App im Playstore
Pfeil rechts
19

E

eros
Mitglied

6
1
1
Guten Morgen zusammen, ich fühle mich auf der Arbeit schon länger nicht mehr wohl aus vers. Gründen. Dieses Jahr hatte ich wieder mit Depressionen und Ängsten zu kämpfen und war deswegen mehrfach krank geschrieben, was zu weiterem Stress mit meinen Vorgesetzten geführt hat. Ich suche nebenbei schon nach einem neuen Job, bisher erfolglos.
Jetzt überlege ich was der nächste Schritt sein könnte. Ich habe Angst, mich länger krank schreiben zu lassen, weil meine Kollegen und Chefs mich dann immer mit Textnachrichten belästigen und über mich lästern. Aber aktuell schlafe ich kaum und kann mich auf der Arbeit kaum konzentrieren. Ich hätte so gern eine längere Pause, aber ich kann mich auch nicht richtig entspannen, wenn ich darüber nachdenke, wie schrecklich ich es hier finde.
Was macht am meisten Sinn? Warten bis die mich kündigen? Selbst kündigen? Krank machen? Ich weiß es einfach nicht

07.01.2026 x 1 #1


15 Antworten ↓


Cbrastreifen
@eros

Hm, vielleicht aktiv einen neuen Job suchen?

x 1 #2


A


Depressionen wegen Arbeit, was mache ich als nächstes?

x 3


sandracookie
Letztendlich kann es dir egal sein, was dein Chef und deine Kollegen/Kolleginnen denken, wenn du länger krank geschrieben bist. Die Textnachrichten kannst du blockieren. Viele Menschen (gerade in der Arbeitswelt) haben leider kein Verständnis und keine Vorstellung von Krankheiten wie Depressionen und Ängsten.
Hier kann man leider nur bis zu einem gewissen Punkt aufklären und Rückhalt erwarten.
Selbst kündigen an diesem Punkt auf gar keinen Fall, du würdest ne Sperre beim Arbeitslosengeld bekommen.
An erster Stelle sollte deine Genesung stehen, wenn dich dein Hausarzt/Psychiater länger krank schreibt, dann hast du die Möglichkeit dich vollständig auf die Behandlung zu konzentrieren. Und bedenke, dass ständig krank/wieder da nicht unbedingt besser für den AG ist, als eine lange Abwesenheit.
Du könntest dann bspw. stationär in eine Klinik, dir eine Tagesklinik suchen und/oder eine Reha beantragen. Da kannst du dann deine Themen aufarbeiten und dir auch bewusst werden, was an der Arbeit die Krankheit triggert und was bei einer neuen Stelle anders sein müsste, damit du da nicht dieselben Probleme bekommst. Alternativ wäre es möglich mit dem AG zu reden, was sich ändern muss bzw. was an deinem Arbeitsplatz angepasst werden könnte, damit es auf lange Sicht weniger belastend für dich ist.
Das ist auch der Weg, den ich nehme: Ich bin seit Mai 2025 dauerhaft krank und war im Oktober/November in der Tagesklinik. Parallel versuche ich an der Arbeit einen zusätzlichen Bereich abzugeben und werde, wenn das durch ist, eine Wiedereingliederung wagen. Läuft die schlecht, dann wieder Krankschreibung und parallel neuen Job suchen. Läuft sie gut, werde ich erstmal noch dort bleiben, weil mein Arbeitsverhältnis an sich recht sicher ist (unbefristet, öffentlicher Dienst) und ich irgendwann vielleicht noch intern wechseln könnte, aber trotzdem auf lange Sicht die Augen und Ohren für was Neues offen halten.

x 4 #3


E
Zitat von sandracookie:
Selbst kündigen an diesem Punkt auf gar keinen Fall, du würdest ne Sperre beim Arbeitslosengeld bekommen.

Und wie sieht es aus, wenn ich auf ärztlichen Rat kündige? Damit kann man das doch umgehen, oder?
Zitat von sandracookie:
Alternativ wäre es möglich mit dem AG zu reden, was sich ändern muss bzw. was an deinem Arbeitsplatz angepasst werden könnte, damit es auf lange Sicht weniger belastend für dich ist.

Das haben wir vor ein paar Monaten schon, aber leider haben wir da keinen Kompromiss finden können. Mittlerweile will ich hier am liebsten gar nicht mehr bleiben.

#4


sandracookie
@eros
Zitat von eros:
Und wie sieht es aus, wenn ich auf ärztlichen Rat kündige? Damit kann man das doch umgehen, oder?

Das weiß ich nicht, in dem Fall kenne ich mich nicht aus.

Aber wenn eh klar ist, dass du und dein AG auf kurz oder lang getrennte Wege geht, braucht es dich ja auch nicht ärgern, wenn du länger krank geschrieben bist, sie auf dich verzichten müssen und die Kündigung von AG Seite aus ggf. nur eine Frage der Zeit ist (ist aber je nach Umständen gesetzlich so ne Sache, ob die das überhaupt dürften, während man krank ist).

In dem Fall mit der Krankschreibung bist du halt finanziell noch eine gewisse Zeit abgesichert, klar Krankengeld ist auch weniger, aber Arbeitslosengeld wird ja auch weniger sein, als der vorherige Lohn.
Beides ist soweit ich weiß auf einen gewissen Zeitraum begrenzt, gibt es also auch nicht unendlich.

Das ist einfach eine Frage deiner persönlichen finanziellen Lage: Kannst du es dir leisten über einen gewissen Zeitraum ggf. auf Einkommen zu verzichten und ggf. Ersparnisse zu opfern?
Es kann dir ja keiner garantieren, wann/wie/wo es mit einem neuen Job klappt.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Frage ist, was bei dir Priorität hat und nur du kannst die Entscheidung treffen:

- Du kannst den Job weiter durch ziehen und parallel einen neuen suchen (und kündigen wenn eine neue Stelle klappt)

- Du kannst dich krank schreiben lassen, Krankengeld beziehen und die gewonnene Zeit für die Genesung und die Jobsuche nutzen (und kündigen wenn eine neue Stelle klappt)

- Du kannst kündigen und musst dann einen neuen Job suchen und die Zwischenzeit finanziell anders überbrücken (Arbeitslosengeld früher oder später)

-Du kannst warten, bis sie dich kündigen, dann Arbeitslosengeld beziehen und parallel den neuen Job suchen

x 2 #5


Cbrastreifen
Zitat von eros:
Und wie sieht es aus, wenn ich auf ärztlichen Rat kündige? Damit kann man das doch umgehen, oder?

Im Prinzip ja, es kann sein, dass die Sperre dann veräürzt wird, das wird aber von denen geprüft.

#6


E
War denn jemand schon in dieser Lage? Ich bin total fertig und weiß gar nicht wo mir der Kopf steht. Also grundsätzlich könnte ich es natürlich durchziehen und immer Bewerbungen schreiben, wenn ich mal einen besseren Tag habe, aber aktuell mache ich eigentlich nichts außer Schlafen und Arbeiten

#7


Greta__
Du bekommst 42 Tage (6 Wochen) Lohnfortzahlung, im Anschluss 78 Wochen (inkl. der 6 Wochen Lohnfortzahlung) Krankengeld.

Nachrichten, Emails können geblockt werden und du bist auch nicht verpflichtet darauf zu antworten oder zu sagen was du hast.

Warum nutzt du diese Zeit nicht um gesund zu werden? Reha, stationäre oder teilstationäre oder ambulante Therapie.

Warum beachtest du das nicht, sondern fragst nach Eigenkündigung?

x 1 #8


Lina60
Liebe @eros, @sandracookie hat Dir eine tolle Liste Deiner Möglichkeiten aufgezeigt. Ich kann mir vorstellen, dass die Arbeit zur Zeit für Dich zu belastend ist. Grad auch weil Du schreibst, Dich nicht darauf konzentrieren zu können. Es ist gut, dass Du wieder schlafen kannst. Das gibt Dir Energie, die Du dann ins Suchen einer neuen Stelle investieren kannst. Also vermehrt als Du das ja jetzt schon tust, meine ich.

Wie @greta_ schreibt gibt es viele Möglichkeiten, welche die Krankenkasse bezahlt um Dir helfen zu lassen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Glück

x 2 #9


Burn
Viele waren in der Lage sonst würdest du ja nicht so umsichtige Antworten bekommen.
Die beste Struktur wurde dir ja schon aufgezeigt inklusive was passiert wenn du von dir aus kündigst.
Das gilt auch bei ärztlichen Attest. Kündigung auf anraten des Arztes kann das Arbeitsamt akzeptieren und dich nicht sperren bzw. verkürzen, müssen sie aber rein theoretisch nicht.
Denn es ist immer angestrebt das Arbeitsverhältnis möglichst nicht zu verlieren und der Arzt muss natürlich begründen.

Wenn es nicht anders geht dann eben die längere krankschreibung mit den besagten Tipps

Ein Arbeitgeber kann dich auch in Krankheit kündigen aber es ist gesetzlich nicht so einfach.
Sprich du kannst bei Kündigung dagegen vorgehen und sofort Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen.
Resultat es kann sein dass dein Arbeitsplatz erhalten bleibt und du zurück könntest.

Aber wer will das schon. Ist immer die Frage was es dir nutzt

Andere Möglichkeit die auch einige nutzen. Beim Arbeitsamt vor Kündigung über Selbstständigkeit und gründerzuschuss etc. erkundigen, falls du natürlich eine sinnvolle Möglichkeit für eine selbstständige Tätigkeit hast

x 2 #10


E
Also bei meinen letzten beiden Krankheitsfällen war die Reaktion meiner Vorgesetzten darauf schon sehr heftig, das will ich nicht nochmal erleben. Deswegen ziehe ich eine Eigenkündung vor, weil ich denke, dass das insgesamt weniger Stress ist. Aber meine Ersparnisse reichen nur für ein paar Monate und der Jobmarkt lässt ja aktuell sehr zu wünschen übrig. Deswegen fühlt sich das so aussichtslos an für mich, jede Option hat Nachteile und ich verliere den Überblick unter welchen Umständen man Reha machen, in einen Klinik gehen usw. kann

#11


Burn
Zitat von eros:
Also bei meinen letzten beiden Krankheitsfällen war die Reaktion meiner Vorgesetzten darauf schon sehr heftig, das will ich nicht nochmal erleben. ...

Tagesklinik geht meistens am schnellsten oder akut Klinik z.b für psychosomatische Erkrankungen
Tagesklinik kann man ohne arztbericht bei akutklinik wird meist arztbericht gewünscht
natürlich kannst du das auch alles bei Arbeitslosigkeit.das Arbeitsamt ist dann wie dein Arbeitgeber bei dem du dich krankmelden musst

Problematik ist nur solltest du bereits krankgeschrieben sein und auch evtl noch nicht wieder arbeiten kannst, weil du noch in eine Klinik willst ist das Arbeitsamt da evtl etwas komplizierter.
denn das Arbeitsamt ist eigentlich nur zuständig für dich wenn du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen kannst.wenn du das nicht kannst, kann es sein das, dass Arbeitsamt kein ALG1 für dich zahlen möchte obwohl sie es müssten da du Anspruch darauf hättest.

dann müsstest du rein theoretisch zum Jobcenter =bürgergeld
das ist natürlich ein Dilemma.

evtl empfiehlt es sich dann fast nicht in Krankheit zu kündigen oder eben nur auf ärztlichen Rat aber dich dann ganz normal dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
somit kannst du erstmal Arbeitslosengeld bekommen und etwas zeit gewinnen.

andere Möglichkeit ist eben in Krankheit zu gehen aber nicht zu kündigen damit du erst mal Krankengeld bekommst. Du kannst somit die Genesungszeit verlängern und auch in eine Klinik gehen. Ohne das dass Amt dir gleich im Nacken sitzt oder eben nicht zahlt


zum Thema Reha: diese kannst du natürlich beantragen aber erfahrungsgemäß dauert das warten auf einen Rehaplatz länger als Tagesklinik oder natürlich Akutklinik

wärst du tatsächlich krankgeschrieben bis zum Ende des Krankengeldes (78 Wochen) käme spätestens dann das Thema Reha sowieso über das Arbeitsamt, denn das will prüfen in wie weit du noch arbeitsfähig bist, denn dann geht es ums Geld. Die wollen sonst natürlich dass wenn du nicht mehr arbeitsfähig wärest ( min 15 stunden wöchentlich) die Erwerbsminderungsrente beantragt wird damit die Rentenversicherung zahlt.
anderes Szenario ist, dass die Krankenkasse nach längeren Krankengeld auf Reha besteht

aber soweit ist es ja noch lange nicht

x 3 #12


Burn
Zitat von eros:
Also bei meinen letzten beiden Krankheitsfällen war die Reaktion meiner Vorgesetzten darauf schon sehr heftig, das will ich nicht nochmal erleben. ...

Ansonsten natürlich kannst du eigen kündigen und eben die Sperre in Kauf nehmen die höchstens drei Monate ist. Das Geld müsstest du dann aber auch über haben zum überbrücken.
bei Attest vom Arzt ist die Sperre meistens nicht so lange aber du musst dich dann natürlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen ansonsten passiert das was ich oben geschrieben habe

x 2 #13


E
Danke für die ausführliche Erklärung. Das macht alles ein bisschen klarer... Das heißt also auch, wenn ich selbst kündige habe ich eigentlich keine Nachteile, außer dass ich kein Arbeitslosengeld bekomme für 3 Monate? Das scheint mir tatsächlich die beste Lösung zu sein, aber mir haben so viele davon abgeraten

#14


Greta__
Zu Recht!

In Deutschland haben wir nicht ohne Grund so ein gutes Sozialnetz bzgl. Lohnfortzahlung, Krankengeld.

Warum kündigen? Aus Angst vor der Reaktion wenn du ausfällst?

Geh zum Arzt, lass dich krank schreiben und dann konzentriere dich auf deine Gesundung. Was die Arbeit sagt/denkt ist völlig unerheblich.

x 1 #15


Burn
Zitat von eros:
Danke für die ausführliche Erklärung. Das macht alles ein bisschen klarer... Das heißt also auch, wenn ich selbst kündige habe ich eigentlich ...

Wenn du das nur auf die Antwort beziehst was der Nachteil ist: ja dir kann bei eigener Kündigung höchstens eine Arbeitslosengeld Sperre von 3 Monaten passieren. Mit ärztlichem Rat wahrscheinlich gar nicht oder kürzer. Kommt auf den Sachbearbeiter an.
aber melden würde ich mich aufjedenfall rechtzeitig beim Amt damit Du versichert bist! Das ist nämlich mitunter auch sehr wichtig und sollte nahtlos erfolgen wegen Krankenkasse

#16


A


x 4






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
App im Playstore