? Eine Depression zeigt in der Regel, das etwas in deinem Leben nicht so läuft wie es sollte, wenn du nichts tust bleibt es auch so. Eine Depression ist nicht wie eine Grippe, wo du einfach abwartest und dann ist sie vorbei. Du verursachst sie selber durch deine Gedanken und Lebensweise, das heisst nur du kannst dich da wieder rausholen.

18.11.2017 15:04 • x 2 #10


Zitat von TomTomson:
Naja wenn du nichts tust wird sich auch nichts ändern. Es ist alles andere als Hohn. Ein Depressiver soll sich nicht zu viel aufbürden und sich schonen, aber wenn du einfach nichts tust, wie soll es dann jemals besser werden? Eine Depression zeigt in der Regel, das etwas in deinem Leben nicht so läuft wie es sollte, wenn du nichts tust bleibt es auch so. Eine Depression ist nicht wie eine Grippe, wo du einfach abwartest und dann ist sie vorbei. Du verursachst sie selber durch deine Gedanken und Lebensweise, das heisst nur du kannst dich da wieder rausholen.


Woah, du schreibst ernsthaft, dass ein depressiver Mensch selbst Schuld an seiner Depression trägt? Damit wäre ich ganz ganz vorsichtig.

Bist du selbst betroffen? An was leidest du denn?

18.11.2017 15:13 • #11


TomTomson
Ja, je nach Person verursacht man das zu einem gewissen Grad selber. Warum fühlst du dich deswegen so angegriffen? Ist doch wunderbar, denn nur wenn man es selber verursacht, kann man es auch selber ändern. Klar du kannst anderen Menschen und Umständen die Schuld dafür geben, aber dann suhlst du dich in der Opferrolle und du kannst die anderen nunmal nicht ändern du kannst nur dich selber ändern.

Ich sage nicht, dass man sich deswegen an allem die Schuld geben sollte, aber man hat den Schlüssel zu seinen Gedanken selber in der Hand und auch dein Leben kannst nur du ändern. Klar, zu einem gewissen Grad sind die Umstände um einen herum dafür Schuld, aber das was dich Schlussendlich depressiv macht sind nicht die Umstände sondern deine Gedanken.

Ich litt selber an einer Depression. Und wenn ich mir selber gesagt hätte, ach ich kann ja eh nichts ändern, ich kann ja eh nichts dafür, dass ich depressiv bin, dann wäre ich wohl heute noch depressiv. Du nimmst dir selber die Kraft etwas zu ändern, wenn du die Schuld auf die anderen schiebst, denn wie gesagt du kannst nur dich selber und deine eigenen Gedanken ändern.

18.11.2017 15:34 • x 1 #12


Gibst du derart hilfreiche Tipps auch Menschen, deren Depressionen durch einen gestörten Hirnstoffwechsel bedingt sind?

18.11.2017 15:43 • #13


TomTomson
Ne, diese Menschen können nichts dafür, da helfen nur Medikamente. Tut mir Leid, falls du an dieser Form der Depression leidest.

18.11.2017 15:44 • #14


Was war die Ursache für deine Depression?

18.11.2017 15:51 • #15


TomTomson
Bei mir war es durch zu viel Druck verursacht. Perfektionsdrang meinerseits verursacht durch ein nicht ganz optimales Weltbild. Dazu kamen noch soziale Schwierigkeiten. Und weil daher vieles nicht so lief wie ich es gerne gehabt hätte, hat mich das dann mehr und mehr runtergezogen und ich wusste nicht wie ich mein Leben so hinbekomme wie ich es wollte, ich hatte das Gefühl mein Leben zieht an mir vorbei ohne dass ich es beeinflussen kann. So gelang ich dann in eine Abwärtsspirale und mir ging es immer schlechter und schlechter, bis dann gar nichts mehr ging und ich mich in Therapie begeben habe. Eine Zeit lang habe ich noch versucht zu funktionieren obwohl ich schon deutlich gespürt habe, dass ich unglücklich und leer bin, aber das war extrem anstrengend und daher konnte ich es auch nicht lange durchziehen.

18.11.2017 16:00 • x 1 #16


Zitat von petrus57:
@Christinajoma

Wenn du am Tage auch noch ein paar Stunden schläfst, sind doch 4-5 Stunden in der Nacht ausreichend.

Warum lässt du dir nicht für die Nacht ein trizyklisches AD verschreiben?


Was ist ein trizyklisches AD?

19.11.2017 01:36 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Und auch vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Bei mir ist es ähnlich wie TomTomson schreibt... Ich versuche immer perfekt zu sein, alles perfekt zu machen, habe mich selber total unter Druck gesetzt und mich selber dabei vergessen, mich übernommen und die Schicksalsschläge von diesem Jahr tun ihr übriges. Und in meinem Fall ist es wahrscheinlich auch so, dass ich mich selber wieder aufraffen muss um ein normales Leben zu führen. Aber auch für mich Grenzen setzen muss, genau wie mir nicht alles zu nehmen. Aber dieses aufraffen ist schwer..

19.11.2017 01:47 • #18


Mir fällt zurzeit auch alles wieder total schwer, versuche aber, einigermaßen weiter den Alltag zu schaffen.

Neulich habe ich eine interessante Sendung über psychische Erkrankungen gesehen.
Dort hat eine Wissenschaftlerin die Meinung vertreten, dass bei Depressionen (oder anderen psychischen Krankheiten) eine gewisse Veranlagung da sei, die bereits mit einer leichten Stoffwechselstörung im Gehirn einhergeht, ohne dass dies aber bereits zu einer Depression führt.
Kommen noch belastende, nicht befriedigende Lebenssituationen oder negativen Ereignisse dazu, dann kann diese bereits vorhandene Stoffwechselstörung stark zunehmen, sie explodiert gewissermaßen, wodurch dann eine Depression ausgelöst wird.

So in etwa wurde es erklärt.
Das entspricht eigentlich dem, was ich auch schon immer dachte, nämlich dass zu einer gewissen Veranlagung noch äußere Faktoren dazukommen müssen, um eine Depression auszulösen.

Aber die Frage ist ja, wie man da wieder rauskommt. Wahrscheinlich, indem man versucht, sein Leben möglichst so zu gestalten, wie es für einen gut ist. Leider ist oft die Kraft nicht da und man hat auch nicht alles selbst in der Hand aufgrund der Umstände oder der eigenen Persönlichkeit. Aber kleine Schritte sind meist schon noch möglich und die sollte man auch machen, auch wenn sie schwer fallen.

19.11.2017 02:58 • #19


Huhu Ihr Lieben, geht es euch etwas besser? Mir leider immer noch nicht es ist schrecklich . Ich funktioniere einfach und warte darauf, dass meine Kur bewilligt wird. In der Hoffnung, dass es dann wieder bergauf geht. Aber was mache ich so lange? Ich habe an nichts mehr Freude, bin ein richtiger Trauerkloß. Ich weiß nicht mehr weiter

12.12.2017 00:21 • #20



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser